Hier gibt es bei Christen immer wieder Schwierigkeiten, nachdem die Grundlagen gelegt wordensind. Denn wenn ich Jesus als Retter annehme, motiviert mich ein bestimmter Egoismus: „Ich willnicht verloren gehen!" oder - „Der Glaube an Jesus baut mich auf und verhilft mir zu dem, was ichohne Jesus nicht ge-schafft hätte." Gott nimmt diese Selbstsucht nicht übel - er kann ja nichtsEdleres von mir erwarten. Doch er will mich von meiner Nabelschau weg auf ihn hin ausrichtenund in mir die Sehnsucht wecken: „Wie kann ich Ihm dienen? Was ehrt Ihn? Wie will er SeineHerrschaft in mir und durch mich aufbauen?"... vom Einzelnen zur GesellschaftBiblischer Vortrag über 1. Thess. 1, 1 - 8Auf dieser Basis wird nun unter der Anweisung durch Gottes Wort unser Leben, Denken, Redenund Handeln in jedem Bereich gestaltet, verändert, etwa in den Bereichen Familie, Arbeit,Nachbarn, Ausbildung, Politik, Kultur, kurz: Gottes Erneuerung des Einzelnen will sich ausweitenauf die Gesellschaft. Die-se Erneuerung wird als „Erweckung" bezeichnet. In solchenErweckungsgebieten stecken einzelne Menschen ande-re an, der Ausbreitung einer Epidemie(wörtlich „das ganze Volk erfassend") ähnelnd. Die Ausbreitung ist auch mit einem Feuer vergleichbar, das um sich frisst. So kann auch eine Evangeliums-Erweckung eine ganzeGesellschaft verändern, zum Positiven hin.1. Evangelium - wie der Virus einer Epidemie?Das neue Leben, das Jesus einem Menschen schenkt und mehr und mehr auch im Sichtbarenverwirklicht, hat ansteckende, sich ausbreitende Kraft. Darauf wird im Neuen Testament immer wieder hingewiesen. Das Reich Gottes ist in der Welt wie Sauerteig, der nach und nach denganzen Teig durchsäuert (Mt. 13, 33). Es wird davon ausgegangen, dass sich mehr und mehr Menschen der Herrschaft Jesu unterstellen (Mt. 24, 14; 28, 29), bis schlussendlich eine„unzählbare Schar aus jeder Nation und aus Stämmen, Völkern und Sprachen" vor Jesus stehtund ihn als die Erlösten anbeten (Offb. 7, 9 - 10).Es fehlt aber auch nicht die andere Sei-te, nämlich dass wenige auf den schmalen Weg gelangen(Mt. 6, 14) und dass sie diesen Weg unter Verfolgung und Widerstand gehen. Dazu passt, dasssich das Tausendjährige Reich nicht aus dem gegenwärtigen Zeitalter emporentwi-ckelt, ähnlicheinem Einmannbetrieb, der sich zu einem internationalen Konzern ausgestaltet. Vielmehr zeichnet die Bibel eine Verschlechterung der Bedingungen: „Die Ungerechtigkeit wird überhandnehmen" (Mt. 24, 12) und „es kommt die Nacht, da niemand wirken kann" (Joh. 9, 4), und nur weil Gott eingreift und Jesus sichtbar wiederkommt, wird dieser universalen Talfahrt ein En-debereitet. Sogar die Gläubigen sind in Gefahr, mit hingerissen zu werden. Des-halb verkürzt Gottdiese Zeit (Mt. 24, 22).2. Wie nimmt das Evangelium Einfluss auf die Gesellschaft?Paulus predigte in der Synagoge der Hafenstadt Thessalonich (Apg. 17, 1-10), wo sich Judenund Proselyten versammelten. In kurzer Zeit kamen „eine große Menge Griechen und nichtwenige der vornehmsten Frauen" zum Glauben an Jesus Christus. Das erweckte den Zornderjenigen, die Jesus ablehnten. Sie brachten die ganze Stadt in Aufruhr. Noch in derselbenNacht wurden Paulus und seine Mitarbeiter von den neuen Christen in Sicherheit gebracht undverließen die Stadt. Besorgt um das Wachstum ihres Glaubens schreibt Paulus ihnen bald darauf den ersten Thessalonicherbrief. Darin bescheinigt er ihnen (1. Thess. 1, 6 - 7), dass sie „das WortGottes in viel Drangsal mit Freude des Heiligen Geistes aufgenommen" haben, so dass sie „allen