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Das Dritte Reich (Arthur Moeller Van Den Bruck )

Das Dritte Reich (Arthur Moeller Van Den Bruck )

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12/05/2012

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Moeller van den Bruck
Das dritte Reich
Inhalt:
RevolutionärSozialistischLiberalDemokratischProletarischReaktionärKonservativDas dritte Reich
An Heinrich von Gleichen
 Lieber Gleichen,als der Weltkrieg mit Zusammenbruch endete, da gingen wir bei unserer Arbeit, die wir amanderen Tage aufnahmen, von der Überzeugung aus, daß alles Elend deutscher Politik vonden Parteien kommt. Und als wir dieser Arbeit im Juni 1919, am Tage nach Versailles, diebestimmte politische Richtung gaben, da fanden wir auf unserem Wege überall Deutsche, diesich „parteilos“ nannten, die von „parteifrei“ sprachen, die sich auf einen „überparteilichen“Standort zu stellen suchten. Aber der Gedanke der Parteiüberwindung erfaßte immer nur denEinzelnen. Die Parteien sind geblieben. Und die Parlamente blieben der Sprechart unseres po-litischen Lebens, statt ihr Tatwort zu werden. Wer zu Tätigkeit in politischer Öffentlichkeitgelangen wollte, der mußte sich einer Partei anschließen. Und er mußte in die Parlamente ge-hen, auch wenn er dem Systeme feind war. Im Volke gibt es zwar ein sehr verbreitetes Ge-fühl, das nicht die geringste Achtung vor den Parlamenten aufbringt, aber als Masse findensich die Menschen immer wieder in den Parteien zusammen. Und wenn wir das Schauspielansehen, das diese Parteien namentlich im Deutschen Reichstage geben, dann wäre durchauszu denken, daß wir, wofern wir untergehen sollen, in Parteien untergehen werden, daß dieParteien bereits der Ausdruck dieses Unterganges sind und der Deutsche Reichstag derSchicksalsort sein wird, an dem er sich vollzieht.Was kann geschehen? Es bleibt nur übrig, die Parteien von der Seite der Weltanschauung herzu zertrümmern.Was ist so eine politische Partei! Sie ist alles, indem sie nicht ist. Sie ist liberal und sozial undselbstverständlich auch national. Keine Partei wird darauf verzichten, diejenigen Tugenden zu
 
