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(ErsterTeil)Eine in Vergessenheit gera-tene Wahrheit
Aus wohlbekannten Gründenunterlassen es heute die Seelsorger der heiligen katholischen Kirche fastimmer,die Gläubigen daran zuerinnern, daß Unser Herr JesusChristus, die zweite mit dem Vater konsubstantial verbundene göttlichePerson der allerheiligsten Dreifal-tigkeit – der Ehre und Ruhm gebührtin alle Ewigkeit – auch der gerechteRichter ist, welcher unmittelbar nachdem Tode des Menschen unfehlbar entscheidet, wie das ewige Schicksaleiner jeden Seele sein wird.Diese grundlegende Wahrheitunseres Glaubens ist offensichtlich inVergessenheit geraten. Die rechteVorstellung, daß wir am Ende unseressterblichen Lebens dem göttlichenRichter alle unsere Absichten undHandlungen unweigerlich unterbrei-ten müssen, ist offenkundig aus demBewußtsein der Weltkinder entsch-wunden; diese Tatsache gilt leider auch für jene Menschen, die be-kennen, daß sie katholische Christensind. Auf die gleiche Weise scheintauch der Grundsatz verschwunden zusein, daß wir uns jeden Tag festvornehmen müssen, in allen DingenGottes Willen zu erfüllen. Es gilt ja,Gott die rechte Ehre zu erweisen,denn Sein Urteil durchforscht unauf-hörlich unsere Absichten.
I. – Am Ende derZeiten er-wartet uns alle das JüngsteGericht
Klar und deutlich hat der Herr unsverkündet, Er werde nach Ablauf unseres irdischen Lebens zu uns alsRichter kommen; am Ende aller Zeiten, wenn er auf der Erde wieder erscheint, findet dann das allgemeineGericht statt. So steht im Matthäus-evangelium 24,37-44 folgendes ge-schrieben: „Gleichwie es aber in jenen Tagen des Noe war, so wird esauch bei der Ankunft des Menschensein. Denn wie sie in den Tagen vor der Sündflut aßen und tranken, zur Ehe nahmen und zur Ehe gaben, biszu dem Tage, da Noe in die Archeging und nicht achtsam waren, bis dieSündflut kam, und alle hinwegnahm:also wird es auch bei der Ankunft desMenschensohnes sein. Dann werdenzwei auf dem Felde sein: der einewird aufgenommen, der andere ver-lassen werden. Zwei werden mahlenan der Mühle; die eine wird aufge-nommen, die andere verlassen wer-den. Darum wachet! Denn ihr wissetnicht, zu welcher Stunde euer Herr kommen wird. Das aber sollet ihr wissen: Wenn ein Hausvater wüßte,zu welcher Stunde der Dieb kommt,so würde er sicherlich wachen und insein Haus nicht einbrechen lassen.Darum seid auch ihr bereit; denn der Menschensohn wird zu einer Stundekommen, die ihr nicht wisset“ (Über-setzung nach Allioli).Der uns zu richten kommende Herr ist der von Matthäus genannte Men-schensohn, nämlich der von den Totenauferstandene und in den Himmelaufgefahrene Heiland persönlich. Der Menschensohn ist euer und unser Herr.Aber vor wem und vor wasmüssen wir auf der Hut sein? Si-cherlich sollen wir wachen, daß der natürliche Tod uns nicht überrasche,doch müssen wir auch darauf gefaßtsein, daß ein übernatürliches un-vorhergesehenes Ereignis plötzlich
Christus derRichter
 „Schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen“ 
(Heb. 10, 31)
Monats-Zeitschrift
CHF3.50 / EUR 2.50.–
Deutsche Ausgabe derrömischen Zeitschrift
«Euer
Ja
wort sei vielmehr ein
Ja
,
euer
Nein
ein
Nein
.
Was darüber ist, das ist vom Bösen» (Matth. V, 37)
sì sì no no
Oktober
2009
Nr. 173
Rom-Kurier
Religiöse Informationen – Dokumente – Kommentare – Fragen und Antworten
 
kommt; denn so wird es bei der Paru-sie unseres Herrn sein. (Das WortParusie hat die Bedeutung vonAnkunft, denn am Ende wird Christusals König und Richter des Menschen-geschlechtes auf den Wolken wieder-kommen). Vor allem müssen wir selbstkritisch wachen und auf der Hutsein, daß der Teufel uns nicht inVersuchung führt, und wir am Tagedes Gerichtes von jeder Todsünde freisind. (Der Tag, an dem wir sterben, istfür uns der Tag des persönlichenGerichtes). Wer an jenem Tag in der schweren Sünde ist, wird die ewigeVerdammnis erleiden müssen.
