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LIEBE GENOSSINNEN,LIEBE GENOSSEN,
an dieser Stelle möchte ich michzunächst für das große Vertrauen beimeiner Wahl zum Landesvorsitzendenauf unserem Landesparteitag bedan-ken. Unser Parteitag in Stade war mitdem Signal der großen Geschlossenheitund der inhaltlichen Diskussion undPositionierung ein wichtiger ersterSchritt. Die Richtung steht fest. In 1.000Tagen wollen wir die Landesregierungin Niedersachsen stellen. Dazu liegtnoch eine Menge Arbeit vor uns. Mit denForen, meinem Projekt 100 in zweiJahren und der Fortsetzung der Mitglie-derbeteilung durch die Regionalkonfe-renzen werden wir den Grundstein füreinen Regierungswechsel in Nieder-sachsen legen. Niedersachsen wirdwieder die Innovationskraft und derwirtschaftliche Motor in Deutschlandwerden. Wulff, Bode und Co. haben jetztsieben Jahre gezeigt, dass sie es nichtkönnen. Wir werden gemeinsam mitden Menschen in Niedersachsen, denVerbänden und Institutionen und vorallem den Gewerkschaften an denKonzepten der Zukunft arbeiten. Wirwerden erfolgreich sein, wenn wirwieder den Mut aufbringen und in dieLebenswirklichkeit der Menscheneintauchen.Euer Olaf LiesLandesvorsitzender
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NIEDERSACHSEN
JUNI 2010 | WWW.SPD-NIEDERSACHSEN.DE
EDITORIAL
In seiner Antrittsrede kündigte Lies an,den Kurs der Öffnung und Beteiligungder SPD in Niedersachsen fortzusetzen.»Ich will die SPD Niedersachsen auf dem Weg weiterführen zu einer offe-nen Partei, die sich an der Basis in denRegionen zeigt, erlebbar wird, eineReformwerkstatt für unsere HeimatNiedersachsen wird und die sich derDiskussion und dem Gespräch mit denMenschen stellt! Unser Leitmotiv lau-tet: Die SPD ist Ihr Partner und steht anIhrer Seite!«, sagte Lies in seiner Redevor den 200 Delegierten und zahlrei-chen Gästen in Stade. Zuvor war Gar-relt Duin von der stellvertretendenLandesvorsitzenden Gabriele Lösekrug-Möller im Namen der niedersächsi-schen SPD sehr herzlich aus dem Amtverabschiedet worden. Der Landespar-teitag bedankte sich auch bei WolfgangJüttner für die vielen Jahre in verant-wortungsvollen Positionen für die SPDund für das Land Niedersachsen. DerSPD-Fraktionsvorsitzende im Nieder-sächsischen Landtag und ehemaligeLandeschef übergibt aller Voraussichtnach im Juni sein Amt an den Land-tagsabgeordneten Stefan Schostok.
 
Auf dem Landesparteitag in Stade am 29.Mai 2010 stimmten 194 von 219 Stimm-berechtigten für den 43-jährigen Land-tagsabgeordneten aus Friesland, dassind 91,1 Prozent der abgegebenen gülti-gen Stimmen. Lies folgt damit auf GarreltDuin, der das Amt des SPD-Landesvorsit-zenden seit 2005 innehatte.
REFORMWERKSTATTFÜR NIEDERSACHSEN
Olaf Lies ist neuer Vorsitzender der SPD in Niedersachsen.
Im Niedersachsen-vorwärts:»TiL – Themen im Landtag«(Mittelteil Seiten 1–4)
Der erste Auftritt alsLandesvorsitzender vor derPresse: Olaf Lies.
 Foto: Christoph Matterne
Der Parteitag bedankte sichbei Wolfgang Jüttner fürseine langjährige Arbeit fürdie SPD Niedersachsen. Hiermit Petra Tiemann.
 Foto: Christoph Matterne
 
IINIEDERSACHSEN
06/2010
vorwärts
Olaf Lies auf dem Landes-parteitag in Stade bei seinerAntrittsrede.
