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Grundeinkommen – Fragen und Antworten

Grundeinkommen – Fragen und Antworten

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Aus den Arbeitsmaterialien der Projektgruppe „Grundsatzprogramm“ der Rhein-Erft-SPD, zusammengestellt von Bernd Coumanns.
Aus den Arbeitsmaterialien der Projektgruppe „Grundsatzprogramm“ der Rhein-Erft-SPD, zusammengestellt von Bernd Coumanns.

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Published by: Grundeinkommens-Mem Köln on Feb 06, 2011
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05/12/2014

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Arbeitsmaterialien der Projektgruppe „Grundsatzprogramm“ der Rhein-Erft-SPD1
Für den schnellen Leser:
Grundeinkommen – Fragen und Antworten
1. Was ist ein Grundeinkommen?
Ein Grundeinkommen ist ein Einkommen, dass jederbekommt, in gleicher Höhe und jederzeit von der Geburt bis zum Tode. Ein Grundeinkommenwird also ohne Bedürftigkeitsprüfung gezahlt.
2. Warum wird ein Grundeinkommen gefordert?
Jeder Mensch soll ein eigenständigesLeben führen können und am gesellschaftlichen und sozialen Leben teilhaben. Mit einemGrundeinkommen kommen wir diesem Ziel näher, weil es den Menschen Sicherheit vor Armutgibt und ein Stück weit die Angst vor Existenznot durch Arbeitslosigkeit nimmt. EinGrundeinkommen gibt den Menschen die notwendige materielle Absicherung undgewährleistet damit die Teilhabe am gesellschaftlichen und sozialen Leben.
3. Was für Vorteile hat ein Grundeinkommen?
 
3.1
 
Ein Grundeinkommen gibt den Menschen mehr Sicherheit, weil es vor Armut schütztund die Angst vor Existenznot durch Arbeitslosigkeit mindert.
Ein Grundeinkommengäbe dem Großteil der Bürger, die heute eine Erwerbsarbeit haben, Sicherheit vorArmut und Existenznot. Sie hätten die Sicherheit, dass sie im Falle desArbeitsplatzverlustes nicht ein Großteil ihres vorher erarbeiteten Vermögensverbrauchen müssten, bis sie staatliche Unterstützung erhalten. Im Gegensatz zur jetzigen Regelung bei Arbeitslosengeld II (ALG II) wird eigenes Vermögen nicht auf einGrundeinkommen angerechnet. Mit einem Grundeinkommen im Rücken bedeutet derVerlust des Erwerbsarbeitsplatzes deshalb nicht der Sturz in Armut. Den Bürgernwerden damit Ängste vor den Folgen des Arbeitsplatzverlustes genommen.
3.2
 
Ein Grundeinkommen stärkt die Arbeitnehmer gegenüber den Arbeitgebern.
Miteinem Grundeinkommen im Rücken könnten Arbeitnehmer Nein sagen zu Lohndumpingoder schlechten Arbeitsbedingungen. Notfalls hätten sie die Möglichkeit, auch zukündigen, ohne gleich befürchten zu müssen, in Armut und Existenznot zu stürzen. EinGrundeinkommen verleiht Arbeitnehmern also Verhandlungsmacht gegenüberArbeitgebern.
3.3
 
Ein Grundeinkommen fördert ehrenamtliche und gemeinnützige Arbeit.
Mit Hilfe einesGrundeinkommens könnten die Bürger weniger Zeit für eine Erwerbsarbeit aufbringenund dennoch ihren Lebensunterhalt bestreiten. Die Bürger könnten mehr Zeit und Arbeitin gemeinnützige Arbeit, ehrenamtliches Engagement in Vereinen, die Pflege vonFamilienangehörigen, Erziehungsarbeit oder Parteiarbeit investieren. Alles Formen vonArbeit, die notwendig sind, aber heute zu wenig geleistet werden. EinGrundeinkommen fördert solche Arbeit.
 3.4
 
Ein Grundeinkommen trägt erheblich zum Bürokratieabbau bei.
Derzeit werden inDeutschland 155 Sozialleistungen von 37 verschiedenen Behörden geprüft, kontrolliert,verwaltet und ausgezahlt. Ein Grundeinkommen würde viele der bisherigenSozialleistungen in Deutschland ersetzen. Im Gegensatz zum heutigen Sozialstaatwürde ein Grundeinkommen ohne Bedürftigkeitsprüfung gezahlt werden. ZahlreichePrüfungen und Kontrollen würden deshalb entfallen. Die Einführung einesGrundeinkommens wäre deshalb ein großer Beitrag zum Bürokratieabbau.
 
