IINIEDERSACHSEN
07|08/2010
vorwärts
am »Sparpaket« sind völlig ungeklärtund verharren im Status reiner Absichts-erklärungen. Reiche Erben, Vermögendeund Großverdiener werden zu 0% an derSanierung der Staatsfinanzen beteiligt.Weder eine Reform der Erbschaftssteuernoch eine Erhöhung des Spitzensteuer-satzes oder die Einführung einer Vermö-genssteuer sind Optionen für die Bun-desregierung. Auch der unsägliche ver-minderte Mehrwertsteuersatz für Hote-liers ist nicht zurückgenommen worden.Die schwarz-gelbe Bundesregierunghandelt nach dem umgekehrten Robin-Hood-Prinzip: Sie nimmt den Schwachenund gibt den Starken. Nachdem Erbenund Hoteliers gut bedient wurden, müs-sen Arbeitslose und Familien jetzt dieGegenfinanzierung übernehmen. Das istmenschlich armselig und politisch ver-heerend, weil es den Zusammenhaltunserer Gesellschaft gefährdet.Angesichts dieser Ungerechtigkeitenkämpft die SPD für eine neue soziale Ord-fahrtsverbände und ihre Einrichtungen,die Zivis einen Platz bieten, umorganisie-ren und neu strukturieren. »Das geht nur,wenn die Bundesregierung ihre Zusage,die Freiwilligendienste zu stärken,schnellstmöglich einlöst.«Für die angestrebte Stärkung undden Ausbau des Freiwilligen SozialenJahrs ist eine finanzielle Umschichtungund bessere Unterstützung nötig - nichtzuletzt auch für eine wirksame Öffent-lichkeitsarbeit, um den jungen Leuten zuzeigen, wie attraktiv ein soziales Bil-dungs- und Orientierungsjahr ist. »Sozi-ales Engagement, gerade auch in jungenJahren, ist eine Grundlage für eine sozi-
Armut in Deutschland hat viele Gesichter– denn jeder achte Bürger in unseremLand ist direkt oder indirekt von Armutbetroffen. Auf diese Tatsache und ihreFolgen möchte die AWO den Blick richten,und zwar sprichwörtlich: Der AWO Foto-wettbewerb »Arm in einer reichen Gesell-schaft« ruft Profis wie ambitionierte Hob-byfotografen und junge Talente auf, ihrenBlick für die immer größere Kluft zwischenArm und Reich in unserem Land zu schär-fen und sich kritisch und kreativ mit die-
nung mit einem neuen Lastenausgleich,der Schluss macht mit Günstlingswirt-schaft und Privilegien. Was wir brauchenist ein Pakt des Zusammenhalts, der vorallem das Finanz-Kapital als Verursacherder Krise nicht aus der Verantwortungfür die Zukunft unserer Gesellschafftentlässt. Die von der Bundesregierungins Auge gefasste Bankenabgabe in Höhevon 2 Milliarden Euro ab 2012 sind daeine klassische Luftbuchung, denn dieRegierung verschweigt, woher dieseMehreinnahmen kommen sollen.Eine angemessene Beteiligung derFinanzbranche an den Kosten der Krisen-bewältigung sieht anders aus. Mit einerFinanztransaktionssteuer könnten jähr-liche Einnahmen von 10 bis 20 MilliardenEuro erzielt werden. Das wäre ein Lasten-ausgleich, der den Namen verdient. Inder vorliegenden Form ist das groß auf-geblasene Sparpaket ein Soufflé, dasbeim Anblick der Realität jämmerlich insich zusammenfällt.
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ale Gesellschaft«, unterstreicht die AWOin Niedersachsen. »Gemeinsam wollenund müssen wir den jungen Menschenvermitteln: Es ist attraktiv sich für sozialeBelange einzusetzen! Man lernt viel fürsich und andere. Und nicht zuletzt: Es istein zukunftsträchtiges Berufsfeld mitvielen Perspektiven.«Allerdings braucht der Umbau Zeit. Inder Zwischenzeit würden zweifellos eini-ge der Tätigkeiten, die Zivildienstleisten-de zusätzlich erbringen, wegfallen. »Hiererwarten wir im Rahmen des Prüfauf-trags das Angebot von Übergangslösun-gen«, unterstreichen die drei niedersäch-sischen AWO Bezirksverbände.
