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Open Space Technology

Open Space Technology

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Published by Michael Gisiger
Beschrieb der Open Space Konferenzmethode
Beschrieb der Open Space Konferenzmethode

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07/06/2010

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Open Space Technology (OST) 1/6
Open Space Technology (OST)
Kurzbeschreibung
Open Space ist eine lebendige Konferenzmethode, bei der zu einem Rahmenthema bzw.einem Problem selbstgesteuert und selbstbestimmt Lösungsansätze erarbeitet sowie Verän-derungsprozesse in Gang gesetzt und bewältigt werden. Sie eignet sich wegen ihrer Offen-heit auch besonders für sehr grosse Gruppen.
Altersgruppe
14 – 99
Gruppengrösse
5 – 1’000
Gruppeneigenschaften
Erwachsene und Jugendliche
Dauer
halbtags, ganztägig, mehrtägig (zusammen)
Ort
-
Personal
ModeratorIn, HelferInnen
Vorbereitungsaufwand
hoch
Materialbedarf
hoch
Inhaltlich offen?
nein
Teilnehmerrekrutierung
ausgewählte TeilnehmerInnen/Gruppen, feste Gruppen, ge-wählte TeilnehmerInnen/Vertreter/Delegierte, offene Gruppen
Verlauf/Beschreibung
Die Open Space Methode wurde Mitte der80er Jahren entwickelt. Ihr Erfinder Harri-son Owen, ein Organisationsberater, kamdurch Umfragen zu dem Ergebnis, dassdie Teilnehmerinnen und Teilnehmer her-kömmlicher Konferenzen und Veranstal-tungen zwar im Grunde zufrieden waren,sie jedoch die informellen Kontakte undGespräche am Rande, z.B. in den Kaffee-pausen, als besonders effizient und zu-friedenstellend erlebten. Diese Momentezeichneten sich vor allem durch Unstruktu-riertheit, Fehlen von jeglicher Kontrolleund Selbstbestimmtheit aus.Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelteOwen die Open Space Technology, dielediglich durch die Vorgabe eines einfa-chen Rahmens und einer zeitlichen Struk-tur, den reibungslosen Ablauf sichert.Hauptakteure sind die Teilnehmerinnenund Teilnehmer, die individuell und alsGruppe Verantwortung für ihr eigenes Tunübernehmen. Entscheidend für den Pro-zess ist die "Kultur" der Veranstaltung, dieArt des Miteinanders. Hier liegt das Ge-heimnis der Open Space Technology be-gründet. Ein einfaches Regelwerk aus vierLeitlinien und einem Gesetz (siehe unten)ermöglicht es, dass die Teilnehmendenihre eigenen Themen einbringen können,an diesen nach ihrem Engagement arbei-ten, Ideen entwickeln und diese schliess-lich umsetzen. Niemand ist gezwungen,etwas anzuhören, was ihn nicht interes-siert, wie es oft bei herkömmlichen Veran-staltungen der Fall ist.
Eignung und Vorbereitung
Die Open Space Technology ist aufgrundihres offenen Charakters für sehr unter-schiedliche Gruppengrössen geeignet. DieSpanne reicht in etwa von 5 bis 1000 Per-sonen. Allerdings ist anzumerken, dassbei kleinen Gruppen die kreativen Res-sourcen, die entfaltet werden können, na-turgemäss geringer sind.Die Methode kann in sehr verschiedenengesellschaftlichen Kontexten eingesetztwerden. In Unternehmen, Institutionen undOrganisationen, in Vereinen und Verbän-den, im Grunde überall dort, wo Menschenkooperieren und ein gemeinsames Anlie-gen haben. Sie eignet sich allerdings nichtzur Konfliktlösung.Voraussetzungen zum Einsatz sind diepersönliche Betroffenheit der Teilnehmen-den und das Vorliegen eines dringendenHandlungsbedarf. Die Lebendigkeit unddie Effizienz der Methode ist zudem starkabhängig von der Zusammensetzung derGruppe. Hier sollten Menschen aus unter-schiedlichen Kontexten, mit unterschiedli-chen Erfahrungen und Potentialen, mitunterschiedlichen Funktionen und Rollen
 
