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Auch für Szenefreunde ein Erlebnis - Die Ausstellung Punk in Wien

Auch für Szenefreunde ein Erlebnis - Die Ausstellung Punk in Wien

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Ah für Szenefremde ein Erlebnis: Die Ausstellung "Punk in Wien - Positiv evaluiert, rund um die Uhr bewacht -- Artikel aus dem Augustin #289 vom 25.1.2011
Ah für Szenefremde ein Erlebnis: Die Ausstellung "Punk in Wien - Positiv evaluiert, rund um die Uhr bewacht -- Artikel aus dem Augustin #289 vom 25.1.2011

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01/21/2011

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text

original

 
~
Nr.289,12.1.-25.1.2011
tun
&
lassen
AU4VSTIN
h
für
SzenefremdeeinErlebnis: Die Ausstellung
"Punk
in
Wiem>
)sitiv
evaluiert,
rundum
die Uhr
bewacht
(f~;
ie:~~~N~~~~~~~~h!b~~i~~~
~~e
lF
riedensdemo in Wien 1983.
Aus
derlProvinz
kommend,
traten wir vor
die
Hal-
le
des WestbahnllOfs, wo sich bereits eineriesige Menschenmenge versammelt hatte.
uf
einem
IXW
stand
ein
Mann
und
sangetwas von einem Baggerinder
«GaGm>.
ch hatte natürlich keine Ahnung, was
denn
diese
«GaGa» sei.
ementsprechendneugierig hörte
ichzu, als er von
der
Räumung
und
späteren Schleifung des «Autonomen Kul
tur-und Kommunikationszentrums
Gassergasse~
erzählte. Er
erwähnte
auch diese legendäre Waschmaschine, in
der
diePolizei angeblich illegale Drogen gefunden hätteSchon damals
war
ich solchen amtlichen Meldungen gegenüber skeptisch eingestellt
Der
Gassergasse
und
zahlreichen anderenEreignissen diescr bewcgten Zcit ist bereits seitScptember eine Ausstellung in der "Pankahyttn»
gewidmet(der
Augustin berichtete). Esgeht
um
Punk, Hausbesctzungcn, Reprcssion-
um
einc Form von Gegenkultur, die das damalige triste Wien
für
immer
verändern sollteDie Ausstellung«Punk in Wien» ist ein parteiischerBeitrag
tur
jüngeren Zeitgeschichte dieser Stadt, der auch für Szene-
hemde
spannend
und
informativ sein kann.Laut Selbstdefinition ist die Pankahyttn «einselbstorganisiertes, unkommerzielles, Wohn, Kultur-
und
Sozialprojektvon,mit
und
fürPan,.". Auf
ihrer
Website heißt es weiter:«Amt5.12. 2007 haben wir das für uns viel
zu
kleine Haus in
der
JohnstraGe 45 bezogen. Seitherist es uns gelungen,
den
ausgehandelten Kompromiss-oft auch gegen Widerstande des
FS\V
-durchzusetzen.
Wir
kontrollieren
und
or
ganisieren unsere Bereiche,
zu denen
die So
zialarbeitertnnen
keinen
Zutritt haben.
DieSanierung des
HallSCS
erfolgtin
Zusammenar
bcit mit dem FondsSoziales Wien.Probleme
im
Grätzl halten sich in Grenzen. Die Einrichtung einer sozialarbeiterischen MassenanlaufsteIle
im
Haus
konnte
Mai 2008
verhindert
w,,"rden. Dieteure
und
überflüssige
24
-Stun
den
-Bewachung konnten wir bislang nicht beenden, obwohl wir November
OS
<positiv evaluiert> wurden.»Betritl man
den
Ausslellungsraum,
nimmtman
zuerst einenlebensgroßenPappständerwahr,
auf
dem zweiPunks
zu
sehen sind, deren Köpfeausgeschnitten wurden. Be,uchertnnen
können
ihreGesichter in die so entstandenen l.öcher stecken
und
sich fotografierenlassen.«Inlieber Erinnerung> steht darunter.
Auf
Schautafeln findet
man
eine Menge
VOll
Fotos, Flyern, Plakaten, Covers, Fanzines
und
Zeitungsartikel aus der Zeit. Ein
pe
mit Musik
und
Filmen steht bereit,
um
von
den
Ausstellungsbesucherinnen genutzt
zu
werden. Original
Punk
-Kleidunghängt
von
der Decke und,ja, Punks sind natürlich auch
da
Mordbuben
und
kranke
Mönche
Die
Führung
beginnt mit
der
Besetzung der
~Arena
~
1976.Die nächste Station ist der frühenWiener Punk-Musik-Szene
vom
