nun auch wieder nicht." beruhigte ich mein Gewissen und die Spiralenach unten drehte sich weiter. Mit der Zeit stellte ich fest, dass sichmeine Persönlichkeit verändert hatte. Aus dem Kind von damals war jemand geworden, der ich eigentlich nicht sein wollte. Es fiel mir schwer auf Menschen offen zuzugehen, ich verlor mich oft in meiner Gedankenwelt, kommunizierte meist nur oberflächlich mit meinenMitmenschen und entwickelte zunehmend eine Gleichgültigkeit mir und meiner Umwelt gegenüber. All das führte dazu, dass ich michminderwertig und einsam fühlte. Hinzu kamen Fragen in mir auf, diesich die meisten Menschen irgendwann einmal stellen. "Warum binich überhaupt auf dieser Welt, was ist meine Aufgabe und wo geheich nach dem Tod einmal hin?" Befriedigende Antworten fand ich jedoch nicht. Mit achtzehn wurde meine seelische Not so groß, dassich den Entschluss fasste, mir von einem Psychotherapeuten helfenzu lassen. Nach weiteren zwei Jahren war ich trotz Therapie ambisher tiefsten Punkt in meinem Leben angelangt. Ich bekam einePsychose. Erst jetzt begriff ich nicht nur gedanklich, sondern tief inmeinem Herzen, dass sich mein Leben grundlegend ändern musste,wenn ich nicht kaputt gehen wollte.In dieser Zeit lernte ich einen überzeugten Christen kennen, der mir von seiner persönlichen Beziehung zu Jesus Christus erzählte. Ichmerkte, dass er wirklich eine lebensverändernde Erfahrung gemachthatte und mir nicht nur irgendeine Lebensphilosophie vermittelnwollte. Und das war genau das, was ich brauchte, einelebensverändernde Erfahrung. So begann ich damit, mich selber mitder Bibel zu beschäftigen und ich war fasziniert. Dieses Buch schiendirekt in mein Leben hinein zu sprechen, es beschrieb meinenZustand so treffend, dass ich es selber nicht besser hätte ausdrückenkönnen."Müde bin ich durch mein Seufzen; die ganze Nacht schwemme ichmein Bett, mache mit meinen Tränen mein Lager zerfließen.Geschwächt von Gram ist mein Auge, gealtert wegen all meiner Dränger. Weicht von mir, alle ihr Übeltäter, denn der HERR hat dieStimme meines Weinens gehört.“ (Psalm 6, 7-9)„Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse,das ich nicht will, das tue ich.“ (Römer 7, 19)