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LIEBE GENOSSINNEN,LIEBE GENOSSEN,
es es gehört ein gehöriges Maß an Dreistigkeitund schwarz-gelber Verzweifelung dazu, dass dieKoalition der Untätigen jetzt versucht, die wirt-schaftliche Belebung als ihr Werk zu verkaufen.Denn der beginnende Aufschwung hat drei Ursa-chen: Erstens das weitsichtige Handeln der Tarif-partner in der Krise, zweitens die Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt und zur Konjunkturbelebung,welche die SPD mit durchgesetzt hat – Kurzarbei-tergeld, kommunales Investitionsprogramm,Abwrackprämie. Drittens die hohe Attraktivitätinnovativer deutscher Produkte im Ausland, so imBereich der Erneuerbaren Energien. Dass wir dabeivon den gigantischen Konjunkturpaketen profi-tieren, die von China geschnürt wurden, ist genauso offensichtlich wie der Umstand, dass Schwarz-Gelb keine eigenen Impulse gesetzt hat. Vor allemnicht zur Belebung der Binnenkonjunktur. Aberdieser Aufschwung, sollte er stabil und nachhaltigsein, muss bei den Menschen spürbar ankommen.Deutliche Tarifsteigerungen sind ebenso notwen-dig, wie Gerechtigkeit bei der Leiharbeit. Das wich-tigste: Schwarz-Gelb muss endlich mit der Sub-ventionierung von Dumpinglöhnen Schlussmachen. Das »Aufstocken« ist unwürdig, kostetden Staat Milliarden und entlässt die Arbeitgeberunzulässiger Weise aus ihren Pflichten gegenüberden Beschäftigten. Hier anzupacken ist die Aufga-be der Regierung. Sich aufwendig mit fremdenFedern zu schmücken, dafür hat diese Regierungnach dem verlorenen Jahr seit der Bundestags-wahl wirklich weder Zeit noch Grund.Euer Olaf LiesLandesvorsitzender
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NIEDERSACHSEN
SEPTEMBER 2010 | WWW.SPD-NIEDERSACHSEN.DE
EDITORIAL
größtmöglichen Rückhalt der Bevölke-rung. Fällt die Stichwahl, kommen dieVerwaltungschefs in ihre Ämter, ohnevon einer Mehrheit der Bürgerinnen undBürger tatsächlich hierfür bestimmtworden zu sein. Das birgt viel Frustpo-tenzial auf beiden Seiten. Deshalb mussdie Stichwahl als Instrument der demo-kratischen Legitimation beibehaltenwerden!Für Diskussionen in NiedersachsensRathäusern hat auch ein anderer Vor-schlag gesorgt: Die Landesregierung willdie Altersgrenze für Hauptverwaltungs-beamte aufheben, weil sie glaubt, dassKandidaturen dadurch attraktiver wür-den. Wir sehen das anders. Die bisherigeAltersgrenze von 68 Jahren orientiertsich am Beamtenrecht, schafft Klarheitbei allen Beteiligten und hat sichbewährt. Innerhalb der KommunalenSpitzenverbände ist die Frage der Alters-grenze umstritten - man darf gespanntsein, wie sich die Landtagsmehrheit ver-hält. Denn auch innerhalb der Fraktionenvon CDU und FDP gehen die Meinungenin diesem Punkt weit auseinander.Mit dem vorgeblichen Ziel, das »Kommu-nale Ehrenamt zu stärken und zu för-dern« hat die Landesregierung das Nie-dersächsische Kommunalverfassungs-gesetz (NKomVG) vorgelegt. Es fasst dieNiedersächsische Gemeindeordnung,die Niedersächsische Landkreisordnung,das Gesetz über die Region Hannoverund das Göttingen-Gesetz zu einemGesetz zusammen. Außerdem schlägtdie Landesregierung einige Änderungenvor, die für Zündstoff in der kommuna-len Szene gesorgt haben: So möchtenCDU und FDP die Stichwahl bei Bürger-meistern und Landräten abschaffen. Einverlockender Gedanke auch für die SPD?Stellen wir nicht in vielen Kommunendie stärkste Fraktion?
