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smd_über_jesus

smd_über_jesus

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03/27/2010

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es gibt wohl kaum einen menschen auf der welt, der so eine faszination ausübt wie jesus.jedes jahr erscheinen neue bücher über ihn. auch ganz unkirchliche zeitschriftenwie "spiegel" oder "focus" beschäftigen sich immer wieder mit diesem mann. überkeinen menschen wurde so viel geforscht und geschrieben. und trotz allem, was da geforscht worden ist, hört das fragen nicht auf: wer ist dieser mensch? die meinungen darüber gehen weit auseinander.die einen sagen: er war ein antiker psychotherapeut, andere halten ihn für einengroßen gesellschaftskritiker, noch andere für einen erleuchteten wie buddha. aber alle, die sich mit jesus beschäftigt haben, sind sich einig: er ist eine deraußergewöhnlichsten und beeindruckendsten persönlichkeiten, die auf dieser erdegelebt haben. jesus fasziniert.für den christlichen glauben steht jesus absolut im zentrum. von ihm, jesus christus, hat der christliche glaube ja seinen namen. christen sind christusanhänger. wenn man verstehen will, was christlicher glaube ist, muss man verstehen, werjesus ist. wer war, wer ist dieser jesus wirklich? eine menge leute, sogar manche theologen, behaupten: das können wir gar nicht wissen. die quellen über jesussind zu unzuverlässig. die sind erst viel später von irgendwelchen kirchenleutengeschrieben worden, die jesus zu einem gottmenschen hochstilisiert und das bildvom wirklichen jesus verfälscht haben.schauen wir uns die quellenlage mal an: es gibt ein paar außerbiblische quellen,die jesus erwähnen. der römische geschichtsschreiber tacitus schreibt ungefähr115 n.chr., dass "christus unter tiberius vom prokurator pontius pilatus hingerichtet worden war." (tacitus, annalen 15,44)der jude josephus, ein geschichtsschreiber, der im 1. jahrhundert lebte, erwähntihn auch an einigen stellen. inhaltlich geben diese quellen aber wenig her. diehauptquellen, die uns zur verfügung stehen, sind die vier evangelien, die im neuen testament stehen: das evangelium nach matthäus, markus, lukas und johannes.diese quellen sind wesentlich zuverlässiger als der spiegel und andere populärwissenschaftliche veröffentlichungen uns glauben machen wollen. _die textüberlieferung.die überlieferung der evangelien ist einzigartig gut. es gibt in der ganzen antiken literatur keine texte, die auch nur annähernd so gut überliefert worden sind.man braucht nur einmal die evangelien mit anderen texten aus der antike zu vergleichen: nehmen wir z.b. caesars "gallischer krieg". der ist zwischen 50 und 60 vor christus geschrieben worden. die älteste abschrift, die wir heute noch haben,ist von 900 n.chr. das heißt: zwischen dem original und der ältesten abschriftliegen etwa 950 jahre. insgesamt gibt es nur 9 oder 10 handschriften. trotzdem hat keiner unserer lateinlehrer bezweifelt, dass der text, den wir heute haben, wirklich von caesar stammt.die werke von plato sind um 400 v. chr. geschrieben worden. die älteste abschrift wird auf etwa 900 n.chr. datiert. zwischen dem original und der ältesten abschrift liegen also etwa 1300 jahre. insgesamt gibt es nur 7 handschriften.die evangelien wurden zwischen 60 und 90 n. chr. geschrieben. die älteste abschrift, sie ist nur ein fragment und enthält einen teil des johannesevangeliums, ist ungefähr 120 n. chr. entstanden. wenn man annimmt, dass das johannesevangeliumum 90 n.chr. geschrieben wurde, dann liegen zwischen dem original und der ältesten abschrift nur etwa 30 jahre! es gibt eine ganze reihe von weiteren papyri, die teile des nt enthalten und aus dem 2. und 3. jahrhundert stammen. das älteste
 
