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Synchronizität

Synchronizität

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Ziel dieses Papiers ist es, den Jungschen Begriff der Synchronizität als Theorie bildende Metapher aus dem rein psychischen Bereich herauszuholen, um ihn auch in anderen Bereichen einzuführen. Dazu werden zunächst die Verbindungen zwischen den physikalischen Begriffen der Komplementarität und Kausalität dargestellt, um dann eine Beschreibung der Synchronizität zu versuchen, die sich stark an diese beiden durch die Quantenphysik geprägten Begriffe anlehnt. Die Beschreibung wird mit zahlreichen Beispielen unterfüttert.
Ziel dieses Papiers ist es, den Jungschen Begriff der Synchronizität als Theorie bildende Metapher aus dem rein psychischen Bereich herauszuholen, um ihn auch in anderen Bereichen einzuführen. Dazu werden zunächst die Verbindungen zwischen den physikalischen Begriffen der Komplementarität und Kausalität dargestellt, um dann eine Beschreibung der Synchronizität zu versuchen, die sich stark an diese beiden durch die Quantenphysik geprägten Begriffe anlehnt. Die Beschreibung wird mit zahlreichen Beispielen unterfüttert.

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Categories:Types, Research
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AbstractsBernhard v. Guretzky
Synchronizität
Ziel dieses Papiers ist es, den Jungschen Begriff der Synchronizität als Theoriebildende Metapher aus dem rein psychischen Bereich herauszuholen, um ihn auchin anderen Bereichen einzuführen. Dazu werden zunächst die Verbindungenzwischen den physikalischen Begriffen der Komplementarität und Kausalitätdargestellt, um dann eine Beschreibung der Synchronizität zu versuchen, die sichstark an diese beiden durch die Quantenphysik geprägten Begriffe anlehnt. DieBeschreibung wird mit Beispielen unterfüttert. Darüber hinaus wird die Bedeutungvon Synchronizitäten für die Kreativität herausgearbeitet und deren strukturierendenFunktionen im Unus Mundus beschrieben.Die vorliegende Abhandlung ist auf naturwissenschaftlichem Hintergrundentstanden und versucht so eine modifizierte Sichtweise auf die Begriff Synchronizität und Unus Mundus.
Schlüsselwörter 
: Komplementarität, Kausalität, Synchronizität, Kreativität, Unus Mundus
Synchronicity
The aim of this paper is to show that Jung's notions of synchronicity and the unusMundus can be used as metaphors for other theories than psychology as well. Toachieve this, the close correspondence between synchronicity and the quantummechanical notions of complementarity and causality will be shown together with acomprehensive list of examples to illustrate the wide range of the synchronicityconcept from physics, the individuation process, to history of science, politics andbiology.This paper arose against a scientific backdrop and thus can be considered as anattempt to approach synchronicity and unus mundus from an altered perspective.
Keywords
: complementarity, causality, synchronicity, creativity, unus mundus
Bernhard v. Guretzky
, Dr. rer. nat., Studium der Mathematik und Physik in Berlin. 20- jährige Tätigkeit in Industrie und Forschung als Informatiker zuletzt in München. Seit 10Jahren selbstständiger Unternehmensberater und seit ca. 7 Jahren systemischeAufstellungsarbeit und Forschung an den philosophischen, physikalischen undpsychologischen Grundlagen von Aufstellungsphänomenen. Türkenstr. 53, D-80799München. E-Mail:guretzky@gmx.net 
 
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Bernhard v. Guretzky
Synchronizität
Things derive their being and nature by mutualdependence and are nothing in themselves.
Nagarjuna
Einführung
Eine Theorie ist eine geistige Projektion, in der bestimmte Nuancen herausgehobenwerden. Als Abstraktionen eines größeren Kontextes sind Theorien notwendigerweiseProvisorien, wie übrigens auch der Kontext, in dem Theorien entstehen,Veränderungen unterworfen ist. "Theorien sind Instrumente und keine Antworten auf Rätsel, auf denen wir uns ausruhen können", wie sich C. G. Jung ausgedrückt hat.Dem hält der Nobelpreisträger und "Mephisto der Quantentheorie" Wolfgang Pauli(1900-1958) entgegen: "Theorien kommen zustande durch ein vom empirischenMaterial inspiriertes Verstehen, welches am Besten im Anschluss an Plato als zur Deckung von inneren Bildern mit äußeren Objekten und ihrem Verhalten zu deuten ist"(Atmanspacher 1995, S. 46). Basiert dieses Verstehen auf mathematischenGleichungen, die beschreiben, wie dieses empirische Material zu verknüpfen ist, soerhält man eine physikalische Theorie, die man dann innerhalb der Begrenzung ihresAnwendungsbereiches als "Modell der Wirklichkeit" bezeichnen kann (Pauli 1957).Pauli betrachtete die physikalischen Theorien als unvollständig in Bezug auf die Weltals Ganzes, jedoch aus einem anderen Grunde als Einstein, der gerade dieQuantentheorie mit ihren indeterministischen Aussagen als nicht vollständig ansah,sondern vielmehr deshalb, weil sie die menschliche Realität mit ihren Gefühlen undWerten unberücksichtigt lässt. Seit Plancks Entdeckung des Wirkungsquantums war die Physik gezwungen, ihren Anspruch aufzugeben, im Prinzip die
ganze
Weltverstehen zu können. Die Aufgabe dieses mechanistischen Weltbildes könnte aber zueinem Gesamtweltbild führen, in welchem die Naturwissenschaften nur ein Teil sind(Jung-Pauli 1952, S. 163f). Pauli kam auf den Gedanken, dass in dem Bereich, der vonder modernen Atomphysik und der modernen Psychologie betreten wird, eineEinheitssprache gesucht werden könnte, die die Gegensätze von Physik und Psyche,von Außenwelt und Innenwelt überwindet. Diese Suche nach einem einheitlichenWeltbild ist inzwischen zu einem generellen Bedürfnis herangewachsen undangesichts der zunehmenden Vernetzung der einzelnen Wissenschaften und der damiteinhergehenden zunehmenden Komplexität wird ein ganzheitliches Denken immer notwendiger. Dass bislang noch kein einheitlicher Rahmen, in den dieEinzelwissenschaften passen, gefunden wurde, ist ja gerade der Grund für Zersplitterung der Wissenschaft. Die Forderung, eine solche stimmige einheitlicheSprache zu finden, bedeutet nicht nur, das Erfassbare sondern auch das Unfassbare
 
