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In einer bewegenden Rede auf der Spargelfahrt des Seeheimer Kreises (Foto) warb JoachimGauck r ein „erwachsenes Verständnis von Freiheit“, für daser sich Zeit seines Lebens einge-setzt hat. Die Botschaft des lang-anhaltenden Applauses der rund600 Gäste aus Politik, Kultur,Wirtschaft, Wissenschaft undMedien war klar: auch auf der Seeheim-Spargelfahrt wünschtman sich nichts mehr, als dassJoachim Gauck dieses Engage-ment im Amt des Bundespräsi-denten fortsetzen kann. Rechne-risch hat das schwarz-gelbe La-ger eine klare Mehrheit in der Bundesversammlung, die am 30.Juni den neuen Bundespräsiden-ten wählen wird. Täglich wächstaber die Unterstützung für Joa-chim Gauck parteiübergrei-fend. Der Kandidat ist Realistund „kann immer noch zählen“,sagt Joachim Gauck. Nach vie-len Gesprächen in den Landta-gen mit Wahlfrauen und -männern „rechnet er aber einbisschen fröhlicher“ Gleichzeitigwachsen die Zweifel an der Fä-higkeit des schwarz-gelben Kan-didaten, Christian Wulff, das Amtüberparteilich ausüben zu kön-nen. Zuletzt hatte unter anderemauch der ehemalige CDU-Politiker Kurt Biedenkopf dies inFrage gestellt. Die Koalition ver-mittle den Eindruck, die Wahldes Niedersachsen sei gleichzei-tig entscheidend für das Fortbe-stehen der Regierung. Damit seidie Würde des Amtes gefährdet,warnte Biedenkopf und fordertalle Parteien dazu auf, keine Abstimmungs-Empfehlung für dieWahl in der Bundesversammlungzu formulieren. Indes wächst dieUnterstützung für Gauck auchbei den Bürgerinnen und Bür-gern. Eindrucksvoll dokumentiertist dies auf verschiedenen Inter-netplattformen. Inzwischen ist diePro-Gauck-Bewegung auch vomNetz auf die Straße gewechselt.So finden in immer mehr Städtenbundesweit „Wir für Gauck“ -Demonstration statt. Auch vielePersönlichkeiten aus dem kultu-rellen Leben haben einen Aufruf zu Gunsten von Joachim Gauckals parteilosen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidentenunterschrieben. Zu den Unter-zeichnenden gehören zum Bei-spiel: F. C. Delius, Daniel Kehl-mann, Necla Kelek, MonikaMaron oder auch Herbert Grö-nemeyer. In einem weiteren Auf-ruf machen sich DDR-Bürgerrechtlicher, Schriftsteller und Historiker für die Kandidatur Joachim Gaucks stark. In ihrem Aufruf heißt es: „Keiner verkör-pert den Geist der Freiheit mehr als Joachim Gauck. Er ist Ver-söhner, Einheitsstifter und Mah-ner.“ Gauck sei ein „überzeugter Demokrat, der nicht im Verdachtsteht, sich politisch instrumentali-sieren zu lassen“. Der Aufruf wurde von 76 Erstunterzeichnernunterschrieben, darunter Schrift-steller Uwe Tellkamp und Lieder-macher Stephan Krawczyk. MitSpannung erwartet wird jetzt dieöffentliche Grundsatzrede Joa-chim Gaucks am 22. Juni imDeutschen Theater zum Thema„Freiheit – Verantwortung – Ge-meinsinn“.
Yes,hecan:JoachimGauckforpresident
Joachim Gauck (rechts) warb in seiner Rede auf der Seeheimer Spargelfahrt für ein „erwachsenes Ver-ständnis von Freiheit. Foto: Christian Kiel
 
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Dieschwarz-gelbeKoalitionhatam7.JunieinPapiermitzahlrei-chenAnkündigungenrSpar-maßnahmenvorgestellt.WasMerkelundWesterwellenachwochenlangemStreitproduzierthaben,wirddenimmensenBe-lastungenderFinanzmarkt-undSchuldenkrisenichtgerecht.Schwarz-GelbzeigtkeinKrisen-bewusstseinundleitetkeinengesellschaftlichenNeuanfangein.EsfehlenweiterhineineWachstumsstrategiefürunserLandundderMut,Deutschlandgerechterzugestalten.