vollständige neue testament stammt aus dem 4. jahrhundert. insgesamt gibt es ca. 5000 erhaltene griechische abschriften!und das beeindruckende ist: sie stimmen inhaltlich völlig überein. es gibt zwarkleinere unterschiede im wortlaut, abschreibfehler und ähnliches. aber es gibt so gut wie keine inhaltlich relevante stelle im ganzen nt, die textlich umstritten wäre. wir können mit gutem grund davon ausgehen, dass der text, den wir heutehaben, mit dem original übereinstimmt. _die verfasser der evangelien.die evangelien selbst sind wahrscheinlich zwischen 60 und 90 n. chr. geschriebenworden, also 30 bis 60 jahre nach den ereignissen, von denen sie berichten! dasbedeutet, es gab noch eine menge augenzeugen, die jesus persönlich gekannt hatten, die man befragen konnte, die dinge korrigieren konnten.die verfasser der evangelien waren nach den ältesten quellen entweder selbst augenzeugen, die jesus kannten (matthäus und johannes, zwei seiner schüler) oder schüler von augenzeugen. markus war ein reisebegleiter von petrus. lukas war ein freund von paulus und kannte auch die anderen apostel. das heißt, die evangeliensind ganz nah dran an jesus und an denen, die ihn persönlich kannten. _mündliche überlieferung.nun darf man sich das mit der entstehung der evangelien nicht so vorstellen, dass ein evangelist sich 30 oder 40 jahre nach den ereignissen hingesetzt und überlegt hat: wie war das denn damals? sondern es gab eine gut gepflegte überlieferung von dem, was jesus getan und gesagt hat. mündliche überlieferung wurde im damaligen judentum ganz sorgfältig gepflegt. schüler haben sich die worte ihrer lehrer, der rabbis, genau gemerkt. sie haben sie sogar oft auswendig gelernt. sie haben sie wie einen schatz bewahrt und sorgfältig weitergegeben.dr. rainer riesner, dozent für neues testament in tübingen, hat in einer großenstudie nachgewiesen, dass jesus seine schüler wie ein rabbi gelehrt hat. sie haben sich seine worte, seine gleichnisse und lehren eingeprägt und ganz gewissenhaft weitergegeben. sie hielten ihn ja nicht nur für einen großen lehrer, sondernfür den messias, für den, der von gott kommt. und sie hätten sich gehütet, seineworte wahllos zu verändern oder ihm sätze in den mund zu legen, die er nie gesagt hat.wenn wir das alles zusammen nehmen, die zuverlässigkeit der textüberlieferung, die nähe der evangelien zu den ereignissen und die genauigkeit bei der mündlichenüberlieferung, dann können wir davon ausgehen, dass unsere evangelien keine phantasieprodukte sind, sondern uns ein zuverlässiges und realistisches bild von jesus bieten. _was berichten die evangelien über jesus?auffallend ist zunächst, dass sie fast ausschließlich von den letzten 2, 3 lebensjahren jesu erzählen. matthäus und lukas berichten von seiner ungewöhnlichen geburt, aber was dann passierte, wie er aufwuchs, was er bis zu seinem 30. lebensjahr machte, darüber schweigen sie sich aus. wir müssen wohl davon ausgehen, dassjesus ein ganz normales leben als zimmermann in nazareth führte. dann, als er ungefähr 30 ist, beginnt er plötzlich in die öffentlichkeit zu treten.jesus tritt auf als lehrer, als prediger. er geht in die synagogen und spricht davon, dass gottes herrschaft jetzt anfängt und dass es zeit ist, sein leben zu verändern. wenn jesus predigte, dann wurde es keinem langweilig. markus schreibteinmal: die leute waren außer sich über das, was jesus sagte. manche waren schockiert, andere begeistert. alle spürten: jesus redet nicht wie die theologen. wen
 