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im Auge zu behalten und eine adäquate Beschreibung des Unfassbaren jenseitsunseres Bewusstseins zu finden (Atmanspacher 1995, S. 115).Dies ist das Hauptthema des fast 30 Jahre währenden Briefwechsels zwischen Pauliund Jung (Jung-Pauli 1992). Er war nicht zuletzt deswegen so fruchtbar, weil beide dieVerbindung von Physik und Psychologie für außerordentlich bedeutsam hielten: Ausder Sicht des Physikers ist es eine ungeklärte Frage, wie der Prozess der Theoriebildung abläuft, welche kognitiven bzw. psychischen Prozesse dabei wirken,welche vernachlässigt werden, und wie dies den Naturwissenschaftler als Menschenim Umgang mit sich selbst und seiner Umwelt prägt. Für die Psychologie istanzunehmen, dass ihre naturwissenschaftliche Hinterfragung ihrer konstruktivenWeiterentwicklung dient (Atmanspacher 1995, S. 262), wie die zunehmende Klarheit inJungs Begrifflichkeiten diesem Briefwechsel zeigt, wofür Jung Pauli auch ausdrücklichdankbar war.Pauli stellte sich den Erkenntnisprozess als Interaktion zwischen den psychischenStrukturen (Konzepte und ihre formalen Darstellungen) und den physikalischenStrukturen (Beobachtungen von Objekten und ihre Verbindungen untereinander) vor.Die formalen Darstellungen werden dann auf die Realität "projiziert" und dieErgebnisse mit den empirischen Daten verglichen, was im folgenden zu einer Korrektur des Konzepts und der formalen Darstellung führen kann. Das ist soweit klassischesVerfahren in den Naturwissenschaften. Das innere Bild der Realität in der Vorstellungdes Wissenschaftlers entsteht dabei unter dem Einfluss strukturierender Elemente, denArchetypen, die "an sich" nicht erkennbar sind wohl aber über ihre Manifestation oder "Konstellation", wie es auf jungianisch heißt. Neue Theorien, neues Wissen entstehtdann, wenn das innere Bild mit den externen Bildern zu Deckung kommt. Das magerklären, wenn rein mentale Konzepte wie etwa die allgemeine Relativitätstheorie(John A. Wheeler: "Die Masse hat den Raum im Griff, indem sie ihm vorschreibt, wie er sich zu krümmen hat, und der Raum hat die Masse im Griff, indem er ihr vorschreibt,wie sie sich zu bewegen hat.") korrekte Voraussagen über das Verhalten von Körpernmachen können (Gieser 2005, S. 208). Pauli sah in den statistischen Aussagen der Quantentheorie das Äquivalent zu Jungs Archetypen. Beider Sicht überführt den engenBegriff des Determinismus in ein erweitertes Verständnis der Beziehungen "psycho-physischer" Probleme (Sparks 2007, S. 75f).Jung nahm Paulis statistische Sicht der Archetypen begeistert auf und sah in diesendie Wahrscheinlichkeit für das Eintreten psychischer Ereignisse. Er verstand sie alsAnordner von Ideen, Konzepten und Vorstellungen, die nicht nur Geist und Triebmotivieren, sondern auch in physisch materiellen Ereignissen nachzuweisen sind. Dieswird in der Synchronizität empirisch erfahrbar (Atmanspacher 1995, S. 97). DasKonzept der Synchronizität stellte Jung 1952 in (Jung-Pauli 1952) vor, ein Buch das er zusammen mit Paulis Kepler-Aufsatz veröffentlichte, meines Wissens das einzigegemeinsame Werk eines Physikers und Psychologen, das sich deshalb wohl auch alsein gemeinsames Programm verstehen lässt. Ein Programm, Geist und Materie miteiner gemeinsamen Sprache zu beschreiben, die auf den Säulen der Komplementarität, der Kausalität, der Synchronizität und des Unus Mundus ruht. Pauliselbst erkannte die Bedeutung dieser gemeinsamen Arbeit und bezeichnete sie alsschicksalhafte Synchronizität. Ganz bewusst wird hier die Verbindung zwischen der 

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