Ende der1970er bis Anfang
der
1980er Jahre gewidmetDie Bands hießen «Chuzpe",«General Gugl hupf»,
.Dir!
Shit
~
,
.Mordbuben
AG", «DieIlöslinge», «Die Kranken Mönche*, «Suicide»,
"A
-Gen
53~
(die ersteprogressiveWiener Frau enband),
~
The
Sprays», «Tom Pettings Herz
attacken~,~Pöbel~,
«DeadNittles», «Extrem»(die erste Wiener Hardcore-Band),
~Schllnd»
und
«S.T.D.
Dama
ls gah esinWien kaum Auftriusrnög lichkeiten.
Man
nutzte, was
zur
Verfügungstand,
und
wenn's ein Pfarrsaal war. Selbst derWeg zur«Location
....
<ir
mitunter gefahrlich.
Denn
'''lU
man
als
Punk
erkcnnbar,
musste
man
mit gewalttätigen Angriften von Zeitgenossen rechncn. Entsprechend selten gab esKonzerte. Auftritte von internationalen Punkbands gab es kaum.Eine der nächsten Schautafcln ist
dem
Kul
tunentrum
von
1981
bissetzt,
sondern
als
~
Jugendzentrum»
zur Verfügung gestellt
Dort
gab
e.
u.
a.
Proberäume
und
eine kleine «Konzerthalle». Alkohol-
und
Drogenprobleme-
so
ein
Punk
-Veteran, der
uns
durch
dieAusstellung
führte
-
erschwerten
dieSelbstverwaltung.
19~2
kam es zum «Iläuserlauf». Leer stehen
de
Gebäude wurden kurzfristig besetzt,
und
bevor die
POlil~i
kam,
warman
auch
schon
wieder weg.Hinterlassenhatte
man
Transparente mit politischen Statements.
Manchmal
war die Poli].ei aber schon vorhcrda.
Es
gabwohl undichte Stellen. 1983 wurden dieHäuser«Aegidi-
und
Spalowskygasse»besiedelt.Nachdem die Nutzungsverträge1986gekün digt wurden, hielt man die Häuser besetzt. ImAugust '88 folgte deren üheraus brutale Räu
mung
durch die
Polizei.
LJie
Besetzer!nnensetzten sich zuerst militant
zur
Wehr. Dochkonnte
oie
«Spalo.nichtdauerhaft gehaltenwerden.
So
fand
man
einen Weg, sich, von
der
Polizei unbemerkt, in die«Aegidi. zu tlüchten
Da~
von den Besetlerlnnen geräumte Gebäude wurde, sobald es die Polizei cingenommenhatte,abgerisscll.Am nächsten Tag nahm sich die Staatsgewaltdie .Aegidiga.se» vor. Obwohl die BesetzerInnen
den
militanten lNiderstand bcendet hatten,war die Vorgehensweise der Beamten sehraggressiv
und
unverhältnismäßig.
Mit
Feuerwehrschläuchen spritzte
man
Wasser in dasHaus,damit die Mauern na,s
und
weich
","ur
den.
Im
Anschluss wurde mit einem Bagger einLoch in die Mauer gerammt,
und
das, obwohlder otlizielle
Grund
derRäumungdie angebli che BaufJ;!ligkeit
der
Häuser war. Den damalsinvolvierten Wiener StadtpolitikernBürgermeister Helmut Zilk, Vi1.ehürgerrneister HansMayr
und
Stadtrat RudolfEdlinger wurde vorgeworfen, den möglichen Tod
der
Beseturln
nen bei einem etwaigen Einsturz in Kauf ge
nommen
zu
haben
67
Akti\~sttr1!len
wurden verhaftet
und
manche dal'on teilweise schwerverletzl in das AKHgebracht. Niemand machte der Polizei gegenüber eine Aussage,
und
alle mussten bald wiederfrei gelassen\''erden.Eine Klage, die beim
Europäischen Menschengerichtshof
eingebracht
worden
war, führte
zur
Verurteilungder Republik. Entschädigungen von ca. 4000Schilling pro Person mussten gezahlt werden.Beamte und Politiker wurden nicht zur Verantwortunggezogen.Nach der Räumung der
~Aegidi
-
und
Spalowskygasse.stand kein Haus
mehr
zur Verfügung. Ein von der Stadt Wien angebotenes Gebäude beim Alherner Hafen wurde abgelehnt.
So
organisierten die ehemaligen BesetzerInnenihrenProtest bei der
~
Wohnaktion.
arn Stephansplatz
und
konnten die.Vogelhandlung» im 20. Bezirk für ca. zwei Wochenbesel7-en
19119
besetzten sie ein leer stehendes Gebäude
der
0BB
in der Oswaldgasse (12. Bezirk), verließenesam nächsten Tagaber,
um
einer sich
abzeichnenden Räumung zuvorzukommen.
Ein Eltemverein
einer benachbarten
Schule

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