Welcome to Scribd, the world's digital library. Read, publish, and share books and documents. See more
Download
Standard view
Full view
of .
Save to My Library
Look up keyword
Like this
1Activity
0 of .
Results for:
No results containing your search query
P. 1
Braunkohle: Ein schmutziges Geschäft

Braunkohle: Ein schmutziges Geschäft

Ratings: (0)|Views: 1 |Likes:
Published by Greenpeace Germany
Die Nutzung von Braunkohle ist ein schmutziges Geschäft. Angefangen beim Abbau: Für neue Tagebaue werden Menschen aus ihrer Heimat vertrieben, Dörfer und Landschaften zerstört. Bei ihrer Verbrennung dann setzt Braunkohle extrem viel klimaschädliches Kohlendioxid frei. Nicht zuletzt blockiert die Braunkohlenutzung technisch wie wirtschaftlich den Ausbau der Erneuerbaren Energien.
Die Nutzung von Braunkohle ist ein schmutziges Geschäft. Angefangen beim Abbau: Für neue Tagebaue werden Menschen aus ihrer Heimat vertrieben, Dörfer und Landschaften zerstört. Bei ihrer Verbrennung dann setzt Braunkohle extrem viel klimaschädliches Kohlendioxid frei. Nicht zuletzt blockiert die Braunkohlenutzung technisch wie wirtschaftlich den Ausbau der Erneuerbaren Energien.

More info:

Categories:Types, Brochures
Published by: Greenpeace Germany on Nov 26, 2010
Copyright:Attribution Non-commercial No-derivs

Availability:

Read on Scribd mobile: iPhone, iPad and Android.
download as PDF or read online from Scribd
See more
See less

11/26/2010

pdf

 
Kurzinfo Braunkohle
Energie
Braunkohle:Ein schmutzigesGeschäft
ww . greenpeace . de
 
02Braunkohle
Natur und Dörfer weichenfür den Klimakiller Nr. 1
Die Nutzung von Braunkohle ist einschmutziges Geschäft. Angefangenbeim Abbau: Für neue Tagebauewerden Menschen aus ihrer Heimatvertrieben, Dörfer und Landschaftenzerstört. Bei ihrer Verbrennung dannsetzt Braunkohle extrem viel klima-schädliches Kohlendioxid frei. Nichtzuletzt blockiert die Braunkohlenut-zung technisch wie wirtschaftlich denAusbau der Erneuerbaren Energien.
Eine Wüste mitten in Deutschland: Voneinem Aussichtspunkt am Rande desLausitzer Braunkohletagebaus Jänschwal-de blickt man gut fünf Kilometer weitauf eine braune staubige Kraterland-schaft. Wer die „Herr der Ringe“-Filmekennt, fühlt sich vielleicht an das düstereReich „Mordor“ erinnert – nur dass hierstatt lebender Monster monströseMaschinen ihr Unwesen treiben: Tag undNacht reißen riesige Schaufelradbaggerden Boden auf, buddeln sich in die Tiefe,bis „das braune Gold“ zum Vorscheinkommt.
Klimakiller Nr. 1
Am Horizont erkennt man ganze neunKühltürme des Vattenfall-KraftwerksJänschwalde, wo die Kohle zur Stromer-zeugung verbrannt wird. Neben weißenWasserdampfschwaden qualmt eineun sichtbare Gefahr aus den Schloten:große Mengen des TreibhausgasesKo hlendioxid (CO
2
). Rund 20 Prozentaller CO
2
-Emissionen in Deutschlandstammen aus Braunkohlekraftwerken.Braunkohle ist der klimaschädlichste allerBrennstoffe. Damit hat ihre Nutzungnicht nur regionale, sondern auch globalenegative Auswirkungen. Schon heuteleiden Menschen in vielen Teilen der Weltunter den Folgen des Klimawandels.
Viel Dreck, wenig Leistung
Dafür, dass die Kraftwerke so viel Dreckausstoßen, bringen sie erschreckendwenig Leistung. Der Wirkungsgrad vonJänschwalde beträgt laut Vattenfallgerade einmal 36 Prozent. Nur rund einDrittel der in der Kohle enthaltenenEnergie wird in Strom umgewandelt,während zwei Drittel als Wasserdampf ungenutzt über die Kühltürme entwei-chen. Trotzdem – Deutschland hält ander Braunkohle fest. In keinem anderenLand wird so viel Braunkohle abgebautund verfeuert wie hier. Das schmutzigeGeschäft lohnt sich, unter anderem,weil Braunkohle (entgegen der Behaup-tung der Bundesregierung) hochsub-ventioniert ist. Indirekt: Die Energiekon-zerne erhalten zum Bei   spiel steuerliche Vergünstigungen oder kostenloseCO
2
-Zertifi kate im Rahmen des Emissi-onshandels.
Der Vattenfall-Tagebau Jänschwalde frisst sich durch die brandenburgische Lausitz, radiert Landschaften und Dörfer aus.
 
