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Haki Karer - Die unsichtbare Seele der kurdischen Freihitsbewegung

Haki Karer - Die unsichtbare Seele der kurdischen Freihitsbewegung

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Haki Karer - Die Unsichtbare Seele
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05/28/2014

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Haki Karer
Haki Karer ist 1950 in Ordu geboren. Er besuchte die Grundschule und dasGymnasium in Ulubey/Ordu und studierte an der naturwissenschaftlichenFakultät von Ankara. Er war von der Entwicklung der revolutionärenBewegung, die in den 70er Jahren wuchs, beeindruckt.In der gleichen Phase lernte er Kemal Pir und Abdullah Öcalan kennen undschloss sich der sozialistisch orientierten "Apocular"-Gruppe um Öcalan an.1973 war er wie Abdullah Öcalan im ADYÖD (Revolutionärer HochschulvereinAnkara) aktiv. Als Karer merkte, dass in Kurdistan eine Revolution nötig warund eine Nation, die andere Nationen unterdrückt nicht frei sein kann und dieBefreiung des türkischen Volkes verbunden mit der Befreiung und Freiheitdes kurdischen Volkes ist, brach er sein Studium ab. Kemal Pir, der nach 55-tägigen Todesfasten gegen die Barbarei und Hafbedingungen im Gefängnisvon Amed sein Leben verlor, teilte mit ihm die gleiche Meinung.Nach der Entscheidung "Rückkehr ins Land" an der Sitzung der Gruppe inDikmen im Jahre 1976, ging Haki ohne zu zögern nach Êlih (Batman), obwohler in Kurdistan sich nicht auskannte. Ihn akzeptierten dort einige Menschennicht, weil er die kurdische Sprache nicht beherrschte. Deshalb verließ er Êlihund führte seine politische Arbeit in Dîlok (Antep) weiter erfolgreich fort.Wenn er nicht mal ein Cent in der Hose hatte, so leistete er Fronarbeit undwirkte bei der Führung dieser Bewegung mit. Er trug sehr viel Verantwortungals ein Revolutionär und um einen neuen Menschen für die Bewegung zugewinnen, gab er sich viel Mühe. Ein Beispiel dafür:
 
Damals war die finanzielle Situation der Apoisten nicht ausreichend, weil sieüberwiegend aus armen Familien stammten und in verschiedenen Bereichenarbeiteten, wo sie Geld verdienen konnten. Haki Karer arbeitete oft auf Baustellen und einer Namens Yilmaz schloss sich der Gruppe neu an. Als einEisverkäufer vorbei lief, hatte er Lust auf ein Eis. Deshalb fragte er HakiKarer, ob es möglich sei, Eis zu kaufen. Natürlich lehnte Haki Karer dies nichtab und kaufte Eis, um ihn nicht einen negativen Eindruck zu hinterlassen.Haki Karer erzählte seinem Genossen nachdem sie das Eis fertig gegessenhatten, dass sie einen Fehler gemacht haben, weil zuhause ihre Genossen auf Brot warteten. Um diesen Fehler wiedergutzumachen, einigten sie sichuntereinander, dass sie nach Hause gehen und den Genossen mitteilenwerden, dass sie kein Geld verdient hätten und mit dem Tageslohn kein Brotkaufen, hungrig bleiben und das Geld dann ihren Genossen geben werden.Das ist ein Beispiel für den Umgang Sehid Haki Karers mit seinen Genossenund den großen Wert, die er auf die Menschen legte.In Antep wohnten die Mitglieder der Gruppe in einem gemieteten Haus undCemil Bayik berichtete in einer Reportage der kurdischen Zeitung Serxwebûnvon einem Ereignis bei dem Haki Karer dabei war: "In diesem Haus hatten wirDynamit bewahrt . Es war für uns eine riesige Aktion dieses Dynamit zubesitzen. Vielleicht hat aus heutiger Sicht das Besitzen von Dynamit keinegroße Bedeutung. Für uns war es damals so, als würden wir eine Atombombebesitzen. So wichtig war das Dynamit. Wir erfuhren dass die Polizei um dasHaus herum lief, deshalb diskutierten wir. Ich, Genosse Haki und GenosseKemal. Soweit ich mich erinnern kann, waren sogar neue Mitglieder dabei.Wir überlegten wie wir ins Haus gelangen würden um das Dynamit zu retten.Außerdem waren in diesem Haus einige unserer Bücher, die wir auch rettenwollten. In diesem Haus war was anderes nicht vorhanden. In dieserDiskussion kündigte Haki an , dass er in dieses Haus gehen werde und wirsollten ihn dabei Schutz geben. Sein Entschluss war der Grund für einehitzige Diskussion. Am Ende sagte Genosse Haki, dass wir ihn schützen sollenund er werde in dem Haus gehen und diese Sachen holen. Schließlich warendie Sachen sehr wichtig. Mit diesem Beispiel wollte ich seinen großen Mutund seine Opferbereitschaft zum Ausdruck bringen. Wenn es eine Gefahr gab,wollte er diese Gefahr beseitigen. Den Genossen sollte nichts zustoßen. Wennes drohte zu passieren, dann sollte es ihn treffen und nicht seine Genossen.Dort waren nur ein Bücher von uns und Dynamit, dass wir mühsam beschaffthaben.Er wollte auf gar keinem Fall, dass etwas von uns in die Hände der Feindegeriet. Wenn es nötig war, war er bereit sein Leben dafür zu riskieren. Hierwird wieder sein Verständnis, sein Mut, seine Opferbereitschaft, seine Werteund sein großes Engagement für die Kameraden zum Ausdruck gebracht.Am 18. Mai 1977 wurde er durch ein Komplott einer kollaborierenden Gruppenamens Sterka Sor (Roter Stern) [auch "Beşparçacılar (Fünfteiler)" genannt]in einem Cafe in Dîlok (Antep) ermordet. Alaatin Kopan vereinbarte überMehmet Uzun von der türkischen Linke, der später sich der Apocular-Gruppeangeschlossen hat, eine Verabredung.
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Haki Karer fand dies nicht in Ordnungund sagte zu ihm "Du hast es nicht gut gemacht, aber wenn es so ist, danngehen wir, aber organisiert. Gehe nach Karşıyaka, nimm dort die Pistole mit
 
