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Grundlagen der Sportpsychologie (Lehramt)WürthSS 2010
Kapitel 1:Was ist Sportpsychologie?
Definitionsansätze Sportpsychologie
Sportpsychologie ist die angewandte Wissenschaft, die sich mit dem Verhalten undErleben (sowie deren Ursachen und Folgen) von Menschen beschäftigt, welche demSport aktiv oder passiv verbunden sind.
Sportpsychologie untersucht die psychischen, psychosomatischen und psycho-sozialen Bedingungen, Abläufe und Folgen sportbezogenen Handelns und leitet dar-aus Möglichkeiten zu deren systematischen Beeinflussung ab.
Sport and exercise psychology is the scientific study of people and their behaviors insport and exercise activities and the practical application of that knowledge.Gemeinsame Kriterien:
Sport und Bewegung
Psychologische Einflüsse auf Verhalten und Erleben in Sport und Bewegung
Psychologische Effekte durch Sport und Bewegung
Grundverständnis der Sportpsychologie (Schema)Grundfrage: drei Ebene, zwei Richtungen
Grundfragen Ebene 1:
Wozu (Motivation) werden
welche Informationen
wie aufgenommen (Wahrnehmung),
gespeichert (Gedächtnis),
verarbeitet (Denken),
bewertet (Emotionen) und
in Handlungsvorsätze umgesetzt (Volition)?Grundfragen Ebene 2:
Was von diesem Geschehen erleben wir in welcher Form (Bewusstsein)?
o
Worauf kann ich bei Bewegung achten?
o
Woran merke ich, dass ich mich besonders ärgere oder, dass ich unter Druck bin?
o
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Psychologie
:: Grundlagengebiete:: Anwendungsgebiete:: Methodik
Sportpsychologie
:: Forschung:: Lehre:: Anwendung
Sportwissenschaft
:: Übergreifende Themen:: Einzelwissenschaften
Sportpraxis
:: Grundorientierung:: Praxisfelder :: Tätigkeitsbezüge
 
Grundlagen der Sportpsychologie (Lehramt)WürthSS 2010
Grundfragen Ebene 3:
Welche Ansichten entwickeln wir über uns (Selbstreflexion), Sachverhalte und andere?
o
Selbstkonzept
o
Körperkonzept
o
Einstellungen
o
Zwei Richtungen1.Wie beeinflussen psychische Faktoren die sportliche Leistung?
o
Wie beeinflusst Angst die Treffsicherheit eines Basketballers beim Freiwurf?
o
Wirkt sich ein geringes Selbstbewusstsein auf die Fähigkeit eines Kindes aus,Schwimmen zu lernen?
o
Wie beeinflusst das Trainerverhalten den Zusammenhalt eines Teams?2.Wie beeinflusst die Teilnahme an Sport und Bewegung Merkmale wie psychischeEntwicklung, Gesundheit, Wohlbefinden, Persönlichkeit,…?
o
Reduziert Joggen Angst und Depressionen?
o
Wird durch sportliche Aktivität das Selbstwertgefühl eines Kindes erhöht?
o
Verändert regelmäßiges Sporttreiben die Persönlichkeit?
Ziele und Grundaufgabe
Ziele der Sportpsychologie:
Wissenschaftliche Diagnose bzw. Beschreibung (Deskription)
Erklärung (Explikation)
Vorhersage (Prädikation) von Verhalten und Erleben
Wissenschaftlich begründete Beeinflussung (Inervention) im bereich Sport undBewegungGrundaufgabe von SportpsychologInnen
Forschung: Theorieentwicklung, Methodenentwicklung, Empirische Forschung
Lehre: Systematisierung, Zielgruppenorientierung,… (zB. Ausbildung anUniversitäten, Fortbildung in Sportverbänden,…)
Praxis/Beratung: Informieren, beraten, betreuen, begleiten (zB. Im Spitzensport, inder Rehabilitation)
Anwendungsfelder der Sportpsychologie und Beispiele
Leistungssport/ Spitzensport
o
Warum kann eine 17-jährige Sportlerin, die mehrmals täglich trainiert und imTraining konstant ihre Leistung bringt, diese im Wettkampf nicht umsetzen?
o
Also welche psychischen Fähigkeiten und Kompetenzen werden imWettkampf benötigt?