Stichwahl und Altersgrenzehaben sich bewährt
Wir als SPD-Landtagsfraktion finden,dass wir eine neue Kommunalverfas-sung nicht allein nach parteitaktischenErwägungen gestalten dürfen. Bürger-meister oder Landräte bekleiden heraus-ragende Positionen und benötigen den
NEUE KOMMUNALVERFASSUNGFÜR NIEDERSACHSEN
SPD will Stichwahl und Altersgrenze erhalten und plädiert für eine analoge sechsjährigeWahlperiode von Vertretungen und Hauptverwaltungsbeamten
Von Klaus-Peter Bachmann und Jürgen Krogmann
Im Niedersachsen-vorwärts:»TiL – Themen im Landtag«(Mittelteil Seiten 1–4)
Niedersachsens Kommunal-verfassung braucht neuePerspektiven für Kommunenund Landkreise
 Fotos: anweber/shutterstock
Fortsetzung auf Seite 2
 
IINIEDERSACHSEN
09/2010
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kussion eingebracht. Unter anderemwollen wir, dass künftig wieder analogzur Wahl des Rates oder Kreistages derBürgermeister oder Landrat gewähltwird. Als Kompromiss haben wir für bei-de eine sechsjährige Wahlzeit vorge-schlagen. So haben die Bürgerinnen undBürger die Chance, zu einem Wahltermindie politische Ausrichtung der Gemein-de für sechs Jahre zu bestimmen.Zugleich sind »Eingleiser« und Ver-tretung stärker zur Zusammenarbeitverpflichtet, wenn sie gleichzeitig dieArbeit aufnehmen und sich auchgemeinsam wieder dem Wähler stellenmüssen.
Quorum für Abwahlverfahrenvon Bürgermeistern überprüfen
Vor dem Hintergrund aktueller Fälle inWeser-Ems (Beispiele Nordenham/Bra-ke/Berne/Oldenburg) sollte auch dar-über nachgedacht werden, das Abwahl-verfahren für Bürgermeister zu erleich-tern. Grundsätzlich sollten Bürgermei-ster und Rat sich um eine gute Zusam-menarbeit bemühen. Wenn aber eineklatanter Vertrauensbruch vorliegt,dann muss eine Abwahl auch faktischmöglich sein. Analog zur hessischentikberatern schlüpfen, deren VorschlägeKerstin Tack später direkt in ihre Arbeitals Bundestagsabgeordnete einfließenlassen wird.Mitmachen können Schulklassen abder 8. Jahrgangsstufe, deren Schule imWahlkreis von Kerstin Tack (42, Hannover-Gemeindeordnung könnte man hier dasQuorum für die Einleitung der Abwahl-verfahren im Rat auf zwei Drittel senken.Hier gibt es aber noch keine Beschlussfas-sung der Fraktion.
In Regionalkonferenzen gemein-sam über die Zukunft derKommunen beraten
Die öffentliche Anhörung zum NKomVGfindet am 25. August im Niedersächsi-schen Landtag statt. In Abstimmung mitdem SPD-Landesverband wollen wir alsSPD-Landtagsfraktion das neue Gesetz inRegionalkonferenzen auf Bezirksebene(Brake, 18. September; Hannover, 20. Sep-tember; Braunschweig, 18. Oktober) mitunseren Kommunalpolitikern diskutie-ren. Eine Frage bleibt dennoch: Stärkt dasneue Kommunalverfassungsgesetz wirk-lich das kommunalpolitische Ehrenamt?Oder ist vielleicht doch viel wichtiger, wasder Geschäftsführer des Niedersächsi-schen Städtetages (NST), Heiger Scholzdazu im Verbandsmagazin des NSTschreibt: »Die beste Stärkung des Ehren-amtes wäre nach wie vor eine Finanzaus-stattung der Städte, Gemeinden undSamtgemeinden, die es den Räten wiederermöglicht, etwas zu gestalten.«
 
Nord) liegt. Das Angebot richtet sich aus-drücklich an alle Schulzweige, einge-schlossen Förder- und auch berufsbilden-de Schulen. Ob Deutsch, Gesellschaftsleh-re oder Sachunterricht – das Projekt ist inallen Fächern möglich, in denen politischeThemen diskutiert werden können. »AlsBundestagsabgeordnete ist es mir einbesonderes Anliegen, junge Menschenparteiübergreifend für Politik zu interes-sieren«, betont Kerstin Tack. Eine lebendi-ge Demokratie braucht junge, interessier-te Demokraten. Sie ist deshalb sehrgespannt auf die Vorschläge ihrer jungenBeraterinnen und Berater und freut sichauf angeregte Diskussionen.Die Bearbeitung der Themen der»WahlkreisTACKticker« wird eingebundenin den Unterricht, muss aber nicht zwin-gend im Klassenraum statt finden. WerLust hat, kann auf die Straße gehen unddort eine Umfrage durchführen, einenFilmclip drehen oder eine Foto-Storygestalten. Dabei werden die Klassen vonerfahrenen Mitarbeitern des unabhängi-gen Vereins »Politik zum Anfassen e.V.«unterstützt. Diese werden die Schüler undLehrer im Unterricht begleiten.
