STANDPUNKT 3
Bei der Luft erkennen wir inzwi-schen klar die begrenzte Auf-nahmekapazität der Atmosphä-re für CO
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. Die weltweite Klima-veränderung erfordert eine dra-stische Verringerung der Emis-sionen. Dafür wurden im Kyoto-Protokoll sogenannte Emissions-rechte vereinbart. Sie wurdenzum größten Teil an die bisheri-gen (Groß-)Verbraucher der Res-sourcen „verschenkt“ – im Er-gebnis eine nahezu kostenfreieWeiter-Nutzung eines Umwelt-gutes nach dem „Eroberungs-stand“ von 1990. Nur so vieleZertifikate, um wie viele derAusstoß verringert werden soll,werden gehandelt. Inzwischenentwickelt sich ein Markt fürdiese Rechte, und der Preis istvon anfangs fünf Euro pro Ton-ne CO
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bereits deutlich gestie-gen. Der ökonomische Gegen-wert des Gutes „Recht auf CO
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-Emission“ fließt kostenlos zumgrößten Teil indirekt an diejeni-gen Menschen, die mit ihremLebensstil die höchsten Emissio-nen an klimaschädlichen Gasenproduzieren.Gibt es funktionstüchtige undwirksame Vorschläge, um dieAbschöpfung der Knappheits-renten über den Boden hinausauch auf andere Umweltgüterauszuweiten? Die Struktur einessolchen Vorschlags kann manfolgendermaßen skizzieren:Auf der umweltpolitischen
Pla-nungsebene
wird für ein Um-weltgut aus ökologischen Grün-den eine Nutzungsbegrenzungvereinbart. Dabei wird entwederdie Menge (vgl. Kyoto-Proto-koll), die genutzt werden darf,oder ein Preis (ähnlich Ökosteu-er) für die Nutzung festgelegt.Im ersten Fall werden die Nut-zungsanteile dann meistbietendan die Interessenten versteigert.In beiden Fällen wird das Um-weltgut durch die laufend anfal-lenden Entgelte (Preise) ge-schützt. Gleichzeitig sorgt der(hohe oder steigende) Preis da-für, dass das Umweltgut in derWeise bzw. dort genützt wird,wo seine Nicht-Verfügbarkeitbesonders teuer wäre oder seinNutzen besonders groß ist. Diesist die
Allokationsebene
, aufder die Effizienz bzw. der Preis„regelt“, wo oder wie das Gutgenutzt wird bzw. wer es nutzt.Die pro Kopf gleiche Ausschüt-tung der Gesamtsumme der Ab-gaben garantiert dann auf der
Verteilungsebene
, dass für jedenMenschen eine „durchschnitt-liche“ Nutzung des Umweltgu-tes kostenfrei ist. Genau die ent-sprechende Durchschnittssummewird nämlich im Ergebnis an je-den einzelnen ausgezahlt! Sokann unabhängig von der Höheder Abgabe jeder im Durch-schnitt „mithalten“.Kontinuierlich steigende Abga-ben für den Gebrauch von Um-weltgütern führen zu entspre-chenden Änderungen in denGüterpreisen. Dies hat Auswir-kungen auf das (Kauf-)Verhal-ten der Einzelnen, ohne dass eseines „gläsernen Verbrauchers“bedarf. Gleichzeitig wird deut-lich, dass die Menschen, derenLebensstil die Naturressourcenüberdurchschnittlich schont, einechtes zusätzliches Nettoein-kommen erzielen. Es ist ein Ein-kommen aufgrund der Leistungdes besonders schonenden Um-gangs mit den unvermehrbarenUmweltgütern.
Diese Leistung zum Erhalt derLebensgrundlagen der Mensch-heit wird im 21. Jahrhundertbesonders notwendig sein!
Erst die genannte Verwendung,nämlich die direkte Rückvertei-lung gleichmäßig pro Kopf, er-möglicht überhaupt die politi-sche Durchsetzung. Andernfallswerden durch steigende Um-weltabgaben oder Mengenbe-grenzungen eine wachsendeAnzahl von Menschen von derNutzung der Umweltgüter ten-denziell ausgeschlossen. Dannentstehen massive Verteilungs-konflikte, und unsere natürli-chen Lebensgrundlagen werdenbeschleunigt zerstört werden.
Weitere Auswirkungen dergleichmäßigen Rückverteilung
Haushalte mit Kindern werdenzu den Netto-Gewinnern gehö-ren, denn Kinder sind im All-gemeinen unterdurchschnittli-che Nutzer von Umweltgütern.Durch die überproportionaleSteigerung der niedrigeren Ein-kommen werden Nachfrage undKonjunktur belebt. Dies steigertin der Tendenz die Nachfragenach menschlicher Arbeitskraft,ohne dabei den Schutz der Na-turgüter zu behindern. Wirt-schaftswachstum entsteht alsonur soweit und nur dort, wo tat-sächlich Bedarf ist. Die Menschenverfügen nämlich über mehrKaufkraft (Geld)! Gleichzeitig
© Eugen Kment, www.eugenartig.com