Welcome to Scribd, the world's digital library. Read, publish, and share books and documents. See more
Download
Standard view
Full view
of .
Look up keyword
Like this
2Activity
0 of .
Results for:
No results containing your search query
P. 1
AIB #88 - Karl Pfeifer Zur Situation in Ungarn 2010

AIB #88 - Karl Pfeifer Zur Situation in Ungarn 2010

Ratings: (0)|Views: 74 |Likes:
Published by porrporr
Scan vom Antifaschistischen Infoblatt #88 > http://www.nadir.org/nadir/periodika/aib/

Zur Situation in Ungarn
Welche rechten bzw. extrem rechten
Parteien gibt es im ungarischen Parlament?
Wie haben sich diese entwickelt
und welche Auswirkungen hat dies auf
das Parteienspektrum?
Scan vom Antifaschistischen Infoblatt #88 > http://www.nadir.org/nadir/periodika/aib/

Zur Situation in Ungarn
Welche rechten bzw. extrem rechten
Parteien gibt es im ungarischen Parlament?
Wie haben sich diese entwickelt
und welche Auswirkungen hat dies auf
das Parteienspektrum?

More info:

Published by: porrporr on Oct 24, 2010
Copyright:Attribution Non-commercial

Availability:

Read on Scribd mobile: iPhone, iPad and Android.
download as PDF, TXT or read online from Scribd
See more
See less

