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Lenin und die Linksradikalen

Lenin und die Linksradikalen

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Lenins Thesen zum Anarchismus. Aus: junge Welt, 27./28.03.2010. - Mit 2 Notizen von Clara/Koza zu Lenin und zu den Leninisten im Anhang.
Lenins Thesen zum Anarchismus. Aus: junge Welt, 27./28.03.2010. - Mit 2 Notizen von Clara/Koza zu Lenin und zu den Leninisten im Anhang.

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Categories:Types, Research, Science
Published by: Helmut Hampl [urspr. Clara] on Mar 27, 2010
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Tageszeitung junge Welt
27.03.2010 / Wochenendbeilage
Klassiker: W. I. LeninProdukt der Verzweiflung
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts resümierte Wladimir Iljitsch Lenin in einer Notiz die historischenErfahrungen anarchistischer Bewegungen
Im Grunde genommen können wir, die bekannte Äußerung von Marx über dieRevolution von 1848 abwandelnd, auch von der russischen revolutionären Bewegungsagen, daß ihr Fortschritt nicht in der Erkämpfung irgendwelcher positivenErrungenschaften, sondern in der Befreiung von schädlichen Illusionen besteht.
(»Mit  Ausnahme einiger weniger Kapitel trägt jeder bedeutende Abschnitt der  Revolutionsannalen von 1848 bis 1849 die Überschrift: Niederlage der Revolution! Wasin diesen Niederlagen erlag, war nicht die Revolution. Es waren die vorrevolutionärentraditionellen Anhängsel, Resultate gesellschaftlicher Verhältnisse, die sich noch nicht zu scharfen Klassengegensätzen zugespitzt hatten – Personen, Illusionen, Vorstellungen, Projekte, wovon die revolutionäre Partei vor der Februarrevolution nicht frei war,wovon nicht der Februarsieg, sondern nur eine Reihe von Niederlagen sie befreienkonnte. Mit einem Worte: Nicht in seinen unmittelbaren tragikomischen Errungenschaften brach der revolutionäre Fortschritt Bahn, sondern umgekehrt in der  Erzeugung einer geschlossenen, mächtigen Konterrevolution, in der Erzeugung einesGegners, durch dessen Bekämpfung erst die Umsturzpartei zu einer wirklichrevolutionären Partei heranreifte.« Karl Marx: Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848bis 1850. In: Marx/Engels Werke [MEW], Band 7, Berlin 1960, Seite 11).
Wir haben uns befreit von den Illusionen des Anarchismus und des Volkstümler-Sozialismus, von der Mißachtung der Politik, vom Glauben an eine eigenständige Entwicklung Rußlands, vonder Überzeugung, daß das Volk zur Revolution bereit sei, von der Theorie der Machtergreifung und des Zweikampfes der heroischen Intelligenze mit der Selbstherrschaft.***
Thesen:1.
Der Anarchismus hat in den 35 bis 40 Jahren (Bakunin und die Internationale 1866...)seines Bestehens (seit Stirner aber sind es noch viel mehr Jahre) nichts gegeben außer allgemeinen Phrasen gegen die Ausbeutung.Mehr als 2000 Jahre sind diese Phrasen im Schwange. Es fehlt (a) das Begreifen der 
 