n er von gott spricht, dann ist das keine theorie, sondern er spricht von gott wie von einem, den er persönlich kennt. (mk 1,21-22). er nennt gott "abba". das ist aramäisch und entspricht unserem "papa". da wird eine ganz tiefe, vertraute,zärtliche beziehung zwischen jesus und gott deutlich. noch nie hat jemand so vongott und mit gott gesprochen.jesus hatte, soweit wir wissen, keine theologische ausbildung. aber er legt dasgesetz gottes mit einer unglaublichen souveränität aus: im gesetz gottes steht:auge um auge, zahn um zahn. ich aber sage euch: wenn dich jemand auf deine rechte backe schlägt, dann halte ihm auch die linke hin. jesus stellt seine worte aufeine ebene mit den geboten gottes. er beansprucht für sich dieselbe autorität.er redet nicht wie ein gesetzesausleger, sondern wie ein gesetzgeber!die kraft, die jesus in seinen worten zeigt, die zeigt er auch in seinem handeln. jesus heilt kranke. immer wieder berichten die evangelien davon. er macht blinde sehend. er spricht ein wort, und ein gelähmter kann wieder laufen. er berührtmit seinem finger die zunge und die ohren eines taubstummen, und er kann hörenund reden. das spricht sich herum. die menschen kommen in scharen zu jesus in der hoffnung, von ihm geheilt zu werden. und jesus heilt sie wirklich. er macht menschen an leib und seele gesund. es gibt im ganzen nt keinen fall, wo jesus einen menschen, der ihn um heilung oder hilfe bittet, abweist.es gibt leute, die haben ihre schwierigkeiten mit heilungen und anderen wundern.kann das überhaupt möglich sein? haben sich das die evangelisten vielleicht nurausgedacht? oder sind diese heilungen, wenn sie denn passiert sind, nicht auchpsychosomatisch zu erklären? ich glaube, die heilungen und anderen wunder spielen eine viel zu große rolle in den evangelien, als dass man sie als erfindungen der evangelisten abtun könnte. johannes der täufer wurde auch von den menschen tief verehrt als ein mann gottes. aber es wird in den evangelien kein einziges wunder von ihm berichtet, von jesus dagegen endlos viele. meines erachtens kann mandie heilungen auch nicht alle psychologisch erklären. dazu sind sie zu unterschiedlich und die fälle oft zu schwerwiegend. einer, der von geburt an blind ist,kann nicht durch seelische aufmunterung wieder sehen! (joh 9) interessant ist, dass auch die gegner von jesus seine wunder nicht bestritten haben. in späteren jüdischen schriften wird gesagt, dass jesus in ägypten zauberei gelernt hat und darum außergewöhnliche taten tun konnte!wie immer man es deutet, die menschen, die jesus begegneten, spürten: in diesemmann stecken außergewöhnliche, übernatürliche kräfte. und immer wieder, wenn leute das erlebten, kam die frage auf: wer ist dieser mensch?jesus hat nicht nur außergewöhnlich gelehrt und außergewöhnliche taten vollbracht. seine ganze persönlichkeit war einzigartig und faszinierend.jesus war ein mensch aus einem guss, ohne brüche, ohne faule kompromisse. er hatsich überhaupt nicht von den damaligen konventionen bestimmen lassen. wir sehenihn in gemeinschaft mit leuten, mit denen kein anständiger mensch etwas zu tunhaben wollte. er fasst leprakranke an. er lässt sich von einer prostituierten die füße waschen und lädt sich bei einem korrupten beamten zum mittagessen ein. das leiden anderer menschen geht ihm unter die haut. er setzt sich so für andere ein, dass er manchmal keine zeit zum essen findet.aber dann kann er sich auch plötzlich aus der menschenmasse zurückziehen und eine ganze nacht allein auf einem berg verbringen und mit gott sprechen. er hat keine angst vor der einsamkeit, kann wochenlang allein in der wüste sein, kann dannaber auch mitten im menschengetümmel fröhliche feste feiern. er durchschaut diemenschen und hat doch gleichzeitig ein tiefes erbarmen mit ihnen.einmal wird eine frau zu jesus gebracht, die beim ehebruch erwischt worden ist.die strafe, die im gesetz dafür vorgesehen war, ist die steinigung. den leuten,

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