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KFZ - Kaltstart-Festivalzeitung / # 03 / 1. Jahrgang

KFZ - Kaltstart-Festivalzeitung / # 03 / 1. Jahrgang

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Published by Khesrau
Die Zeitung des Kaltstart-Festival 2010 in Hamburg.
Die Zeitung des Kaltstart-Festival 2010 in Hamburg.

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07/21/2010

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 K  s  
 K F Z
 F  s vz g 
 D s  D
Sechs e xplosi ve Sei ten zur Au torenlounge
 s z
Der KF Z-Kleinanzeigenmark t
 
 U  sü zd  B f s
 Wie das Fes ti val das  Thea ter zur Par t y mach t
 Fr 16.  -  So 1 8. Ju l i
 
1.   g 
#  32010
 
02 / 03
Editorial 
wie geht es Dir/Euch? Uns geht es gut. Das Wetter ist wechselhaft, das Essen lecker und das Theater super. Indieser Ausgabe der KFZ haben wir wieder gaaaanz viele Stücke rezensiert oder anderweitig als Textvorlagebenutzt (Seiten 10 bis 13). Man rennt ja über dieses Festival wie über einen Jahrmarkt: Überall blinkt und ruftund klingelt es, man kommt irgendwann nachts nach Hause -- und schreibt dann ganz entspannt noch einpaar Artikel. Lies/Lesen Sie selbst!Man kann sich aber natürlich auch mal einen Tag lang mit mehreren Stapeln eng bedruckter A-4-Blättersowie einer schönen Tasse echtem Bohnenkaffee auf einen Gartenstuhl setzen und Theaterstücke lesen --um sich anschließend den einen oder anderen Gedanken über den Zustand der Jungen Deutschen Dramatikzu machen (Seiten 8 und 9) -- schließlich ist am Freitag und Samstag die KALTSTART-AUTORENLOUNGE imTerrace Hill, mit Lesungen von Gerhild Steinbuch, Claudia Grehn und Darja Stocker, Dirk Laucke und DavidRichter, Pia Hierzegger, Laura Naumann, Ulrike Syha, Johan Heß, Ursula Kohlert, Jens Nielsen und NoraMansmann. Toll! Wir haben sogar zwei Interviews zum Thema (Seiten 6 und 7)Danach ist jeweils Party, jeweils im Terrace Hill. Mit DJ und Konzert und Getränken (nur Limo, Mama!). Wie jaeigentlich das ganze Festival eine Theaterfeier ist, mit (alkoholfreiem) Bier und Schifferklavier, draußen unddrinnen, zu Fuß und zu Pferd (siehe Titel). Und irgendwie auch ein bisschen wie ein Konzert: live, laut, hand-gemacht. Mehr zum Thema auf den Seiten 3 und 14.
DISURS ZUR HAND #3 Jede Ausabe ibt es einen Diskus aus dem Het zum Nachspielen ü Zuhause. Einach ausschneiden, schaze Steien hinten zusammen-kleben, übe den ine ziehen und lossteiten. Heute:  June Damatike s. Reietheate hie eteten on laus emann).
Liebe Kuturcaende, iebe Partgemeinde, halo Mama,
In diesem Sinne: Freude im Gebäude!
Die Red.
 
