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Evola, Julius - Revolte Gegen Die Moderne Welt (1935) [de]

Evola, Julius - Revolte Gegen Die Moderne Welt (1935) [de]

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07/17/2013

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Julius Evola
Revolte
gegen die moderne Welt
 
Einführung
Über den «Untergang des Abendlandes», die Krise der heutigen Kultur,über ihre Gefahren, ihre Zerstörungen und Entfremdungen zu sprechen, istseit einiger Zeit beinahe zur Mode geworden. Ebenso gerne macht manProphezeiungen über die Zukunft Europas und der Welt und erläßt auchAufrufe zur «Verteidigung» der einen oder anderen Sache.In der Regel ist in alldem wenig mehr als intellektueller Dilettantismus zufinden. Nur zu leicht ließe sich zeigen, wie oft dabei wahre Prinzipien fehlen;wie vieles von dem, was man auf der einen Seite ablehnt, gerade in dementhalten ist, was die Mehrheit derer, die auf Gegenaktion dringen, auf deranderen Seite wieder vertritt; wie wenig gewußt wird, was man will, und wiesehr man dagegen irrationalen Impulsen erliegt - ganz besonders, wenn manzur «Praxis» übergeht und mit undisziplinierten, gewalttätigen Demonstra-tionen beginnt, die Ausdruck eines «Protestes» sind, der vielfach allumfas-send sein will, währenddessen er nur auf Folge- und Enderscheinungen derallerletzten Zeit und Kulturstufe eingeht.Wenn es auch unüberlegt wäre, in derartigen Vorgängen etwas Positiveszu erblicken, so haben sie doch unbestreitbar den Wert eines Symptoms. Siezeigen, daß der Boden unter unseren Füßen, der bis jetzt als fest galt, zuwanken beginnt und die idyllischen Zukunftsvorstellungen eines «Fort-schrittglaubens» nicht mehr aufrechtzuerhalten sind. Aber ein unbewußterAbwehrinstinkt hält von der Überschreitung einer bestimmten Grenze zu-rück, gleich der Macht, die die Schlafwandler daran hindert, den Abgrund,den sie entlanggehen, wahrzunehmen. Noch ist es nicht möglich, über eingewisses Maß hinaus zu «zweifeln», und gewisse intellektualistische oderirrationale Reaktionen scheinen dem modernen Menschen quasi gestattet zusein, um ihn abzulenken, um ihn auf seinem Wege zu jener allumfassendenund furchtbaren Vision aufzuhalten, die ihm die heutige Welt nur als einenleblosen Körper zeigt, der einen Abhang hinabstürzt, wo ihn bald nichtsmehr aufzuhalten vermag.Es gibt Krankheiten, die lange im Verborgenen wirken und erst dannoffenbar werden, wenn ihr unterirdisches Werk beinahe vollbracht ist.Genauso verhält es sich mit dem Niedergang des Menschen längs der Wege,die er als Kultur par excellence rühmte. Wenn die moderne Welt
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erst heuteein dunkles Schicksal für das Abendland zu erahnen beginnt, so haben dochschon seit Jahrhunderten Ursachen gewirkt, die die geistigen und materiellenBedingungen eines Niederganges so weit festgelegt haben, daß den meistennicht nur die Möglichkeit einer Revolte und einer Rückkehr zum Normalzu-
' Wir sagen: «Die moderne Welt», weil, wie wir sehen werden, der Gedanke eines
Abstieges,
eines fortschreitenden Sich-Entfernens von einem höheren Leben und das Gefühl des Herein-bruches noch härterer Zeiten für die zukünftige Menschheit, dem traditionalen Altertum sehrwohlbekannte Themen waren.
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stand genommen ist, sondern auch und vor allem von ihnen gar nicht mehrverstanden werden kann, was Normalzustand und Gesundheit eigentlichbedeuten. Wie aufrichtig also auch die Absicht einiger sein mag, die heuteAlarm rufen und sich erheben, so wenig ist es möglich, sich Illusionen überihre Ergebnisse zu machen. Es ist nicht einfach, sich darüber klar zu werden,bis zu welcher Tiefe man graben muß, bevor man auf die erste und einzigeUrsache stößt, die naturgegeben und notwendigerweise diese Folgen habenmußte, und zwar nicht nur da, wo ihr negativer Aspekt jedermann klar ist,sondern auch bei den so vielen anderen Auswirkungen, die auch die kühn-sten Geister nicht aufhören, als ihre eigene Grundlage hochzuhalten, unddenen sie selbst Zugang zu ihrer Art zu denken, zu fühlen, zu lieben geben.Man «reagiert», man «protestiert». Wie könnte man auch davon absehenangesichts bestimmter verzweifelter Aspekte der heutigen Gesellschaft, Mo-ral, Politik und Kultur? Aber es handelt sich eben nur um «Reaktionen»,nicht um
Aktionen,
nicht um positive, vom Inneren ausgehende Kräfte, dieden Besitz einer Grundlage, eines Prinzips, eines Zentrums anzeigen wür-den. Man hat im Abendlande schon zu lange mit Kompromissen und«Reaktionen» gespielt. Die Erfahrung hat gelehrt, daß damit nichts erreichtwerden kann, was wirklich wichtig wäre. Es geht nicht darum, daß man sichim Totenbett auf die eine oder andere Seite wälzt, sondern darum, daß man
erwacht 
und sich erhebt.Die Dinge sind heute an einem Punkte angelangt, daß man sich fragt, werdenn noch fähig sei, die moderne Welt nicht nur in einem ihrer Teilaspektewie «Technokratie», «Konsumwelt» etc. zu erfassen, sondern als Ganzes,auch die den letzten Sinn umfassende Gesamtheit. Nur das könnte einwahrer Anfang sein.Aber dazu muß man aus dem Zauberkreis ausbrechen, das
Andere
erfassen können, sich neue Augen und neue Ohren für Dinge schaffen, diedurch die Entfernung unsichtbar und unhörbar geworden sind. Nur wennman auf die Bedeutungen und die Anschauungen zurückgeht, die herrsch-ten, bevor sich die Ursachen der heutigen Kultur bildeten, wird man einenabsoluten Bezugspunkt finden, den Schlüssel für das tatsächliche Verständ-nis aller modernen Verirrungen, und gleichzeitig wird man den festen Dammhaben, die unbrechbare Widerstandslinie derer, denen es trotz allem gege-ben sein wird, aufrecht zu bleiben. Heute zählt einzig und allein das Werkdessen, der sich auf den Gipfellinien zu halten vermag: Fest in den Prinzi-pien, unzugänglich für jedes Zugeständnis, gleichgültig gegenüber den Fie-bern und Krämpfen, gleichgültig gegenüber dem Aberglauben und dem«Sich-Selbst-Verkaufen», nach deren Rhythmus die letzten Generationentanzten. Nur das schweigsame Standhalten der Wenigen zählt, deren uner-schütterliche Gegenwart als «Steinerne Geladene» dazu dient, neue Bezie-hungen, neue Distanzen und neue Werte zu schaffen, einen Pol zu bilden,der, wenn er sicherlich auch nicht diese Welt von Verirrten und Ruhelosendaran hindern wird, zu sein, was sie eben ist, so doch dem einen oderanderen das Erlebnis der Wahrheit geben wird, ein Erlebnis, das vielleichtauch den Beginn einer befreienden Krisis darstellt.
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