besitzen, die ihre Nachbarpartei für sich in Anspruch nimmt. In den Parteiprogrammen sindalle Versprechungen nachzuspielen, die man einem Volke zur machen kann. Aber keine Par-tei kann ihre Versprechungen halten, mit denen die eine die andere zu überbieten sucht. Undmit den Parteiprogrammen braucht man sich nicht erst zu beschäftigen, wenn man von denParteien spricht. Sie alle haben sich immer weiter von der Idee entfernt, die ihnen ursprüng-lich zu Grunde lag. Sie hörten längst auf, Kampfparteien zu sein. Sie führen nur noch Schein-gefechte um des Vorteils der Fraktion willen. Das parlamentarische System, in dem sie sicheinrichteten, hat ein stillschweigendes Übereinkommen mit sich gebracht, das überall die In-nenpolitik voranstellt, und hier wieder die Parteipolitik. In diesem Systeme kann keine Parteifür sich alleine die Macht erringen, aber es gibt ihnen die Möglichkeit, sich untereinanderüber eine innenpolitische Machtverteilung zu verständigen, an der dann eine jede ihren par-lamentarischen Anteil nimmt. In der Richtung auf Mitte und Vermittelung und eine Koaliti-onspolitik, die Kompromißpolitik ist, begegnen sich alle Parteien. Diejenigen der Linken hof-fen, einmal die Linke selber zur Mitte machen zu können. Und auch die Parteien der Rechten,die den Parlamentarismus bekämpfen, stützen sich auf sein verderbtes und verderbendes Sy-stem. Sie alle glauben, ihn benutzen zu müssen, und merken nicht, wie sie von ihm abgenutztwerden. Sie haben sich in ihn eingelebt. Sie fühlen sich wohl in seinen Wandelgängen. Undhier wird zu keiner Stunde verspürt, was im Volke vor sich geht.Dieses Buch enthält eine Kritik der Parteien. Und es wendet sich an die Deutschen in allenParteien. Es setzt sich mit ihren Ideologien auseinander, und mit den Menschen als Parteity-pen.Der Versuch, der in diesem Buche gemacht wurde, war nur von einem Standpunkte aus mög-lich, der keiner Partei verschrieben ist, vielmehr die ganze Spanne der Probleme einbezieht,die durch die Politik unserer Zeit gehen, von der äußersten Linken bis zur äußersten Rechten:nur von einem dritten Standpunkte aus, der jeden anderen einschließt, den Parteideutsche ha-ben können - von dem Standpunkte einer dritten Partei aus, die es bereits gibt. Nur ein solcherVersuch konnte sich, indem er die Partei angriff, über sie hinaus an die Nation wenden. Nurein solcher Versuch konnte die deutsche Zerrüttung und Zwieschaft aufzeigen, die aus langenVerhängnissen von den Parteien her, und durch sie, in unser politisches Leben getragen wor-den sind. Nur ein solcher Versuch konnte wieder die geistige Ebene politischer Anschauungfeststellen, die von der Parteipolitik verlassen worden ist und die gleichwohl um der Nationwillen gehalten, konservativ behauptet, revolutionär erstürmt werden muß.Wir setzen an die Stelle der Parteibevormundung den Gedanken des dritten Reiches. Er ist einalter und großer deutscher Gedanke. Er kam mit dem Verfalle unseres ersten Reiches. Er wur-de früh mit der Erwartung eines tausendjährigen Reiches verquickt. Aber immer lebt in ihmnoch ein politischer Gedanke, der sich wohl auf die Zukunft, doch nicht so sehr auf das Endeder Zeiten, als auf den Anbruch eines deutschen Zeitalters bezog, in dem das deutsche Volkerst seine Bestimmung auf der Erde erfüllen werde.Wir haben in den Jahren, die auf den Zusammenbruch unseres zweiten Reiches folgten, unse-re Erfahrung mit Deutschen gemacht. Wir haben in diesen Jahren zum anderen Male erlebt,daß die Nation ihren Feind in sich selbst hat, in ihrer Vertrauensseligkeit, in ihrer Unbeküm-mertheit, in ihrer Gutgläubigkeit und, wenn wir diese seelischen Eigentümlichkeiten auf eineweltanschauliche Formel bringen wollen, in einem angeborenen, einem überaus verhängnis-vollen und , wie es scheint, durch nichts zu erschütternden Optimismus. Kaum war das deut-sche Volk niedergeschlagen, wie noch nie ein geschichtliches Volk niedergeschlagen wordenist, als in seinen Menschen eine Stimmung aufkam: wir werden schon wieder hochkommen!Wir hörten die deutschen Toren versichern: um Deutschland ist uns nicht bange! Und wir sa-hen den deutschen Träumer dazu nicken: mir kann nichts geschehen.
 