 Foto: Christoph Matterne
Ein guter Tag für Niedersach-sen, ein guter Tag für Hannoverund den OberbürgermeisterStephan Weil. Erst beimerfolgreichen Landespartei-tag, und dann Lenas Siegfeiern vor dem Rathaus inHannover.
mit mehr Möglichkeiten für Mitgliederund Nichtmitglieder sich in die SPD ein-zubringen, strebt Lies an, ganz im Sinneder Satzungsänderung, die die Delegier-ten im Vorfeld beschlossen hatten. InZukunft sind Mitgliederentscheide mög-lich und die frisch eingerichteten Forenhaben von jetzt an Antrags- undRederecht auf den Parteitagen der nie-dersächsischen SPD. Eine weitere wichti-ge Anpassung der Satzung sieht vor, dassder kommende Spitzenkandidat oder diekommende Spitzenkandidatin für dasAmt des Ministerpräsidenten per Urwahlfestgelegt werden kann: Werfen mehre-re Kandidaten ihren Hut in den Ring,werden die 67.000 Genossinnen undGenossen in Niedersachsen entscheiden,wen die SPD als Wulff-Herausfordererins Rennen schickt.Für Olaf Lies ist klar, dass dieser Wulff auf jeden Fall abgewählt werden muss.»Den Titel ›Regierungschef‹ hat ChristianWulff spätestens beim Einstieg in dieErste Klasse nach Florida den Stewardes-sen in die Hand gedrückt. Aus Angst, nachder persönlichen Verfehlung sich auchnoch politisch die Blöße zu geben, lässtHerr Wulff die Regierungsgeschäfteruhen. Aber er steht in der Bringschuldden Bürgerinnen und Bürgern gegenüber!Er schuldet den Menschen in Niedersach-sen Antworten, Initiativen, Konzepte – erschuldet Zukunft.« Neben der finanziel-len also auch eine politische Bankrotter-klärung durch den stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden, der keine Positionbezieht und »zum Atomklo Niedersach-sen sogar noch den Deckel aufhält«, soLies unter großem Applaus der Genossin-nen und Genossen im Stadeum.Dass Lies starke kommunalpolitischeWurzeln hat, wird deutlich, als er auf dieNotwendigkeit von »engagierten Bürge-rinnen und Bürgern in den kommunalenParlamenten« eingeht und rügt, dass dieCDU in Niedersachen «sich aktiv daranbeteiligt, dieses Fundament gemein-schaftlicher Lebensgestaltung zu zerstö-ren«. Lies kündigt an, dass die SPD »denRaubzug der schwarzen Ritter durch dieKommunen beenden wird«.Vor Ort sein, nah an der Basis der SPDin Niedersachsen sein – das ist auch Kerndes Projektes »100 in zwei Jahren«. Lieswird 100 Ortsvereine in allen Unterbezir-ken Niedersachsens besuchen, um »mitEuch gemeinsam zu diskutieren und zuerarbeiten, was Sozialdemokratie im 21.Jahrhundert für uns und die Menschenbedeutet. Ich trete an, um zusammen mitEuch und gemeinsam mit den Menschenin Niedersachsen wieder die Deutungs-hoheit über die Themen und Antwortenfür die Probleme des Alltags zu gewin-nen.« Die inhaltliche Diskussion soll sovorangetrieben und belebt werden. Lieszeigte sich überzeugt, dass alle Themenin die Ortsvereine gehören. Mit Blick auf die Regionalkonferenzen im Vorfeld desLandesparteitages sagt Lies: »Ich will,dass die Diskussionskultur der vergange-nen Wochen kein einmaliges Experimentbleibt. Ich will, dass das zu uns, zur SPD inNiedersachsen gehört: Beteiligung, Dis-kussion und Kämpfen für die Zukunft.Das wird unser Markenkern, das gehörtzu uns, wie die Ebbe und Flut zur Nord-see, wie der Brocken zum Harz und dasMoor zur Lüneburger Heide.«
 
Der kommende Landesvorsitzende Olaf Lies geht festen Schrittes an das Redner-pult in Stade und ruft den anwesendenGenossinnen und Genossen zu: »Ich tre-te an, um zusammen mit Euch undgemeinsam mit den Menschen in Nie-dersachsen wieder die Deutungshoheitüber die Themen und Antworten für dieProbleme des Alltags zu gewinnen.Das geht nur, wenn wir uns stellen.Wenn wir wieder den Mut aufbringen, indie Lebenswirklichkeit der Menscheneinzutauchen. Und wenn wir mit Über-zeugung unsere Antworten zur Verbes-serung der Wirklichkeit vortragen – undbereit dafür sind, zusammen mit denBürgerinnen und Bürgern stetig an derVerbesserung unserer Antworten zuarbeiten.« Dann ist in 1000 Tagen derPolitikwechsel für Niedersachsen mög-lich, zeigt sich Lies überzeugt.Eine dauerhafte Öffnung der Partei
»IN 1000 TAGEN WERDEN WIRWIEDER REGIEREN«
In seiner Bewerbungsrede kündigt Olaf Lies eine neue Diskussionskultur für die SPDin Niedersachsen an und attackiert mit scharfen Worten die Wulff-Regierung.
