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Dieschwarz-gelbeKoalitionhatam7.JunieinPapiermitzahlrei-chenAnkündigungenfürSpar-maßnahmenvorgestellt.WasMerkelundWesterwellenachwochenlangemStreitproduzierthaben,wirddenimmensenBe-lastungenderFinanzmarkt-undSchuldenkrisenichtgerecht.Schwarz-GelbzeigtkeinKrisen-bewusstseinundleitetkeinengesellschaftlichenNeuanfangein.EsfehlenweiterhineineWachstumsstrategiefürunserLandundderMut,Deutschlandgerechterzugestalten.
Union und FDP fallen beim The-ma Sparen als erstes Arbeitsloseund Familien ein. Die sollen jetztfür die schwarz-gelbe Klientelpo-litik zahlen. Die Koalitionärehaben sich dabei selbst als be-sonders mutig gelobt. DiesesPfeifen im Walde sollte immer misstrauisch machen. Dennnichts von dem, was angekün-digt wurde, ist bisher politischdurchgesetzt. Zudem bleibenüberall offene Fragen, wie die inTabellen zusammenaddiertenMilliarden-Summen tatsächlicherbracht werden sollen. Ange-sichts dieser beschämendenOrientierungslosigkeit und Unge-rechtigkeit kämpft die SPD für eine neue soziale Ordnung. Wir wollen einen neuen Lastenaus-gleich, der Schluss macht mitGünstlingswirtschaft und Privile-gien für die oberen Zehntau-send. Ein sozialer Ausgleich, der auch Spitzenverdiener und Ver-mögende steuerlich angemessenan der Bewältigung der Krisebeteiligt. Ein Pakt des Zusam-menhalts, der vor allem dasKapital als Verursacher der Krisenicht aus der Verantwortung für die Zukunft der Gesellschaftentlässt.
MutlosundvollerLuftbuchungen
Die Vorschläge sind schwammigund vage gerade dort, wo wirt-schaftlich Starke und Gewinner der Krise herangezogen werdensollen. Beispiel „Beteiligung“ der Banken: Die konkret genannteBankenabgabe ist eine Sonder-abgabe für einen Branchen-fonds, die nichts zur Konsolidie-rung des Haushalts beiträgt. Diedarüber hinaus versprochenen„weiteren Maßnahmen“ bleibenunbestimmt, und es ist schleier-haft, woher die angekündigten 2Milliarden Euro Mehreinnahmenab 2012 kommen sollen. Eineklassische Luftbuchung. DasErgebnis der Regierungsklausur ist äußerst dürftig und sozialhöchst unausgewogen:
Auch nach der Klausur bleibtvöllig unklar, wie die notwen-digen Verbesserungen imdeutschen Bildungswesenfinanziert werden.
Auch nach der Klausur bleibtvöllig unklar, wie der Bundes-beitrag zur Rettung der deut-schen Kommunen auch undgerade in der kurzen Fristaussieht.
An keiner Stelle werden Rei-chen und WohlhabendenKonsolidierungsbeiträge ab-verlangt.
Das Konsolidierungspaket der Regierung tut nichts für einegerechtere Verteilung der Kosten der Krise.
Das Paket ist in seinem Volu-men künstlich hochgerechnet:Luftbuchungen und Hoff-nungswerte gehen vor allemin den Jahren 2013 und2014 in die Milliarden.Das heißt: Das vorgelegte Paketwird nicht reichen, die Konsoli-dierungsvorgaben des Grundge-setzes („Schuldenbremse") einzu-halten. Weitere Sparpakete wer-den folgen müssen.
UnserePosition:KonsolidierenmitKompass
Schuldenabbau und Zukunftsin-vestitionen müssen und könnenseriös finanziert werden. ErsteSchritte nach unseren Vorstellun-gen dazu sind:
Klientelgeschenke ohneWachstumswirkung zurückneh-men. Die von Schwarz-Gelbim sog. „Wachstums-beschleunigungsgesetz“ anHoteliers, Firmenerben undgewinnverlagernde Konzernebeschlossenen Steuerprivile-gien sind zurückzunehmen.Dies ist die Gretchenfrage der haushaltspolitischen Glaub-würdigkeit der Bundesregie-rung. Einnahmeverbesserun-gen von 5,6 Milliarden Euro(für den Bund 1,8 MilliardenEuro).
