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news
august/10
mowo-news august-2010
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Themenübersicht
Digitale Dividende
Hofbieber (Hessen) im großenFeldversuch trotz technischer Mängel Bürgermeister Schafft (CDU) willFunklösungBUND und Diagnose Funk warnenKleine Anfrage der GRÜNENoffenbart Wissenslücken Sind wir eine digitale Gesellschaft?
Diagnose Funk Deutschlandgegründet
mowo unterstützt die neue Umwelt-und Verbraucherorganisation
Kabel BW und der Glasfaser- Ausbau
Schneller geht‘s nicht. Glasfaser fürfast alle.
Stellungnahme Bürgerwelle Rhön
Irreführung der Bürger
Milliarden-Grab stattDigitaler Dividende
Als erste Gemeinde im Landkreis Fulda hatte Hofbieber eine Mobilfunkleitlinieerstellt und entfernt sich immer mehr von deren Zielen. Es gibt viele Gründe, diegegen LTE und Funklösungen sprechen.
HOFBIEBER/FULDA.
Im mäßig besuch-ten Gemeindesaal in Hofbieber wurde einbrisantes Thema behandelt: Die Vorzügeder so genannten Digitalen Dividende,also DSL-Versorgung über UMTS und des-sen Nachfolger LTE.Seit Mitte Oktober findet in Hofbieber eingroßer Feldversuch statt. Durch freige-wordene Frequenzen des analogen Rund-funks und Fernsehens wird mittels digita-ler UMTS-Strahlung die DSL-Versorgunggeregelt. Zur Zeit nehmen 47 Teilnehmeran diesem Pilotprojekt teil. Die Tatsache,dass seitens der Befürworter dieser Me-thode permanent mit „freiwerdendenRundfunk- und Fernsehfrequenzen“ argu-mentiert wird, das Wort UMTS abergemieden wird wie vom Teufel das Weih-wasser, zeigte Wirkung. Nur wenige kriti-sche Bürger verirrten sich zu dieser CDU-Veranstaltung.Und tatsächlich fällt das Wort UMTS sei-tens des anwesenden Vertreters von Voda-fone, dem kleinen Funk-Netz-AnbieterOR-Network, einem Referatsleiter deshessischen Wirtschaftsministeriums,
 
Foto: Peter Kirchhoff/pixelio
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Interphone Studie
19 Mio. Euro für ein zweifelhaftesErgebnis
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Strahlungsarme DECT-Telefone
Es geht also doch...
Design mit Pannen
Das neue Iphone 4
WLAN im Auto
Was soll der Blödsinn...
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Urlaub unter Sendemasten
Erfahrungsbericht an der Küste
Handys aus der Hose
Neue Studienergebnisse
Tinnitus durch Handys?
Studienergebnisse aus Wien
Frankreich schützt die Kinder
 Verschiedene Maßnahmen zumSchutz vor EMF
 
mowo-news august-2010
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einem Landrat, einem Landtagsabgeord-neten und dem heimischen Bürgermeisternicht ein einziges Mal. Erst bei der folgen-den Diskussion kommen Kritiker zu Wort und das böse U-Wort fällt.
Eine durchwachsene Zwischenbilanz
Tage zuvor wurde in der Fuldaer Zeitungin einem Bericht die Vorteile des Pilotpro-jektes in Hofbieber beschrieben. Mit Brut-to 7,2 MBit/s surfen die 47 Probanten desFeldversuchs durch das weltweite Netz.Keine Frage, eine deutliche Steigerung,denn bis dato wurde nur mit maximal384Kbit/s, meist aber noch weniger,gesurft. Sie funktioniert also, die DigitaleDividende (DD). Der hessische Wirt-schaftsminister Dieter Posch (FDP) prä-sentierte in dem Bericht über 90% zufrie-dene Nutzer. Nur am Rande liest man, dass6,5% der Teilnehmer technische Proble-me mit ihren Radios und Fernsehgerätenbekommen haben. Technische Problemevon Nicht-Nutzern der Digitalen Dividen-de wurden nicht erfasst.
2,6 Millionen Haushalte müssen mit technischen Problemen rechnen
Wenn man nun diese 6,5% auf die Gesamt-bevölkerung Deutschlands hochrechnet,kommt man auf stattliche 2,6 Mio. Haus-halte, die sich in Zukunft mit technischenProblemen auseinander setzen müssen.Wohlgemerkt: Diese Probleme entstehennur durch die neue Funkstrahlung der digi-talen Dividende, denn eigentlich sind dieGeräte ja in Ordnung. An sich ist das alleinschon ein Skandal.Es geht aber noch weiter: Rundfunkhäu-ser, Fernsehanstalten, Festpielhäuser, Büh-nen, Theater, Kinos, Kirchen, Vereine, alle,die zum Beispiel Funkmikrofone benut-zen, müssen Ihre Technik umstellen. EinMilliarden-Schaden droht. Ein Problem,das seit langem bekannt ist. Schon 2008schrieb das Magazin Connect, dass laut den Verbänden ungefähr 700.000 Funk-mikrofone und andere drahtlose Produk-tionsmittel betroffen sind. Diese müssendurch neue, für einen anderen Frequenz-bereich geeignete Geräte ersetzt werden.Dadurch entstehen den Verbänden zufol-ge Kosten in Höhe von deutlich mehr alseiner Milliarde Euro.
