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Die endgültige Grenzziehung an Oder und Neiße

Die endgültige Grenzziehung an Oder und Neiße

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InhaltEinleitung. S. 2Historischer Abriss bis zum Ende des zweiten Weltkrieges. S. 3 Auferstehung Polens nach dem zweiten Weltkrieg. S.7Die Warschauer Deklaration und der Görlitzer Vertrag. S. 9Der Warschauer Vertrag zwischen Polen und der Bundesrepublik. S. 10 Auf dem Weg zur Versöhnung. S. 11 Am Vorabend der Wiedervereinigung. S. 16Kohls 10 Punkte Plan als Schritt zur Wiedervereinigung und Versäumnis in der deutschenPolenpolitik. S. 18Der Grenzvertrag von 1990 als abschließender Akt der Verträge über die polnische Westgrenze. S. 21Fazit. S. 26Literaturverzeichnis. S. 28 Abkürzungsverzeichnis. S. 31.1.Einleitung.Die Grenze zwischen Deutschland und Polen erscheint uns aus heutiger Sicht als eine aus dereuropäischen Geschichte abgeleitete Selbstverständlichkeit. Mit Unverständnis müssen wiransehen, wie gerade aus rechten Kreisen die Oder-Neiße Linie angezweifelt oder sogar bekämpft wird. Aber auch Organisationen, wie die Preußische Treuhand, sorgen mit ihremBemühen für eine negative Wahrnehmung in Polen. Beispielhaft ist auch die in Polen aufsschärfste kritisierte Präsidentin des Bundes der Vertriebenen Erika Steinbacher, die mit ihrenForderungen an den polnischen Staat für eine extrem negative und verzerrte Wahrnehmungder deutschen Interessen in Polen sorgt. Jedwede Gebietsansprüche an unsere Nachbarn werden in Polen verständlicherweise mit Bestürzung aufgenommen und verschlechternsowohl das politische als auch das soziale Klima zwischen den Völkern.In der folgenden Arbeit habe ich die historische Entwicklung des polnischen Staates und derGrenze zu seinen Nachbarstaaten grob umrissen und die aktuelle Grenzsituation zwischenDeutschland und Polen mit ihren Ursprüngen analysiert. Dabei gehe ich ausführlich auf dieGeschehnisse zur Wiedervereinigung der deutschen Staaten und die Verträge, die denheutigen Grenzverlauf an der Oder Neiße Linie bestimmt haben, ein. Ich möchte die Frage beantworten, ob und wann die polnische Westgrenze als unveränderbarer Bestandteil dereuropäischen Friedensordnung festgeschrieben worden ist und welche Folgen das für dieBeziehung Deutschlands zu unseren Nachbarn hatte.
 Historischer Abriss bis zum Ende des zweiten Weltkrieges.
Tatsächlich war die Grenze zwischen den polnischen und den deutschen Gebieten historischschon immer starken Veränderungen unterworfen. Die Grenze zum deutschen Reichzeichnete sich durch eine hohe Dynamik aus und war seit dem Mittelalter heftigst umstritten.
 
Der deutsche Orden nutzte die offensichtliche Schwäche der Piastenmonarchie, um sich inden polnischen Gebieten zu behaupten und erst in der berühmten Schlacht bei Tannenbergam 15. Juli 1410 konnten sich die Polen ihre Autonomie erkämpfen und die Regierungshoheitder polnischen Krone zurückerobern
1
 
. Im Rahmen der drei polnischen Teilungen 1772, 1793und 1795 wurde diese Grenze wieder stark verändert und am Ende blieb vom polnischennigreich, das zum Spielball der Grchte, namentlich Preußen, Österreich undRussland, geworden war, nichts mehr übrig
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. Um das fragile europäischeMächtegleichgewicht zu erhalten, wurde Polen geopfert und unter den Mächten aufgeteilt.Der Wunsch nach einem souveränen Staat konnte im polnischen Volk aber nicht gebrochen werden und so mussten sich Preußen und Russland solidarisieren, um das polnische Volk, welches sich mit heftigen Aufständen gegen die Hegemonie erhob, unter Kontrolle zu halten.Bis ins 19. Jahrhundert brodelte die Gegenwehr der polnischen Bevölkerung gegen eineGermanisierung von Westen oder die Russifizierung vom Osten aus. Es gelang dempolnischen Volk aber weder durch Gewalt, noch durch politische Interventionen, sich von der
 
