14. Die Sakrament im be-sonderen: Die Ehe
Artikel 338 des KKkK
sagt: „Dieauf die Gesetze des Schöpfersgegründete und gebaute ehelicheVereinigung von Mann und Frau istihrer Natur nach
auf die Vereinigungund das Wohlergehen derGattenund auf die Zeugung und Erzie-hung derKinderhingeordnet“.EINWAND
In der Ansprache an dieHebammen hält Papst Pius XII. am29. Oktober 1951 folgende Wahrheitfest:
„Es ist nicht richtig, daß der erste und nächste Zweck der Ehe,welche eine naturgegebene Einrich-tung darstellt, die Vervollkommnung der Eheleute ist, sondern nach demWillen des Schöpfers macht die Zeugung und Erziehung von neuem Leben das erste Ziel aus. …Dieanderen Zwecke der Ehe stehen nicht auf derselben Stufe wie der erste Zweck, sondern sind dem Wesen nachihm
untergeordnet.
Auch in den anderen das Themadieses Sakramentes behandelndenArtikeln wie 456, 495, 496, wagt dasneue Katechismuskompendiumniemals die These zu vertreten, daßdie Katechismuskompendium niemalsdie These zu vertreten, daß die Zieleder Ehe hierarchisch geordnet sind,nämlich der erste Ehezweck dieZeugung und Erziehung der Kinder,der zweite die Vereinigung der Gattenist. Außerdem suchen wir in demWerk vergeblich den Aspekt, daß dieEhe ein gewisses Heilmittel gegen dieBegehrlichkeit liefert (remediumconcupiscentiæ).
Im Artikel 341 des neuenKatechismus (KKkK) steht:
„JesusChristus stellt nicht nur die ur-sprüngliche, von Gott gewollteOrdnung wieder her, sondern gibtauch die Gnade, in der neu herge-stellten Würde des Sakramentes, dasEheleben zu führen, denn diesesGnadenmittel ist das Zeichen vonChristi bräutlicher Liebe für dieKirche: «Männer! liebet eure Weiber,wie auch Christus die Kirche ge-liebt… hat» (Eph. 5, 25 in der Über-setzung von Allioli)“.
EINWAND
In dem päpstlichen Rundschreiben
Casti connubii
vom 31. Dezember 1930 hält Pius XI. diese Wahrheitfest:
Die Ordnung der Liebe verlangt auf der einen Seite des MannesVorrang vor der Frau und den Kindern, doch auf der anderen Seitelehrt sie auch die bereitwilligeUnterordnung der Frau; dies geschehe nicht mit Anwendung vonGewalt, sondern in der sanften Weise,wie es der Apostel Paulus mit jenenberühmten Worten empfiehlt
(Eph.5,22f):
«Die Weiber seien ihren Männern untertänig (untergeordnet),wie dem Herrn, denn der Mann ist das Haupt des Weibes, wie Christusist das Haupt der Kirche; er, der Retter seines Leibes»
(nach Allioli).Der Artikel des neuen Kompen-diums tadelt den darauf folgendenAbschnitt des Epheserbriefes,während Pius XI. ihn hell beleuchtet;nachdem nun der Papst genauhervorgehoben hatte, worin dieUnterordnung der Ehefrau unter denEhemann besteht, bekräftigte er wiederum:
„Was dann den Grad und die Art dieser Unterordnung der Frauunter den Mann angeht, so kann diesentsprechend der Verschiedenheit von Personen, Orten und Zeiten variieren… Aber zu keiner Zeit und an keinemOrt ist es erlaubt, die von Gott festgelegte Wesensstruktur und Gesetzmäßigkeit der Familie selbst zuuntergraben oder zu verletzen“
.
DerArtikel 335 des neuenKatechismus meint: „
Die Mischehen(zwischen getauften Katholiken undgetauften Nichtkatholiken) verlangendie Genehmigung und Erlaubnis der kirchlichen Autorität. Jene Ehen, wodie Gottesverehrung verschieden ist(d.h. zwischen Katholiken und Nichtgetauften) brauchen, um gültigzu sein, eine Dispens (der kirchlichenBehörden). Auf jeden Fall ist es sehr wichtig für die Eheleute, diewesentlichen Zwecke und Eigen-schaften der Ehe nicht auszu-schließen, sondern anzunehmen; der katholische Ehepartner
und derandere Eheteil sollen die Verpflich-tungen anerkennen,
daß es gilt, denGlauben zu bewahren und bei denKindern die (katholische) Taufe undErziehung zu gewährleisten“.
EINWAND
Der von Papst Benedikt XV. imJahre 1917 erlassene Kodex deskanonischen Rechtes sagt im Kanon1060:
„Überall verbietet die Kirche
mit aller Strenge,
daß zwei getaufte Personen die Ehe schließen, wenn dieeine katholisch ist und die andereeiner häretischen oder schismatischenSekte angehört. Falls aber dann nochdie Gefahr besteht, daß der katho-lische Ehepartner und die Nach-kommen verführt werden
(den Glau- ben zu verlieren),
so verbietet selbst das göttliche Gesetz die Ehe.
Außerdem bestimmt der Kanon1070 des gleichen Gesetzbuches:
„Die zwischen einer nichtgetauftenund einer in der katholischen Kirche getauften Person abgeschlossenen Ehe …ist nichtig“.
(In der Enzyklika
Casti connubii
zitiert Papst Pius XI. diesen zweitenArtikel). Der Inhalt beider Artikel istoffensichtlich verschieden. GemischteEhen hat die Kirche immer verboten,denn sie bieten die Gelegenheit,verbotene Gemeinschaft und Teil-nahme an (schlechten) Gottesdienstenzu benutzen,gefährden die Religiondes katholischen Ehepartners undverhindern die gute religiöseErziehung der Nachkommen. Allzuoft verleiten sie auch die Menschenzur falschen Ansicht und Lebens-weise, alle Religionen gleich zuachten“ (Papst Leo XIII., im Rund-schreiben
Arcanum divinœ Sapientiœ
vom 10. Februar 1880). Dagegen behauptet das neue Kompendiumallzu simpel, nur eine Bewilligungoder eine Dispens sei nötig. Dannaber wird die Lage noch schlimmer,denn man begnügt sich mit der Versicherung, der nichtkatholischeEheteil brauche einfach nur zuwissen, wozu der katholischeEhepartner verpflichtet sei. Dochdurch eine schriftlich abgefaßteErklärung müßte der nichtkatholischeEhepartner eigentlich versprechen, er werde (die Verbindlichkeit deskatholischen Teils) respektieren;geschieht dies nicht, laufen der katholische Ehepartner und die Nachkommenschaft Gefahr, denGlauben zu verlieren. Den (durchleichtfertiges Verhalten heraufbe-schworenen) Verlust des Glaubensaber verbieten nicht nur kirchlicheVerfügungen, sondern auch von Gottaufgestellte Vorschriften.
Im Artikel 497 des neuenKatechismus (KKkK) steht fol-
3
Nr. 175 Dezember2009
Rom-Kurier