Am Jüngsten Gericht wirddergerechte Richterdie Aus-erwählten und die Verwor-fenen auf ewig voneinanderscheiden.
Die Wahrheit der ewigen Trennungergibt sich unmißverständlich auchaus der Lehre der verschiedenenGleichnisse Jesu. Als der ungetreueKnecht bemerkt- hatte, daß der Herr mit der Rückkehr zögerte, begann er die Untergebenen schlecht zu behandeln und mit den Gütern desHerrn ein allzu flottes Leben zuführen. Was aber wird mit ihmgeschehen? „Der Herr dieses Knech-tes wird an dem Tage kommen, wo er es nicht erwartet und zu einer Stunde,da er es nicht weiß, und wird ihnabsondern und ihm seinen Teil mitden Heuchlern geben; da wird Heulenund Zähneknirschen sein“ (Mt 24,50 f nach Allioli).Der Herr wird kommen und denuntreuen, heuchlerischen und verrä-terischen Knecht zum Tode verur-teilen; die zu damaliger Zeit üblicheStrafe für Verräter war die Viertei-lung. Jener Knecht geht dann dorthin,wo „Heulen und Zähneknirschen“ ist,d.h. in die Hölle. Die unerwarteteAnkunft des Herrn verhindert, daß der niederträchtige Knecht Reue erwec-ken kann.Es gibt nur die Zeit, dieses Urteilzu verkünden, sofort folgt dann dieAusführung. Die unerwartete Ankunftdes Herrn versinnbildlicht unserenTod. Doch nach dem Lebensendekönnen wir die Sünden nicht mehr gutmachen; die schreckliche Strafe,welche der Herr verhängt, symbo-lisiert die Verurteilung zu ewigenQualen.In der gleichnamigen Parabelerhalten die törichten Jungfrauen auchkeine Zeit mehr, in sich zu gehen. Siedürfen den Hochzeitssaal nicht betreten sondern müssen draußen bleiben. Der Grund dafür ist ihreTorheit, d.h. die Schuld besteht darin,daß sie ihr sündenbeflecktes Lebennicht bereuen. Wenn sie dannvollständig verzweifelt an die Pfortedes Saales klopfen, müssen sie dieStimme des Herrn hören:
„Wahrlichich sage euch, ich kenne euch nicht“
(Mt 25, 12 nach Allioli). Nach demZeugnis des hl. Evangelisten Lukaswiederholt Unser Herr diesen Ge-danken gerade dann, als jemand ihnfragte, wie groß die Zahl der Auser-wählten sei: Jesus ging nicht genaudarauf ein, ob es hinsichtlich aller auf Erden lebenden Menschen viele oder wenige sind, sondern versicherte klar,daß ein Teil des Menschengeschlechtsins Verderben gehen, denn das Heilverlangt von den Menschen, daß siedurch
„die enge Pforte eintreten“;
 jedermann muß alle Tage gegen bösenTriebe ankämpfen, mit Hilfe der Gnade Tag für Tag die christlichenTugenden üben und so nach Heilig-keit streben. So heißt es in der Schrift:
„Bemüht euch einzugehen durch dieenge Pforte; denn ich sage euch:Viele werden suchen einzugehen und es nicht vermögen. Wenn der Haus-vater hineingegangen ist und die Türeverschlossen hat, dann werdet ihr draußen stehen und euch anschicken,an die Türe zu klopfen und zu sagen: Herr tu uns auf! Und er wird antwor-ten und zu euch sprechen: Ich kenneeuch nicht, woher ihr seid,… weichet von mir alle, ihr Übeltäter! Da wird  Heulen und Zähneknirschen sein,wenn ihr Abraham, Isaak und Jakobund alle Propheten im Reiche Gottes sehet, euch aber hinausgestoßen“
(Lk. 13, 24-28 – Übersetzung nachAllioli).Wenn der gerechte Richter amTage des Gerichts verkünden wird, er kenne uns nicht oder wisse nicht,woher wir kommen, so entsprichtdieser Urteilsspruch dem Matthäus-Satz 25,41, der die endgültige Ver-dammnis definitiv ausspricht; folgen-de Sentenz müssen die Verdammtenhören: „…Weichet von mir, ihr Verfluchten in das ewige Feuer,welches dem Teufel und seinen En-geln bereitet worden ist!“ (Überset-zung nach Allioli).