Greenpeace Kurzinfo 03
 
CCS ist keine Lösung
Ein weiteres Argument von Politik undIndustrie ist eine noch junge Technologie,die Kohle klimafreundlich machen soll:die CO
2
-Abscheidung und -Lagerung(engl. Carbon Capture & Storage, kurz:CCS). Das Kohlendioxid soll in denKraftwerken aufgefangen, komprimiertund dann unterirdisch entsorgt werden,etwa in ausgebeuteten Erdgasfeldern.Doch diese Technik kommt zu spät, umdas Klima zu retten. Abgesehen davon,dass es noch Jahrzehnte dauern würde,CCS großfl ächig einzusetzen, ist esfraglich, ob dies je geschieht. Das Nach-rüsten der Kraftwerke wäre sehr teuer,vor allem aber wäre eine CO
2
-Lagerungüberaus riskant: Käme das Gas überLeckagen wieder an die Oberfl äche,wären Mensch und Tier in Gefahr, undBöden und das Grundwasser könntenverseucht werden.
Der Tagebauverschwendet Wasser
Beim Braunkohletagebau wird massiv inden regionalen Wasserhaushalt einge-griffen. Zur Kohleförderung muss derBoden entwässert werden, diese „Sümp-fungen“ senken den Grundwasserspiegel.Die Lausitz trocknet langsam aus. Es wirdJahrhunderte dauern, den Wasserhaus-halt von einst wiederherzustellen.
Der Tagebau zerstört Heimat
 Braunkohle wird raumgreifend über Tageabgebaut. Allein im Lausitzer Braun-kohlerevier beanspruchte der Tagebau
Pfarrer Berndt kämpft um seine Heimat Atterwasch und tröstet die rund240 Seelen des Dorfs.Geisterdorf Haidemühl: Für den Tagebau Welzow-Süd wurden die Bewohner bis 2006 umgesiedelt.Bevor die Bagger kommen, holt sich die Natur das Terrain zurück.
Heimatverlust auf Raten
Der von Vattenfall geplante Tagebau„Jänschwalde-Nord“ bedroht unteranderem das Dorf Atterwasch. PfarrerMathias Berndt über die Lage vor Ort:Für die meisten Bewohner ist der Ab-riss unserer Dörfer unvorstellbar. DieHäuser und Höfe haben sie geerbt,manch einer kann seine Vorfahren aufeben diesem Hof bis in die Zeit vor demDreißigjährigen Krieg zurückverfolgen.Und nun sollen uns im wahrsten Sinnedes Wortes der Boden unter den Füßenweggezogen, unsere Wurzeln abge-schnitten werden. Viele jüngere Be-wohner kehren ihrem Heimatdorf denRücken wegen der Perspektivlosigkeitfür ihr Leben. Unsere Dörfer „vergrei-sen“. Einige Höfe stehen schon leer.Ratlosigkeit, Enttäuschung und Wutmachen sich breit. Viele Menschenwerden depressiv, haben Schlafstö-rungen und  Albträume. Eine Rentnerinsagt mir: „Wir sind zu alt, um gegendiesen Wahnsinn zu kämpfen.“ Einschwerkranker Mann fragt mich: „Wosoll ich mich denn beerdigen lassen?“Ein Nachbar sagt: „Meine Eltern sind1945 aus ihrer Heimat vertrieben wor-den, haben sich hier eine neue Exis-tenz aufgebaut. Nun sollen sie schonwieder vertrieben werden?“ Eine Frausagt: „Erst graben sie uns das Wasserab (durch die Grundwasserabsenkung),dann zerstören sie unsere Häuser. Istja schlimmer als im Krieg, ein Sterbenauf Raten.“ Menschen in dieser Lageseelsorgerisch zu begleiten ist schwer.Selbst bei fröhlichen Festen, Geburts-tagen und Jubiläen kommt das Ge-spräch zwangsläu
g auf ‚das Thema‘.Trotz allem versuche ich, den Men-schen Mut zu machen.
Ausschlachtung der Lausitz: Der Braunkohletagebau hat schon über830 Quadratkilometer Land beansprucht.

You're Reading a Free Preview

Download
/*********** DO NOT ALTER ANYTHING BELOW THIS LINE ! ************/ var s_code=s.t();if(s_code)document.write(s_code)//-->