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Gerhard ROHLFS - Neue Beiträge zur Entdeckung und Erforschung Africa’s

Gerhard ROHLFS - Neue Beiträge zur Entdeckung und Erforschung Africa’s

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05/08/2014

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Neue Beiträge zur Entdeckung und Erforschung Africa’s
von Gerhard Rohlfs.mit einem Bilde von Mohammed el Gatroni, dem Diener von Heinrich Barth, E. Vogel, M. v.Beurmann, Duveyrier, Rohlfs und Nachtigal.Cassel.Verlag von Theodor Fischer.1881.
Inhalt.
 
Mohammed el Gatroni.
Als ich im Winter 1864 nach schwerer Verwundung auf kurze Zeit nach Deutschland zurückge-kommen war, rief mir beim Abschied unser unvergesslicher Heinrich Barth noch nach: “undvergessen Sie nicht den Gatroner, das war mein treuester Diener, irgendwo in Fesan wird er sei-ne Wohnung haben, nehmen Sie ihn ja mit.”Ich hatte mich wohl der Worte Heinrich Barth’s erinnert, als ich 1865 in Fesan angekommenwar, aber wo der Gatroner wohnte, konnte ich nicht erfahren, und ich hatte schon die Hoffnungaufgegeben, ihn in meine Dienste nehmen zu können, als eines Tages in Mursuk, der Hauptstadtvon Fesan, woselbst ich längeren Aufenthalt hatte, einer meiner Neger zu mir kam: “Da ist einFremder mit Frau und Kind, er will Dich sprechen, aber er ladet auch seine Habseligkeiten ab,und richtet sich häuslich ein.” Ich war begierig den Mann zu sehen, der mit mir reden wollte, undder so ohne Umstände meine Wohnung als die seine zu betrachten schien. Im unteren Hausraum,trat mir ein sehnig aussehendes Männlein entgegen, mit keineswegs schönen Gesichtszügen. Dasvorstehende, nach einer Photographie gemachte Bild besagt übrigens mehr als Worte es vermö-gen, dass der Gatroni weder ein Ganymed noch ein Apollo war.“Gott grüss Dich, willkommen”, redete ich ihn an, worauf er mit einem Redefluss, der sonst mitseiner habituellen Schweigsamkeit contrastirte, begann: “Gott segne Dich, Du hast gewiss langeauf mich gewartet, aber ich habe erst seit einigen Tagen Deine Ankunft erfahren, und dann muss-te ich doch meine Frau und meinen Sohn mitbringen. Ich habe meiner Frau geschworen nichtwieder auf Reisen zu gehen, aber ich werde doch den Vetter meines Herrn (Barth) besuchen.” -Ich merkte schon, dass er innerlich Lust habe, die Reise mit mir zu machen, hiess ihn nochmalswillkommen, und nach kurzem war er auch wirklich in meinen Diensten, und hat die Reise nachdem Tschad-See mit mir gemacht. Immer treu und hingebend, liess ich ihn in Kuka zurück, alsich von dort nach dem Golf von Guinea reiste, damit er von da mein Gepäck, welches ich nichtweiter mitnehmen konnte, nach dem Norden zurückbrächte. Auch dieser Aufgabe hat er sichaufs beste entledigt.Mohammed Gatroni, welcher noch lebt, und in Dodjal, einem kleinen Orte in Fesan wohnt, wirdvielleicht jetzt 60 Jahre alt sein, sieht aber viel älter aus als er ist. Und in der That haben die vie-len Strapazen, nebst zeitweise ungenügender Kost, seinen ohnedies nicht starken Körper frühzei-tig gebrochen. Nicht nur ist er mit Heinrich Barth in Timbuktu gewesen, sondern auch EduardVogel, Henry Duveyrier, Moritz von Beurmann diente er, und nachdem er eine Zeitlang, seit er in meinen Diensten gewesen, der Ruhe gepflegt, begleitete er Dr. Nachtigal nach dem Tschad-See. Jetzt haben seine Reisen ein Ende, gichtkrank wohnt er in seinem kleinen Palmhain, undlässt sich pflegen von Kind und Kindeskindern, während er ihnen von seinen grossen Reisen er-zählt.Dass aber in seiner Familie das Reisen erblich ist, beweist sein Sohn Ali. 1864 als er mit seinemVater nach Mursuk zu mir kam, war er noch ein kleiner Knabe. Kräftig herangewachsen, kam er 1879 nach Sokna, und sich mir zur Verfügung stellend, hat er die Expedition nach Kufra mitge-macht; ein würdiger Sohn seines Vaters, wird er sicher noch manchem Africa-Reisenden zur Sei-te stehen, und jeder wird ihn treu und ehrlich wie den “alten Gatroner”, dem er sehr ähnlichsieht, finden und lieb gewinnen.
Tripolitanien und seine Bedeutung in der Entdeckungsgeschichte vonAfrica.
Die Thatsache, dass inmitten so bewegter Zeiten unter dem Präsidium des hochherzigen Königsder Belgier eine Conferenz zusammen treten konnte, welche ausschliesslich humanitäre Zweckezu verfolgen sich versetzte, ist sicher eins der hervorragendsten Zeichen unseres Jahrhunderts.Des Jahrhunderts, von dem man später sagen wird, dass, wenn man auch durch welterschüttern-de Umwälzungen und durch Kriege, wie man sie früher grossartiger nicht erlebt hat, ein neues politisches Gleichgewicht glaubte suchen zu müssen, doch nie von den civilisirten Nationen das
 
