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Die Juden in Deutschland (1935, 356 S.)

Die Juden in Deutschland (1935, 356 S.)

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Die Juden in Deutschland
Herausgegeben vom Institut zum Studium der judenfrage
 
8. Auflage37.- 41. Tausend1939Verlag Franz Eher Nachf., G.m.b.H., München
 Alle Rechte vorbehaltenCopyright 1935 by Verlag Franz Eher Nachf., G. m. b. H., MünchenPrinted in Germany Druck: Buchgewerbehaus M. Müller & Sohn, München
 "Es ist durchaus nicht an dem, als machten wir den Juden zum alleinigenHauptschuldigen an der deutschen Geistes- und Wirtschaftskatastrophe. Wir kennen alledie anderen Ursachen, die zum Verfall unseres Volkes führten. Aber wir haben auch denMut, seine Rolle in diesem Prozeß zu erkennen und beim Namen zu nennen."
 Reichsminister Dr. Goebbelsauf dem Parteitag 1933 zu Nürnberg
 
Einführung
Es liegt tief im Charakter des jüdischen Volkes begründet und ist zugleich die Tragödieseiner Geschichte, daß völkisch-rassisches Urempfinden und völkische Umwelt in seinemLeben auseinanderklaffen. Gelöst vom mütterlichen Boden der Heimat, zerstreut in alleLänder, lebt dieses Volk als ein Fremdkörper in einer ihm fremden Welt unter denVölkern. Es lebt das Schicksal des ruhelosen, ewig wandernden Ahasver. Insofern hat eseine "Judenfrage" schon von dem Augenblick an gegeben, da dieses Volk im 2.Jahrhundert nach Christo durch die Römer in alle Welt zerstreut wurde. Auch dasJüdische Lexikon" stellt dies fest, wenn es schreibt (Bd. III, Sp. 421):
 
"Die Judenfrage ist so alt wie dieses Zusammenleben des eigenartigen und schon in der  Antike sich von allen anderen Völkern abhebenden jüdischen Volkes mit den anderenVölkern."
So ist es immer wieder in der Geschichte zu offenen Konflikten in dem Verhältniszwischen dem Juden und seinem Gastvolk gekommen. "Das Leben der Juden in Europaist, von ganz kurzen Pausen und wenigen lokalen - aber auch zeitlich sehr beschränkten -Ausnahmen abgesehen, eine fast ununterbrochene Kette von Leiden und Verfolgungen",schreibt das ,Jüdische Lexikon" (Bd. Ill, Sp. 453). Alle Jahrhunderte hat es immer wiederPogrome gegeben, in Frankreich, England, Deutschland, Italien, Österreich, Ungarn,Polen, Rußland, Böhmen, Rumänien - überall da, wo die Juden in besonders großer Zahlsich ansässig gemacht hatten. Der radikalste und größte Akt der Judenvertreibung ist undbleibt die Vertreibung aus Spanien und Portugal durch die Politik des Herrscherhausesund die Inquisition der katholischen Kirche im 14. und 15. Jahrhundert. DieseJudenverfolgung endete mit der fast völligen Säuberung der Iberischen Halbinsel von den.Juden. Der größte Judenpogrom der neuesten Zeit aber war wohl dieMassenabschlachtung durch russische und polnische Truppen in Rußland im Jahre1919/20, die nach jüdischen Schätzungen etwa 100 000 Opfer gefordert hat.Eine "Judenfrage" hat es also schon seit der Entstehung des Christentums gegeben. Sie istJetztlich ein Produkt des Rätsels des Judentums selbst, seiner Existenz, seinesLebenswillens, seiner mehrere Jahrtausende überdauernden Geistigkeit", wie es das"Jüdische Lexikon" (Bd. III, Sp. 421) ausdrückt. Wir würden heute sagen, sie ist einProdukt der jüdischen Rasse bzw. des jüdischen Blutes selbst.Aber ihre eigentliche Schärfe und ihren bitteren Ernst hat diese Juden, frage inDeutschland und wohl überhaupt in Mitteleuropa erst gewonnen durch die Tatsache dermodernen Judenemanzipation, also seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Erst dadurch,daß den Juden die"Gleichberechtiguing" zugesprochen und die Schranken zwischen der jüdischen Bevölkerung und den anderen Völkern niedergelegt wurden, nahm dieJudenfrage ein neues, noch viel ernsteres Gesicht an als in den Jahrhunderten vorher.Denn jetzt konnten die Juden sich frei im Leben des anderen Volkes, ganz ihrer Naturgemäß, bewegen. Zugleich damit zerbrach aber unter dem Einfluß desselbenAufklärungszeitalters das Gefüge ihrer eigenen Lebensform. Erst in diesem Augenblickwurde der innere Gegensatz zwischen dem Judentum und dem Volkstum der anderenVölker in seiner ganzen Tiefe offenbar. Denn bis dahin hatte immer noch dieScheidewand des Gliettos ein Aufeinanderprallen der einzelnen Geisteswellenh;ntangehalten. Jetzt aber, im Zeichen der bürgerlichen "Gleichberechtigung", konntesich jüdisches Wesen und Denken voll entfalten. So entstand die "geistig-moralischeJudenfrage" ("Jüdisches Lexikon", Bd. 111, Sp. 425).Es gibt wohl keinen Juden, dem dieser innere Gegensatz zwischen seiner Rasse undseiner Umwelt nicht zu Bewußtsein gekommen ist. Der häufigste und sozusagen normaleWeg, diese Kluft zu überbrücken, war, dem Geist des Zeitalters entsprechend, der Wegder
Assimilation
. Er sollte hineinf ühren in das deutsche Volk. Wir werden diesen Wegeiner breiten Schicht im einzelnen schildern und untersuchen. Daneben gab es eine
 