Von Sebastian Schumacher 
DEM GEMEINWOHL VERPFLICHTET
Knapp 30 Fachleute aus Justiz und Ver-waltung haben am 17. und 18. April auf dem Springer Seminar zur Innen- undRechtspolitik mit der innenpolitischenSprecherin der SPD-LandtagsfraktionHanne Modder über Möglichkeiten zurSicherung der Handlungsfähigkeit derkommunalen Ebene diskutiert. Ein Aus-bluten von Städten, Gemeinden undLandkreise durch eine verfehlte Politik auf Bundes- und Landesebene muss verhin-dert werden. Hanne Modder betrachteteine rationale Aufgabenkritik kommuna-ler Arbeit als dringend erforderlich.Im Anschluss referierte der hannover-sche Kämmerer Marc Hansmann überden aktuellen Trend zur Rekommunalisie-rung auf kommunaler Ebene. Klar wurde,dass professionell geführte und nachhal-tig agierende kommunale UnternehmenArbeitsplätze sichern, strategische Optio-nen erhalten und kommunale Finanznötedauerhaft lindern können.Sigrid Leuschner, MdL, Vorsitzende desAusschusses für Angelegenheiten desVerfassungsschutzes, kritisierte Versucheder Landesregierung, den Verfassungs-schutz gegenüber der SPD und linkenGesellschaftsentwürfen zu instrumenta-lisieren.
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KommunaleUnternehmensichern Arbeits-plätze.
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Marc Hansmann,StadtkämmererLandeshauptstadtHannover
 
NIEDERSACHSENIII
06/2010
vorwärts
Kaum sitzt der lange Ostfriese mit sei-nem neuen Spielzeug wieder an seinemPlatz, da beugt sich auch Olaf Scholzschon neugierig über die Fernbedienung.Sie gehört zu dem Flitzer, der plötzlichvon der Hinterbühne kommend zwi-schen den beiden Tischreihen hindurch-schießt, an denen das Tagungspräsidiumund die Ehrengäste am heutigen Tag sit-zen. Es ist Samstag der 29. Mai 2010, Mit-tagszeit in Stade auf dem Landespartei-tag der niedersächsischen SPD. Und derMann, auf den das ferngesteuerte Auto– »etwas, mit dem man gut mit dem Sohnzusammen Zeit verbringen kann«, wieLandesgeschäftsführer Michael Rüternach dem Parteitag erklärt – kurz zuvorzufährt und für den es als Präsent gedachtist, heißt Garrelt Duin. Duin war fast fünf Jahre lang Vorsitzender der SPD in Nie-dersachsen, jetzt wird er verabschiedet.Das übernimmt seine Stellvertrete-rin Gabriele Lösekrug-Möller, die einmalmehr die richtigen Worte findet, als sievor den Delegierten in Richtung GarreltDuin festhält: »Du hast Dir keinen einfa-chen Zeitpunkt ausgesucht, um unsereSPD enger zusammenzubringen. AberDu hast hierbei nie aufgegeben und esist Dir gelungen, glaube ich. Dafür sindwir Dir zu großem Dank verpflichtet«.Wie Recht sie hat, wird das Wahlergebnisfür Olaf Lies erst später eindrucksvollbelegen. Zuvor bekommt Duin noch einweiteres Geschenk überreicht: Einenroten Gutschein über eine Partie der Eis-hockeymannschaft Indians Hannover.»Weil Indianer auch nie aufgeben«, wieLösekrug-Möller erläutert.Und dass Garrelt Duin auch in Zukunftkeineswegs vorhat aufzugeben und sichsozusagen