Streben ausser Acht gelassen wurde, das Loos des einzelnen Menschen zu heben, so wie das,ganze Völker durch Cultur, Freiheit und Licht zum menschenwürdigen Dasein zu bringen.Es muss die Aufgabe eines einzelnen Menschen sein, das Loos seines Mitmenschen zu verbes-sern, es ist das Ziel der Könige und Regierungen, ganze Völker zu civilisiren. Und handelt essich um einen ganzen Erdtheil, und noch dazu um einen Continent, der zum grössten Theil uner-forscht ist, und wo ganze Völkerschaften in den Banden der Nacht und Finsterniss verharren,dann ist ohne Widerrede der richtigste Weg, um Civilisation zu verbreiten, der, ans Werk mitgemeinsamen Kräften zu gehen, die Angelegenheit zu einer internationalen zu machen.Dies hat zuerst der König der Belgier erkannt, und freudig folgten die grossen Völker der Erdeseinem Rufe.Es handelt sich um die Erschliessung und Erforschung der Theile Africa’s, welche sich bislangunserer Kenntniss entzogen haben, um die Civilisirung der Neger und um Abschaffung des Scla-venhandels.Mag man nun auch über die Culturfähigkeit der Neger denken wie man will, und mögen Manchevon solchen Versuchen sich keine Resultate versprechen, so ist es jedenfalls die Pflicht der ge- bildeten Nationen, nichts unversucht zu lassen, um unsere schwarzen Brüder der Segnungen der Gesittung theilhaftig werden zu lassen, welcher wir uns erfreuen. Und wenn sich auch die That-sache schwerlich hinwegleugnen lässt, dass die Naturvölker durch den Contact mit den civilisir-ten Menschen einem raschen Aussterben entgegen gehen, so liegt doch unzweifelhaft uns stetsdie Pflicht ob, Alles zu versuchen und zu thun, jenen unglücklichen Stämmen Bildung und ge-ordnete Zustände zu bringen. Zudem muss berücksichtigt werden, dass diese ganze Frage kei-neswegs endgültig entschieden ist. Denn von den Ureinwohnern America’s und Australien’skann man nicht ohne Weiteres auf die Bewohner Centralafrica’s schliessen, und so weit jetzt dieErfahrungen reichen, scheinen diese allein das dort so gefährliche Klima vertragen zu können.Uebersehen darf man überdies nie, dass die meisten Africareisenden sich für die Culturfähigkeitder Schwarzen ausgesprochen haben, obgleich hervorragende Anthropologen von Fach solchesverneinen. Man muss bedenken, dass die Reisenden die Neger in ihrer Heimath und Freiheit, inihrem Naturzustande, in ihren wahren Verhältnissen beobachteten, während die Anthropologensie nur kennen lernten aus Schilderungen, oder wenn aus eigener Anschauung, als Sclaven, alsounter fremdartigen, keineswegs normalen Verhältnissen.Durch die Brüsseler Conferenz ist ganz besonders betont, das Augenmerk auf den Theil vonAfrica zu richten, welcher zwischen dem 10.° N. B., dem 10.° S. B. und dem 30.° und 50.° O.und W. L. von F. gelegen ist, im weitesten Sinne genommen. Und in der That ist dies grosse Ge- biet bislang nicht nur das unbekannteste, sondern auch dasjenige, welches den civilisatorischenBestrebungen den weitesten Spielraum gestattet: es befindet sich dort - mit Sicherheit kann mandas fast behaupten, eine dichte Bevölkerung.Indess hat die Brüsseler Conferenz doch auch ihr Augenmerk auf die nördlichen Sudanländer ge-richtet, und speziell sind Bagermi und Uadaï als Länder hervorgehoben worden, von denen manausgehen könnte. Zu diesen möchten wir auch noch Adamaua, die Korofa- und Nafra-Gebietegezogen sehen, so wie das nördlich davon gelegene Bautschi. Abgesehen von Nafra, welches am besten von Lokoja, am Niger gelegen, zugänglich ist, sind aber alle jene eben genannten Gebietevon Tripolitanien aus am leichtesten zu erreichen. Ich will nicht unterlassen, darauf hinzuweisen,dass man auch von Aegypten aus, bequem nach Uadaï würde reisen können, wenn nicht der Um-stand eingetreten wäre, dass der Chedive sich Fur’s mit Waffengewalt bemächtigt hätte, was na-türlich jetzt in Uadaï grosses Misstrauen, ja feindseliges Verhalten hervorrufen muss gegen Al-les, was vom Nil kommt. Zudem hat aber die Association in Brüssel beschlossen, Aegyptenselbst ganz ausser dem Bereiche der sich vorgesteckten Thätigkeit zu lassen. Schliessen wir aber Aegypten aus, dann bleibt als einziges Thor für Nordcentralafrica nur Tripolitanien. Denn Ma-rokko muss wegen des dort herrschenden Fanatismus seiner Bewohner, wegen des glühendenHasses alles Europäischen, vorläufig ganz ausser Frage bleiben, ebenso Algerien, wo die süd-lichsten unabhängigen Stämme, z.B. in Tuat und den Tuareg-Gebieten, jetzt noch eine unü-

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