IINIEDERSACHSEN
09/2010
vorwärts
kussion eingebracht. Unter anderemwollen wir, dass künftig wieder analogzur Wahl des Rates oder Kreistages derBürgermeister oder Landrat gewähltwird. Als Kompromiss haben wir für bei-de eine sechsjährige Wahlzeit vorge-schlagen. So haben die Bürgerinnen undBürger die Chance, zu einem Wahltermindie politische Ausrichtung der Gemein-de für sechs Jahre zu bestimmen.Zugleich sind »Eingleiser« und Ver-tretung stärker zur Zusammenarbeitverpflichtet, wenn sie gleichzeitig dieArbeit aufnehmen und sich auchgemeinsam wieder dem Wähler stellenmüssen.
Quorum für Abwahlverfahrenvon Bürgermeistern überprüfen
Vor dem Hintergrund aktueller Fälle inWeser-Ems (Beispiele Nordenham/Bra-ke/Berne/Oldenburg) sollte auch dar-über nachgedacht werden, das Abwahl-verfahren für Bürgermeister zu erleich-tern. Grundsätzlich sollten Bürgermei-ster und Rat sich um eine gute Zusam-menarbeit bemühen. Wenn aber eineklatanter Vertrauensbruch vorliegt,dann muss eine Abwahl auch faktischmöglich sein. Analog zur hessischentikberatern schlüpfen, deren VorschlägeKerstin Tack später direkt in ihre Arbeitals Bundestagsabgeordnete einfließenlassen wird.Mitmachen können Schulklassen abder 8. Jahrgangsstufe, deren Schule imWahlkreis von Kerstin Tack (42, Hannover-Gemeindeordnung könnte man hier dasQuorum für die Einleitung der Abwahl-verfahren im Rat auf zwei Drittel senken.Hier gibt es aber noch keine Beschlussfas-sung der Fraktion.
In Regionalkonferenzen gemein-sam über die Zukunft derKommunen beraten
Die öffentliche Anhörung zum NKomVGfindet am 25. August im Niedersächsi-schen Landtag statt. In Abstimmung mitdem SPD-Landesverband wollen wir alsSPD-Landtagsfraktion das neue Gesetz inRegionalkonferenzen auf Bezirksebene(Brake, 18. September; Hannover, 20. Sep-tember; Braunschweig, 18. Oktober) mitunseren Kommunalpolitikern diskutie-ren. Eine Frage bleibt dennoch: Stärkt dasneue Kommunalverfassungsgesetz wirk-lich das kommunalpolitische Ehrenamt?Oder ist vielleicht doch viel wichtiger, wasder Geschäftsführer des Niedersächsi-schen Städtetages (NST), Heiger Scholzdazu im Verbandsmagazin des NSTschreibt: »Die beste Stärkung des Ehren-amtes wäre nach wie vor eine Finanzaus-stattung der Städte, Gemeinden undSamtgemeinden, die es den Räten wiederermöglicht, etwas zu gestalten.«
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Nord) liegt. Das Angebot richtet sich aus-drücklich an alle Schulzweige, einge-schlossen Förder- und auch berufsbilden-de Schulen. Ob Deutsch, Gesellschaftsleh-re oder Sachunterricht – das Projekt ist inallen Fächern möglich, in denen politischeThemen diskutiert werden können. »AlsBundestagsabgeordnete ist es mir einbesonderes Anliegen, junge Menschenparteiübergreifend für Politik zu interes-sieren«, betont Kerstin Tack. Eine lebendi-ge Demokratie braucht junge, interessier-te Demokraten. Sie ist deshalb sehrgespannt auf die Vorschläge ihrer jungenBeraterinnen und Berater und freut sichauf angeregte Diskussionen.Die Bearbeitung der Themen der»WahlkreisTACKticker« wird eingebundenin den Unterricht, muss aber nicht zwin-gend im Klassenraum statt finden. WerLust hat, kann auf die Straße gehen unddort eine Umfrage durchführen, einenFilmclip drehen oder eine Foto-Storygestalten. Dabei werden die Klassen vonerfahrenen Mitarbeitern des unabhängi-gen Vereins »Politik zum Anfassen e.V.«unterstützt. Diese werden die Schüler undLehrer im Unterricht begleiten.
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Weitere Änderungen in derDiskussion
Noch nicht im Gesetz, aber offenbar von derFDP betrieben wird eine Änderung desKommunalwahlrechtes, die wahlbereichs-übergreifende Listen ermöglichen soll.Davon würden vor allem kleinere Parteienprofitieren, weil diese dann z. B. mit einerbekannten Persönlichkeit in der ganzenKommune auf Wählerfang gehen können.Eine Verankerung in den Orten oder Stadt-teilen ist dann nicht mehr erforderlich. GuteKommunalpolitik nah am Bürger sieht füruns anders aus. Deshalb werden wir auchdiesen Vorschlag, wenn er in den Beratun-gen noch eingebracht wird, bekämpfen.Ebenfalls noch nicht im Gesetz aber in derDiskussion auf den Fluren in Hannover istdie Frage, ob das Vorschlagsrecht für Dezer-nenten künftig wieder beim Rat bzw. Kreis-tag liegen soll. Kommunalpolitiker bei derCDU und auch in unserer Partei liebäugelnmit einer solchen Änderung.
SPD-Vorschlag: Zusammenarbeitdurch analoge Wahlen alle sechsJahre befördern
Als Kommunalpartei hat die SPD natür-lich auch eigene Vorschläge in die Dis-Die SPD-Bundestagsabgeordnete KerstinTack startet im September an Hannover-schen Schulen ihres Wahlkreises dasDemokratieprojekt »WahlkreisTACKti-cker«. Das Besondere dieses praxisorien-tierten Projektes wird sein, dass Schüle-rinnen und Schüler in die Rolle von Poli-
WahlkreisTACKticker
Schulklassen werden zu Politikberatungsunternehmen
Klaus Peter Bachmann, MdL,Braunschweig,innenpolitischer Sprecher derSPD-Fraktion im Niedersäch-sischen LandtagProbeberatung bei KerstinTack. Eine 8. Klasse zu Besuchin Berlin
Foto: privat
Jürgen Krogmann, MdL,Oldenburg,Mitglied im Innenausschussund in der SPD-Landtags-fraktion zuständig für dasThemenfeld KommunalesFortsetzung von Seite 2
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