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April 2009
Eingedenk dessen, dass alle menschliche ErkenntnisStückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoreneigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar.
InhaltGrusswort
Biblische Botschaft
4
Barabbas oder Jesus
22
Die Wahl der Zwölf: Judas Iskariot
Im Blickfeld
9
Wem passt der Endzeitschuh?Die Vorbereitung für die zehn Könige
14
Der Gott des Lebens gegen die Götter des Todes
19
Rund um die Kreuzigung Jesu
Mitternachtsruf
26
Traktate in Brasilien
Fragen – Antworten
28
Wo sind die auferstandenen Totengeblieben?
28
Judas’ Tod – ein Widerspruch in der Bibel?
29
Sieht Petrus kein Tausendjähriges Reichnach dem Tag des Herrn?
3 Grusswort 11 Aufgegriffen 25 Streiflicht 30 Dir kann nur Jesus helfen 30 Impressum
In unserem Seniorenzentrum wohnt eine 90-jährige Frau. Es ist ihr deutlich anzusehen, dass das Alter seinen Tribut fordert. Sie wird zusehends schwächer, braucht eine Gehhilfe und benötigt stän-dige Sauerstoffzufuhr. Sie sieht fast nichts mehr und hört auch sehr schlecht. Aber eines kann sienoch: Klavier spielen! Wenn sie am Flügel sitzt und in die Tasten greift, entlockt sie dem Instrumentwunderschöne virtuose Klänge. Von Beruf war sie Konzertpianistin. Sie hatte das Klavierspielen in jungen Jahren gelernt, übte es fortwährend, und jetzt, im Alter, bedeutet es ihr Freude und Trost. Esliegt ihr auch daran, den Herrn mit ihrer Gabe zu preisen. Asaph hält in Psalm 73,25-26 fest:
«Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meinesHerzens Trost und mein Teil.»
In jungen Jahren ist einem der Gedanke fremd, dass Leib und See-le verschmachten könnten. Mit zunehmendem Alter kann dies jedoch durchaus real werden. Dassehe ich in unserem Seniorenzentrum: Manche Bewohner sind in einer Phase, in der der Körper dem Zerfall unterworfen ist, wo der Leib «verschmachtet». Wie gut ist es dann, sich an Gott als desHerzens Trost klammern zu dürfen! Darum ist es so wichtig, schon in jungen Jahren durch unse-ren Herrn Jesus Christus in die Gemeinschaft mit Ihm einzutreten und uns darin zu üben, solangewir noch können, solange es uns noch gut geht. Das zahlt sich in den späteren Lebensjahren, dieuns nicht mehr so gefallen, aus. Das fleissige Üben unserer betagten Bewohnerin seit ihrer Jugenderweist sich nun im Alter als Frucht: Sie selbst und andere werden durch ihr tägliches Musizierenerquickt. Das ist ein treffliches Bild für uns Christen. Es zeigt, wie wichtig es ist, ununterbrochenGemeinschaft mit dem Herrn zu pflegen. An dieser Stelle berichtete ich schon einmal von der Krankheit meiner Frau, die inzwischen fort-geschritten ist. Als sie vor einiger Zeit die Sprache verlor, war trotzdem immer noch ein Gebet auf ihren Lippen. In der Mitarbeiterandacht mit anschliessendem Gebet pflegte sie jeweils auch nocheinige kurze Sätze zu beten. Heute geht auch das nicht mehr. Die Sprache ist ganz weg. Allerdings,hie und da, wenn ihr bekannte christliche Lieder ertönen, beginnt sie mitzusummen. Das Gleicheist bei manchen älter werdenden Menschen, die Jesus angehören, zu beobachten. Obwohl sich ihr Geist verdunkelt, die Gedanken und Fähigkeiten schwinden, bleibt das Leben aus Gott. Sie erfahrenSeinen Trost. Texte aus der Bibel, Liedverse und Gebet bleiben meistens noch lange erhalten. Dasist die Frucht eines Lebens mit Gott, das in jungen Jahren begann.Die Bibel ermahnt uns an zahlreichen Stellen, fortwährend intensiven Umgang mit unseremHerrn zu pflegen. Wie steht es damit bei uns? Nehmen wir uns wirklich ausreichend Zeit für denUmgang mit unserem Herrn Jesus? Timotheus, ein geistlicher Sohn von Paulus, war möglicherweiseein sportlicher Typ, denn Paulus schreibt ihm:
«… übe dich selbst aber in der Gottseligkeit. Denndie leibliche Übung ist wenig nütz; aber die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütz und hat die Ver-heissung dieses und des zukünftigen Lebens»
(1.Tim 4,7-8). Timotheus hätte vielleicht gut in unsereZeit gepasst, wo so manche viel Zeit in Fitnesscentern verbringen. Doch Paulus sagt ihm ganz klar:«Timotheus, übe dich jetzt, in deinen jungen Jahren, mit dem Herrn Gemeinschaft zu pflegen, denndas zahlt sich im Alter und darüber hinaus in der Ewigkeit aus!» Auch Petrus schneidet dieses Thema an, indem er davon spricht, dass uns durch die Kraft Got-tes die allergrössten Verheissungen geschenkt sind, um der göttlichen Natur teilhaftig zu werden.Dann fährt er fort:
«So wendet allen euren Fleiss daran …»
(2.Petr 1,5). Und:
«Darum, liebe Brüder,tut desto mehr Fleiss, eure Berufung und Erwählung festzumachen»
(2.Petr 1,10).Möge unser Herr Jesus Ihnen die Gnade verleihen, viel Umgang mitIhm zu pflegen und sich darin zu üben, um – wie es Johannes sagt –
«nicht
(zu)
verlieren, was wir erarbeitet haben»
(2.Joh 8).In herzlicher Verbundenheit