Töff Der Sturz am 30. Juni 2004 veränderte Marcels Leben.In der Rehaklinik Bellikon soll ich wieder gehen lernen. Doch dieHeilung der Wunde am Bein verzögert sich. Eine zweiteOperation wird nötig. Ich kann noch keine Prothese tragen.Diese würde die Wundheilung noch mehr verlangsamen. An denStöcken bin ich aber schon ganz schön mobil. Ich mache einenSpaziergang auf dem Klinikareal. Es macht richtig Spass an der frischen Luft. Ich habe in den vergangenen Tagen und Wochenviel über meinen Unfall nachgedacht. Die Warumfrage bringtmich nicht weiter. Mein Bein ist weg. Sie haben es in Bernverbrannt. Mir bleiben nur die Erinnerungen und dieRöntgenbilder. Damit muss ich zurecht kommen. Es bleibt mir keine Wahl.In Bellikon lese ich viel in der Bibel. Sie gibt mir Kraft. Ich merke,wie ich im Gegensatz zu einigen anderen Patienten erstaunlichgut mit meiner Situation zurecht komme. Schrittweise geht esaufwärts. Auch meine Familie unterstützt mich kräftig. Siebesuchen mich, machen mir Mut und stehen im Gebet hinter mir.Tränen überfallen mich dennoch manchmal. Besonders, wennmir bewusst wird, was sich alles ändern wird in meinem Leben.Schwungvoll hüpfe ich mit meinen Stöcken vorwärts über eineHolzbrücke. Ich rutsche aus. Mein Beinstummel schlägt hart auf dem Brückenboden auf. Schmerzen durchdringen meinenganzen Körper. Die Wunde ist wieder aufgeplatzt. Sie will nichtheilen. Die Frage nach einer dritten Operation liegt im Raum. Ichweiss nicht, was richtig ist. Da lese ich in der Bibel die Worte:"Verlass dich nicht auf Menschen, sondern verlass dich ganzauf Gott."* Ich werde ruhig, sage den Ärzten, dass ich lieber nicht operiert werden wolle. Die Wunde heilt. Ohne Operationwird es von Tag zu Tag besser. Ich staune über Gottes Hilfe undgewinne neuen Mut, Gott ganz zu vertrauen.Mein Betreuer in Bellikon unterrichtet an der Schule für Krankenschwestern. Ich darf mit in die Klassen, um über meinErleben zu berichten. Die Schwestern sollen lernen, welcheAuswirkungen Amputationen auf den Patienten haben. Icherzähle, wie es mir geht. Auch, wie ich immer mehr lerne, in die