Union und FDP fallen beim The-ma Sparen als erstes Arbeitsloseund Familien ein. Die sollen jetztfür die schwarz-gelbe Klientelpo-litik zahlen. Die Koalitiorehaben sich dabei selbst als be-sonders mutig gelobt. DiesesPfeifen im Walde sollte immer misstrauisch machen. Dennnichts von dem, was angekün-digt wurde, ist bisher politischdurchgesetzt. Zudem bleibenüberall offene Fragen, wie die inTabellen zusammenaddiertenMilliarden-Summen tatsächlicherbracht werden sollen. Ange-sichts dieser beschämendenOrientierungslosigkeit und Unge-rechtigkeit kämpft die SPD eine neue soziale Ordnung. Wir wollen einen neuen Lastenaus-gleich, der Schluss macht mitGünstlingswirtschaft und Privile-gien r die oberen Zehntau-send. Ein sozialer Ausgleich, der auch Spitzenverdiener und Ver-mögende steuerlich angemessenan der Beltigung der Krisebeteiligt. Ein Pakt des Zusam-menhalts, der vor allem dasKapital als Verursacher der Krisenicht aus der Verantwortung für die Zukunft der Gesellschaftentlässt.
MutlosundvollerLuftbuchungen
Die Vorschläge sind schwammigund vage gerade dort, wo wirt-schaftlich Starke und Gewinner der Krise herangezogen werdensollen. Beispiel „Beteiligung“ der Banken: Die konkret genannteBankenabgabe ist eine Sonder-abgabe r einen Branchen-fonds, die nichts zur Konsolidie-rung des Haushalts beiträgt. Diedarüber hinaus versprochenen„weiteren Maßnahmenbleibenunbestimmt, und es ist schleier-haft, woher die angekündigten 2Milliarden Euro Mehreinnahmenab 2012 kommen sollen. Eineklassische Luftbuchung. DasErgebnis der Regierungsklausuist äußerst rftig und sozialhöchst unausgewogen:
 Auch nach der Klausur bleibtvöllig unklar, wie die notwen-digen Verbesserungen imdeutschen Bildungswesenfinanziert werden.
 Auch nach der Klausur bleibtvöllig unklar, wie der Bundes-beitrag zur Rettung der deut-schen Kommunen auch undgerade in der kurzen Fristaussieht.
 An keiner Stelle werden Rei-chen und WohlhabendenKonsolidierungsbeiträge ab-verlangt.
Das Konsolidierungspaket der Regierung tut nichts für einegerechtere Verteilung der Kosten der Krise.
Das Paket ist in seinem Volu-men künstlich hochgerechnet:Luftbuchungen und Hoff-nungswerte gehen vor allemin den Jahren 2013 und2014 in die Milliarden.Das heißt: Das vorgelegte Paketwird nicht reichen, die Konsoli-dierungsvorgaben des Grundge-setzes („Schuldenbremse") einzu-halten. Weitere Sparpakete wer-den folgen müssen.
UnserePosition:KonsolidierenmitKompass
Schuldenabbau und Zukunftsin-vestitionen müssen und könnenseriös finanziert werden. ErsteSchritte nach unseren Vorstellun-gen dazu sind:
Klientelgeschenke ohneWachstumswirkung zurückneh-men. Die von Schwarz-Gelbim sog. „Wachstums-beschleunigungsgesetz“ anHoteliers, Firmenerben undgewinnverlagernde Konzernebeschlossenen Steuerprivile-gien sind zurückzunehmen.Dies ist die Gretchenfrage der haushaltspolitischen Glaub-würdigkeit der Bundesregie-rung. Einnahmeverbesserun-gen von 5,6 Milliarden Euro(für den Bund 1,8 MilliardenEuro).
 Abbau umweltschädlicher Subventionen und Privilegiender Atomwirtschaft. Besteue-rung von Brennelementen mitEinnahmeverbesserungen vonmindestens 2,5 MilliardenEuro jährlich. Übertragung der Kosten für die Sanierung der  Atommülllager Asse und Mors-leben auf die Urheber deeingelagerten Mengen mitEinsparungen von rund 4 Milli-arden Euro.