Gesundheitssport
o
Warum schafft ein schwer übergewichtiger Mann, dem schon mehrmals vomArzt ans Herz gelegt wurde sich körperlich zu betätigen, nicht, bei einer Walkinggruppe dabeizubleiben?
o
Welche Kompetenzen muss diese Person erwerben, um sportlich aktiv zuwerden zu können und wie kann das unterstützt werden?
Freizeit- und Erholungssport
o
Was bewegt Menschen dazu, in ihrer Freizeit Sport zu betreiben? Warumbevorzugen dabei die einen diese Sportart, die anderen jene?
o
Warum gehen immer mehr Personen scheinbar extreme Risiken beisportlicher Betätigung ein?
Rehabilitativer und (psycho)therapeutischer Sport
o
Welche Funktion haben sportliche Aktivitäten in der Therapie undRehabilitation psychisch beeinträchtigter und psychosomatisch erkrankter Menschen?
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Grundlagen der Sportpsychologie (Lehramt)WürthSS 2010
o
Welcher Zusammenhang besteht zwischen körperlicher Aktivierung undpsychischen Funktionen?
Sportmanagement
o
Wie könnte man bei einem Streit im Fußballverband zwischen Trainer unf Funktionen psychologisch intervenieren?
o
Wie funktionieren Sportsysteme und wie kann man diese verändern?
Schulsport
o
Welche Bedeutung hat die psychische und soziale Entwicklung für dieErstellung von Lehrplänen und die Gestaltung des Sportunterrichts?
Geschichtlicher Abriss
1898, USA: N. Triplett publiziert die erste Studie zum Einfluss von Zuschauern auf sportliche Leistung
1920, Berlin: R.W. schulte baut das „sportpsychologische Laboratorium“ auf -> erstePublikation im deutschsprachigen Raum
1921-31: C. Griffith publiziert 25 Forschungsartikel zu sportpsychologischenProblemstellungen. Er gilt als Vater der Sportpsychologie in den USA
1965, Rom: Erster Weltkongress der Sportpsychologie, Gründung der InternationalSociety of Sport Psychology (ISSP)
1969: Gründung der Arbeitsgemeinsacht für Sportpsychologie der BundesrepublikDeutschland und der Fédération Européenne de Psychologie des Sports et desActivités Corporelles
1970: International Journal of Sport Psychology
1979: Journal of Sport Psychology
1987: erste deutschsprachige Fachzeitschrift „Sportpsychologie“
1987: American Psychological Association Division 47 wird entwickelt
Heute:
Weitere Etablierung sportpsychologischer Forschung und Praxis weltweit
Sportpsychologische Internetforen
European Master Degree in Exercise and Sport Psychologie
Curriculum „Fortbildung in Sportpsychologie“
Österreichisches Bundesnetzwerk Sportpsychologie (gegr. 2006)
• Organisation angewandt arbeitender SportpsychologInnen undMentaltrainerInnen• Spezialisierung auf den Leistungssport
Sektion Sportpsychologie innerhalb der ÖsterreichischenSportwissenschaftlichen Gesellschaft (ÖSG)
• Organisation der wissenschaftlich arbeitenden Psychologen• Schwerpunkte: universitäre Lehre und Nachwuchsförderung; Forschung
Kapitel 2:Psychologische Aspekte Schulsport
Ausgangspunkt:„Gemeinsamer Nenner jeden Schulsports ist die pädagogischdidaktisch ausgerichtetekörperliche Aktivität im institutionellen Rahmen der Schule.“„Schulsport war und ist jedoch weder in seiner Begründung noch in seiner Wirklichkeit eineinheitliches Gegenstandsfeld“.Nitsch & Singer (2001), S. 109
Bewegung und Sport wird Erlebnis- und Erfahrungsorientierungzugesprochen
 – Persönlichkeitsentwicklung:Körper(erfahrung), Selbstkonzept(entwicklung), Soziales Lernen – Kompensationsfunktion (zur „sitzenden Schule“) – Integrationsfunktion
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