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Seit einiger Zeit wird die Möglichkeit diskutiert, dass Licht bei Nacht, eventuell über dieM elatonin -Ausschüttung, die Entstehung von Brustkrebs bei der Frau beeinflusst. Dafür gibt es in neuerer Zeit nämlich mehrere Hinweise.
dass bei
Brustkrebspatientinnen
eine im Vergleich zu
Altersgenossinnen
verminderte Melatonin-
und eine erhöhte Kortison
Konzentration gefunden
werden kann.
Das spricht für eine gewisse Spezifität, und gegen eine allgemeine Wirkung der
Dunkelheit, denn bei hormonunabhängigen Krebsarten zeigte sich keine Verringerung
der Krebshäufigkeiten.D is kuss ion
Um mögliche Wirkungen nächtlichen Lichts zu untersuchen, begann man, die Daten der
Nurses' Health Study zu verwerten. Das ist eine Langzeituntersuchung an
amerikanischen Krankenschwestern, die sich bereit erklärt haben, über Jahrzehnte an
dieser Untersuchung mitzuarbeiten und dafür auch immer wieder Fragen zu
beantworten. Es zeigte sich, dass Nachtschwestern tatsächlich häufiger an Brustkrebs
erkranken als solche, die nur tagsüber arbeiten.
Eine neue Übersicht zu
dem Thema Nachtschicht
und Brustkrebs findet sich
unter (Megdal SP 2005).
Nächtliches Licht wirkt auf die Melatonin-Ausschüttung durch die Zirbeldrüse. Bei
Dunkelheit wird das Melatonin von der Zirbeldrüse ans Blut abgegeben. Der Mensch
wird müde. Wenn es wieder hell wird, wird die Melatonin-Ausschüttung eingestellt.
Aber die Melatonin-Ausschüttung wird nicht nur durch helles Tageslicht gehemmt.
Sondern sogar schwaches bläuliches Licht kann schon innerhalb sehr kurzer Zeit die
Ausschüttung von Melatonin hemmen. Ohne Melatonin steigen aber andere Hormone,
die beim Menschen während des Tages erhöht sind, an, zum Beispiel das Östrogen, das
ja seit langem in Verdacht steht, Brustkrebs zu begünstigen. Deshalb wurde gemessen,
ob die nachts arbeitenden Krankenschwestern tatsächlich einen erhöhten
Östrogenspiegel haben. Ihr Blut wurde analysiert und es zeigte sich, dass der
Östrogenspiegel der Nachtschicht leistenden Krankenschwestern tatsächlich erhöht
war.
Wegen dieser Wirkung von schon geringen Mengen bläulichen Lichts wird von einigen
Forschern vorgeschlagen, sich so einzurichten, dass man bei kurzem nächtlichem
Erwachen auf jeden Fall nur Leuchtmittel mit gelblichem Licht verwenden sollte, die
nicht als so problematisch eingeschätzt werden (wenn man sich nicht zutraut, ganz im
Dunklen herumzustolpern).
Forscher untersuchten auch, wie das Blut von Frauen mit und ohne Melatonin auf in
Mäuse transplantierte Tumorzellen wirkt. Dazu wurde Frauen tags und nachts nach
intensiver Beleuchtung venöses Blut entnommen und die Wirkung auf
Leberkrebszellen und Brusttumore getestet. Das tags und das nach intensiver
Beleuchtung entnommene und dadurch melatoninarme Blut förderten die Proliferation
der Tumorzellen. Das melatoninreiche nächtliche Blut nicht (Blask DE 2006).
Innerhalb der Nurses' Health Study wurde auch der Morgenurin späterer
Brustkrebspatientinnen auf Melatonin untersucht und es zeigte sich, dass die Werte bei
späteren Brustkrebspatientinnen höher waren (Schernhammer ES 2005).
Keine Erhöhung des Melatoninspiegels von Brustkrebspatientinnen wurde in einer prospektiv angelegten Studie gefunden, in der nicht der Morgenurin, sondern der Sammelurin eines gesamten Tages untersucht worden war.
Laktogene Hormone
werden die Hormone
genannt, mit denen man die
Brustdrüsenentwicklung