Abbau umweltschädlicher Subventionen und Privilegiender Atomwirtschaft. Besteue-rung von Brennelementen mitEinnahmeverbesserungen vonmindestens 2,5 MilliardenEuro jährlich. Übertragung der Kosten für die Sanierung der Atommülllager Asse und Mors-leben auf die Urheber der eingelagerten Mengen mitEinsparungen von rund 4 Milli-arden Euro.
Einführung eines flächende-ckenden Mindestlohns. DieEinführung des Mindestlohnsdämmt Lohndumping auf Kos-ten des Steuerzahlers ein. Sokann man Subventionen ab-bauen, den Sozialstaat vor Missbrauch schützen und dieKaufkraft der Arbeitnehmer erhöhen. Einsparungen von biszu 1,5 Milliarden Euro bei denLeistungen für so genannte„Aufstocker“, also Menschen,die trotz Arbeit staatliche Un-terstützung beziehen müssen.(Auskunft BMAS vom Oktober 2008 bei einem Mindestlohnvon 7,50 Euro). Einnahmever-besserungen von mindestens 4Milliarden Euro bei den Sozial-versicherungen und eine Stei-gerung der Arbeitnehmerent-gelte (laut Studie des IAT von2006 für einen Mindestlohnvon 7,50 Euro).
Zur Bewältigung der Krisenlas-ten in den öffentlichen Haus-halten müssen die verantwortli-chen Akteure auf den Finanz-märkten ihren Beitrag leisten:Einführung einer Finanztrans-aktionssteuer zumindest auf europäischer Ebene. Einnah-meverbesserungen von rund12 Milliarden Euro.
Stärkere Beteiligung großer Einkommen und Vermögen. Anhebung des Spitzensteuer-satzes der Einkommenssteuer und stärkere steuerliche Betei-ligung großer Vermögen. Ein-nahmeverbesserungen je nach Ausgestaltung von mindestens5-10 Milliarden Euro jährlich,von denen der Anteil der Ver-mögensbesteuerung allein denLändern zugute käme.
SparpaketderBundesregierung:OhnesozialeBalance
Schwarz-gelbesSparpaketistunfairundgefährlich
Die Forscher des DIW belegen:Die Einkommensgegensätzezwischen ärmeren und reicherenHaushalten nehmen zu. Wir haben immer mehr Reiche, dieimmer reicher werden, und wir haben immer mehr Arme, dieimmer ärmer werden. Angst vor Abstieg und Statusverlust sindbis weit in die Mittelschicht ver-breitet. Auch die Wissenschaftler vom DIW erkennen, dass dasSparpaket der Bundesregierungdie Spaltung der Gesellschaftweiter vertiefen wird. Mit einer solchen Politik sehen die Wis-senschaftler auf Dauer die ge-sellschaftliche Stabilität gefähr-det. Die Studie ist damit einweiteres großes Stoppschild für die Politik der schwarz-gelbenBundesregierung. Dass es auchanders geht, zeigt das Lob der Wissenschaftler für die erfolgrei-che Krisenpolitik, die die SPD inder letzten Bundesregierungdurchgesetzt hat. Die Abfede-rung der Wirtschafts- und Fi-nanzkrise hat eine weitere Pola-risierung bei den Einkommenverhindert, da wir mit zwei Kon-junkturpaketen und der verbes-serten Kurzarbeit mehrere hun-derttausend Beschäftigte in Ar-beit gehalten haben. Statt ein-seitiger schwarz-gelber Klientel-politik gegen die Schwächstender Gesellschaft muss jetzt einausgewogenes Konzept zur Haushalts-Konsolidierung her.
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