 
Weitere Änderungen in derDiskussion
Noch nicht im Gesetz, aber offenbar von derFDP betrieben wird eine Änderung desKommunalwahlrechtes, die wahlbereichs-übergreifende Listen ermöglichen soll.Davon würden vor allem kleinere Parteienprofitieren, weil diese dann z. B. mit einerbekannten Persönlichkeit in der ganzenKommune auf Wählerfang gehen können.Eine Verankerung in den Orten oder Stadt-teilen ist dann nicht mehr erforderlich. GuteKommunalpolitik nah am Bürger sieht füruns anders aus. Deshalb werden wir auchdiesen Vorschlag, wenn er in den Beratun-gen noch eingebracht wird, bekämpfen.Ebenfalls noch nicht im Gesetz aber in derDiskussion auf den Fluren in Hannover istdie Frage, ob das Vorschlagsrecht für Dezer-nenten künftig wieder beim Rat bzw. Kreis-tag liegen soll. Kommunalpolitiker bei derCDU und auch in unserer Partei liebäugelnmit einer solchen Änderung.
SPD-Vorschlag: Zusammenarbeitdurch analoge Wahlen alle sechsJahre befördern
Als Kommunalpartei hat die SPD natür-lich auch eigene Vorschläge in die Dis-Die SPD-Bundestagsabgeordnete KerstinTack startet im September an Hannover-schen Schulen ihres Wahlkreises dasDemokratieprojekt »WahlkreisTACKti-cker«. Das Besondere dieses praxisorien-tierten Projektes wird sein, dass Schüle-rinnen und Schüler in die Rolle von Poli-
WahlkreisTACKticker
Schulklassen werden zu Politikberatungsunternehmen
Klaus Peter Bachmann, MdL,Braunschweig,innenpolitischer Sprecher derSPD-Fraktion im Niedersäch-sischen LandtagProbeberatung bei KerstinTack. Eine 8. Klasse zu Besuchin Berlin
 Foto: privat 
Jürgen Krogmann, MdL,Oldenburg,Mitglied im Innenausschussund in der SPD-Landtags-fraktion zuständig für dasThemenfeld KommunalesFortsetzung von Seite 2
 
NIEDERSACHSENIII
09/2010
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ATOMKRAFT: SCHLUSS JETZT
!
Der SPD-Landesvorstand ruft zur Teilnahme an der Großdemo in Berlin mit symbolischer Umzingelungdes Reichstagsgebäudes am 18. September auf.
KOMMUNALKONGRESS 2.0
AM 30.OKTOBER 2010 IN HANNOVER
Busse zur Großdemo »Atomkraft: Schluss jetzt!« fahren ab Wolfenbüttel und Hanno-ver. Weitere Transporte sind in der Planung.Interessenten für die Fahrt ab Wolfenbüt-tel melden sich im SPD-Büro bei PetraReuß Telefon 05331.46097.Wer von Hannover aus anreisen möchte,nimmt Kontakt zum Büro von MatthiasMiersch auf. Telefon 0511.1674 302, oderper E-Mailmatthias.miersch@wk2.bundestag.de.