Fremdherrschaft zu befreien. Erst der Versailler Vertrag und die tiefgreifenden Veränderungen des europäischen Staatsgefüges im Laufe der ersten Weltkrieges ermöglichtenes den Polen, sich als Nationalstaat aus den ehemaligen Teilungsmächten herauszulösen. Vonder Entente gefördert, stand der polnische Staat ab 1921 wieder auf eigenen Füßen und hattesich konsolidiert. Das Ende der Hohenzollern, die sich in ihrem Expansionsstreben immerauch nach Osten orientierten, hatte die neue Entstehung eines polnischen Nationalstaatesermöglicht. Trotzdem umfasste er in seinen Grenzen nicht nur polnische Bevölkerungsteile,sondern war ein Vielvölkerstaat, der sich aus deutschen, polnischen, tschechischen undungarischen Bevölkerungsschichten zusammensetzte, die jetzt aber aus völkerrechtlicher
 
Sicht als Polen betrachtet wurden
3
 
. Die ehemals preußischen Eliten waren aber in der Weimarer Republik verblieben und so feindeten sie die neu entstandene Grenze zu ihrenNachbarn und den nicht mehr monarchischen polnischen Nationalstaat aufs heftigste an.Nach dem ersten Weltkrieg marodierten Freikorps durch polnische Grenzgebiete und versuchten, den jungen Staat mit historisch tief gewachsenen Wurzeln, zu bekämpfen.Gleichzeitig hielten antipolnische Stereotype und Ressentiments Einzug in den deutschenSprachgebrauch. Die Deutschen wollten ihre Ostmark nicht aufgeben und erst dieangedrohten Repressionen im Zuge des Versailler Vertrags konnten die Grenzregion befrieden. Das schlug sich auch in der Außenpolitik der Weimarer Republik nieder und
 
 verschlechterte die Beziehungen Deutschlands zu Polen denkbar. Mit der sich stetig verschlechternden Wirtschaftslage im Zuge der Weltwirtschaftskrise ab 1929, der damit verbundenen Schwächung der europäischen Großmächte und des Rückzugs Amerikas aus derEuropäischen Politik war der Versailler Vertrag angreifbar geworden, da es an Instanzenmangelte, die gewillt waren, seine Beschlüsse weiter konsequent durchzusetzen. Zeitgleichmehrten sich die Anstrengungen in Deutschland, die diktierten Grenzen aufzuweichen undgerade die polnische Westgrenze wieder nach Osten zu korrigieren. Diese Auffassung bestandauch noch kurz nach der Machtergreifung Hitlers
4
 
. Das Besetzen des Munitionslagers
 
 Westerplatte in der freien Stadt Danzig durch einen starken polnischen Verband vom 5. biszum 16. März sollte einen Viererbund zwischen Deutschland, Großbritannien, Frankreichund Italien verhindern und demonstrierte gleichzeitig die militärische Schlagkraft des jungenNationalstaats. Das Resultat dieser Intervention und weiterer außenpolitischer Erfolge wardie vorübergehende Sicherung der polnischen Westgrenze gegen den Revisionismus und derNichtangriffspakt zwischen Deutschland und Polen am 26. Januar 1934
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. Erstaunlicherweise wurden mit der Machtergreifung Hitlers von polnischer Seite her Hoffnungen verbunden, derpreußische Grenzrevisionismus würde endlich ein Ende finden. In Polen begrüßte man die
 
