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Active Books - BURNOUT Ursachen Und Loesungsanregungen Aus NLP-Sicht - Dr. Elmar Hatzelmann

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08/31/2013

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edes Wochenende das gleiche Bild:Schlapp und müde hängen Sie in denSeilen. Zwei Tage Freizeit mit nurwenig Aktivitäten reichen gerade aus,um wieder Kraft für die nächste Arbeits-woche zu tanken. Eine Situation, die fastjeder von uns schon erlebt hat — vieleauch öfter. Wenn dieses Gefühl der Mü-digkeit und Kraftlosigkeit für Ihren Le-bensalltag kennzeichnend ist, dannkann man von den typischen Sympto-men des sogenannten Burnouts spre-chen.Der Begriff Burnout trat erstmals inden 30er Jahren im Zusammenhang mitÜberlastungsphänomenen bei Profi-sportlern und Künstlern auf. Heute be-schreibt er aufopferungsvolle, pflicht-bewußte und engagierte Personen, diesich geistig und körperlich erschöpfenund deren Persönlichkeit sich in der Fol-ge davon nachhaltig verändert.
Wer ist besonders gefähr-det?
Forschungsarbeiten offenbaren, daß dieHauptgruppen von Burnoutbetroffenenaus Helferberufen (40%), Lehrern (30%)und Mitarbeitern in der Verwaltung(10%) bestehen. Man findet aber auchAnwälte, Polizisten, Manager und Se-kretärinnen darunter. Letztlich ist keinBerufsfeld und keine Person davor ge-feit.Drei Grundursachen können unter-schieden werden, die zu einem Burnoutführen:Übernahme von Erwartungenseitens der Eltern, der Gesell-schaft oder des BerufsalltagsAngst vor Auseinandersetzungmit sich selbstUngegende Beltigungs-strategien bei Überforderungenim Beruf, in der Freizeit oder inder Partnerschaft.Die Massenmedien gaukeln schein-bar nachahmenswerte Verhaltensmu-ster und Rollenklischees als Idealbildervor: die aufopferungsvolle Hausfrauund Mutter mit überzogenem Sauber-keitsmaßstab, die erfolgsverwöhnteKarrierefrau, die sich selbst 150 ProzentLeistung abverlangt oder der ehrgeizigeManager, der regelmäßig Arbeit mitnach Hause nimmt.Das kann zu tragischen Fällen führenwie der Fall des engagierten Notarztes,der übermüdet im Einsatz selbst einenUnfall verursacht, oder der für seineSchäfchen immer Zeit habende Pastor,der andere Ehen meisterlich kittet, des-sen eigene aber zerbricht.Regelmäßig fordern über 800 Zeit-schriften — mit entsprechenden modi-schen Vorbildern — vor allem von Frau-en, ewig jung, schlank und erfolgreichzu sein. Für manche Männer gilt auchheute noch das gesellschaftliche Ideal,jeden Samstag das Auto zu waschenund den Rasen auf Wimbledon-Höhezu halten. Die Familie bleibt dabei oftauf der Strecke.Der Glaube, daß sich der Wert alsMensch alleine aus Besitz und Leistungergeben, führt in einen Teufelskreis.Wie ein Hamster im Laufrad gefangen,mit starrem Blick auf perfekte Ergebnis-se fixiert, strampelt man zielstrebig demBurnout entgegen.Ungünstig kann sich auch eine allzustrenge Verhaftung in der protestanti-schen Ethik auswirken, indem Lebens-sinn und Daseinsberechtigung über-wiegend von der Arbeit bestimmt wer-den.Als Beispiel dafür kann die rasanteAusbreitung von Funktelefonen ange-führt werden. Sie weist manchmal auf das versteckte Bedürfnis des Besitzershin, seine eigene Bedeutung symbo-lisch nach außen zu demonstrieren:Man ist allzeit bereit und immer erreich-bar: Eine Einstellung, die den Weg inden Burnoutprozeß beschleunigt. Zu-weilen kann auch eine starke Diskre-panz zwischen Fremd- und Selbstbildder Grund für die Flucht vor sich selbstsein. Die Illusion der eigenen Grandio-sität muß um jeden Preis aufrechterhal-ten werden, um nicht zu erkennen, daßman nur ein winziges Rädchen im Ge-triebe der Welt ist. Diese Erfahrung kanndirekt zum psychischen Zusammen-bruch führen, statt dessen wird dasDurchleiden eines möglichen Burnout-prozesses in Kauf genommen.Die zweite Ursache für Burnout liegtin der Angst vor der Auseinanderset-zung mit sich selbst . Sie zeigt sich bei-spielsweise in einer Flucht in die Arbeit(workaholics) oder durch exzessivenKonsum der Freizeitdrogen Radio, Fern-sehen, Kino. Jede Möglichkeit, mit sichin Kontakt zu kommen, wird sorgfältigvermieden — die Leichen bleiben imKeller. Aufkommende Sehnsucht nachintensivem Erleben wird zunehmenddurch extremes Freizeitverhalten (Bun-gee-Springen, Free-Climbing,ohrenbetäubende Musik, Abenteuerur-
26NLP aktuell 3/94
BURNOUT
Ursachen und Lösungsanregungen aus NLP-Sicht 
 von Dr. Elmar Hatzelmann
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Hatzelmann
Burnout 
