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Mysterium Regenerationis: Swedenborgs Konzept der Wiedergeburt

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Mysterium Regenerationis
Swedenborgs Konzept der Wiedergeburt
Thomas Noack
 
Mysterium Regenerationis
Swedenborgs Konzept der Wiedergeburt
Thomas NoackWiedergeburt ist das große Thema der abendländischen Christenheit,denn die Frage nach dem Heil durchzieht den Westen. Schon Augustin,der im Osten kaum, dafür aber im Westen um so mächtiger gewirkt hat,legte ein besonderes Gewicht auf die Sünden- und Gnadenlehre; undLuther rang bekanntlich um den gnädigen Gott. Selbst der modernenEsoterik geht es wesentlich um Transformation zur Steigerung der per-sönlichen Lebensqualität. In der Analytischen Psychologie C.G.Jungsspielt die Individuation eine zentrale Rolle. Und schließlich ist dieWiedergeburt auch in ihrer materiellen Verkehrung, das heißt in derReinkarnationslehre (= körperliche Wiedergeburt) ein Lieblingskind desAbendlandes; nur verwechselt man hier eben die körperliche mit dergeistigen. Dieser fragmentarische Überblick zeigt, daß sich die abend-ländische Seele von einem Geheimnis ganz tief angesprochen fühlt: vomMysterium Regenerationis. Swedenborg war einer der genialen Geister,der dieses Mysterium bis zu einem gewissen Grad ausleuchten konnte.Wohl wissend, daß sich die Geheimnisse des Lebens nur in der Schuledes Lebens erschließen lassen, war sein Seherblick doch fähig dem totenBuchstaben unserer heiligen Traditionen Wesentliches zu entlocken.Denn obgleich der Begriff "Wiedergeburt"
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in der Heiligen Schrift so gutwie nicht vorkommt, handelt dieses Buch unter der Oberfläche desHistorischen von nichts anderem als eben von der Wiedergeburt. Genaugenommen handelt es von der Verherrlichung des Herrn, aber zwischendiesen beiden Ereignissen besteht ein Zusammenhang. Dazu Swedenborg:"Das ganze Wort handelt im innersten oder höchsten Sinn vom Herrnallein und von der Verherrlichung seines Menschlichen. Da aber dieserSinn den menschlichen Verstand übersteigt (transcendit), darf man das
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Im AT sucht man diesen Begriff vergeblich; und im NT gibt es eigentlich nureine Stelle: Tit 3,5 wird die Taufe "Bad der Wiedergeburt" genannt. Als locusclassicus ist dann jedoch noch Joh 3,3, zu nennen, wo es heißt: "Wahrlich,wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem (von oben) geborenwird, kann er das Reich Gottes nicht sehen." Da es im johanneischenSchrifttum mehrmals heißt "aus Gott geboren werden" (Joh 1,13; 1Joh 3,9; 4,7;5,1.4.18), bedeutet die neue Geburt die Geburt aus Gott.
 
Mysterium Regenerationis2
Wort nach seinem inneren Sinn auslegen, wo vom Reich des Herrn, vonder Kirche und ihrer Erneuerung und von der Wiedergeburt … gehandeltwird. Diese Dinge kann der innere Sinn behandeln, weil dieWiedergeburt des Menschen ein Abbild (imago repraesentativa) derVerherrlichung des Herrn ist." (HG 6827)
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. Die Vergöttlichung desMenschgewordenen war ein Durchbruch ohnegleichen; als solcher eröff-nete sie eine ganz neue Dimension der Gotteserfahrung und löste diekultisch orientierten Religionen ab. Die dort vorgeschriebenen äußerli-chen Handlungen wurden von Jesus Christus innerlich vollzogen, dasheißt in die seelisch-geistige Wirklichkeit übersetzt. So wurde JesusChristus der Erstgeborene der Toten (Offb 1,5) oder das Urbild derWiedergeburt. Swedenborgs Konzept der Wiedergeburt ist aus deminneren Sinn der Heiligen Schrift abgeleitet, was man deutlich sieht,wenn man die "Himmlischen Geheimnisse" studiert. Dieser Bezug zu denErzählungen in Genesis und Exodus kann hier nicht berücksichtigt wer-den; übrig bleibt folglich ein relativ abstraktes Gerüst. Wirklich span-nend wird es erst, wenn man den Zusammenhang mit den alten Textenerkennt und dann plötzlich viele Bilder vor sich hat, die oft - wenn manihr Geheimnis erahnt - mehr sagen als tausend Worte. Die Wiedergeburtwird auf Erden sicher nur in den seltensten Fällen erreicht und ist den-noch das Ziel unseres Lebens. Doch auch Ziele, die wir voraussichtlichnicht erreichen werden, sind sinnvoll, denn sie geben unserem LebenSinn und Orientierung, was in Zeiten der Orientierungslosigkeit einegroße Hilfe ist. Die Wiedergeburt als Ziel ist keine menschliche Setzung,sondern eine göttliche; das bedeutet: dieses Ziel ist nicht dem menschli-chen Belieben unterworfen; vielmehr ist es der menschlichen Natur ein-geschrieben. Der Mensch hat nur die Wahl, es zu erkennen und sich sei-ner Dynamik zu unterwerfen oder aber seine Augen vor dieser göttli-chen Setzung zu verschließen. Meine Darstellung folgt Swedenborg, der
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"in sensu interno agitur quidem de Domino … sed usque in sensurepraesentativo etiam agitur de regeneratione hominis; est enim regeneratiohominis imago glorificationis Domini hoc est, in regeneratione ut in quadamimagine apparet quomodo Dominus Humanum Suum glorificavit, seu quod idem,Divinum fecit; sicut enim Dominus statum Suum humanum prorsus mutavit inDivinum, ita etiam Dominus apud hominem, cum regenerat illum, statum ejusprorsus mutat, nam veterem ejus hominem facit novum." (HG 3296). "DieWiedergeburt des Menschen ist ein Bild der Verherrlichung des Herrn" (HG6098). Das gilt auch für die "Umbildung": "reformatio hominis est quaedamimago illorum quae apud Dominum cum Ipse in mundo fuit" (HG 3057).

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