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Kapitel 1
Neflen-Akademie Illinia, Nördlicher Polarkreis von Illinia II
Der Wald um die Akademie war zu dieser Zeit unter einer dicken Schneedecke begraben. Ein paar
Die Akademie, eine große Burg inmitten dieses Waldes, der eine starke Psi-Quelle darstellte und sie so in der Psi-Ebene tarnte, war Ausbildungsstelle für Psi-begabte der gesamten Region. Unter der Leitung der Neflen konnte dort jeder, der eine gewisse Begabung besaß, die Nutzung der Psi- Energien lernen.
Jetzt, um die Jahreswende, war die Burg kunstvoll geschmückt worden. Es standen nicht nur der Jahreswechsel, sondern auch die Abschlussfeiern der ältesten Schüler an, die mit maximal 4 Jahren an die Akademie gekommen waren und diese nun mit 20 verließen.
Jeder dieser Schüler beherrschte meisterlich den Schwertkampf, sowie das Bogenschießen und natürlich die Anwendung der geheimnisvollen Psi-Energie, die schon seit Jahrtausenden von den Neflen erforscht wurde und die immer neue Rätsel und Geheimnisse offenbarte.
Durch die weitläufigen und von Fackeln erhellten Korridore und Räume der Burg klangen Schalmei, Sackpfeifen und Lauten, sowie die Stimmen von etwa 600 Schülern, die den letzten Tag des Jahres festlich ausklingen ließen und das Neue begrüßten.
Lena, eine 19 Jahre alte Neflen von beeindruckender Schönheit und Anmut, saß auf einem Stein im Wald, von dem aus sie die Burg gut im Blick hatte, sie selbst jedoch nur mit Infravision zu sehen war.
Die ersten Entladungen, die in den Himmel rauschten, waren einfache Blitze. Ihnen folgten einfache Energiebälle, die immer komplexer wurden und schließlich in einer kurzzeitig aufleuchtenden künstlichen Sonne gipfelten, die nach 4 Sekunden Leuchten in tausende kleiner Teile zersprang.
Ein Polarfuchs kam vorsichtig näher. Er hatte die Neflen schon lange gewittert und hatte sich an sie heran geschlichen. Nun war er neugierig und wollte wissen, was dort in seinem Revier herum schlich.
Lena blickte ihm nun direkt in die Augen. Mehr unbewusst sagte sie in der alten Neflen-Sprache, die sie in mühevollen Stunden gelernt hatte: „Komm her, keine Angst!“ Sie holte ein kleines Stück Fleisch aus ihrem Beutel, den sie dabei hatte und hielt es dem Polarfuchs hin.
Lena schloss die Augen und konzentrierte sich auf ihre Aura. Sie erzeugte ein auf alle Lebewesen im Umkreis von 10m beruhigend wirkendes Psi-Feld, was dem Fuchs endgültig seine Angst nahm. Er kam näher und legte seine Pfoten in ihren Schoß, während er sie anblickte. Problemlos ließ er sich streicheln.
Lena war ein Naturkind. Bei einem Stamm von Naturliebenden Wald-Neflen aufgewachsen, die in den nördlichen Wäldern Illinias ein Nomadenleben führten, war sie bis zu ihrem 12. Lebensjahr in der freien Natur aufgewachsen und dann von ihren Eltern an die Akademie geschickt worden.
Es dämmerte bereits, als sie aufstand und sich auf den Weg zurück in die Akademie machte. Dicht
hinter ihr lief der Polarfuchs durch den Schnee.
Sie schlich sich durch einen der Geheimgänge ein, die die Burg aus ihrer Zeit als nördlichste Feste
des Neflen-Königreichs hatte.
Die anderen Mädchen erwachten etwa um die gleiche Zeit, wie Lena. Es war schon weit nach Mittag und im von großen Leuchten erhellten Burghof spielten einige der Jüngeren Ball, während auf einer der breiten Burgmauern zwei schätzungsweise 18-Jährige mit Maglon-Schwertern einen Trainingskampf austrugen.
Anna, ein Menschliches Mädchen, bemerkte als Erste den neuen „Mitbewohner“. Sie schaute erstaunt Lena und den Polarfuchs an, der neben ihr auf dem Bett lag und mit aufgestellten Ohren schlief.
veschränkten Armen.
„Ja.“ antwortete sie. „Er weicht mir seit gestern Abend nicht mehr von der Seite.“
„Ahja...“
Jeder, der Lena ein bisschen kannte, wusste von ihrer Gabe, mit Tieren besonders gut umgehen zu können. In ihrer Gegenwart wurde selbst die wildeste Kreatur zahm wie ein Lamm. Es war ausserdem nicht das erste Mal, dass sie irgendwelche Tiere mitbrachte.
Anna machte sich in der Kochecke des Zimmers an die Arbeit. Sie kochte Wasser, stellte Teller und Tassen, sowie Zucker und ein wenig Aufschnitt, der in einem mit Eis gefüllten Fach aufbewahrt wurde, auf den Tisch und bereitete mit dem gekochten Wasser einen Kräutertee zu, der gut gegen Kopfschmerzen war und die Nachwirkungen des Alkoholkonsums vom letzten Abend neutralisierte. Ganz ließen sich die Jahrhundertelangen Einflüsse der modernen und hochtechnisierten Welt, der ihre Urgroßeltern auf diesem Planeten entflohen waren, eben doch nicht ausschalten.
„Wen hast du denn da mitgebracht?“ fragte Jennifer, als sie den neben Lena auf dem Boden liegenden Polarfuchs entdeckte. Sie beugte sich zu dem Tier herunter, das sie neugierig ansah und an ihrer Hand schnupperte. „Süß...“ Sie nahm ein Stück Wurst und gab es dem Fuchs, der es
ohne Furcht entgegen nahm.
„Sei vorsichtig.“ meinte Eva. „Nicht, dass der dasselbe mit dir macht, wie das Pferd mit Franz.“
Jennifer prustete los.
„Wird er nicht.“ entgegnete Lena gelassen und strich dem Fuchs durchs Fell.
„Meinte Franz auch...“ sagte Eva grinsend.
„Bitte! Ich will hier essen.“ fuhr Anna gereizt dazwischen.
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