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RainerBrüderle(FDP):Sachbear-beiteraufAbruf
Wirtschaftsminister Rainer Brü-derle gilt selbst in den eigenenReihen als „Totalausfall“ im Bun-deskabinett. Von Wirtschaftsver-tretern wird er mehr und mehr als durchsetzungsschwacher „Pantoffelheld“ verspottet (Der Spiegel, 10.05.2010). Seine Auftritte im Bundestag sind mitt-lerweile gefürchtet. Brüderle liestseine Sachbearbeiter-Redengelangweilt vom Blatt ab undverliert sich in Klein- und Kleinst-projekten ohne jede ordnungs-politische Linie. Der Minister hatkein Konzept, wie die riesigenwirtschaftlichen ProblemeDeutschlands und Europas inmit-ten der größten Krise der Nach-kriegszeit zu lösen sind. Es heißt,Rainer Brüderle habe über 11Jahre auf seinen „Traumberuf Chef“ im Bundeswirtschaftsminis-terium hingearbeitet. Jetzt wäreer am Ziel, doch das Amt zer-rinnt ihm zwischen den Fingern.So schwach und einflusslos war das Wirtschaftsministerium wohlzuletzt unter Martin Bangemann.Die Eurokrise entblößt mit un-missverständlicher Klarheit dieSchwäche des deutschen Wirt-schaftsministers. Als WolfgangSchäuble vor der entscheidendenSitzung der europäischen Finanz-minister in Brüssel am 8. Mai,wo über das 750-Milliarden-Euro-Rettungspaket für die Euro-zone verhandelt wurde, erkrank-te, schickte Angela Merkel nichtetwa Brüderle als den zuständi-gen Vertreter, sondern Innenmi-nister de Maizière. Daher mussman fragen, hat Brüderle eigent-lich noch den Rückhalt der Kanz-lerin? Und hat Vizekanzler Wes-terwelle vorher davon gewusstund es sogar gebilligt? Brüderleist schwer beschädigt, ohne Au-torität und agiert als Minister auf Abruf.
DeutschlandinderKrise?Brü-derle,derSchönredner
Monatelang ließ uns Brüderle imUnklaren über einen konkretenWeg aus der Krise. Der Versuch,Licht ins Dunkel zu bringen, er-folgte dann anlässlich seiner Regierungserklärung am 21. April 2010. Brüderle erklärt:„Deutschlands Wirtschaft wächstwieder und wir beobachten einkleines Jobwunder“ und die BILD-Zeitung titelt: „Brüderle erklärtdas kleine Wirtschaftswunder“.Fakt ist aber: Die Prognosen für 2010 sind gedämpft. Zuletzt hatder IWF seine Prognose für 2010auf 1,2 % nach unten korrigiert.Und: Die Hälfte dieses Wachs-tums ist Folge der von uns maß-geblich mitgestalteten Konjunk-turpakete, die zum Ende diesesJahres größtenteils auslaufen.
NachhaltigeWachstumspolitik?Fehlanzeige
Die Politik des Wirtschaftsminis-ters wird den aktuellen wirt-schaftspolitischen Herausforde-rungen nicht annähernd gerechtund enthält kein Konzept für nachhaltiges Wirtschaftswachs-tum. Die zentralen Fragen der Wirtschaftspolitik bleiben unbe-antwortet. Um gestärkt aus der Krise zu kommen, ist eine intelli-gente Wachstumsstrategie ge-fragt. Frank-Walter SteinmeiersDeutschland-Plan liefert dafür den Kompass. Wir haben dazuein eigenes Konzept für nachhal-tiges Wachstum, gute Arbeit undgerechte Teilhabe in den Deut-schen Bundestag eingebracht.Wir stellen dies der Konzept- undTatenlosigkeit des Bundeswirt-schaftsministers entgegen. Vonder immer wieder beschworenenWirtschaftskompetenz der FDP istnichts in Sicht.
Wirfordern:
Brüderle muss jetztein Gesamtkonzept vorlegen.Wir brauchen eine Stärkung der Investitionen, um den Innovati-onsprozess zu beschleunigen unddie Gefahr einer lang anhalten-den Stagnation der deutschenWirtschaft abzuwenden.
