/  11
 
node
 #19
tendenzen beobachten
01
impressum
02
schwerpunkt:neue arbeit 1
05
technik:neue arbeit 2
08
medien: filme und netze
09
aufzugwissen
 
Liebe node-Leserin, lieber node-Leser,
Es gibt die Theorie, dass Mitteleuropa sich deshalb soindustriell prosperierend entwickeln konnte, weil hier dasWetter meistens so mies ist. Da wir nun in der Jahreszeitangelangt sind, die für ihr besonders mieses Wetter bekanntist (böse Zungen würden behaupten, dass diese Jahreszeitschon seit Mai andauert), wollen wir uns dieses Malbesonders mit der
Arbeit
an sich beschäftigen.Was tut sich in der Welt des Unternehmertums und der Zunftder Berater, Consulter, Konsultanten? Hier haben wir vielAufschlussreiches auf dem Kongress
X-Organisationen
inBerlin erfahren. Nämlich, dass auch in der klassischen Firmaoder Fabrik Themen wie Interdisziplinarität und Über-den-Tellerand-Schauen sowie das systemische Denken immerwichtiger werden, also auch jenseits der hippen Arbeitsweltder „Creative Class“ von
Richard Florida
.Kreativ zeigt sich auch der Bereich der Fabrikation: Aufdem zweiten Kongress zur Arbeit, den wir besuchten, dem
Rethinking Business
in der Management School derZeche Zollverein Essen, gab es 3D-Drucker, „gefabbte“,also ausgedruckte Produkte und viele neue Materialienund Werkstoffe zu sehen. Wie sich die Welt der Produktionentwickeln wird, lesen Sie in unserem zweiten Text.In
Filme und Netze
steigen wir dann wieder in die digitaleWelt ein: Was haben sich Internet und das Medium Film –über Clipkultur und Download(un)kultur hinaus – eigentlichzu sagen? Einiges, und in Zukunft sehr viel, ist unsereThese.Zu guter Letzt wie immer das
Aufzugwissen
. Erstens:Der seltsame Haartrockner-Staubsauger aus demLoriotsketch hat einen realen Verwandten in Korea: DenHandy-Staubsauger, der sogar Wohnungsbesitzer mitEinbrechern kommunizieren lässt. Und zweitens „Web“in einer Doppelbedeutung: Daten können nämlich auch(aus)gestrickt werden. Das sieht sogar schick aus!Wir wünschen eine aufschlussreiche Lektüre.Die node-Redaktion
Editorial
 
Berlin, Dezember 2007
node19 I Editorial I 01Redaktion:Ji-Hun KimJan-Peter WulLayout:Barbara HanKontakt:node.contact@gmail.comWeb:http://nodeland.org
 
Kultur
Zugegebenermaßen klingt diese Überschrift wenigernach dem typisch lakonischen node-Ton, den wir sonstanschlagen. Aber dieses Mal haben wir uns für unserenSchwerpunkt „Arbeit“ auch in die seriöse Arbeitsweltjenseits von Cappuccino-Working begeben und aufzwei Kongressen Neues zur Unternehmensorganisationund -beratung sowie zu neuen Produkten erfahren – zuletzterem mehr in unserem zweiten Beitrag.Systeme und Komplexe
Auf der 2. Biennale für Management und Beratung imSystem unter dem Titel
X-Organisationen
in Berlin standdas so genannte „systemische Denken“ im Mittelpunkt.System heißt in diesem Zusammenhang für z.B. einUnternehmen: Verhaltensweisen, Reaktionen und Problemeinnerhalb des Systems „Organisation“ entstehen durch dieWechselwirkungen. Das bezieht auch den Menschen bzw.den Mitarbeiter zentral ein: Er ist nicht als „Typ“ mit festenEigenschaften, Verhaltensweisen und entsprechenderFunktion in der Gruppe zu verstehen, sondern ebenfalls ein(Sub-)System, das seine Funktion in der Kommunikationdes Systems erhält, zum Beispiel im Unternehmen. Dasbedeutet: So, wie im System „Unternehmen“ kommuniziertzudem nur in Wahrnehmung der Beobachter außerhalbdes Systems eigenartig wirkt. Ein weiteres wichtigesElement tritt noch hinzu: Komplexität. Denn über demSystem „Unternehmen“ öffnet sich das breite Feld desSystems „Wirtschaft“ mit Absatzmärkten, Zulieferermärkten,Partnern und Wettbewerbern. Und hier hat sich im Zuge derGlobalisierung eine zunehmende Komplexität herausgebildet,die auch modellhaft kaum noch nachzuvollziehen ist.Ein einfaches Beispiel: War Musikfernsehsender „
M
“ in denspäten 80er Jahren vor allem ein, um in der systemischenSprache zu bleiben, einseitiges „Kommunikationsangebot“über das Medium TV mit klar umrissenem Absatzmarkt undübersichtlicher (in Menge und Form) Mitbewerberschaft, ist
M
“ heute Akteur in einem zutiefst ausdifferenzierten Kosmosaus konkurrierenden TV-Angeboten, Online-Formaten,mobilen Lösungen, Do it yourself-Konzepten und – nocheine Ebene – Verbindungsformen all dieser Dinge.Umso mehr ist heute für Unternehmen in einem komplexenUmfeld eine Unternehmenskultur gefragt, die auf unerwarteteEreignisse und Entwicklungen „mindful“ reagieren kann, wiein einem der Vorträge auf dem Kongress X-Organisationenzu hören war: Kathleen Sutcliffe, Professorin für Organisationund Management an der Michigan-Ross School of
node19 I Schwerpunkt I 02
Business, hielt eine derKeynotes im Rahmen derKonferenz. Hierbei ginges um die Darstellungvon Organisationen, dieeinem höchsten Grad an
NEUE
 ARBEIT
1
:BERATUNG
SYSTEMISCHES
DENKEN
FÜR
DEN
ORGANISATIONSWECHSEL
Soll heißen: die Nerds aus der IT sindnicht per se so schrullig, sondern habendurch ihre interne Kommunikationsormihre Eigenart ausgebildet,...
. “
wird, so ist auch der Mit-arbeiter eingebunden, undso begründet, stabilisiertund ändert sich seineEigenart, aber auch die desSystems, beispielsweise derAbteilung. Soll heißen: die „Nerds aus der IT“ sind nicht perse so schrullig (wahrscheinlich gar nicht), sondern habendurch ihre interne Kommunikationsform (z.B. sich mailenstatt sprechen, enormes Fachwissen, Vernachlässigungfachexterner Bereiche) ihre „Eigenart“ ausgebildet, dieZuverlässlichkeit unterliegen. Diese so genannten „HighReliability Organizations“ dienen als Vorbild für zeitgemäßeOrganisationsstrukturen im Management. Hier wurdefestgestellt, dass Handlungsabläufe in Flugzeugcockpitsund Feuerwehrteams durchaus Aufschlüsse darüber

Share & Embed

More from this user

Add a Comment

Characters: ...