01/13/2011

pdf

text

original

 
Karl Pfeifer, geb.
am
22.
August
1928
in
Baden
bei
Wien,
ist
ein
österreichischer
Journalist.
Seit
Anfang
der
1990er
Jahre
arbeitet
er
als
Wiener Korrespondent
des
is
r
aelischen
Radios,
als
freier Journalist
des
monatlich
erscheinen
den
antifaschistischen
Londoner Magazins»Searchlight«
und der
BudapesterWochenzei
tung
»Hetek«
.
Pfeifer
gehört
auch dem Kura
torium
des
Do
kumentationsarchivs
des
österreichischen
Widerstan
des
an.
Im Jahr
2008
produ
zierteMaryKreutzer
für
die
»Gesellschaftfür
kritischeAntisemitis
musforschung«einen
Dokumentarfilm
über
sein Leben:
»Zwischenallen Stühlen
.
Lebens
wege
des
Journalisten
Karl
Pfeifer«
.
Zur
Situation
in
Ungarn
Zur
Situation
in
Ungarn
Welcherechten bzw. extrem rechtenParteien gibt
es
im ungarischen Parlament?
Wie
haben
sich
dieseentwickeltund welche Auswirkungen hat
dies
auf
das
Parteienspektrum?
Es
gibt
eine
völkische
Parteidie
jetzt
Regie
r
un
gsparte
i
ist
-
FIDESZ-KDNP.
Diese
gründete
si
ch
kurz
vor
der
Wende,
also
vor
1990,
als
eine
linksliberale
und
an
t
ikl
erikale
Partei.
Sie
hat
sich
imL
aufe der
Ze
it
gewandelt
und
wurde
zu
einer
pro
Klerikalenund
völkischen
Partei.
Nun
muss
man
unterscheiden.Nicht
alle
FI
DESZ-Anhängerund
-P
olitiker
s
n
d
völ
-
kisch,
aber
die
I
deologie
ist
es
und
so
haben
viele
keine
Berührungsängste mit
den
Rechtsextremen,
so
lange
diese
sie
nichtgefährden.
Dadurch
entsteht
ein
eigenar
ti
ges
Verhält
ni
s z.
B.
zu
der
rechtsex
tremen
»Jobbik«.
Deren
Gründer,
GaborVona,
war
in
einem
von
FI
DESZ
gegründeten
so
genannten
»bürgerlichen
Kreis«
aktiv
und
hat
sich
dort
entschlossen,
seine
ei
genePartei
zu
gründen.
Dies
ist
i
hm
zusammen
mit weiterenIntellektuellen2003 gelun
gen.
»J
obbik«
i
st
nationalsozialistisch
und
versucht
mit
allen modernen
Mitteln,
hauptsächlich,
aber
nicht
nur,
die
Jugend
zu
erreichen.
Im
Moment
hat
die
FI
DESZ
eine
2/3-Mehrhe
it
im
ungar
i
schenParla
ment
und»Jobbik«ist
mit
17
Prozent
ver
-
treten
.D.
h.
insgeamt
s
n
d
80
Prozent
des
Par
l
aments
von
l
kischen
oder
national
sozialistischenPolitikern
besetzt.
Gibt
es
thematische Schwerpunkte die
sich
auch anhand von Strategien undAktionsformen äußern?
Zum
Beispielhat in Deutschland die Gründung der»Magyar
Garda«
(Ungarische
Garde)
urzzeitig
r
Aufsehen gesorgt.
8
AlB88
3.2010
Karl
Pfeifer
Im
Interview
Die
»Ungarische
Garde«
ist
eine
paramilitäri
sche
Organisation, die
2007
von
Gabor
Vona
gegründet
wurde.
Dama
ls
wurden
die
ersten
Mitglieder
vor
demPalast
des
Präsidenten
derRepublik
vereid
i
gt.
Der
ehemalige
Verteidigungsminister,
Lajos
Für,
hat
di
esen
Eid
abgenommen
und
die
drei
historischen
Kirchen,
die
katho
li
sche,
die
calv
i
nistisch-reformierte
sowiedie
evange
li
sche
waren
durchihreGeistlichen,
die die
Fahne
der»Ungarischen
Garde«
geweiht
haben,
vertreten.
Als
Viktor
Or
bannoch
in
der
Opposition
war,
meinte
er
in
einem
int
ernen
Kre
i
s,
er
würdeder
»Un
garischen
Garde«
zwei Ohrfeigen
gebenund
dann würden
sie
nicht
mehr
exist
i
e
ren.Die
Garde
wurde
zwar
vom
Gericht
verboten,
aber
sie
funktioniert
weiter.
Sie
gi
bt
si
ch
immer
wieder
mal
e
nen
neuenNamen und
wird
eher stärker.
Die
parami
lit
ärischenGardensind
ex
i
stent.
In
Ungarnversucht die
Rechte
immer
einen
Bezugspunkt
in
derGeschichte
des
Lan
des
herzustellen.
Und
für
die
FI
DESZ
i
stdieser
historischeBezugspunkt
das
Hor
thy-System.
Di
es
war
kein
faschistisches
System,
Sozialdemokraten,
antifaschisti
sche
K
ein-Parte
i
en
und
Gewerkschaftenwaren,
bis zum
Tag
der
Besatzung durchdie
deutsche Wehrmacht,legal.
Es
war
aber
keine
Demokratie,
sondern
vielmehr
ein
autokratisches,
halbfeudales
System.
Auf
diese
Vergangenheit bezieht
s
c
h
FI
DESZ
.
Die
»Ungarische
Garde«und auch
»J
obbik«funktionieren mit »antikapitalistischer« Agi
tati
on.
In
Unterscheidung
zum
»
raffen
den«und
»schaffenden« Kapital,
wobe
i
das
»raffende,
internationale
Finanzkapital«
natür
li
chin
»jüdischen
Händen«ist.
Da
wird
eine
ironi
sche
Bemerkung
des
israeli-
schen
Staatspräsidenten
Peres,
der
vor
drei
Jahren
auf
einerTagung
von
Immobi
li
enhändlern
in
T
el
Av
iv
auf
hebräisch
e
n
e
Rede
hielt
und
lächelndgesagt
hat.
»wir
kaufen
Mannhattan
auf.
wir
kaufen
Po
l
en
auf.
wir
kaufen
Rumänien
auf
und
wir
kaufenUngarnauf«,
für
dieseAg
it
at
i
on
benutzt.
Es
gab
keinen
Aufschrei,
weder
in
Manhattan,
noch
in
Rumän
i
en
oder
in
Polen
-
dafür
aber
in
Ungarn.
Die
Aussage
wurde
ins
englische
übersetzt,auf
der
In-
,
ternetvideoplattform
»Yo
uT
ube«
veröf-
fentlicht
und dieEmpörung
reichte
bis
in
die
Mitte
der
Gese
ll
schaft.Ungarn
ist
aber
nicht antisemitischer
als
an
dere Länder,
wie
Meinungsforschungsurnfragen
belegen.Aberwas
in
Ungarn,
im
.
Unterschied
zu
anderenLändern,
auffäl
l
t,
ist
der Umstand,
dass
die
Gesellschaft
vie
l
mehrdazu
schweigt.
Die
ungarische
Ge
sellschaft
wu
rde
während
des
Kadar-Regi
mes
erzogen
und dazu
angehalten,
den
Mund
nicht
öffent
li
ch
aufzumachen.
Die
Leute
haben
sich
daran
gewöhnt,
keineStellung
beziehen
zu
müssen.
Von
der li
beralenPartei
SDSZ,
die
nach
derWende
sehr
stark
war,hieß
es
eben auch,
dass
esin
Ungarngenauso
Freih~it
für Nazi-Dis
kurse
geben
muss. Diese
Freiheit
ist
mitt
l
erweile
erreicht.
Som
it
spie
l
en
der antisemitische
und auch
der
ant
i
ziganistische
Diskurs
eine
große
Ro
ll
e.
In
den
Jahren
2008/2009
wurden
acht
»cigany«
(dieser
Begriffstehtfür
»Z
igeuner
«
und
i
st
in
Ungarn
von
der
»cigany«
-
Minderheit
akzeptiert
und
w
ird
weitgehendbenutzt)
ermordet.
Vi
er
Männer wurdendaraufhinvor
ig
es
Jahr
festgenommen
und
sind
noch
immer
in
Haft.
Die
verdächtigen
Täterleugnen
natür
lich
jedeTeilnahme
.
Einer
dieser
Festgenomrnenen
hat
als
15-

You're Reading a Free Preview

Download
/*********** DO NOT ALTER ANYTHING BELOW THIS LINE ! ************/ var s_code=s.t();if(s_code)document.write(s_code)//-->