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sem Thema auseinanderzusetzen. Zieldes Wettbewerbs ist es, die Wahrneh-mung und das öffentliche Bewusstein fürdie Ursachen und Folgen der Armut zu för-dern – also Augen auf und mitgemacht!Der Wettbewerb findet im Rahmendes »Europäischen Jahrs gegen Armutund soziale Ausgrenzung« und mit Unter-stützung des Deutschen Verbandes fürFotografie statt. Es winken tolle Preise, dieprominent auf der Messe »photokina«verliehen werden. Einsendeschluss ist der15. August.
Anmelden, mitmachen, gewinnen! AlleInfos unter:AWO-Fotowettbewerb.org
Konjunkturförderndist das nicht!
Das pauschale Einfrieren der Eingliede-rungsmittel auf dem Niveau von 2006schreddert die aktive Arbeitsmarktpoli-tik und wird zu höherer Arbeitslosigkeitführen. Die für den Bereich der Bun-desagentur für Arbeit beschlossenenEinsparungen in Höhe von 1,5 MilliardenEuro könnte die Verkürzung der Bezugs-zeit des Kurzarbeitergeldes mit sich füh-ren oder die Umwandlung von Pflichtlei-stungen der BA in Ermessensleistungen.Das beträfe das Altersteilzeitgeld oderberufliche Reha-Maßnahmen.Den sehr konkreten 30 MilliardenEuro, die bei Arbeitsmarkt- und Sozialpo-litik gekürzt werden soll, stehen knapp20 Milliarden Euro gegenüber, die Unter-nehmen zur Haushaltssanierung bei-steuern sollen. So über die Brennelemen-testeuer, die Luftverkehrsabgabe undeine Bankenabgabe. Die Rahmenbedin-gen zur Erhebung dieser Beteiligungen»So sprunghaft und kurzfristig, wie dieRegierung jetzt das Ende von Wehr- undZivildienst diskutiert, ist ein großes Chaosfür die jungen Leute und für die Verbändezu befürchten«, kritisiert Jochen Flitta,Geschäftsführer der ArbeiterwohlfahrtBezirksverband Hannover e.V. »Doch mit-telfristig steckt auch eine große Chancedarin: Die Stärkung der Freiwilligendien-ste, um das soziale Engagement und auchdie Berufsorientierung für junge Men-schen zu fördern«, ergänzt sein Kollege ausdem AWO Bezirksverband Braunschweig,Rifat Fersahoglu-Weber.Tatsache ist: Ein Zivi, der am 1. Augustseinen Dienst antreten wird, hat einenEinberufungsbescheid für 9 Monate. Erweiß aber aus der Zeitung, dass er nurnoch 6 Monate Dienst haben wird unddann eine freiwillige Verlängerungsmög-lichkeit. Zugleich liest er jetzt aber, dassder Dienst vielleicht ganz abgeschafftwird – »Wie soll man da eine Entschei-dung treffen über Ausbildung, Studiumoder Arbeitsplatzsuche?«, bemängeltThomas Elsner, Bezirksgeschäftsführer inWeser-Ems, den andauernden Hickhackum Verkürzung, Aussetzung oderAbschaffung der Wehrpflicht und diedamit verbundenen Unsicherheiten überdie Zukunft des Zivildienstes.»Die jungen Männer brauchen end-lich Klarheit! Und die Zivildienst-Trägerund Verbände brauchen ein schlüssigesGesamtkonzept für den Umbau vomPflicht- zu den Freiwilligendiensten«,betont die AWO. Intern müssen die Wohl-
AWO IN NIEDERSACHEN: »STÄRKUNG DERFREIWILLIGENDIENSTE SCHNELL UMSETZEN«
Gabriele Lösekrug-MöllerMdBFortsetzung von Seite 2
AUGEN AUF
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– AWO FOTOWETTBEWERB»ARM IN EINER REICHEN GESELLSCHAFT«
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Soziales Engage-ment gerade auchin jungen Jahrenist eine Grundlagefür eine sozialeGesellschaft.
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