zweite Bewegung, die auf die Gründung eines eigenen artgemäßen Staates hinstrebte,weil sie instinktiv bereits die Gefahren des Weges der Assimilation vorausahnte. Sieführte aus dem deutschen Volk und Europa heraus, zurück nach Palästina. DieseBewegung des
Zionismus
, von Theodor Herzl im Jahre 1897 unter dem Eindruck desDreyfus-Prozesses ins Leben gerufen, hat es aber nur zu einer geringen Anhängerschaftgebracht. Sie blieb in Deutschland nicht viel mehr als eine Sekte. Die große Mehrheit desdeutschen und des west- und mitteleuropäischen Judentums schlug lieber die bequemebreite Heerstraße der "Assimilation" ein.Heute stehen wir am Abschluß dieser Epoche. Und die Bilanz ist: Dieser Versuch derAssimilation ist mißglückt, weil er mißglücken mußte. Denn jahrliundertelange Inzuchthat den Juden zu dem gemacht, was er heute ist. Das Blut hat sich stärker erwiesen alsaller Einfluß durch die Umwelt oder alle Anpassung an die Umwelt. Die Rasse ist undbleibt stärker als die Anpassung, sie schlägt durch.Es gibt nun unter den Juden verschiedene Gruppen von Menschen, je nach der Art, wiesie sich geistig-sittlich für ihre Person mit diesem entscheidenden Problemauseinandergesetzt haben. Es gibt eine Gruppe, die in heiligem Ernst mit diesem Problemgerungen hat. Zu ihr gehören Persönlichkeiten wie der Religionsphilosoph Martin Buber.Diese Gruppe ist die schwächste gewesen. Sie hat in der jüdischen Öffentlichkeit wenigWiderhall gefunden. Dann gibt es eine andere Gruppe von solchen Juden, die mit allemErnst und voller Ehrlichkeit versucht haben, im deutschen Volk aufzugehen, indem siedeutsch zu werden versuchten. Diese Gruppe war wohl etwas stärker als die erstere. Siewar vor allem in den seit Jahrhunderten ansässigen Familien zu Hause. Zwischen ihnenbeiden stand die Gruppe derer, für die dieses Problem überhaupt nicht existierte, dieeinfach in Deutschland lebten, Geschäfte machten, Geld verdienten und es sich gut gehenließen. Ihnen war es einerlei, welchen Beruf sie betrieben, wenn sie nur auf ihre Kostenkamen. Diese Gruppe war die stärkste, sie erhielt die Oberhand durch die ständige jüdische Einwanderung aus dem Osten, vor allem nach dem Umsturz von 1918. DieseGruppe war aber auch die lauteste, sie machte am meisten von sich reden in derÖffentlichkeit durch ihre Anmaßung und durch die aufsehenerregenden Spitzbubereieneinzelner ihrer prominentesten Vertreter. Diese letzte Gruppe hat der "Judenfrage" inDeutschland die scharfe Zuspitzung gegeben, die schließlich zur Entladung desVolkszornes führte.Am klarsten ist das Problem der jüdischen Assimilation wohl von
Martin Buber
, einemder ehrlichsten jüdischen Geister, beschrieben worden, und zwar in seinen "Drei Redenüber das Judentum". Er lehnt in diesen Reden ausdrücklich die Anpassungstheorie ab,indem er schreibt (S. 14):
"
Wie es der Form nach eine jüdische Religion gibt, so gibt es der Wirkung nach eine jüdische Nationalität: sie erweist sich im Leben der Juden zwischen den Völkern.
 Aber wir fragen ja nicht nach der Wirkung, sondern nach der Wirklichkeit des Judentums für das Selbst der Juden. Wie äußert sich hier die nationale Existenz?
Wie der Jude,erleidend und reagierend, zur außerjüdischen Welt steht
 , was ihm als Jude von dieser  zugefügt, und wie es von ihm verarbeitet wird, mag seine Art seit siebzig Geschlechtern

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