und ich werde zuhause die andere Waffe nehmen und dahin kommen". HakiKarer verließ sich auf Mehmet Uzun und fand die Waffe im Haus nicht, da dieWaffe schon von Verrätern genommen wurde. Somit wurde ihm jedeMöglichkeit zur Verteidigung vorenthalten und noch vor der Diskussion zogAlaatin Kopan die Waffe und erschoss ihn. Mit der Ermordung Haki Karerswollte der Staat der Gruppe "Apocular" eine Lektion erteilen, die Gruppeabschrecken und die Beteiligung der türkischen Jugendlichen an diesemKampf verhindern. Obwohl die Bewegung in der damaligen Zeit in Dîlok(Antep) die politische Stärke hatte, flohen viele ins Ausland und blieben vonder Sache fern. Weil Haki Karer wie Kemal Pir ein Türke aus derSchwarzmeerküste war und das kurdische Volk in Schutz nahm, war das fürden türkischen Staat Verrat und die Strafe für Verrat war aus dessen Sichtder Tod. Sein unerwarteter Tod erschütterte Abdullah Öcalan tief und nachlangen Überlegungen entschloss er sich, dass man nur durch die Gründungeiner Partei dem Andenken Haki Karers gerecht werden kann und verfassteim Herbst des gleichen Jahres in Dîlok (Antep) einen Programmentwurf.Abdullah Öcalan beschrieb die Reaktion von sich selbst und der Gruppe inseiner Verteidigungsschrift "Die Verteidigung eines Volkes" mit folgendenWorten: "Dieser Schock war, als würde ein Kessel kochenden Wassers überunsere Köpfe gegossen. Es war ein Ereignis, das den Lauf der Geschichteveränderte."Die Apoisten zerstreuten die aus Kollaborateuren bestehende Gruppe undbestraften im gleichen Jahr in Iskenderun den Alaatin Kopan
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. Ein halbes Jahrspäter kam es in dem Dorf Fis bei Lice, in der Haupstadt Kurdistans Amed zurGründung der Arbeiterpartei Kurdistans („Partiya Karkerên Kurdistan„). In derersten Konferenz rief die PKK den Monat Mai zum "Märtyrermonat" und den18. Mai zum "Tag der Märtyrer" aus, weil in der kurdischen Freiheitskampf viele Revolutionäre wie Haki Karer, Ferhat Kurtay, Eşref Anyık, Necmi Önen,
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İbrahim Bilgin, Mehmet Karasungur und Führer der revolutionärenBewegungen in der Türkei Deniz Gezmiş, Mahir Çayan und İbrahimKaypakkaya ihr Leben im Mai verloren.Haki Karer und Kemal Pir haben in einer Zeit, in der sich die türkische Linkegar nicht um die kurdische Frage interessierte, für die Befreiung Kurdistansund des kurdischen Volkes unermüdlich gekämpft.Haki, die "unsichtbare Seele"
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gilt in der PKK als zentrale Identifikationsfigurund bei der Erwähnung von Haki Karer kommt folgendes in den Sinn:Ideologie, Bewegung, Aktion, Wertschöpfung; Respekt gegenüber seinenGenossen, der Führung, dem Volk, der Menschheit, Vertrauen und für daswürde er alles aufs Spiel setzen, im Leben kennt er keine Privilegien, dieSituation des Volkes und der Arbeiterklasse.Ein Gedicht von Ali Haydar Kaytan, gewidmet an Haki Karer:"Es gab keinen Unterschied zwischen mir und anderenDienern Gottesneun, Monate und zehn Tage in der Gebärmutter geblieben,geboren, aufgewachsen und gesprochen,war ich eine verzehrende Seele.Ich war der Freund, Angehörige, Verwandter,mit manchen von ihnen war ich wie ein Kamerad.

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