Werin schwererSündestirbt, muß in die ewige Ver-dammnis gehen
Wir können feststellen, daß Jesusauch Vorkommnisse des alltäglichenLebens zum Anlaß nimmt, dasgerechte Gericht des Herrn zuerwähnen. Zum Beispiel berichtetenihm etliche Leute, der Statthalter Pilatus habe in Galiläa eineEmpörung von Aufständischen blutigniedergeschlagen. Welche Antwortgab der Heiland darauf? Er sagte:
„…Meint ihr, diese Galiläer seien größere Sünder gewesen als andereGaliläer, weil sie solches erlittenhaben? Nein, sage ich euch; sondernwenn ihr nicht Buße tuet, so werdet ihr alle auf gleiche Weise zugrunde gehen. Oder meint ihr, daß jeneachtzehn, auf welche der Turm vonSiloe fiel und sie tötete, schuldiger  gewesen seien, als alle Bewohner  Jerusalems? Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tuet, sowerdet ihr alle auf die gleiche Weise zugrunde gehen
(Lk. 13, 2-5, nachAllioli). Nach der allgemeinen Denkart der Juden war das Unglück, daß dieRömer die aufständischen Galiläer überraschen und niedermachenkonnten, oder daß der Fall des Turmsvon Siloe unglückliche Menschenerschlug, die von Gott verlangteverhängte Strafe für die Sünden der Opfer und Verunglückten; doch (inoberflächlicher Weise) meinte man,das Vergehen (dieser umgekommenenMenschen) müsse größer gewesensein als die Sünde der anderen, weil
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Rom-Kurier
 
 jene kein so schlimmes Unglück undkeine so unvorhergesehene Todesarthinweggerafft hatte. Unser Herr aber erklärte, diese Überlegung stimmenicht. Die betreffenden Opfer warenkeine größeren Sünder als die übrigenGaliläer und die Einwohner vonJerusalem. Doch weshalb waren sieumgekommen? Der Grund bestanddarin, daß sie keine Buße getanhatten. Sie hatten ihre Sünden nicht bereut: d.h. „keine Buße tun“; so hatteder Tod sie plötzlich überrascht, alssie noch in schwerer Sünde waren.Um diesen Umstand auszudrückenverwandte Unser Herr das Wort „zuGrunde gehen“ (perire im lateini-schen, apollymi im griechischenText). Die Mediumform von apollymihat die Bedeutung von „untergehen,zugrunde gehen durch fremde, ge-waltsame Einwirkung“. Der morali-sche und theologische Sinn ist stark:ins ewige Verderben stürzen (inaeternam perniciem ruere /Zorell).Die Bestrafung für das Fehlen der Buße kann nicht einfach im Tod desKörpers bestehen, da wir alle sterbenmüssen, sondern zeigt sich darin, daßdie Seelen der Menschen, welche der Tod des Körpers plötzlich überrascht,ins Verderben gehen. Diese Vor-stellung wollte Unser Herr betonen.Die Gottesfürchtigen sollen aus solchschlimmen Todesarten die notwen-dige Lehre entnehmen, daß im Standeder Todsünde zu sterben so viel bedeutet wie in die ewige Verdamm-nis zu gehen. Deshalb ist folgendesnötig: Solange noch Zeit ist, erwecke jedermann Reue, bekehre sich undnehme die Lehre des menschgewor-denen Wortes an.Aber wie konnte Unser Herr wissen, daß die Seelen jener Opfer nicht schlechter waren als die anderer Galiläer und darüber hinaus, daß dieVerunglückten vor dem Tod keineBuße verrichteten und so in ihrenSünden gestorben sind? Ja, er wußtedies, weil er Gottes Sohn ist. Selbstnach der Menschwerdung hörte er nicht auf, Gott zu sein, die göttliche Natur aber kennt alle Seelen invollem Maße.Der Grundsatz, daß der Tod, ohnevorausgehende Reue und das Sterbenim Zustand der Sünde gleichbe-deutend ist mit dem unvermeidlichenGang in die ewige Verdammung, gehtauch aus dem Johannesevangeliumhervor; an dieser Stelle (Joh. 8,21) istUnser Herr streng, denn er konfron-tiert die Juden mit den fürchterlichenFolgen, falls sie ihm hartnäckig denGlauben verweigern.