Wenn wir zu diesem Volke von einem dritten Reiche sprechen, dann müssen wir uns eine kla-re und kalte Rechenschaft darüber geben, daß auch nicht die geringste Gewißheit darüber be-steht, die mit ihm verbunden wäre. Der Gedanke des dritten Reiches ist ein Weltanschau-ungsgedanke, der über die Wirklichkeit hinaushebt. Nicht zufällig sind die Vorstellungen, dieschon bei dem Begriffe sich einstellen, bei dem Namen des dritten Reiches, und ebenso beieinem Buche, das von ihm den Titel empfängt, von vornherein ideologisch bloßgestellt, sindseltsam wolkig, sind gefühlvoll und entschwebend und ganz und gar jenseitig. Das deutscheVolk ist nur zu geneigt, sich Selbsttäuschungen hinzugeben. Der Gedanke des dritten Reicheskönnte die größte aller Selbsttäuschungen werden, die es sich je gemacht hat. Sehr deutschwürde sein, wenn es sich auf ihn verließe, und wenn es sich bei ihm beruhigte. Es könnte anihm zugrunde gehen.Dies muß hier gesagt sein. Der Gedanke des dritten Reiches, von dem wir, als unserem höch-sten und letzten Weltanschauungsgedanken, nicht lassen können, kann fruchtbar nur als einWirklichkeitsgedanke werden: wenn es gelingt, ihn dem Illusionistischen zu entrücken undganz in das Politische einzubeziehen - so realistisch, wie die Bedingungen unseres staatlichenund nationalen Lebens sind, unter denen wir als europäisches Volk leben sollen, und so skep-tisch und pessimistisch, wie es uns im Angesichte dieser Gegenwart zukommt.ES gibt Deutsche, die von dem neuen Reiche versichern, das in Trümmern aus den Vorgän-gen des neunten November entstand, es sei bereits das dritte Reich, demokratisch und repu-blikanisch und damit logisch-vollendet. Es sind unsere Opportunisten und Eudämonisten. Esgibt andere Deutsche, die ihre Enttäuschung nicht leugnen, aber auch jetzt noch der Vernunftder Geschichte vertrauen. Es sind Rationalisten Pazifisten. Sie alle ziehen die Schlußfolge-rungen ihrer, je nachdem, parteipolitischen oder utopischen Wünsche, aber nicht diejenigender Wirklichkeit, die uns umgibt, und möchten nicht wahrhaben, daß wir eine gebundene undmißhandelte Nation sind, die vielleicht dicht, ganz nahe und unmittelbar vor ihrer Auflösungsteht. Aber unsere Wirklichkeit heißt: Triumph aller Völker der Welt über die deutsche Nati-on. Unsere Wirklichkeit heißt: Überbietung des Parlamentarismus in unserem Lande nachdem Vorbilde des Westens. Unsere Wirklichkeit heißt: Herrschaft der Parteien. Das dritteReich, wenn es je sein wird, schwebt nicht in Wohlgefallen hernieder. Das dritte Reich, dasden Unfrieden endet, wird nicht in einem Frieden erstehen, der sich weltanschaulich verwirk-licht. Das dritte Reich wird ein Reich der Zusammenfassung sein, die in den europäischen Er-schütterungen uns politisch gelingen muß.Das ist ein Ausblick auf Zukunft, den die Deutschen des neunten November nicht in ihre par-teipolitische Rechnung eingestellt haben. Erst die Vorgänge, die zum Ruhreinbruch führten,und die, welche sich darananschlossen, bewirkten eine Wandlung, nicht in den Parteien, aberin den Menschen. Erst jetzt wurde die Nation stutzig. Es gab Deutsche, die an dem Gleichmu-te irre wurden, mit dem sie bis dahin alle Schläge hingenommen hatten. Und es gab wiederDeutsche, die sich zur Wehr setzten. Deshalb hätte der Ruhrkampf eine Wende werden kön-nen. Er eröffnete noch einmal eine Aussicht auf Befreiung der betrogenen Nation. Er schieneine Erfüllungspolitik enden zu wollen, die mit dem Anscheine von Außenpolitik ganz Par-teipolitik gewesen war. Er überantwortete uns wieder der eigenen Entschlußkraft. Und er gabuns den Willen zurück. Die alten Parteien freilich waren am wenigsten der Erregungen teil-haftig, die seit diesem Tage durch die aufgerüttelte Nation gingen. Immer ruht auf ihnen derVerdacht, daß sie abermals versagen könnten, wie sie stets versagt haben. Der Parlamentaris-mus ist zu einer Einrichtung des öffentlichen Lebens geworden, die als ihre besondere Aufga-be empfangen zu haben scheint, im Namen des Volkes alle politischen Forderungen und na-tionalen Leidenschaften nach Möglichkeit abzuschwächen. Und ihm trauen wir zu, daß er ei-ne nächste Gelegenheit ergreifen und seine schlechtesten Hände zu einer Verständigung bie-ten könnte, die uns immer wider um unsere Möglichkeiten betrügt.

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