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# 42010
 
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Das KAL TS TAR T durchbrich t die  Vier te  Wand
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Ein Besuch im Ho tel Paci fic
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Die  Top-5-Lis ten der Redak tion
Mo 19.  - D i 20.  Ju l i
 
02 / 03
Editorial 
Eine Woche Festival ist rum — und was wir schon alles gesehen haben! Nicht nur einen gescheiterten Volks-entscheid mit Public Viewing im Haus II&70, sondern auch dichtende Isländer, wütende Griechen und bittersü-ße Österreicher (Kritiken S. 8-11).Gegen so viele Eindrücke kann selbst die KFZ-Redaktion sich nicht wehren und zieht Bilanz: Unsere Top-5-Festivalcharts, vom coolsten Kostüm über die nachhaltigste Publikumsreaktion bis zu den heißesten KALT-START-Cuties (S. 14). Außerdem haben wir Publikum und Machern ins Gesicht geschaut und die ausdrucks-stärksten Mimenminen gesammelt (S. 15). Wau!Und jetzt? Jeder weiß: Nach dem Bergfest ist vor der Abschlussparty — aber bevor es soweit ist, gibt es nocheine Woche lang so einiges mehr zu sehen und zu erleben (Vorschau S. 4-5). Und da im Theater jetzt auchimmer häuger Getränke ausgeschenkt werden (siehe S. 3), kann man schon während der Vorstellung für dieAfter-Show-Party vorglühen.
u u an 4
 Jede Ausabe b es enen Dsus aus dem He um Nahspelen ü uhause. nah ausshneden, shae Seen hnen usammen-leben, übe den ne ehen und losseen. Heue: ossuualsen s. a-mahe, Dsus s. Dso.
Liebe Tetereude, liebe eivlgäe, liebe Lufudct!
Wir wünschen sehr viel Spaß dabei! Fahren Sie vorsichtig!
Die Red.
 
Klttrt 
 Wände  werden überschätzt. Das  wissen auch die  jungen Theatermacher beim KALTSTART-Festi val - und reißen die  Vierte  Wand ein.  wo es nur geht.
um zu verfremden, um dem Publikum die Illusion zu nehmenund ihnen, laut Brecht, die Chance zu geben, ein Spiel kritischzu betrachten, auf den Inhalt zu schauen, zum Stück eineDistanz aufzubauen. Die Vierte Wand ist eine sensible Wand,eine, die auch bei kleinsten Windstößen umfällt.
Wir sitzen doch alle im selben Boot
Theater hat sich gewandelt seit Stanislawski, seinem Mos-kauer Künstlertheater und dem Naturalismus. Nicht nur derSchauspieler ist sich - wie damals - bewusst, dass Publikumanwesend ist - immer öfter wissen es auch die Figuren selbst.Die Menschen werden nicht mehr allein gelassen mit demBlick auf die Guckkastenbühne und den Schauspielern darauf,die so tun, als befänden sie sich in einem realen Raum. Nein,das Theater nähert sich dem Publikum an, kommentiert dasGeschehen, interagiert und kommuniziert mit den Menschen,bezieht sie in die Dialoge ein.Das ist vor allem beim Nachwuchstheater der Fall, das sichbei den Möglichkeiten, die das Theater ihnen bietet, üppigbedient. Das KALTSTART gibt jungen Theatermachern dieseMöglichkeit. Das sieht man schon an den Spielstätten. Sieunterscheiden sich von Staatstheatern und Schauspielhäu-sern, sind kleiner und intimer. Da werden Konventionengebrochen, wird geraucht und getrunken, da gehen Leute einund aus. Gleichzeitig wird durch die Verfremdung aber nichtnur Distanz geschaffen, sondern auch eine Intimität erzeugt:Schauspieler und Publikum sitzen im selben Boot.Vielleicht gibt es überhaupt keine Vierte Wand mehr, die maneinreißen könnte. Das Theater ist nicht nur ein Ort der Re-zeption, sondern auch einer der (wenn auch vermeintlichen)Kommunikation geworden. Das Anblicken der Zuschauer, dieInteraktion, die Berührung, das alles sorgt für eine Nähe,die man weder im Kino noch im Fernsehen spüren könnte.Vielleicht reicht das als Alleinstellungsmerkmal für das Thea-ter völlig aus, das sich in einer Medienumgebung behauptenmuss, die mit 3-D und virtueller Realität aufwartet. Dort„Industrial Light & Magic“, hier Bertolt Brecht. Die Effektesind nicht überall gut, manchmal sind sie auch nur Gimmicks,manchmal werden sie ungemütlich – immer aber sind sie eineEinladung des Theaters an sein Publikum, die eigenen vierWände auch mal zu verlassen.
von Khesrau Behroz
In den eigenen vier Wänden ist es am gemütlichsten. Das giltauch im Theater. Die Figuren haben sich um das, was außer-halb der Bühne vor sich geht, nicht zu kümmern. Der Schau-spieler ist sich zwar der Tatsache bewusst, dass ein Publikumzuschaut - seine Figur jedoch nicht. Für den Zuschauer ist esso, als würde er durch eine transparente Wand sehen. Wirdsie entfernt, diese “Vierte Wand”, dann ist Schluss mit derTrennung zwischen Bühne und Welt, zwischen Schauspie-lern und Publikum. Bertolt Brechts Verfremdungseffekt istder wohl am leichtesten zu produzierende Spezialeffekt, dendas Theater zu bieten hat. Es muss nichts explodieren, keineRauchmaschine angeschmissen werden, Theaterblut wirdnicht gebraucht. Ein Blickkontakt mit dem Zuschauer reichtaus, die Vierte Wand fällt, die Bühne öffnet sich, und damitauch der Zuschauerraum.
Ein Tässchen Tee gefällig?
Vielleicht, weil dieser Effekt so einfach zu erreichen ist, wirder auch so häug genutzt – auch auf dem KALTSTART. Es gibtunzählige Produktionen, in denen mehr oder weniger sinnvolldie Vierte Wand nicht nur durchbrochen, sondern gerade-zu zerstört wird. Die Performance “das beste dass sich andiesem festival anmeldet (wirklich)” lässt die Zuschauer zuBeginn ihre Lieblingszutaten einer Pizza aufzählen - bevordiese dann tatsächlich bestellt und von einem verdutzen Lie-feranten direkt auf die Bühne gebracht wird. In “India Simu-lator”, einem Kammerspiel aus Kassel über interkulturelleDifferenzen, setzt sich die Hauptdarstellerin in die Mitte derBühne und hält eine Kurzpräsentation, während ihr Kollegeindischen Chai-Tee an alle Zuschauenden verteilt. Es wirdgemütlich im Saal, es bringt Bewegung in die Zuschauerrän-ge. Der Effekt funktioniert aber auch weniger offensichtlich:In der Inszenierung von Büchners “Woyzeck” wird mit demZuschauer geirtet, lasziv in eine Orange gebissen, der Blick-kontakt gesucht. In “keep on searching for a heart of gold”,einem experimentellen Stück, das im Grunde genommen nacheinem Stück sucht, erzählen die Protagonistinnen locker-o-ckig von ihrer Produktion und worauf sie bei der Rechercheso alles gestoßen sind - betont lässig, betont kommunikativ.Viele andere Inszenierungen haben Essen und Getränkeverteilt – oder ließen zumindest ihre Schauspieler kurz in dieAugen der Zuschauer blicken und diese wahrnehmen – genug,
b’ s    g ü !

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