Einführung eines flächende-ckenden Mindestlohns. DieEinführung des Mindestlohnsdämmt Lohndumping auf Kos-ten des Steuerzahlers ein. Sokann man Subventionen ab-bauen, den Sozialstaat voMissbrauch schützen und dieKaufkraft der Arbeitnehmer erhöhen. Einsparungen von biszu 1,5 Milliarden Euro bei denLeistungen r so genannte„Aufstocker“, also Menschen,die trotz Arbeit staatliche Un-terstützung beziehen müssen.(Auskunft BMAS vom Oktober 2008 bei einem Mindestlohnvon 7,50 Euro). Einnahmever-besserungen von mindestens 4Milliarden Euro bei den Sozial-versicherungen und eine Stei-gerung der Arbeitnehmerent-gelte (laut Studie des IAT von2006 für einen Mindestlohnvon 7,50 Euro).
Zur Bewältigung der Krisenlas-ten in den öffentlichen Haus-halten müssen die verantwortli-chen Akteure auf den Finanz-märkten ihren Beitrag leisten:Einführung einer Finanztrans-aktionssteuer zumindest auf europäischer Ebene. Einnah-meverbesserungen von rund12 Milliarden Euro.
Stärkere Beteiligung großer Einkommen und Vermögen. Anhebung des Spitzensteuer-satzes der Einkommenssteueund stärkere steuerliche Betei-ligung großer Vermögen. Ein-nahmeverbesserungen je nach Ausgestaltung von mindestens5-10 Milliarden Euro jährlich,von denen der Anteil der Ver-mögensbesteuerung allein denLändern zugute käme.
SparpaketderBundesregierung:OhnesozialeBalance
Schwarz-gelbesSparpaketistunfairundgehrlich
Die Forscher des DIW belegen:Die Einkommensgegensätzezwischen ärmeren und reicherenHaushalten nehmen zu. Wihaben immer mehr Reiche, dieimmer reicher werden, und wir haben immer mehr Arme, dieimmer ärmer werden. Angst vor  Abstieg und Statusverlust sindbis weit in die Mittelschicht ver-breitet. Auch die Wissenschaftler vom DIW erkennen, dass dasSparpaket der Bundesregierungdie Spaltung der Gesellschaftweiter vertiefen wird. Mit einer solchen Politik sehen die Wis-senschaftler auf Dauer die ge-sellschaftliche Stabilität gefähr-det. Die Studie ist damit einweiteres großes Stoppschild für die Politik der schwarz-gelbenBundesregierung. Dass es auchanders geht, zeigt das Lob der Wissenschaftler für die erfolgrei-che Krisenpolitik, die die SPD inder letzten Bundesregierungdurchgesetzt hat. Die Abfede-rung der Wirtschafts- und Fi-nanzkrise hat eine weitere Pola-risierung bei den Einkommenverhindert, da wir mit zwei Kon-junkturpaketen und der verbes-serten Kurzarbeit mehrere hun-derttausend Beschäftigte in Ar-beit gehalten haben. Statt ein-seitiger schwarz-gelber Klientel-politik gegen die Schwächstender Gesellschaft muss jetzt einausgewogenes Konzept zur Haushalts-Konsolidierung her.
 
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Nach monatelanger Blockadevon CDU und CSU und nach-dem Arbeitsministerin von der Leyen mit einem Gesetzentwurf,der die Auflösung der Jobcenter vorsah, am Widerstand der Län-der gescheitert ist, besteht großer Handlungsdruck, damit die AR-GEn Rechtssicherheit bekommenund die Vermittlung aus einer Hand gesichert bleibt. Die SPDhat deshalb mit der Koalitioneinen Kompromiss zur Absiche-rung der Jobcenter verhandelt,der sehr nah an ihren ursprüngli-chen Forderungen liegt.Die gesetzliche Neuregelungermöglicht es, dass die Hilfe auseiner Hand für Langzeitarbeitslo-se erfolgreich weitergeführt wer-den kann. Gegen den Willenvon Schwarz-Gelb, die in ihrer Koalitionsvereinbarung die ge-trennte Aufgabenwahrnehmungvorgesehen hatten, können die ARGEn jetzt grundgesetzlichabgesichert und als gemeinsameEinrichtung zwischen Kommuneund Agentur für Arbeit weiterge-führt werden. Das neue Jobcen-ter ist künftig der Regelfall zur