2.1 Das Germanenbild des Caesar
Der römische Politiker und Militär Gaius Julius Caesar (100 bis 44 vor Christus)beschäftigte sich in seinem "Gallischen Krieg" (auf lateinisch "COMMENTARIORUMLIBRI VII DE BELLO GALLICO") auch mit den Germanen. Wie in antikenhistoriographischen Texten üblich, baute auch Caesar in seinen Bericht von der Eroberung Galliens ethnographische Exkurse ein, die dazu dienten, das Geschehenzu unterbrechen, den Leser zu informieren und zu unterhalten (vgl. Trüdinger 1918,146, 166-170,). Er erklärte, dass die Gallier links des Rheines wohnen würden, alsolinksrheinisch wären und die Germanen, auf lateinisch Germani, rechts des Rheinesihre Wohnsitze hatten (vgl. "Der Gallische Krieg", ab hier abgekürzt GK I, 2,3, I,27,4,I,28,4 und IV, 16,3-4, ). Auf dem linken Ufer war das römische Herrschaftsgebiet undauf dem rechten Rheinufer lebten die Germanen, die frei von römischer Herrschaftwaren (Lund 1998, 86-97). In den folgenden Abschnitten des Gallischen Krieges hatCaesar ethnographische Exkurse, die sich mit den Germanen beschäftigen,eingebaut:GK IV, 1-3 (zu den Sueben), GK IV, 10 (zur Völkerverteilung der Germanen an Maas und Rhein) und GK VI, 21-24 (zu den Germanen insgesamt). Inden Kapitel GK IV, 1-3 behandelt Caesar die rechtsrheinischen Sueben, die vonCaesar als Idealtyp der Germanen angesehen werden (vgl. Lund 1990, 60-75). Er stellt sie als die idealen Krieger dar, die nicht sesshaft sind, bzw. ihre Felder jeweilsnur ein Jahr bestellen dürfen ehe sie weiterziehen müssen. Dies soll dazu dienen,dass sie nicht verweichlichen (vgl. IV, 1, 7 und VI, 22,3-4). Die Sueben essen keinGetreide, nur Fleisch und trinken Milch (GK IV, 1, 8) Die Sueben setzen sich aus 100Gauen zusammen und jeder dieser Gaue stellt jährlich 1000 Krieger für den Kampf.(vgl. GK IV, 1,4). Ihre ganze Lebensweise dient dem Krieg, denn bereits die Knabenwerden abgehärtet, müssen Strapazen und Anstrengungen ertragen und sollen sichdes Geschlechtsverkehrs mit Frauen bis zum 20.Lebensjahr enthalten, damit ihreKraft erhalten bleibt (vgl. GK IV,1, 3-10). Caesar stellt den König der Sueben, Ariovist, als typischen Barbar dar, denn er ist unberechenbar, jähzornig undgefährlich (vgl. GK I, 33, 3-4). In den Kapiteln GK VI, 11-24 stellt Caesar dieGermanen den Galliern gegenüber, wobei er unter anderem bemerkt, dass dieGallier sich kulturell durch römischen Einfluss weiter entwickelt hätten und dieGermanen im Gegensatz dazu noch auf einer niedrigeren Kulturstufe stünden unddaher den Erstgenannten überlegen waren (vgl. GK VI, 24, 4-6). Die Sitten der