Ursachen der Ausbeutung; (b) das Begreifen der gesellschaftlichen Entwicklung, die zumSozialismus führt; (c) das Begreifen des Klassenkampfes als schöpferische Kraft zur Verwirklichung des Sozialismus.
2.
Das Begreifen der Ursachen der Ausbeutung. Das Privateigentum als Grundlage der Warenwirtschaft. Das gesellschaftliche Eigentum an den Produktionsmitteln. Nil (Nihil – nichts. Die Red.) beim Anarchismus.Anarchismus ist umgestülpter bürgerlicher Individualismus. Der Individualismus alsGrundlage der gesamten Weltanschauung des Anarchismus. – Verteidigung des Kleineigentums und des Kleinbetriebs auf dem Lande. – Keine Majorität. (Gemeint ist, daß die Anarchisten die Unterordnung der Minderheitunter die Mehrheit verwerfen. »Keine Majorität« bei Lenin deutsch. – Die Red.) – Verneinung der vereinigenden und organisierenden Kraft der Staatsmacht.
3.
 Nichtbegreifen der gesellschaftlichen Entwicklung – Rolle des Großbetriebs – Entwicklung des Kapitalismus zum Sozialismus.(Der Anarchismus ist ein Produkt der Verzweiflung. Die Mentalität des aus dem Geleisegeworfenen Intellektuellen oder des Lumpenproletariers, aber nicht des Proletariers.)
4.
 Nichtbegreifen des Klassenkampfes des Proletariats.Unsinnige Negierung der Politik in der bürgerlichen Gesellschaft. Nichtbegreifen der Rolle der Organisation und der Erziehung der Arbeiter.Panazeen (Allheilmittel, Stein der Weisen. – Die Red.) aus einseitigen, aus demZusammenhang gerissenen Mitteln.
5.
In der neusten Geschichte Europas, was gab da der Anarchismus, der früher einmal inden romanischen Ländern herrschte? – Keinerlei Doktrin oder revolutionäre Lehre, Theorie. – Zersplitterung der Arbeiterbewegung. – Völliges Fiasko bei Versuchen der revolutionären Bewegung (Proudhonismus 1871,Bakunismus 1873). – Unterwerfung der Arbeiterklasse unter die bürgerliche Politik, verhüllt als Negierungder Politik.
 
Wladimir Iljitsch Lenin: Die Verfolger des Semstwos und die Hannibale des Liberalismus, Sarja Nr. 2/3, Dezember 1901. Hier zitiert nach: W. I. Lenin: Werke Band 5, Berlin 1966, Seite 73Wladimir Iljitsch Lenin: Anarchismus und Sozialismus. Geschrieben 1901. Zuerst Veröffentlicht 1936 in der Zeitschrift Proletarskaja Rewoluzija Nr. 7. Hier zitiert nach:W. I. Lenin: Werke Band 5, Berlin 1966, Seite 334–337 [ Siehe: http://www.jungewelt.de/2010/03-27/002.php ] ______________________________________________________________ 
 Zur Kritik von Lenins und der Leninisten Verhältnis zu linksradikalen und anarchistischen Bestrebungen seien hier zwei ältere Notizen von Clara/Kozaeinkopiert:
 I.
Koza/Clara am02. Mai 2009 um 10:34 Uhrzu einer Kontroverse um die Machno-Bewegungauf dem Blog von Walgesang http://neoprene.blogsport.de:
Zum Kronstädter Aufstand und zur Machno-Bewegung gibt’s über die klassischen unddie bereits empfohlenen Texte hinaus in der Tat schon im Internet [zu ergoogeln etwa:Anarchopedia: Kronstadt, Wikipedia: Kronstädter Matrosenaufstand, Nestor Machno undVolin], aber auch in Printform [u.a. Unrast Verlag] noch sehr viel Material.Man mag sich darüber oder auch anderswo informieren, wie der Schutz der selbst proklamierten Macht die Notwendigkeit standrechtlicher Erschießungen, vonHinrichtungsdrohungen, Einkerkerungen und Verhaftungen mit sich führte, weil sich der  bolschewistische Putsch in die Praxis einer kommunistisch paraphrasierten Pseudo-Revolution prolongierte. Die Denkkraft der zur Staatspartei mutierten Avantgarde war dermaßen von der Rettung und Rechtfertigung eines auch noch sowieso nur fingiertenErfolgs einer ursprünglich anvisierten Abschaffung des Kapitalismus absorbiert, dass ihr im Interesse der Selbstverteidigung schon minimalste Menschlichkeit ein Grauen war,sich das Anliegen einer Befreiung der vielen Bauern und wenigen Arbeiter fastausschließlich in die Identifizierung und Liquidation realer und phantasierter Feindeverkehrte, wenn denn die Theorie dazu je eine andere war. Denn dass die abstrakte Negation des kapitalistischen Systems ihren Bezugsrahmen innerhalb dessen selbst nochhat, war ja auch damals das schon vor dem Willen zur Besitzergreifung der Machtverkannte Problem.Ob bei den Aufständischen wenigstens nicht auch noch so etwas wie ein akzeptables

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