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Kohl, Karl-Heinz - Entzauberter Blick

Kohl, Karl-Heinz - Entzauberter Blick

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Karl-Heinz Kohl
ENTZAUBERTER BLICK
Das Bild vom Guten Wilden und die Erfahrung der Zivilisation© Qumran Verlag,Frankfurt am Main und Paris 1983Alle Rechte vorbehaltenDruck: Georg Wagner, MünchenPrinted in GermanyISBN 3-88655-192-XINHALT
Erster TeilDie Formierung des Bildes vom Guten WildenDie Neue Welt entdeckt dieAlte
 Kolumbus, Morus, Campanella
Aristokraten des Urwalds
 Die philosophische Grundlegung des Bildes vom Guten Wilden bei Montaigne
Oroonoko, Freitag und die edlen Pferde
 Der Wilde in der englischen Literatur des 17. und frühen 18. Jahrhunderts
Zweiter TeilDie ethnographische Berichterstattung im 17. und 18. Jahrhundert am Beispiel NordamerikasMargen des Konflikts
 Die Anfänge der britischen Kolonisierung Nordamerikas
Indianer, Waldläufer und Jesuiten
 Neu-Frankreich im 17. Jahrhundert 
Ethnographie als Zivilisationskritik 
 Zu Louis-Armand de Lahontans „Nouveaux Voyages dans l'Amérique Septentrionale“ 
Ethnologie als Apologetik 
 Zu Joseph François Lafitaus „Mœurs des Sauvages amériquains comparées aux mœurs des premierstemps“ 
Konservativer und kritischer Gehalt der frühen EthnologieDritter TeilDer „Amerikanische Wilde“ im philosophischen Diskurs der AufklärungDie Herrschaft des Klimas und die Beherrschung der Welt
 Montesquieus Anthropogeographie
Die Wilden auf der Skala des Fortschritts
Turgots Geschichtsphilosophie
Prototyp und Varietäten der Gattung
 Buffons Anthropologie
Das Maß des Widerstands
 Anthropologie und Geschichtsphilosophie bei Voltaire
Das neue Zentrum
 Rousseaus Konstruktion des „homme naturel“ 
Vierter TeilDie Entdeckung Tahitis und die Neubelebung der Figur des Guten WildeImagination und nüchterner Blick 
 Bougainvilles Reise um die Welt 
Von der Utopie zur Uchronie
 
LiteraturverzeichnisPersonenregister
 
PrologDas Ende der Mythen
 Die Einleitung des Zweiten Entdeckungszeitalters durch Bougainville
Am 16. März des Jahres 1769, fast auf den Tag genau zwei Jahre und vier Monate nach ihrer Abfahrt, trifft die Fregatte
 La Boudeuse
im Hafen von St. Malo ein, nach einer Reise, die sie, von Nantes ausgehend, über den Atlantischen Ozean, die südamerikanische Küste, die Falklandinselnund die Magellanstraße zu den Inseln des Stillen Ozean, von der Nordküste Australiens über dieMolukken, die großen Sundainseln und den Indischen Ozean nach Madagaskar und über das Kapder Guten Hoffnung entlang der westafrikanischen Küste zurück nach Frankreich führte. An Borddes Schiffes befindet sich Louis-Antoine de Bougainville, Initiator und Kommandant der dreizehnten Weltumsegelung nach der des Magellan, der 
 siebten
 jedoch, die - wie Bougainville inseinem Rechenschaftsbericht im Rahmen einer systematischen Aufzählung der früherenUnternehmungen mit Stolz behauptet - „im Geiste der Entdeckung“ durchgeführt wurde, und der ersten schließlich, die im Namen der französischen Nation vorbereitet und unternommen wordenwar.Bougainvilles Weltumsegelung leitete von Seiten Frankreichs eine Epoche ein - dieGeschichtsschreibung gibt ihr heute den Namen des Zweiten Entdeckungszeitalters
 
-
 
an derenEnde die äußeren Umrisse der Erdkontinente für die Gelehrten der Zeit die Form angenommenhaben sollten, die uns heute noch vertraut ist, die erste Etappe der planmäßig durchgeführtenwissenschaftlichen Forschungsreisen, deren Protagonisten in dem Grade, in dem sie dieOberfläche der Erde durchmaßen, jenen mythischen, utopischen und wissenschaftlichenSpekulationen ein Ende setzten, die seit der Entdeckung der Neuen Welten erneut Aktualitäterhalten und die europäische Bewußtseinslandschaft über Jahrhunderte hin beherrscht hatten.Die geographischen Mythen vom Irdischen Paradies, vom Reich des Priesterkönigs Johannesoder, in säkularisierter Form, vom legendären Goldland Eldorado, die den portugiesischen undspanischen Seefahrern, Entdeckern, Eroberern und Abenteurern in und neben ihrenökonomischen Interessen als Stimulus dienten, sie waren in dem Prozeß zunehmender Erfahrungund Ernüchterung, der der gewaltsamen Unterwerfung, der handelsmäßigen Erschließung und der teilweisen Besiedelung der Landstriche westlich des Atlantik folgte, realistischerenEinschätzungen über die noch zu erwartenden Neuentdeckungen gewichen. Lebten diese Mythenzu Beginn des 18. Jahrhunderts auch im allgemeinen Bewußtsein noch fort, so waren doch in der naturwissenschaftlich-philosophischen Diskussion an ihre Stelle Spekulationen über großezusammenhängende Landmassen in der südlichen Hemisphäre getreten, die „terra australis“, denSüdkontinent, dessen Vorhandensein man mit Hilfe geophysikalischer Überlegungen im Blick auf die Notwendigkeit der Erhaltung des Gleichgewichts der Erdkugel hinlänglich bewiesen zu habenglaubte und dessen Entdeckung daher um 1750 von fahrenden Geographen und Philosophen wiede Brosses und Maupertuis zur vordringlichsten wissenschaftlichen Aufgabe erklärt worden war.Anders verhielt es sich dagegen mit einem weiteren Bestandteil der Mythologien der frühenEntdecker, den Monstren und Fabelwesen mit denen nicht nur dem breiten Leserpublikum der  populären älteren und neuen, fiktiven und echten Reisebeschreibungen noch um die Mitte des 18.Jahrhunderts die überseeische Welt bevölkert zu sein schien. Auch in den wissenschaftlichenDebatten der Zeit nahmen insbesondere jene Zwitterbildungen und halbmenschlichen Lebewesen breiten Raum ein, über deren Existenz von den Reisenden immer wieder Belege erbracht wordenwaren und die von den Naturhistorikern und Philosophen als die noch fehlenden Zwischenglieder zwischen Tier- und Menschenreich in der „großen Kette des Seins“, dem in sich harmonischen,lückenlosen und kontinuierlich abgestuften göttlichen Schöpfungsplan, angesehen werdenkonnten. Zu dieser Klasse der Halbmenschen, für die Linné in seinem Klassifikationsschema der 

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