Kattart 
 T          f 
Über den Unplugged-Gedanken des KALTSTART-Festi vals
fällt da auch eine Flasche um, und hin und wieder klingeltauch ein Handy, weil man vor lauter Clubgefühl ganz vergisst,die Dinger auszuschalten. Aber wenn es schonmal klingelt,dann kann man ja auch rangehen, könnte ja wichtig sein.Das KALTSTART ist als Unplugged-Festival im deutschspra-chigen Gebiet einzigartig. Das Körber Studio Junge Regie n-det in den altehrwürdigen Räumen des Thalia Theaters statt;die unzähligen Produktionen, die beim 100° Berlin gezeigtwerden, gehen im Hebbel am Ufer und in den Sophiensälenauf die zwar jüngeren, aber ähnlich standardisierten Büh-nen. Beide Festivals ziehen in erster Linie ein theaterafnesPublikum an – theaterferne Zuschauer werden nicht gezieltangesprochen. Das KALTSTART dagegen bespielt Lieblings-clubs und Schulen, Strandbars und Bibliotheken und geht (imOPEN AIR Special) auch auf die Straße. Die Leute müssen alsonicht erst dahin kommen, wo das Theater sich die Ehre gibt– es reicht, sich auf dem Barhocker ein paar Zentimeter wei-ter zu drehen. So entsteht ein Publikum, das sich nicht immerwie ein Theaterpublikum verhält, sondern wie aufmerksameClubgäste. Die umfallenden Bieraschen, die telefonierendenZuschauer, die quietschenden Stühle – Hintergrundge-räusche, die Teil des Geschehens sind, die die Bühne als Ortder heiligen Verkündung entmachten.
Das lila Monster gehört jetzt dazu
Dazu muss man sich als Schauspieler verhalten, genausowie zu dem Raum, der seine eigene Präsenz einfordert. Werversucht, das lila Monster zu überspielen, der scheitert. Denndas lila Monster, das gehört jetzt genauso zum Superzeichenwie der Schauspieler. Das als Herausforderung zu begrei-fen, als Chance, ist die Aufgabe, die das KALTSTART seinenTeilnehmern stellt: Eine neue, eine einmalige Variante desStücks zu kreieren. In der Musik kann man ja mit herausgezo-genem Stecker auch nicht einfach das zupfen, was man sonstauf die E-Gitarre schrammt. Da sollte man schon mindestensein kleines Cello daneben setzen.Und so entsteht in derVerbindung des Theaters mit dem ungewohnten Raum etwasNeues, Drittes. Wir gehen hinunter in den dunkel geiesten,mufgen, düsteren Clubkeller des Haus III&70 oder steigenhinab in die beklemmende Enge eines nuklearen Strahlen-schutzbunkers. Wir sitzen im Waagenbau und verstehen inder Dunkelheit, wie traurig ein Ponyleben sein kann, in demman mit der angeblich ultimativen Show durch Clubs wie die-sen tingelt. Wir schwitzen im 13ten Stock und stellen plötzlichfest, dass der tätowierte Barkeeper ebenso gut ein Schau-spieler sein könnte. Und dann klingelt mein Handy. Aber dageh ich jetzt mal gerade nicht ran.
von Clara Ehrenwerth
Haus III&70, Anbau: Auf der Bühne wird geschillert und ge-räubert, was das Zeug hält, die Rüschenhemden blitzen weißund rein, der Arm wird zum Monolog gehoben – aber dahintersteht keine naturalistische Waldkulisse und auch keine meta-phorische Waldkulisse aus Plastikaschen oder so, dahintersteht nicht mal einfach gar nichts, was ja auch immer geht,assoziationsoffener Raum et cetera. Nein: Auf der Clubwand,die heute zur Bühnenrückwand umfunktioniert wurde, jagenund zereischen sich mehrere Monster in türkis und lila,Zeichenstil irgendwo zwischen Surrealismus und Soziokultur.Normalerweise wird hier unten Musik aufgelegt. Wir versu-chen, den Raum auszublenden, wegzudenken, wo er doch Teildes theatralen Superzeichens sein sollte. Wirkt das über-haupt noch, wenn einer vor den malerischen Überbleibselneiner verlorenen Neunzigerjahrejugend mit großer Geste re-zitiert: „Ich habe große Rechte, gegen die Natur ungehalten zusein“? Wenn vor der Tür die Flipperhühner gickern? Wünschtman sich da nicht aller Zumutungen ledig ins klimatisierteund sitzgepolsterte Stadttheater zurück?
Nirvana ohne Stecker? Legendär!
Wer als Ensemble zu KALTSTART PRO oder zum FRINGEfährt, der fährt nicht einfach auf Gastspiel. Anderswo mussman vielleicht mit ein paar abgespeckten Lichtstimmungenrechnen, einem veränderten Abgang, einer kleineren Garde-robe. Wer zum KALTSTART fährt, der ndet in den meistenFällen eine Bühne vor, die im klassischen Sinne gar keine ist,sondern die im Alltag als Disco, als Schule, als Rumpelkelleroder als Jugendzentrum dient. Platz ist eher wenig, Licht- undTontechnik beschränken sich auf ein Minimum. Da sind Im-provisation und künstlerischer Gestaltungswille gefragt: DieSchauspieler müssen sich aller Sicherheiten entledigen, sichstärker auf den eigenen Körper, die Stimme, die Wirkmächtig-keit der Sprache und der Bilder verlassen. Das KALTSTART-Festival hat sich für dieses Prinzip den Ausdruck „Unplugged“aus der Musikszene ausgeliehen, in der das Steckerrauszie-hen einige der legendärsten Konzerte zu verantworten hat(Nirvana in New York, Die Ärzte in Hamburg), weil eineakustische Version - die Konzentration auf das Wesentliche -ganz neue Aspekte eines Songs zutage fördern kann.
Hin und wieder fällt eine Flasche Indie-Limo um
Wir sitzen auf weißen Klapppapphockern. Alle vier Minutenfährt die S-Bahn über unsere Köpfe hinweg, dann wird es einbisschen schwierig, das zu verstehen, was da auf der Bühnegesprochen wird. Wir haben Bieraschen und Indie-Limos inder Hand, wir dürfen sie hier mit reinnehmen, warum auchnicht, das ist ein Club, da wird getrunken, und hin und wieder
 
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