Milliarden-Schäden, die der Steuerzah-ler zahlen muss
Holk Freytag, Intendant der Bad Hersfel-der Festspiele äußerte sich gegenüberdem HR, dass er allein in Bad Hersfeld mit Kosten in Höhe von bis zu 500.000 Eurorechnet. Laut HR-Bericht soll die „alte“Technik per Steuererklärung abgeschrie-ben werden. Der Steuerzahler zahlt alsodie Digitale Dividende. Und der Verursa-cher erhält die Dividende. Ist das gerecht?
 Ausgleichsfond geplant 
Während der Werbeveranstaltung in Hof-bieber am 10.Mai stellte Markus Hofmann,Sprecher der Bürgerwelle Rhön, die Frage,ob es einen finanziellen Ausgleich gebenwerde durch Schäden, die durch die Ein-führung der Digitalen Dividende entste-hen. Der Referatsleiter Technologiepolitikdes hessischen WirtschaftsministeriumsGeorg Matzner erklärte, es werden wohlMittel aus den Frequenzversteigerungs-Erlösen dafür bereit gestellt und ein Aus-gleichsfond entstehen. Genauer wollte ersich nicht äußern. Verständlich, denn daskommt doch einem Offenbarungseidgleich. Technisch hochwertige Instrumen-te und Gerätschaften, die durchaus nochneuwertig sind, müssen verschrottet wer-den, weil eine neue Technik eingeführt wird. Und der Schaden wird durch den Ver-steigerungserlös bestritten. Wurden fürdie Versteigerung der UMTS-Funklizen-zen satte 50 Milliarden Euro eingenom-men, werden nur 4,4 Milliarden Euro fürdie Lizenzen der Nachfolgetechnik LTE-eingenommen. Das wird kaum reichen,die entstandenen technischen Schädenauszugleichen.
Massive Störungen in Endgeräten
Bertram Bittel, Direktor Technik und Pro-duktion des SWR sagte in einem Interviewin der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Info-sat: „Die Bundesnetzagentur ist gefordert,ein störungsfreies Nebeneinander vonMobilfunk- und Rundfunk-Diensten zugewährleisten. Weder sind die notwendi-gen Maßnahmen zur Störungsvermei-dung hinreichend beschrieben, noch sinddie Zusagen des Bundes, die Kosten für dieRäumung dieser Frequenzbereiche denbisherigen Frequenznutzern zu erstatten,bisher erfüllt“.Es wurden teilweise massive Stöungender Endgeräte, das heißt bei Digital-Receivern, TV-Geräten oder Kabelmo-dems gemessen“, unterstreicht MauriceBöler, Pressesprecher von Kabel BW in dergleichen Ausgabe.
 Auch der BUND ist skeptisch
„Dass es im technischen Bereich zu uner-wünschten Interferenzen kommen wird,steht hingegen außer Frage. Da der Fre-quenzbereich relativ nah an TV-typischenFrequenzen angesiedelt ist, sind Störun-gen unvermeidbar“, so der BUND Expertefür Mobilfunk Bernd Rainer Müller. Esscheint, als ob Deutschland zum großenFeldversuch startet, obwohl sich das euro-päische Ausland derzeit noch zurückhält,weil man dort um die technischen Schwie-rigkeiten weiß. Der britische ReguliererOfcom rechnet ebenfalls mit Störungenund macht zur Auflage, den betroffenenHaushalten Störsender zuzusenden. Auf Kosten der Verursacher. In Deutschlandwird es wohl der Steuerzahler richten.
Derzeit keine Studien zu Gesundheit 
Da es keine wissenschaftliche Studiengibt, sind Wirkungen auf Mensch undNatur völlig unbekannt. „Die Aussage derLTE-Lobby, dass dieser Standard völligunbedenklich sei, ist eine reine Vermu-tung und durch nichts belegt“, so BerndRainer Müller in der Infosat. LTE-Handysund Datenmodems stören den Empfangdes terristischen Rundfunks und in gerin-gen Maße auch die von digitalem Kabel-fernsehen. Die Studien des Instituts fürRundfunktechnik (IRT) haben das bestä-tigt. Mit LTE kommt einiges auf uns zu,sagen nicht nur Technik-Kritiker. Das lässt Schlimmes befürchten.
DIGITALE DIVIDENDE
Ein Großteil der Mikrofonierung und Monitoring bei Gesanganlagen und Studiotechnik muss verschrottet werden. Der Steuerzahler wird‘s schon richten.
