Niedersächsischer Landtag - 16. Wahlperiode - 76. Plenarsitzung am 1. Juli 2010
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(Beifall bei der SPD und bei denGRÜNEN)Ein dritter Vorschlag: In der Wirtschafts- und Wis-senschaftspolitik geben Sie jetzt ein Innovations-konzept in Auftrag, um den Wissenstransfer zufördern. Was war denn mit Ihrem Innovations-fonds? - Der scheint gescheitert zu sein. Kein Wortvon Ihnen dazu in dieser Regierungserklärung!Oder die Förderung des Ehrenamtes, des ehren-amtlichen Engagements: Sie bilden jetzt mit denkommunalen Spitzenverbänden eine Gesprächs-runde.Oder in der Familienpolitik lassen Sie jetzt eineBestandsaufnahme erstellen, um Strukturen zuprüfen,(Dr. Gabriele Andretta [SPD]: Mutig!)also Doppelstrukturen, die Sie in Niedersachsenselber eingeführt haben.(Lebhafter Beifall bei der SPD und beiden GRÜNEN)Um die Zusammenarbeit von Ärzten, Krankenhäu-sern und Pflegediensten zu fördern, soll zukünftigmindestens in einer Region ein Modellprojekt für die Gesundheitsversorgung auf den Weg gebrachtwerden.In der Migrationspolitik lassen Sie jetzt eine Infor-mationskampagne vom Stapel. Die Berufsbilder des öffentlichen Dienstes sollen dadurch bekann-ter gemacht werden.Finden Sie nicht, Herr Ministerpräsident, dass dasfür eine Regierung nach sieben Jahren ein biss-chen dürftig ist?(Lebhafter Beifall bei der SPD undZustimmung bei den GRÜNEN)Der Titel Ihrer Regierungserklärung war: „Mut zur Verantwortung“. Was wir gehört haben, war höchs-tens Mut zur Verwaltung und zur Bildung von Ar-beitsgruppen.(Lebhafter Beifall bei der SPD und beiden GRÜNEN)Herr McAllister, in der
Hannoverschen AllgemeinenZeitung
vom Sonnabend gibt es ein wunderbaresZitat von Ihnen: Das schönste Amt ist das Amt desSchützenkönigs in Bederkesa.(Ministerpräsident David McAllister [CDU]: Waren Sie schon da?)- Ich bin schon einmal durchgefahren. - Spätestensab 2013 werden Sie dafür wieder viel mehr Zeithaben. Denn Sie sind ein Ministerpräsident desÜbergangs!(Starker, lang anhaltender Beifall beider SPD, bei den GRÜNEN und beider LINKEN)Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, esliegen wahrlich große Herausforderungen desLandes vor uns. Dazu will ich sechs benennen: dieBewältigung des demografischen Wandels - auchSie erwähnten sie -, die Perspektive des Wirt-schafts- und Wissenschaftsstandortes Niedersach-sen, die Zukunft der Schule, die Energiepolitik undder Klimaschutz, die Frage der sozialen Gerechtig-keit - das Stichwort tauchte bei Ihnen nicht auf -und schließlich die Finanzierung der öffentlichenHaushalte.Diese Fragen müssen wir ab heute wirklich ent-schlossen angehen. Dann werden wir morgenAntworten für die Zukunftsfähigkeit Niedersach-sens haben, liebe Kolleginnen und Kollegen.(Lebhafter Beifall bei der SPD)Zum demografischen Wandel, Herr Ministerpräsi-dent: In der letzten Wahlperiode waren Sie dochan den Ergebnissen aus der Enquetekommissionzum demografischen Wandel wirklich interessiert.Warum haben Sie gerade jetzt keine Antworten auf die dadurch verursachten Probleme? - Ich gebeIhnen eine Erklärung dazu: Sie selbst haben dieEntwicklung sehr lange verkannt. Sie haben keineAntworten auf die unterschiedliche Entwicklung der Lebensbedingungen in den Regionen Niedersach-sens. Ihnen fehlt ein Gesamtkonzept für das Land.Sie stellen keine passgenauen Hilfestellungen für die Regionen zur Verfügung. Es fehlen öffentlicheUnterstützungsmodelle für die Sicherung der Da-seinsvorsorge. Auch die Verwaltungsstrukturensind nicht durchdacht. Und Sie haben überhauptkeine Aufgabenanalyse und damit auch kein Ge-samtkonzept für eine zukunftsfähige öffentlicheVerwaltung!(Starker Beifall bei der SPD und beiden GRÜNEN - Johanne Modder [SPD]: So ist das!)Sie erwähnten die Politik mit den Fusionsprämienvon Herrn Schünemann. Aber Sie können dasdoch nicht ernsthaft als einen Versuch für die Ge-staltung des Landes ansehen! Sie müssten wirklicheinmal Farbe bekennen, wie die kommunaleSelbstverwaltung in Zukunft aussehen soll. Oder
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