IINIEDERSACHSEN
06/2010
vorwärts
Olaf Lies auf dem Landes-parteitag in Stade bei seinerAntrittsrede.
Foto: Christoph Matterne
Ein guter Tag für Niedersach-sen, ein guter Tag für Hannoverund den OberbürgermeisterStephan Weil. Erst beimerfolgreichen Landespartei-tag, und dann Lenas Siegfeiern vor dem Rathaus inHannover.
mit mehr Möglichkeiten für Mitgliederund Nichtmitglieder sich in die SPD ein-zubringen, strebt Lies an, ganz im Sinneder Satzungsänderung, die die Delegier-ten im Vorfeld beschlossen hatten. InZukunft sind Mitgliederentscheide mög-lich und die frisch eingerichteten Forenhaben von jetzt an Antrags- undRederecht auf den Parteitagen der nie-dersächsischen SPD. Eine weitere wichti-ge Anpassung der Satzung sieht vor, dassder kommende Spitzenkandidat oder diekommende Spitzenkandidatin für dasAmt des Ministerpräsidenten per Urwahlfestgelegt werden kann: Werfen mehre-re Kandidaten ihren Hut in den Ring,werden die 67.000 Genossinnen undGenossen in Niedersachsen entscheiden,wen die SPD als Wulff-Herausfordererins Rennen schickt.Für Olaf Lies ist klar, dass dieser Wulff auf jeden Fall abgewählt werden muss.»Den Titel ›Regierungschef‹ hat ChristianWulff spätestens beim Einstieg in dieErste Klasse nach Florida den Stewardes-sen in die Hand gedrückt. Aus Angst, nachder persönlichen Verfehlung sich auchnoch politisch die Blöße zu geben, lässtHerr Wulff die Regierungsgeschäfteruhen. Aber er steht in der Bringschuldden Bürgerinnen und Bürgern gegenüber!Er schuldet den Menschen in Niedersach-sen Antworten, Initiativen, Konzepte – erschuldet Zukunft.« Neben der finanziel-len also auch eine politische Bankrotter-klärung durch den stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden, der keine Positionbezieht und »zum Atomklo Niedersach-sen sogar noch den Deckel aufhält«, soLies unter großem Applaus der Genossin-nen und Genossen im Stadeum.Dass Lies starke kommunalpolitischeWurzeln hat, wird deutlich, als er auf dieNotwendigkeit von »engagierten Bürge-rinnen und Bürgern in den kommunalenParlamenten« eingeht und rügt, dass dieCDU in Niedersachen «sich aktiv daranbeteiligt, dieses Fundament gemein-schaftlicher Lebensgestaltung zu zerstö-ren«. Lies kündigt an, dass die SPD »denRaubzug der schwarzen Ritter durch dieKommunen beenden wird«.Vor Ort sein, nah an der Basis der SPDin Niedersachsen sein – das ist auch Kerndes Projektes »100 in zwei Jahren«. Lieswird 100 Ortsvereine in allen Unterbezir-ken Niedersachsens besuchen, um »mitEuch gemeinsam zu diskutieren und zuerarbeiten, was Sozialdemokratie im 21.Jahrhundert für uns und die Menschenbedeutet. Ich trete an, um zusammen mitEuch und gemeinsam mit den Menschenin Niedersachsen wieder die Deutungs-hoheit über die Themen und Antwortenfür die Probleme des Alltags zu gewin-nen.« Die inhaltliche Diskussion soll sovorangetrieben und belebt werden. Lieszeigte sich überzeugt, dass alle Themenin die Ortsvereine gehören. Mit Blick auf die Regionalkonferenzen im Vorfeld desLandesparteitages sagt Lies: »Ich will,dass die Diskussionskultur der vergange-nen Wochen kein einmaliges Experimentbleibt. Ich will, dass das zu uns, zur SPD inNiedersachsen gehört: Beteiligung, Dis-kussion und Kämpfen für die Zukunft.Das wird unser Markenkern, das gehörtzu uns, wie die Ebbe und Flut zur Nord-see, wie der Brocken zum Harz und dasMoor zur Lüneburger Heide.«
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Der kommende Landesvorsitzende Olaf Lies geht festen Schrittes an das Redner-pult in Stade und ruft den anwesendenGenossinnen und Genossen zu: »Ich tre-te an, um zusammen mit Euch undgemeinsam mit den Menschen in Nie-dersachsen wieder die Deutungshoheitüber die Themen und Antworten für dieProbleme des Alltags zu gewinnen.Das geht nur, wenn wir uns stellen.Wenn wir wieder den Mut aufbringen, indie Lebenswirklichkeit der Menscheneinzutauchen. Und wenn wir mit Über-zeugung unsere Antworten zur Verbes-serung der Wirklichkeit vortragen – undbereit dafür sind, zusammen mit denBürgerinnen und Bürgern stetig an derVerbesserung unserer Antworten zuarbeiten.« Dann ist in 1000 Tagen derPolitikwechsel für Niedersachsen mög-lich, zeigt sich Lies überzeugt.Eine dauerhafte Öffnung der Partei
»IN 1000 TAGEN WERDEN WIRWIEDER REGIEREN«
In seiner Bewerbungsrede kündigt Olaf Lies eine neue Diskussionskultur für die SPDin Niedersachsen an und attackiert mit scharfen Worten die Wulff-Regierung.
Von Sebastian Schumacher
DEM GEMEINWOHL VERPFLICHTET
Knapp 30 Fachleute aus Justiz und Ver-waltung haben am 17. und 18. April auf dem Springer Seminar zur Innen- undRechtspolitik mit der innenpolitischenSprecherin der SPD-LandtagsfraktionHanne Modder über Möglichkeiten zurSicherung der Handlungsfähigkeit derkommunalen Ebene diskutiert. Ein Aus-bluten von Städten, Gemeinden undLandkreise durch eine verfehlte Politik auf Bundes- und Landesebene muss verhin-dert werden. Hanne Modder betrachteteine rationale Aufgabenkritik kommuna-ler Arbeit als dringend erforderlich.Im Anschluss referierte der hannover-sche Kämmerer Marc Hansmann überden aktuellen Trend zur Rekommunalisie-rung auf kommunaler Ebene. Klar wurde,dass professionell geführte und nachhal-tig agierende kommunale UnternehmenArbeitsplätze sichern, strategische Optio-nen erhalten und kommunale Finanznötedauerhaft lindern können.Sigrid Leuschner, MdL, Vorsitzende desAusschusses für Angelegenheiten desVerfassungsschutzes, kritisierte Versucheder Landesregierung, den Verfassungs-schutz gegenüber der SPD und linkenGesellschaftsentwürfen zu instrumenta-lisieren.
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KommunaleUnternehmensichern Arbeits-plätze.
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Marc Hansmann,StadtkämmererLandeshauptstadtHannover
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