genetische Veränderungen estzustellen. Anhand der genannten Faktoren, die sich im archäo-logischen Beund durch die Untersuchung der Knochen oder Samen bestimmen lassen, sinddomestizierte von wild lebenden Arten jedoch omals zu unterscheiden.Wenn man sich nun die sogenannten Gründertiere- und panzen anschaut, ällt au, daß imVergleich zur natürlichen Artenvielalt nur wenige iere und Panzen domestiziert wurden.Bei den ieren sind dies Rind, Scha, Ziege und Schwein. Zu den Gründergewächsen gehö-ren zum einen die Getreidearten Emmer und Einkorn sowie Gerste und Roggen und zumandere die Hülsenrüchte Linsenwicke, Linse, Erbse und Kichererbse und schließlich der Flachs(a. 1). Die Auswahl geschah natürlich nicht zuällig, da die Getreide und Hülsenrüchte meh-rere Vorteile auweisen: Beide verügen über einen hohen Kaloriengehalt – Getreide ist reichan Kohlenhydraten und Hülsenrüchte an Proteinen – und sind daher gut ür die Ernährunggrößerer Gruppen geeignet. Außerdem sind sie leicht zu ernten, verügen über große Samenund beanspruchen, da sie dicht beieinander wachsen, relativ wenig Anbauäche. Ein weitererökologischer Vorteil besteht darin, daß es sich um Jahrespanzen mit einer hohen Reprodukti-onsrate handelt, deren Entwicklung durch die starken klimatischen Schwankungen in Vordera-sien zwischen Sommer und Winter begünstigt wurde. Augrund ihres speziellen Auaus undihrer Wachstumseigenschaen sind Süßgräser zudem erstaunlich regenerationsähig. Dane-ben eignen sich beide Panzenarten wegen ihrer hohen Beständigkeit gegen rockenheit gutzum Lagern und sind damit ideal zur Überbrückung kurzristiger Nahrungsengpässe, wie sieanscheinend gerade am Anang des Holozäns durch die trockenen, heißen Sommer auraten.Schließlich handelt es sich bei Gräsern und Hülsenrüchten um selbst- bzw. windbestäubendePanzen, wodurch die jeweils vom Menschen gewünschte, mutierte Form gut isoliert und wei-ter gezüchtet werden konnte.Funde etwa im syrischen Abu Hureyra (Abb. 4) aus der Zeit um 11 000 v. Chr. belegen, daßbereits vor der Domestikation im Vorderen Orient oenbar begonnen wurde, das natürlicheAngebot an wilden Nahrungspanzen durch gezieltes Ernten und planmäßiges Anpanzen zuergänzen. Man spricht in diesem Zusammenhang von Kultivierung, im Unterschied zur Dome-stizierung. Die Menschen hatten im Laue der Zeit sicherlich genaue Kenntnis von den Rei-eterminen der verschiedenen Gräser und Früchte gewonnen, um bei der Ernte potentiellentierischen Nahrungskonkurrenten zuvorzukommen. Daneben kam es anscheinend zu einergezielten Selektion des Ernteguts, indem Panzen mit mehr Blüten und größeren Körner sowiemit stabileren Ähren bevorzugt wurden, da bei den Wildormen in der Regel die Ähren rühzerbrechen, die Körner zu Boden allen und somit die Ernte sehr verlustreich war. Au langeSichte setzten sich au diese Weise die mutierten Panzen als Nutzpanzen bei den Menschendurch, da sie mehr gesammelt und damit später auch verstärkt gesät wurden. Allerdings vollzogsich dieser Prozeß nicht geradlinig, sondern mit zahlreichen Brüchen, da immer wieder auchunreies Getreide geerntet wurde oder Wildormen eingekreuzt wurden und somit das Ver-hältnis von ester und lockerer haenden Körner lange Zeit gleich blieb. So anden sich in dembereits genannten Abu Hureyra anscheinend die rühesten Funde von domestiziertem Getreide,in dem Fall Roggen, die zwischen 11 000 und 10 500 v. Chr. datiert werden und deren Formsich signikant von wilden Exemplaren unterscheidet. Ein weiterer Hinweis au den bereitsdamals praktizierten Roggenanbau sind Samen von „Unkraut“, das üblicherweise au kultivier-tem Boden wächst. Die beabsichtigt oder doch eher zuällig erzielten Zuchtergebnisse bliebenallerdings zunächst ohne Folgen, da auch weiterhin wildes Getreide kultiviert wurde. Erst rund1000 Jahre später, im Zusammenhang mit dem Beginn der bis heute andauernden Warmzeit um9600 v. Chr., beginnt sich der planmäßige Anbau domestizierter Panzen in vielen Orten derLevante durchzusetzen.Wie im Falle des Panzenanbaus so ging wahrscheinlich auch der Domestikation von iereneine lange Phase voraus, in denen Wildtiere pegerisch gehalten wurden und die Menschenüber Generationen hinweg verstärkt und dierenziert Erahrungen mit der Zähmung der iere
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