mit Vollgas in der Bundespoli-tik für die SPD einsetzten wird, macht erin seiner letzten, kämpferischen Rede alsLandesvorsitzender ummissverständlichklar. Denn vor allem das Agieren der CDU-Kanzlerin im Zuge von Griechenland- undEurokrise kritisiert Duin und hält fest,dass »die Bundeskanzlerin mit ihremZögern und Zaudern die Märkte weiterverunsichert« hat. »Die SPD hat frühzeitigdie Regulierung der Finanzmärkte gefor-dert, um die hemmungslose Zockerei ein-zudämmen. Da ist nichts passiert, unddeshalb hat die SPD ein klares Zeichen fürdie Stabilisierung des Euro bei gleichzeiti-gestärkte Basis zurückgreifen kann,damit genau das gelingt. Nicht nur hier-für bekommt er lang anhaltendenApplaus und Standing Ovations in Stade.Die Delegierten und die Gäste wissen:Heute geht ein Mann von Bord, dem esnicht leicht gemacht wurde, der aberimmer seinen Kopf für den Zusammen-halt und die Verbesserung der SPD hin-gehalten hat. So nimmt Garrelt Duingerührt seinen letzten Applaus als Nie-dersachsens SPD-Chef und die Geschen-ke entgegen, bedankt sich winkend fürdie Würdigung und nimmt seinen Platzneben dem klatschenden Olaf Scholz ein.Den Blumenstrauß und die Fernbedie-nung in den Händen.
ger Beteiligung von Banken, Börsen undVersicherungen gesetzt«, sagt Duin inHinblick auf das Versagen der Bundesre-gierung bei der Bewältigung der Finanz-und Wirtschaftskrise.Aber auch an die Adresse von Nieder-sachsens Ministerpräsident ChristianWulff richtet der scheidende SPD-Chef noch ein paar markige Worte: »Das wirk-liche Drama ist, dass wir einen Minister-präsidenten haben, der nicht klar sagt,wo es lang geht. Es wird Zeit, dass Christi-an Wulff endlich in den Ruhestandgeschickt wird.« Duin hat einen großenBeitrag dazu geleistet, dass die SPD inNiedersachsen in Zukunft auf verbesser-te Organisationsstrukturen und auf eine
DIE SPD IN SCHWIERIGENZEITEN ENGER ZUSAMMEN-GEBRACHT
Nach fast fünf Jahren ist Garrelt Duin in Stade aus dem Spitzenamt der SPD Niedersachsenverabschiedet worden.
Von Sebastian Schumacher 
Nach seiner letzten Redeals Landesvorsitzender:Garrelt Duin wird von denDelegierten des Landes-parteitages verabschiedet.
 Fotos: Christoph Matterne
In seiner Rede auf dem Landesparteitagsetzte sich der stellvertretende SPD-Vorsit-zende Olaf Scholz mit der Sozialpolitik vonCDU und FDP im Bund auseinander. Er kriti-sierte vor allem die geplante Kopfpauschalefür gesetzlich Versicherte im Gesundheits-system. »Das ist die Aufkündigung der Soli-darität in diesem Lande. Lassen Sie von die-sen Plänen ab«, sagte Scholz mit Blick auf Gesundheitminister Rösler. Scholz sprachsich auch mit deutlichen Worten gegen dievon Schwarz-Gelb geplanten Kürzungen inder aktiven Arbeitsmarktpolitik und gegendie Pauschalierung der Unterkunftskostenbei Hartz-IV-Empfängern aus: »Damit wirddenjenigen das Leben schwer gemacht, diees ohnehin schon schwer genug haben.«

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