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usw. zusammentreffen. Letztlich muss dieTeilnahme immer freiwillig sein, denn nurso ist ein hohes Engagement, eine grosseMotivation, die Akzeptanz der und eineVerantwortungsübernahme für die zu ent-wickelnden Massnahmen gewährleistet.Das Leitthema der Veranstaltung musskomplex sein und auch ein breites Mei-nungsspektrum zulassen. Dies fördert dieAuseinandersetzung, die Kommunikationund regt zudem die Kreativität an.Die Vorbereitungen sind im Vergleich zuanderen Versammlungstechniken undGrossgruppenmethoden denkbar gering.Die Moderation muss lediglich den logisti-schen Rahmen bereitstellen. Darüber hin-aus macht sie zu Beginn der Veranstal-tung die Teilnehmenden mir der Denkwei-se, dem Ablauf und dem Regelwerk derOpen Space Technology vertraut. (ZurRolle der Moderation während der Veran-staltung siehe Hinweise zur Durchfüh-rung.)Die Raumgestaltung bzw. das Rauman-gebot ist wichtig, denn Open Space be-deutet offener Raum, was durchaus wört-lich zu verstehen ist. Zentral ist der "Ple-numsraum", der gross, hell und freundlichsein sollte. In der Mitte befindet sich einStuhlkreis, in dem alle Teilnehmerinnenund Teilnehmer Platz finden. Auf dem Bo-den in der Mitte liegen Filzschreiber undThemenblätter. Nahe dem Eingang befin-det sich ein Tisch, auf dem Namensschil-der o.ä. bereitstehen. Auf einem anderenTisch stehen Getränke und vielleicht et-was zum Essen (je nach Verpflegungspla-nung). In einer Ecke des Raumes sindArbeitsplätze mit PC’s und Drucker aufge-stellt. Diese werden für die Anfertigung derDokumentationen und zum Festhalten vonArbeitsergebnissen benötigt. An denWänden ist das Regelwerk und Erklärun-gen zu "Hummeln" und "Schmetterlinge"(siehe unten) visualisiert. Zudem ist einPlakat angebracht, das die "Agenda", denArbeitsplan in Form einer Zeit- und Raum-tafel, darstellt und ein "Nachrichtenbrett",das während der Arbeit zum zentralenPunkt für den Austausch von Informatio-nen wird. Je nach Durchführung und Be-darf ist eine weitere Ausstattung denkbar.Neben dem Plenungsraum stehen eineReihe von kleineren Räumen bzw. Ar-beitsecken für die Arbeit in Gruppen zurVerfügung. Auch sie sollten über eineAusstattung verfügen, die zum Arbeiteneinlädt und diesbezügliche Möglichkeitenbietet (z.B. Stellwände, Pinnnadeln, Papierund Moderationskarten, Stifte. Auch indiesen Räumen sollte das Regelwerk vi-sualisiert sein. In manchen Fällen emp-fiehlt es sich, einen Raumplan und Weg-weiser anzufertigen.
1) Einführung/Einstieg
Nach der Begrüssung der Teilnehmerin-nen und Teilnehmer (und evtl. Erwar-tungsabfrage, Warming-up, Kennenlernenusw.) folgt die Einführung in die Methodeund die Bekanntmachung des Regel-werks. Dieses sollte visualisiert werdenund immer sichtbar bleiben. Vier Leitlinienund ein Gesetz sind die Rezeptur, die denbesonderen "Geist" des Open Space si-chern.
Die vier Leitlinien des Open Space:
a) "Wer kommt, ist die richtige Person." 
In dieser Leitlinie kommt vor allem dasPrinzip der Freiwilligkeit zum Tragen.Niemand darf zur Teilnahme an der Ver-anstaltung verpflichtet oder gar gezwun-gen werden. Wichtig ist, dass sich Men-schen versammeln, die zur Verbesserungoder Veränderung der Situation etwasbeitragen wollen. Dies gilt auch für dieTeilnahme an den verschiedenenWorkshops, die während des OpenSpace’s stattfinden. Jeder, der will, kannkommen und an der Bearbeitung des je-weiligen Themas teilhaben. Erlischt seinInteresse, entspricht der Workshop nichtseinen Vorstellungen usw. kann er jeder-zeit gehen und an einem anderen Work-shop teilnehmen oder eine Pause ma-chen.
b) "Offenheit für das, was passiert." 
Open Space Prozesse sind eben "offen".Um an ihnen teilhaben zu können, müssendie Teilnehmenden ihre Erwartungen zu-rückstellen und sich für das Kommendeund vielleicht Unerwartete öffnen. Nur sowird eine Atmosphäre des Voneinander-lernens und ein kreatives und innovativesArbeiten möglich.
 