Betreuung von Arbeitsuchenden.Die derzeit bestehenden 69 Op-tionskommunen, die die Betreu-ung in eigener Regie wahrneh-men, werden entfristet. Zudemsollen in begrenztem Umfangweitere Optionen erglichtwerden. Insgesamt soll die kom-munale Trägerschaft nicht mehr als 25 Prozent der Aufgabenträ-ger im Bundesgebiet umfassen(inkl. der bestehenden 69 alsoinsgesamt 110 Optionskommu-nen).Der Betreuungsschlüssel in denJobcentern wird weiter verbes-sert. Dies gilt auch für die Opti-onskommunen. Hier konnte sicjdie SPD sich mit einem wichtigen Anliegen durchsetzen. Die ent-sprechende Betreuungsrelationwird gesetzlich verankert. AlsFestlegung für den Schlüssel sindvorgesehen: Ein Arbeitsvermittler für 75 erwerbsfähige Hilfebedürf-tige unter 25 Jahren und ein Arbeitsvermittler für 150 Hilfebe-dürftige, die das 25. Lebensjahr vollendet haben. Diese gesetzli-che Festlegung stärkt die indivi-duelle Betreuung und verbessertdie Chancen von Arbeitsuchen-den, wieder in Arbeit zu kom-men. Mit einem Änderungsan-trag wurden gegeber demursprünglichen Gesetzentwurnoch zwei Punkte geändert. Zumeinen soll das letzte Wort bei der Feststellung der Erwerbsfähigkeiteines Hilfebedürftigen nun nichtmehr der Medizinische Dienstder Krankenkassen haben, son-dern die Rentenversicherung.Zum anderen wurden Über-gangsfristen verändert. Leis-tungsträger, die bisher ihre Auf-gaben der Grundsicherung für  Arbeitsuchende getrennt wahr-nehmen, also nicht in Arbeitsge-meinschaften zwischen Kommu-nen und Bundesagentur für Ar-beit (ARGEn), haben nun bis31.12.2011 Zeit, sich zu ent-scheiden, ob sie sich in ARGEnumwandeln wollen oder in soge-nannten Optionskommunen,also kommunale Träger, dieLangzeitarbeitslose in Eigenregiebetreuen. Darüber hinaus sollder Begriff „Jobcenter“ künftigfür alle Träger der Grundsiche-rung, auch die Optionskommu-nen, verwendet werden.
GemeinsamerEntschließungsan-trag
Zusätzlich hat die SPD-Fraktion,gemeinsam mit den Fraktionender CDU/CSU und FDP einenEntschließungsantrag einge-bracht, in dem festgestellt wird:
dass sich die gemeinsameDurchführung der Grundsi-cherung r Arbeitsuchendedurch die der Bundesagentur für Arbeit zugehörigen örtli-chen Agenturen für Arbeit unddie jeweils zuständigen kom-munalen Trägern grundsätz-lich bewährt hat.
dass die gemeinsame Durch-führung daher als Regelfallfortgesetzt werden soll.Daneben sollen die bisher ineiner Experimentierklausel imSGB II geregelten Zulassun-gen von einzelnen Kommu-nen zur alleinigen Aufgaben-wahrnehmung verstetigt unddie Grundsicherung für Ar-beitsuchende von einer be-grenzten Anzahl von Gemein-den und Gemeindeverbändenauf ihren Antrag und mit Zu-stimmung der obersten Lan-desbehörde auch künftig al-lein wahrgenommen werdenkönnen.
dass die Zahl der Options-kommunen bezogen auf diebestehende Gesamtzahl der  Aufgabenträger im Bundesge-biet bis zu einem Viertelbetragen kann.
ReformderJobcenter
SeeheimerSpargelfahrteinvollerErfolg
Bei sommerlichen Temperaturensind die Bundestagsabgeordne-ten des Seeheimer Kreises mitvielen Gästen kürzlich zur 49.Spargelfahrt in den Wannseegestochen. Mit an Bord, dePräsidentschaftskandidat Joa-chim Gauck, Bundeskanzler a.D.Gerhard Schröder, der Frakti-onsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier und unser Parteivor-sitzender Sigmar Gabriel. „Der  Abend hätte schöner kaum seinnnen", so die Seeheim-Sprecher Garrelt Duin, PetraErnstberger und Johannes Kahrsim Einklang. Die Seeheim- Spar-gelfahrt war damit auch in die-sem Jahr wieder ein Riesener-folg.

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