Mittlerer Schulabschluss Deutsch 2006
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Traumwelten
Dr. Michael Schredl, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim
510152025303540Die Szene, die Martin Spies-Sweetlands Leben veränderte, liegt nun fast 20 Jahrezurück. Als junger Mann, schwer an Neurodermitis
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erkrankt, fragte er sich einesNachts im Traum: „Warum bin ich krank?“ Die Antwort ließ nicht lange auf sichwarten: „Ein Geier flog herbei, der den Schnabel voller Zähne hatte“, erzählt der Yoga-Lehrer aus Landau in der Pfalz. „Er blickte mich trübselig an, öffnete denSchnabel, und plötzlich fielen ihm alle Zähne aus.“Spies-Sweetland wusste das bizarre Bild zu interpretieren: „Ich hatte meine Bissigkeitverloren.“ Daraufhin ging der friedfertige Mann mehr in die Offensive, ließ verdrängteAggressionen zu, begann schließlich sogar mit Boxtraining. „Nach zwei Jahren“,erzählt er, „war das Ekzem ganz ohne Medikamente verschwunden.“Der Familienvater befindet sich in guter Gesellschaft: Viele Menschen nutzen daskreative Potenzial ihrer Träume, finden in der nächtlichen Bilderflut Problemlösungen,Inspiration und Selbsterkenntnis. Der Chemiker Friedrich August Kekulé etwa„erträumte“ Ende des 19. Jahrhunderts die ringförmige Struktur des Moleküls undrevolutionierte so die organische Chemie. Beatle Paul McCartney komponierte imSchlaf das Lied „Yesterday“. Und der US-amerikanische Präsident Abraham Lincolnsoll im Traum gar seine eigene Ermordung vorhergesehen haben.Neurowissenschaftler
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und Psychologen stehen vor vielen ungeklärten Fragen:Warum träumen wir? Welche Bedeutung haben die nächtlichen Geschichten, Bilder und Symbole? Wie beeinflussen die Erlebnisse des Tages unsere Träume, wie dieTräume unser Wachleben? […]
Sechs verträumte Lebensjahre
Eines ist jedoch klar: Jeder Mensch träumt – ob er sich am nächsten Morgen daranerinnert oder nicht. Im Alter von 70 Jahren haben wir etwa sechs volle Lebensjahreverträumt und rund 150.000 Träume erlebt. Die nächtlichen Abenteuer sind meistweniger phantastisch und realitätsfremd, als wir glauben: Laut einer Umfrage desAllensbacher Instituts für Demoskopie ist jeder dritte Deutsche auch nachts mit seinenGedanken am Arbeitsplatz. 27 Prozent träumen vom Reisen, 19 Prozent vom Geld.Unwirkliche und bizarre Trauminhalte wie Fallen, Fliegen oder Flucht liegenabgeschlagen bei 15, 10 und 6 Prozent.Die Geschichte der modernen Traumforschung präsentiert sich als Dauergerangelzwischen Neurowissenschaftlern und Psychologen. Für den Wiener NervenarztSigmund Freud, der Ende des 19. Jahrhunderts die Psychoanalyse begründete,waren Träume unterdrückte, triebhafte Wünsche, die sich der Träumende imWachzustand nicht eingestehen mochte. […]
Träume sind kein Zufallsprodukt
Als US-Forscher 1952 den mit schnellen Augenbewegungen einhergehenden REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) als Phase des intensivsten Träumens identifizierten,verlagerte sich die Traumforschung zunehmend von der Couch ins Labor. 1977 ver-kündeten Allan Hobson und Robert McCarley von der Harvard Medical School, REM-Phasen
seien
nur
das
Produkt
zufälliger
elektrischer
Impulse
aus
dem
Stammhirn
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. […]
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(schwere) Hautkrankheit
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untersuchen das Nervensystem des Menschen
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Sitz des Unbewussten
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