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c) "Es beginnt, wenn die Zeit reif ist." 
Der Zeit- und Raumplan dient nur zur Ori-entierung. Das Zeitmanagement liegt ganzin der Hand der jeweiligen Workshop-Gruppe. Denn Ideen und Anregungenkommen nicht auf Kommando. Sie kom-men, wenn die Zeit reif dafür ist. Die Ver-antwortung über die Entscheidung obliegtder Gruppe.
d) "Vorbei ist vorbei." 
Während die vorherige Leitlinie sich aufden Beginn einer Arbeitsphase bezieht,markiert diese Leitlinie den Abschluss.Wann ein Thema ausreichend bearbeitetist, bestimmt die Gruppe. Das kann nachkürzester Zeit sein, aber auch über denabgesteckten zeitlichen Rahmen hinaus-gehen. Auch hier liegt die Entscheidung imErmessen der Gruppe. Ist eine Themen-bearbeitung als abgeschlossen erklärtkönnen die Teilnehmerinnen und Teilneh-mer sich anderen Dingen widmen, zu an-deren Workshops hinzustossen oder eineneue Arbeitsgruppe bilden.
Das "Gesetz der zwei Füsse."
Es ist das einzige Gesetz beim OpenSpace und sollte auch strikt eingehaltenwerden. Inhalt des Gesetzes ist, das jeder,der der Meinung ist, zur Arbeit einer Grup-pe nichts mehr beitragen zu können odernichts mehr in der Situation lernen zu kön-nen, seine Füsse benutzen und die Grup-pe verlassen soll. In einer anderen Gruppewird er vielleicht benötigt. So wird keineZeit verschwendet, Langeweile und Frustwerden vermieden. Dieses Gesetz lässtverschiedene Teilnehmerverhalten zu.Griffig sind sie in zwei Typen bzw. Er-scheinungsformen veranschaulicht.
a) Hummeln: 
Hummeln fliegen von Blüte zu Blüte, trägtdabei Pollen von der einen zur anderenund trägt so zur Befruchtung bei. DieseBild umreisst metaphorisch die Rolle derTeilnehmerinnen und Teilnehmer, die anvielen Workshops Interesse haben undvon einem zum anderen wechseln. Siebringen entweder ihr vorhandenes odersoeben erworbenes Wissen ein oder wir-ken allein durch ihr Auftauchen oder ihreAnwesenheit anregend und inspirierend.
b) Schmetterlinge: 
Anders dagegen verhalten sich Schmetter-linge. Auf den ersten Blick scheinen siekeinen Beitrag zu leisten. Sie verbringenihre Zeit mit Kaffeetrinken, schwatzen u.ä.Jedoch sind sie für das Gelingen einesOpen Space unverzichtbar. Sie prägenden arbeitsfreien Raum, sie markierenErholung und Entspannung. Darüber hin-aus verwickeln sie andere in Gesprächeund bringen so indirekt, ungeplant undunstrukturiert neue Impulse in dieWorkshops.Das Gesetz der zwei Füsse ist ein Kern-punkt der Methode. Doch gerade in die-sem Punkt tun sich viele Teilnehmerinnenund Teilnehmer schwer. Es ist ungewohnt,die Freiheit zu geniessen, dorthin zu ge-hen, wo man will. Die Moderation sollte dieTeilnehmenden immer wieder dazu moti-vieren.
2. Der Kreis/Themensammlung:
Mit dem Kreis beginnt der eigentlicheOpen Space. Alle Teilnehmenden werdennun eingeladen, Themen zu benennen,die ihnen unter den Nägeln brennen, diesie bearbeiten möchten. Es geht als sohier nicht um die Menge, sondern um dieBedeutung der Themen für jeden einzel-nen. Wer ein Thema vorschlägt, geht indie Mitte und schreibt es auf die vorberei-teten Themenblätter. Er ist nun der "Einbe-rufer" eines Workshops und übernimmtdamit Verantwortung. Er ist der einzige,der während der Zeit, in der sein Work-shop läuft, nicht wechseln darf, denn inder Regel leitet es diesen, er führt meistProtokoll und stellt am Schluss die Ergeb-nisse dar. Gerade der erste Einberufereines Workshops überwindet eine hoheHemmschwelle. Es gehört einiges an Mutdazu. Viele zweifeln auch an ihrer Fähig-keit, einen Workshop zu leiten. DieseSchwelle muss überwunden werden. Dieblosse Anwesenheit der Betroffenen sig-nalisiert bereits ihre Bereitschaft zur Mitar-beit, denn die Teilnahme ist ja freiwillig. Istder Schritt zum Einberufer getan, sind vie-le Menschen erstaunt, welche Führungs-potentiale sie freisetzen können.Hat der Einberufer das Thema auf dasThemenblatt geschrieben und seinen Na-men hinzugefügt, stellt er es noch in der

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