gress des Vorjahres anknüpfen. Wir freu-en uns sehr, dass mit unserem Parteivor-sitzenden Sigmar Gabriel und dem thü-ringischen Wirtschaftsminister MatthiasMachnig bereits zwei prominente Sozial-demokraten ihre Teilnahme zugesagthaben. In vier Themenforen zu den Berei-chen Finanz- und Wirtschaftspolitik,»Mehr Demokratie wagen«, Energie/Ver-kehr/Umwelt sowie Bildung/Familie/Kultur werden ausgewiesene Fachrefe-rentinnen und -referenten gemeinsammit den Teilnehmerinnen und Teilneh-mern des Kommunalkongresses ihre Ide-en, Anregungen und Wünsche einbrin-gen. Mit dem Kommunalkongress 2.0will die SPD in Niedersachsen einen wei-teren Schritt zu erfolgreichen Wahlen am11. September 2011 in ganz Niedersachsenmachen. Die Einladungen mit demgenauen Ablaufplan werden wir euch imSeptember 2010 zusenden
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Mitglieder des SPD-Landesvorstandeswerden am 18. September symbolischdas Reichstagsgebäude umzingeln unddamit ein Zeichen gegen Atomkraftsetzen. An diesem Tag findet in Berlindie Großdemonstration unter demMotto »Atomkraft: Schluss jetzt!« statt.Die SPD wird sich mit Bürgerinnen undBürgern aus ganz Niedersachsen in diegemeinsame Aktion von Umweltver-bänden, Gewerkschaften, Nichtregie-rungsorganisationen und Parteien ein-reihen.Noch im September kommt es mög-licherweise zu einer Entscheidung überdie Zukunft der Energiepolitik inDeutschland. Es darf nicht sein, dassalles unter SPD-Regierungsverantwor-tung Erreichte von der schwarz-gelbenKoalition zunichtegemacht wird.Gegen die Mehrheit der Menschen inDeutschland darf es nicht zu einer Ver-längerung der Laufzeiten der Atom-kraftwerke kommen. Der SPD-Landes-vorstand ruft deshalb alle Mitliederdazu auf, sich an der Großdemonstrati-on zu beteiligen.Mit dabei ist auch der umweltpoli-tische Sprecher der SPD-Bundestags-fraktion Matthias Miersch, um an dieerfolgreiche KETTENreAKTION vomApril 2010 anzuknüpfen.
Über 600 Teilnehmerinnen und Teilneh-mer haben bei der ersten Auflage desKommunalkongresses der SPD in Nieder-sachsen im November 2009 über ihreVorstellungen einer sozialdemokrati-schen Kommunalpolitik für Niedersach-sen diskutiert. In seiner Rede als Partei-vorsitzender hat Sigmar Gabriel damalsStädte und Gemeinden als »den wichtig-sten Ort gesellschaftlicher Integration«bezeichnet, den es zu stärken gilt unddem sich Sozialdemokratinnen und Sozi-aldemokraten mit besonderer Aufmerk-samkeit zuwenden müssten. Der SPD-Landesverband lädt deshalb auch in die-sem Jahr wieder zu einem Kommunal-kongress ein. Am 30. Oktober 2010 wollenwir mit ehren- und hauptamtlichen Kom-munalpolitikerinnen und Kommunalpo-litikern, Kandidatinnen und Kandidatenfür die Kommunalwahl 2011 und allenInteressierten an den erfolgreichen Kon-
Weiter geht’s. DieKETTENreAKTION vom10. April findet ihreFortsetzung in Berlin am18. September
 Foto: privat 
FACHTAGUNG IN HANNOVER
AM 17. SEPTEMBER 2010
WENDE IN DER ATOMPOLITIK
Zu einer gemeinsamen Fachtagung»Wende in der Atompolitik – soziale undökologische Rahmenbedingungen fürerneuerbare Energien« laden Hans-Böckler Stiftung, Otto-Brenner-Stiftung,Friedrich-Ebert-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung, Stiftung Leben und Umwelt,Greenpeace und BUND am 17. Septem-ber 2010 nach Hannover ein. Mit derTagung soll ein Bundespolitisches Zei-chen für eine nachhaltige Energiepolitikgesetzt werden. In verschiedenen Forensollen die ökologischen, sozialen undgewerkschaftlichen Rahmenbedingun-gen einer Energieversorgung mit erneu-erbaren und alternativen Energien dis-kutiert werden.An der Podiusmdiskussion »Brückenin die Zukunft bauen« werden teilneh-men
Hartmut Meine
(IG Metall),
Sieg-fried Sauer
(ver.di),
Rebecca Harms
(MdEP,Bündnis90/Die Grünen) und
MatthiasMiersch
(MdB, SPD) sowie Vertreterinnenund Vertreter der Anti-Atombewegung,der Kirchen und der Bundesregierung.
Die Fachtagung findet imHannover Congress Centrumin Hannoveram 17. September 2010von 10.00 bis 18.00 Uhr statt.Genauere Informationen und Anmel-dung bei der Friedrich-Ebert-Stiftungunterwende-atompolitik@fes.de

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