laub u.a.) ausagiert.Schwierigkeiten, außerhalb des Be-rufs Wertschätzung und Bestätigung zufinden, führen häufig dazu, daß die Ar-beit als einzige Befriedigungsquelle mitzu hohen Erwartungen befrachtet wird.Enttäuschung ist somit vorprogram-miert.Der dritte Grund für einen Burnoutliegt darin, daß man nicht gelernt hat,mit Konflikten und Streßsituationen fle-xibel umzugehen.Trotz aller Willenskraft und guterVorsätze gleitet man immer wieder ingewohnte Verhaltensmuster und schei-tert an den alten Lösungsversuchen. Diedamit verlorene Zeit wird mit höhererArbeitsgeschwindigkeit oder Überstun-den versucht zurückzuholen.Mangelndes Vertrauen zu Kollegen,übermäßiges Kontrollbedürfnis und dieUnfähigkeit, Nein zu sagen, gehörenebenfalls zu den klassischen Verhal-tensweisen, die unnötige Arbeitsbela-stungen verursachen und schließlich ei-nen Burnout unterstützen.Technische Neuerungen in Verwal-tung und Fertigung sind ein weiterer Ri-sikofaktor, wenn sie nicht von angemes-senen innerbetrieblichen Organisati-ons- und Weiterbildungsmaßnahmenbegleitet werden. Die Mitarbeiter versu-chen gegebenenfalls, diesen Mangelund den zusätzlichen Druck durch Vor-gesetzte durch Mehreinsatz zu kom-pensieren.Diese Belastungen werden in Rezes-sionszeiten durch Maßnahmen zur Er-höhung der Produktivität (Entlassun-gen, Arbeitszeitverkürzung) verstärkt.Chronische Überlastung und Burnout-symptome stellen sich automatisch ein.Schließlich wirken Unzufriedenheitund Überlastung im Beruf wie ein Sogauf das Privatleben. Bislang leicht vorsich hin schwelende Beziehungspro-bleme lodern aufgrund der erhöhtenSensibilität auf. Man steckt den Partnersogar mit seiner Lethargie an und wun-dert sich, daß erhoffte „Hilfsmaßnah-men“ wie z.B. erhöhte Aufmerksamkeitoder liebevolle Zuwendung ausblei-ben. Die Doppelbelastung von Frauendurch Beruf und Familie ohne angemes-sene Unterstützung durch Partner oderKinder heizt die Situation noch mehr an.Ein weiterer Weg in das Burnout-Syndrom ist das angestrengte Bemüht-sein mancher Singles, lieber heute alsmorgen den richtigen Lebenspartner zufinden. Bei der aufreibenden Suche
nach ihrem Idealpartner brennen sie aus.
Es gibt eine Reihe von ungünstigenFaktoren, die den Burnoutprozeß för-dern können. Ängstlichkeit, mangeln-des Selbstwertgefühl, Schuldgefühle,hochgesteckte Ziele, überzogenes An-erkennungsbedürfnis oder unflexibleBewältigungsstile.Dabei stehen Mitarbeiter in Sozial-und Dienstleistungsberufen mit hoherArbeitsbelastung, geringer Anerken-nung und häufigem Klientenkontakt anerster Stelle, wenn es um Risikogruppengeht. Auch Berufsfelder mit schnellemtechnischem Wandel und wettbe-werbsorientiertem Arbeitsklima begün-stigen den Burnoutprozeß.
Ansatzmöglichkeiten zurVorbeugung und Heilung:
Achtsamkeit und körperliche Sensibi-litätsind geeignete Mittel, um drohendeÜberforderung frühzeitig zu erkennenund Gegenmaßnahmen einzuleiten.Körperliche Symptome wie Müdig-keit, Energielosigkeit oder Verspan-nung, die den Burnoutprozeß begleiten,können rechtzeitig wahrgenommenwerden. Eine praktische Möglichkeit,die oft verschüttete Feinfühligkeitzurückzuerlangen, sind alle Tätigkei-ten, die wieder Kontakt zum Körperschaffen. Dabei ist an Sport (keine Wett-kämpfe), Entspannung und Meditation(Feldenkrais, Yoga, Eutonie, Tai Chi),aber auch an Gartenarbeit oder langeSpaziergänge zu denken. Außerdemsorgt Bewegung für körperliche Müdig-keit und guten Schlaf.
Innere Kommunikation
 Jeden Tag führt man etwa drei- bisfünftausend kurze innere Selbstge-spräche; über 90% dieser Gedankenkreisen ständig um die gleichen, proble-matischen Liebligsthemen. Ein ersterLösungsschritt aus diesem Kreislauf be-steht darin, die Gedanken geduldig zubeobachten, ohne sie weiterzuverfol-gen: wie sie gekommen sind, werden sieauch wieder gehen. So werden die men-talen Quälgeister entwaffnet und es ent-steht Raum für energiespendende, inne-re Zwiegespräche.Manche Menschen tragen ständigmehrere unlösbare Schwierigkeitenund Befürchtungen mit sich herum — so,als ob sie gleichzeitig viele Radio- undFernsehprogramme verfolgen müßten.So martern sie sich zwar mental, erbrin-gen aber nur geringe sichtbare Leistung,was zu großer Frustraton und Hilflosig-keit führt.Ein klassisches Beispiel ist der Abtei-lungsleiter, den gleichzeitig ein unauf-schiebbares Gespräch mit seinem Chef,drückende Mitarbeiterkonflikte, Ge-danken an seine pflegebedürftige Mut-ter, Sorgen um seine skifahrende Toch-ter, Angst vor einem Vortrag und seineGesundheitsprobleme beschäftigen. Erklagt, daß er trotz seines großen Arbeits-einsatzes nichts zuwege bringe und sichjeden Abend total ausgelaugt fühle.

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