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 K F Z
# 12010
 D   d  R, D d s!
Das sch wierige Leben der  freien Szene
W f
Au f  Trink tour durch die Kal ts tar t-Spielor te
W s d s Gz  s
Programm,  Vorschauen und In ter vie ws zum Fes ti val
 
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Editorial 
Aus, aus, das Spiel ist aus! Ein paar Mal kommt das schöne Wort „Fußball“ noch vor in dieser ersten Ausgabeder KALTSTART HAMBURG 2010 Festivalzeitung (KFZ). Dann ist aber auch mal Zeit für was anderes.Nämlich für: Theater. Für Dramen und Performances, Textächen und Rockopern. KALTSTART HAMBURG2010 -- ein Festival aus vier Festivals plus Specials. Eines ist die KFZ. Das übergreifende Organ, das helfensoll, alles zu Einem zu machen.Zwei Wochen Festival, 120 Veranstaltungen. Das kann kein Mensch alles sehen, auch die KFZ-Redaktion nicht.Gut aber, dass wir den Kanal nicht voll kriegen können. Ein Haufen Kulturjournalismus-StudentInnen und--AbsolventInnen von der Uni Hildesheim, ein Blogger, eine Designerin, ein amtierender und ein zukünftigerVolontär vom Tagesspiegel in Berlin -- wir alle stürzen uns kopfüber ins Festival, schwimmen drin rum -- undschreiben drüber. Jeden zweiten Tag in der KFZ.Und heute in der allerersten Ausgabe! Auf dem Menü: Fingerpuppen für den Kulturkampf am Küchentisch.Weissagen über das Festival im Allgemeinen (Seite 3) und ausgewählte Stücke im Besonderen (Seiten 4 bis 7).Feucht-fröhliche bzw. hohläugige Ortsbegehungen (Seiten 10/11). Dazu Tipps und Tricks und Unterhaltung.A propos Unterhaltung: Schreibt uns doch, wie EUCH die Stücke gefallen haben! Oder wenn Ihr andererMeinung seid als unsere Rezensenten und Reporter. Oder wenn ihr gleicher Meinung seid. Werft Eure Liebes-briefe, Lebensbeichten, Gedichte und Ideen einfach in den KFZ-Briefkasten im Haus III&70. Oder geht insInternet und spammt uns mit Kommentaren zu! Texte, Farbfotos und exklu-siven Online-Wahnsinn gibt esunter www.kaltstart-hamburg.de/blog
DISKURS ZUR HAND #1Jede Ausgabe gib t es einen Diskurs aus dem He f t zum Nachspielen  fürZuhause. Ein fach ausschneiden, sch warze S trei fen hin ten zusammen-kleben, über den Finger ziehen - und loss trei ten. Heu te:  Thea ter-macher gegen neoliberale En tschei-dungs träger und ihren Kürzungsz wang.Siehe auch Sei te 12
Theatergucker! Theatermacher!Fans und Friends! -innen!
Schönes Festival Euch - und viel Spaß beim Lesen!
Die Re.
 