 Wahl eines Österreichers zum Reichskanzler des deutschen Reiches und sah die Herkunft alsein positives Indiz und Gegengewicht zu preußischen Junkertum, das sich stark für diefruchtbaren polnischen Gebiete interessierte
6
. Der Nichtangriffspakt war ein großer
 
außenpolitischer Erfolg Hitlers, der ihm sogar den Anschein eines friedliebenden Nachbarnder Polen verlieh
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. Das dies eine fatale Fehleinschätzung der Ziele Hitlers war wissen wirheute nur zu gut. 1939 zeigten sich die waren Absichten der Nationalsozialisten im Bezug auf Polen. Mit dem geheimen Zusatzprotokoll im Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion beschlossen Hitler und Stalin mit einem Federstrich die erneute Aufteilung des Landeszwischen Deutschland und der Sowjetunion und damit die erneute Vernichtung despolnischen Nationalstaats
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. Am 1. September 1939 wurde der zuvor beschlossene Plan in dieTat umgesetzt. Als Reaktion auf den fingierten Angriff auf den grenznahen deutschen SenderGleiwitz marschierte die Wehrmacht ohne die völkerrechtlich notwendige Kriegserklärung in
 
Polen ein und der zweite Weltkrieg war entfesselt. Am 17. September, nachdem die polnischeRegierung ins Exil geflohen war, marschierte auch die Rote Armee in Polen ein und rückte inder folgenden Zeit bis zur Vereinbarten Demarkationslinie vor. Am 22. September trafen dieRote Armee und die Wehrmacht in Lublin das erste Mal aufeinander und das Ende Polens war vorerst besiegelt
9
 
.
 Auferstehung Polens nach dem zweiten Weltkrieg.
Bereits 1942 hatten die Polnischen Exilpolitiker ihre Forderungen bezüglich der Westgrenzedes zu erwartenden neuen polnischen Staates formuliert. Die Grenze sollte sich an dennatürlichen Gegebenheiten orientieren und so wurde eine Grenzziehung an der Oder und westlich der Neiße gefordert. In der Potsdamer Konferenz im Juli 1945 wurden dieseForderungen aufgegriffen und weiter konkretisiert. Strittig war noch, wie die Grenze südlich
 
der Oder weiter verlaufen sollte. Man konnte sich aber auch hier auf den Lauf der LausitzerNeiße verständigen, was den polnischen Interessen weitestgehend entsprach. Was mit demGebiet um Stettin geschehen sollte musste aber in der Potsdamer Konferenz noch bearbeitet werden. Die britische Position sah einen Übergang Stettins unter polnische Oberhoheit vorund die Ermöglichung eines Seezugangs von der Stadt aus. Das hatte zwangsläufig zur Folge,dass die Grenzlinie zu Ungunsten Deutschlands von der Oder nach Westen aus abknickenmusste. Die sowjetische Regierung hatte bereits zuvor der polnischen Regierung eineEntschädigung für die verlorenen Gebiete Ostpolens in dem Sinne zugesichert. In derKonferenz von Jalta war der Grenzverlauf über die Insel Usedom und westlich vonSwinemünde aber noch nicht anberaumt. Diese Konkretisierung des Grenzverlaufes erfolgtedemnach erst in Potsdam. Die weiteren Monate nach Kriegsende waren durch ein Ringen derpolnischen Regierung mit der sowjetischen Besatzungsmacht gekennzeichnet, in deren Verlauf sich die an manchen Punkten noch unklare Grenzziehung weiter konkretisierte und verfestigte. In diesem Ringen versuchten die Polen auch die Kontrolle über Frankfurt / Oderund den westlichen Teil von Görlitz zu erlangen, was aber nicht gelang. Ein weiteres Indiz fürdas polnische Bestreben, den Machtradius zu erweitern, war die Besetzung des heutigenNationalparks "Unteres Odertal" durch polnisches Militär
.
 Die Warschauer Deklaration und der Görlitzer Vertrag.
Die DDR musste sich vom Anfang ihrer Geschichte an den ideologischen undmachtpolitischen Interessen des sowjetischen Blocks unterwerfen. Deswegen liegt es auf derHand, dass die Zustimmung zur Oder-Neiße Linie relativ rasch erfolgte, auch wenn die
 
Bevölkerung in den Gebieten westlich der Grenze zu Polen dies mit Missbilligung

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