Foto: cb / Pixelio
 
mowo-news august-2010
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DIGITALE DIVIDENDE
Hofbiebers Bürgermeister Schafft(CDU) verliert an Glaubwürdigkeit.
Hat Marcus Schafft seine Leitlinie vergessen? Oder wie erklärt er seinen Richtungswechsel
HOFBIEBER.
„Wir wollen nicht aus-schließlich mit der Digitalen Dividendearbeiten, aber ich finde, es ist einer dermöglichen Wege, den man wählen kann,um vorübergehend eine Versorgungsicherzustellen... Hier ist sicher keiner inder Gemeindeverwaltung Hofbieber, dersofort Hurra ruft, wenn’s Mobilfunk heißt,aber auf der anderen Seite muss ich sagen,ist die Gemeindeverwaltung darauf ange-wiesen, dass wir Linien haben, an denenwir uns festhalten können. Das ist auchmeine Erwartung an die Initiativen, wennmal ein Konsens gefunden wurde, man die-sen Konsens auch beibehält.“ so MarcusSchafft, (CDU) Bürgermeister in Hof-bieber, im HR-Info-Interview mit Redak-teurin Ina Rumpf.
Schafft spricht von Konsens
Dass er nicht ausschließlich mit derDigitalen Dividende arbeiten will, beweist Schafft, indem er zusätzlich OR-Network,einen lokalen Netzbetreiber, ins Boot holt.Oliver Reitz, Eigentümer von OR-Network,erklärte gegenüber der Bürgerwelle Rhönwährend der „Dividenden- Veranstaltung“in Hofbieber, dass es sich bei der inHofbieber bereit gestellten Technik umWiFi handelt, um das Angebot derDigitalen Dividende zu ergänzen.
Digitale Dividende reicht nicht aus
 Da muss man erstmal schlucken: Also,UMTS per Digitalen Dividende undzusätzlich die Funktechnik WiFi. VonBemühungen, Glasfaser oder grund-sätzlich einer kabelgebundenen DSL-Versorgung entfernt sich Hofbieberimmer mehr. Da fällt einem spontan dieHofbieberer Leitlinie ein, in deren Prä-ambel steht:
„Die Gemeinde Hofbieber ist der Auf-fassung, dass der Versorgungsauftragder Mobilvertreiber aus Artikel 87f desGrundgesetzes der Bundesrepublik-Deutschland nur den Bereich desMobilfunks im Sinne des GSM-Stan-dards betrifft nicht aber die Versor-gung mit Breitbanddienstleistungen,die genauso gut netz- und leitungsge-bunden übertragen werden können.“Wer hat den Boden des Konsenses ver-lassen?
Von einem Konsens mit den Bürgerinitia-tiven bezüglich DSL-Versorgung per Funkkann hier keine Rede mehr sein. Den Bür-gerinitiativen auch noch vorzuwerfen, siewürden sich nicht an Vereinbarungen hal-ten ist perfide angesichts des Wortbru-ches seitens Marcus Schafft. In der FuldaerZeitung wird Schafft zitiert: „Ich wünschemir, dass durch eine zeitnahe Erteilungder dauerhaften Funklizenzen eine bruch-lose Fortsetzung des Angebots erfolgt.“Wer glaubt da noch die hehren WorteSchaffts, dass das alles nur eine Über-gangslösung sei und Glasfaser der Über-tragungsweg der Zukunft.mowo
Zahlenspiel
16.000 Kilometer Glasfaser
60.000.-Euro kostet ein Kilometer Glasfa-ser laut Bürgermeister Schafft.Wenn man die Schadenshöhe von „nur“einer Milliarde Euro durch die Einführungder Digitalen Dividende zugrunde legt, dieder Steuerzahler so oder so bezahlenmuss, könnte man für diese Summe über16.000 Kilometer Glasfaser verlegen. Wievielen Menschen könnte man durch dieVerlegearbeiten der Kabel Arbeit geben?Diese Menschen zahlen Steuern und kon-sumieren. Allen wäre gedient. Doch dieDigitale Dividende zahlt sich nur für dieBetreiber aus.
mowo
Foto: A. Dreher/pixelio
Interview unterm Sendemast
Zum Thema Digitale Dividende wurde auch Markus Hofmann befragt.
FLIEDEN.
Als Bürgerinitiative, die erfolg-reich verhindert hat, dass Flieden an demPilotprojekt Digitale Dividende teilnimmt,ist der Verein mowo e.V. hessenweit bekannt. Mowo-Vorstand Markus Hof-mann wurde von Ina Rumpf vom HR-Infointerviewt. Zu Wort kam auch HofbiebersBürgermeister Marcus Schafft.
Gespräch am Galgenberg in Flieden. Ina Rumpf von HR-Info interviewt Markus Hofmann.Bild: mowo

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