Kaar 
 w   g !
Und so was soll eine Nixe sein! Anstatt auf einem Stein undeinen Erlöser zu warten, wie es unter Seejungfrauen seitSagen-Jahrhunderten Sitte ist, operiert die Kaltstart-Nixeselbstbewusst in ihrem feuchten Milieu. Allein dieser Blicküber die Schulter! „Komm mit“, sagt er, „in ein Reich desUnbedingten, des Unverstellten, des Unvorstellbaren undder Unzucht! Folge mir in ein Leben, wilder als deins!“ Dazupeitscht ihr Schwanz mit der Fluke durchs Meer. PrallerBusen, wilde Mähne, Benzinkanister - wir müssen kein ora-kelnder Oktopus sein, um die Gefahr zu spüren, die von dieserNixe ausgeht. Solide Prognostiker, die wir sind, wissen wirsofort: Das Weib will uns fertig machen. Und zwar so richtig.Über 120 Veranstaltungen an 14 Abenden stellen eine be-wusste Überforderung des Wahrnehmungsapparates dar.Man ertrinkt in Theater! Die Zermürbung der Aufnahmefähig-keit ist Programm des ausufernden Programms von Kalt-start, das Fehlen eines Festivalzentrums und die Untertei-lung in vier Sub-Festivals plus zwei zusätzliche Plattformenverstärkt diesen Eindruck noch: Keiner von uns wird Kaltstartvollständig erfassen, ordnen und durchschauen können.Wir sind hier, beim Kaltstart-Festival 2010, in einer wilden,abgründigen Welt. Das gilt es, von Vornherein zu akzeptieren.Erst dann können wir versuchen, nach Orientierungspunktenzu suchen.
Scie i u ee Errike 
Zuerst nden wir: Schiffe. Was auf dem Meer erstmal soschlecht nicht ist, besagt doch eine alte Seefahrerweisheit,dass Schiffe gut gegen Ertrinken sind. Fünf von ihnen sollenuns im Programmheft Orientierung geben. Für die SparteKaltstart Pro, die Plattform für junges professionelles Thea-ter, fährt ein robustes Dampfschiff vorweg. Kaltstart Finale,das Inszenierungen der Deutschen Theaterakademie präsen-tiert, ist sinnigerweise ein Segelschulschiff, Fringe, die Ru-brik für die freie Szene, ein Freibeuterschiff. In dieser Logikgeht es weiter: Die Jugend-Sparte Youngstar ist ein kleinerOptimist, und die Lounge der Theaterautoren ein Tretboot.(Kennt man ja, diese Theaterautoren: Den ganzen Tag Bötchenfahren, Enten füttern, abends drei Seiten schreiben.)An Deck der einzelnen Schiffe wird es überraschend gesittetzugehen: Das Programm des Eisbrechers Kaltstart Pro etwaliest sich fast wie ein Jugendbuchregal aus den 1980ern:ernst, deutsch und mit einem Hang zu Hitler. Es gibt wenig(Form-)Experimentelles, dafür viel problemorientiertes Au-torentheater: Stücke mit Handlung, die mal in der WeimarerRepublik („(K)ei(n)land)“), mal nach einem Atomschlag imBunker („After the end“) und mal im Neuköllner Ghetto(„Arabboy“) spielen. Es gibt Stücke über Demenz (Nis-Momme Stockmanns „Der Mann, der die Welt aß“) ebensowie über Kindheiten in der DDR (Sibylle Bergs „Hab ich direigentlich schon erzählt...“) sowie über Nazis und Missbrauch(Jakob Arjoums „Hausaufgaben“). Anders traditionell wird esauf dem Großsegler Finale zugehen: Hier treffen wir auf diein jungen Avantgarden altbekannten Phänomene des unaus-sprechlichen Stücktitels („wunde.es.heim innen/nacht“) so-wie des unverständlichen Vorschautextes: „Ob es wohl witzigist, wenn Einer beim Singen stirbt? Ob unsere Beziehungendenn besser funktionieren würden, wenn wir alle, statt zusprechen, singen werden? Zwei Regisseure und viele Musikerim Auftrag musikgeschichtlicher Bergungsarbeiten unter-wegs in Richtung Theater. Ohne Mozart.“ Wer hier sagt „Nee,hat ja auch niemand behauptet, dass das mit Mozart wäre.Warum auch?“ sollte lieber erzittern ob der Formenvielfaltdes Finales: Von Tanz- über Musiktheater bis hin zu Filmen,von Klassikerinszenierungen bis hin zu Performances undLesungen ist alles dabei.
Die Arei ein ac e Feiva 
Wir könnten noch ewig so weiter orakeln. Wie es etwa wird,wenn sich im Rahmen der Fringe-Performance „Rebecca“eine Künstlerin 48 Stunden in einen Keller einsperrt, um dasLeid einer 1590 zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteiltenHexe zu „versinnlichen“, interessiert uns brennend. Auch undvor allem, weil der kühle Keller des „Lokals“ bei den prognos-tizierten Temperaturen der einzige Spielort sein wird, wo mansich sein Leiden noch erarbeiten muss. Aber lassen wir das.Suchen wir lieber nach (Diskurs-)Bojen im Kaltstart-Meer:Einiges, das den Affen im Titel führt. Karl May taucht gleichzweimal als Protagonist auf, auch Büchners „Woyzeck“ wirdzweimal inszeniert. Es gibt Bearbeitungen antiker Stoffe undInszenierungen, die ihr eigenes Gemachtsein reektieren.Intermedialität und Hybridformen sind ein großes Thema –Am Ende werden wir jedoch merken, dass das alles nichtsbringt. Denn Kaltstart wird einfach zu vieles sein: zu vielPerformance, zu viel Autorentheater, zu viel Professionelles,zu viel Amateurhaftes, zu viel Begeisterndes, zu viel Enttäu-schendes. Vielleicht wird Kaltstart das erste Festival sein,bei dem die Hauptarbeit des Publikums vor und nach demVorstellungsbesuch beginnt: Wenn es versuchen muss, dieVielfalt der Eindrücke in seine Horizonte einzuordnen — jenendes Festivals, des Theaters, schließlich der Gegenwart. Vordieser Flut werden alle kapitulieren müssen. Der Plan derNixe — uns hinab zu reißen in den Theaterstrudel — ist dannaufgegangen.
Ein Prognosenessa y zum Festi valstart  von Jo Schneider
Seie 
Drei 

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