DieZukunftvonOpel?Vertagtundverzagt
Opel muss und kann aus eigener Kraft zukunftsfähig werden. Da-bei stehen in Deutschland undEuropa Zehntausende von Ar-beitsplätzen, wichtiges Know-how und Wertschöpfungskettenauf dem Spiel. Brüderle aber spielt auf Zeit: Keine Spitzenge-spräche, denn erst müsse dasOpel-Konzept weiter geprüft unddie Diskussion vorangetriebenwerden. Brüderle versucht, die Verantwortung nach Brüssel ab-zuschieben. Doch haben dieMinisterpräsidenten der Länder mit Opel-Standorten ihre kurz-fristige Gesprächsbereitschaftbereits wiederholt angeboten.Der Minister bewegt sich nicht.Es reicht aber nicht aus, Gesprä-che nur auf der Beamtenebenezu führen. Das lässt nur einenSchluss zu: Brüderle will dieOpel-Standorte gar nicht si-chern.
Wirfordern:
Minister Brüderlemuss unverzüglich mit Vertreternder Opel-Bundesländer, Ge-werkschaften und mit Betriebsrä-ten des Unternehmens Gesprä-che aufnehmen. Wir brauchenjetzt ein entschiedenes Aktions-programm, um zu retten, wasnoch zu retten ist. Es kann nichtsein, dass im Eilverfahren gigan-tische Milliardenbürgschaften für Banken auf den Weg gebrachtwerden, aber für die Rettungeines zentralen Industrieunter-nehmens nur ein Schulterzuckenübrig bleibt.
EffektiveWirtschaftsförderung?NichtsalsnebulöseAnkündigun-gen
In der Wirtschaftsförderung –insbesondere der von Brüderleimmer wieder gebetsmühlenartigwiederholten Förderung desMittelstandes – ist der Minister ein Totalausfall. Die Investitionensind in Deutschland um rund 20Prozent erdrutschartig eingebro-chen. Unternehmen verlagernihre Investitionen ins Ausland,insbesondere nach Asien.Schlüsselbranchen in Deutsch-land wie die Chemie schiebtderzeit keine neuen Projektemehr an. Neue innovative Bran-chen wie die Solartechnologiewandern ab, weil Schwarz-Gelbmit scharfen Einschnitten in dieFörderung den Abbruch langfris-tiger Strategien der Marktdurch-dringung riskiert. Brüderle wirktbei all dem hilflos und orientie-rungslos.
Wirfordern:
Notwendig ist einImpuls-Programm für Investitio-nen, das Anreize schafft, uminländische Arbeitsplätze zu er-halten und neue zu schaffen.Jeder weitere Zeitverlust verstärktdie Gefahr. Sofortiges Handelnist geboten.
Kreditmediator?Schaufensterpo-litikstattSicherungderUnter-nehmensfinanzierung
Mit der Einsetzung des Kreditme-diators Metternich wollte Brüder-le der drohenden Kreditklemmevor allem für größere mittelstän-dische Firmen entgegentreten.Der Kreditmediator, der Ende2011 schon wieder abgeschafftwerden soll, kostet den Bundes-haushalt 5 Millionen Euro jähr-lich. Bezeichnend: Metternich,ein „Spezi“ von Brüderle, be-kommt für seine Arbeit mehr Gehalt als die Bundeskanzlerin,hat aber innerhalb von zwei Mo-naten mit seinem gesamten Mit-arbeiterstab lediglich 26 Anträgebearbeitet. Der Mediator ist einFeigenblatt, das die wirtschafts-politische Blöße bedecken soll,denn die Bundesregierung stehtnackt da.
Wirfordern:
Kleine und mittlereUnternehmen müssen in der Kreditkrise wirksam unterstütztwerden. In Betracht kommen alsInstrumente u. a. ein Beteili-gungsfonds zur Stärkung mittel-ständischer Unternehmen unddie verstärkte Nutzung von priva-tem Wagniskapital.
Dasschwarz-gelbeKabinettimFakten-Check:RainerBrüderle
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