„Und Jesus sprach abermals zu ihnen: Ich gehehin, und ihr werdet mich suchen, aber in eurer Sünde sterben. Wo ichhingehe, dahin könnt ihr nicht kommen“
. Da nun die Juden denVersuch unternahmen, Christus zuverleumden und Ihm zu unterstellen,Er wolle Selbstmord begehen, erklärteEr ihnen Seine Ausführungen:
„Und er sprach zu ihnen: Ihr seid vonunten, ich bin von oben. Ihr seid vondieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. Darum habe ich euch gesagt: Ihr werdet in eurer Sünde sterben,denn wenn ihr nicht glaubt, daß ich esbin, so werdet ihr in eurer Sünde sterben“
(Jo. 8, 23 f nach Allioli). Mitanderen Worten gesagt: Ihr werdet indie ewige Verdammnis gehen, wennihr meine göttliche Natur verleugnetund nicht für wahr haltet, daß der Ausdruck 
„ich bin es (ego, eimi)“,
den Gott aus dem brennendenDornbusch zu Moses gesagt hatte,auch sich meint (vgl. Ex. 3, 14). Einederartige Ermahnung erfolgt auf dieWahrheit, welche Unser Herr amAnfang Seiner Pre-digttätigkeitgeoffenbart hat.
„Der Vater liebt denSohn, und hat alles in seine Hand  gegeben. Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben; wer aber demSohne nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der ZornGottes bleibt über ihm“
(Jo. 3, 35 f.Übersetzung nach Al-lioli). Wer nichtglaubt, daß eine der beiden NaturenChristi (substantiell) göttlich ist undso seine Lehren verwirft, der 
„wird das ewige Leben nicht sehen“
(wie esden gläubigen Menschen zufällt).Gottes Zorn, „wird auf ihm bleiben“.Eine solche Aus-drucksweise erläutertden Gedanken, daß die Verurteilungdie ewige Verdammnis bedeutet.Dieses Wort Christi gilt nicht nur für die zu Jesu Zeiten lebenden Juden,sondern für alle Menschen aller Zeiten, für Hebräer und Heiden; wer auch immer den Messias bewußtverwirft und ablehnt, ist davon betroffen. Umso mehr gilt dieseWahrheit auch für uns heute, denn dieGleichgültigkeit und der Unglaubehat uns schlimm zugesetzt. Der Ungeist des Abfalls, der Gottes-lästerung und Ruchlosigkeit (Gottlo-sigkeit) macht uns ja zu schaffen.Dazu kommen noch böse Werke aller Art.
Falsche LehrenWie das persönliche Ge-richt, welches jede Seele nachdem Tode des Körpers erwar-tet, betrifft auch das JüngsteGericht den Einzelmenschen
Manche heutzutage weit verbrei-tete Irrlehren aber wollen uns weis-machen, daß jedermann, der seinSeelenheil erlangen will, ein Egoistsei, weil das Endgericht nur kollektivist. Viele Menschen meinen, kollektiv bedeute soviel wie nicht vorhandensein. Obwohl die Modernisten diesenIrrtum nicht direkt aussprechen,wollen sie uns glaubhaft machen, daßunabhängig von den Werken und denverschiedenen Glaubensausrichtungenalle Menschen am Ende das Heilerlangen. Die Hölle sei aus demGrunde leer, weil es dem göttlichenMitleid widerspricht, die ewigeVerdammnis zu verhängen. Der  barmherzige Gott habe durch dieMenschwerdung alle Menschen be-reits erlöst. Da nun Gottes Barmher-zigkeit schon auf gewisse Weise jedenMenschen erlöst hat, ist jedermannauf anonyme Weise bereits Christ,selbst wenn er dies nicht weiß.Solcherlei irrige, verwirrende undgottlose Meinungen gedeihen heute,weil niemand mehr über das End-gericht und das persönliche Gerichtspricht. Falsches Stillschweigenübergeht die Wahrheit, daß Unser Herr Jesus Christus am Ende der Zeitdie ewig dauernde Trennung von Er-wählten und Verworfenen vornimmt,denn der wahre Begriff von ChristiGerechtigkeit ist fast verschwunden.Diese Verzerrungen und Entstel-lungen der von Gott geoffenbarten
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