Arbeitsmaterialien der Projektgruppe „Grundsatzprogramm“ der Rhein-Erft-SPD2
4. Wer geht dann noch arbeiten, wenn jeder ein Grundeinkommen bekommt?
 4.1
 
Die große Mehrheit der Bürger will arbeiten, weil Arbeit mehr bedeutet, als nur seinenLebensunterhalt zu verdienen. Arbeit schafft soziale Anerkennung und menschlicheKontakte. Deshalb wird - wie heute auch - der allergrößte Teil der Menschen auch miteinem Grundeinkommen einer Erwerbsarbeit nachgehen. Rentner und Vorruheständlersind das beste Beispiel dafür, dass Menschen arbeiten wollen, auch wenn sie esmateriell nicht mehr bräuchten.4.2
 
Ein Grundeinkommen ist ein Grundeinkommen, mit dem die Grundlagen für die sozialeTeilhabe der Bürger abgesichert wird. Die meisten Menschen wollen aber ihrenLebensstandard verbessern und werden sich deshalb eine Erwerbsarbeit suchen.4.3
 
Auch die kleine Minderheit der Bürger, die sich im jetzigen Sozialstaatsmodell allenAufforderungen zur Arbeit entziehen, erhält ein Grundeinkommen. Es lohnt nicht, fürdiese kleine Minderheit eine große Kontrollbürokratie aufrecht zu erhalten, die von dergroßen Mehrheit getragen werden muss.
5. Wie hoch soll ein Grundeinkommen sein?
Es gibt viele verschiedene Modelle wie einGrundeinkommen verwirklicht werden soll und genauso unterschiedliche Überlegungen überdie Höhe des Grundeinkommens. Je nach Modell schwankt die Spannbreite zwischen 600und 950 Euro Grundeinkommen pro Monat und Person. Oft wird für Minderjährige eingeringeres Grundeinkommen vorgeschlagen.
6. Wie ist ein Grundeinkommen zu finanzieren?
Im Jahre 2005 wurden in Deutschland
 
lautBundesarbeitsministerium
 
rund 735 Milliarden Euro für Sozialleistungen ausgegeben. EinGrundeinkommen soll ein Großteil dieser Sozialleistungen ersetzen, so dass hierüber bereitsein erheblicher Teil der Finanzierung ermöglicht wird. Je nach Höhe des Grundeinkommensund der Anzahl der ersetzten Sozialleistungen reicht dies aber nicht aus. Zur weiterenFinanzierung wird je nach Modell entweder vorgeschlagen, Vermögens- und Erbschaftssteuerzu erhöhen sowie eine Sozialabgabe auf alle Einkommensarten zu erheben (Modell derLINKEN). Das Modell für ein Grundeinkommen von Dieter Althaus (CDU) wurde vomHamburger Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) durchgerechnet und kommt fast ohneSteuererhöhungen aus, dafür liegt das Grundeinkommen aber auch sehr niedrig. Althausschlägt vor, die Sozialleistungen komplett aus Steuern zu finanzieren. Er möchte deshalb dasEinkommenssteuerrecht erheblich vereinfachen und hier Steuerschlupflöcher schließen.
7. Ist es nicht ungerecht, wenn der Millionär genau so ein hohes Grundeinkommen erhält,wie die Putzfrau?
Nein, weil der Millionär durch die zur Finanzierung einesGrundeinkommens notwendig gewordenen Steuererhöhungen mehr Steuern zahlt. Außerdemsollten wir daran denken, welche positiven Auswirkungen ein Grundeinkommen für diePutzfrau hat und nicht für den Millionär.
8. Wenn ich ein Grundeinkommen bekommen würde, würde ich oder mein Partner nurnoch Teilzeit arbeiten. Ist das gewollt?
Ja, durchaus. Der Partner würde ja nicht auf derfaulen Haut liegen, sondern einer anderen Form der Arbeit nachgehen. In Deutschland gibtes viele Formen von Arbeit, die nicht ausreichend angepackt werden: Erziehungsarbeit,Pflegearbeit, ehrenamtliche Arbeit, gemeinnützige Arbeit. Alles Formen von Arbeit, die mitHilfe eines Grundeinkommens von den Menschen verstärkt angepackt werden könnten.Außerdem würde dann ein Teilzeitarbeitsplatz frei und ein Grundeinkommen würde zurSenkung der Erwerbsarbeitslosigkeit beitragen.

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