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Pascendi - Papst Pius X.

Pascendi - Papst Pius X.

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02/11/2011

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Papst Pius X.:
Enzyklika»PascendiDominici gregis«
vom 8. September 1907über die Lehren der Modernisten
An die Patriarchen, Primaten, Erzbischöfe, Bischöfe undanderen Ortsordinarien, die Frieden und Gemeinschaft mitdem Apostolischen Stuhl haben.
Ehrwürdige Brüder! Heilsgruß und Apostolischen Segen!1.
Die Herde des Herrn zu weiden
ist das Uns durch Gottübertragene Amt, welches von Christus vor allem die Aufgabezugewiesen erhalten hat, den Schatz des überlieferten heiligenGlaubens auf sorgfältigste Weise zu hüten und profaneNeuerungen und Einwendungen der sogenannten Wissenschaftzurückzuweisen. Zu aller Zeit war diese Sorge des OberstenHirten für das katholische Volk ein notwendiges Anliegen, denndem Feind des Menschengeschlechtes hat es niemals an Leutengefehlt, die Verkehrtes reden
1
 , die mit ihren nichtigen Redenzu Verführern werden
2
 , oder an betrogenen Betrügern
3
. Mankann es nicht leugnen, daß in der letzten Zeit die Zahl derFeinde des Kreuzes Christi um eine große Anzahl gewachsen ist.Mit neuen, hinterlistigen Taten versuchen sie die Lebenskraftder Kirche zu brechen und, wenn es ihnen möglich ist, dasReich Christi selbst von Grund auf zu zerstören. Deshalb dürfenWir nicht länger schweigen, um Unserer heiligsten Aufgabenicht die Treue zu brechen und um die Milde, welche Wir bisher in der Hoffnung walten ließen, daß man sich einesBesseren besinnen würde, Uns nicht als Pflichtvergessenheitanlasten zu lassen.2. Wir sind nun gezwungen, Unser Zögern nicht weiterauszudehnen, da die Verfechter dieser Irrtümer bereits nichtmehr nur ausschließlich unter den öffentlichen Feinden zufinden sind. Zu Unserem größten Schmerz und Unsererhöchsten Beschämung müssen wir die Worte gebrauchen: Sielauern bereits im Inneren der Kirche selbst, wörtlichgesprochen, am Busen und im Schoße der Kirche. Sie sind umso gefährlicher, je weniger sie bekannt sind. Ehrwürdige Brüder,
Domus-Ecclesiæ-HauptseitePäpstliches LehramtVorige Seite
Pius X. (1903-1914)
Frontispiz
Enzykliken
Pascendi Dominici gregis
Motu proprio
Sacrorum antistitum
S. Officium
Dekret »Lamentabili«
Sakramentenkongregation
Dekret »Quam singulari«
Päpstl. Bibelkommission
Dekrete über Authentizitätund Wahrheit der Bücherder Heiligen SchriftBisherige Besuche:
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Wir sind der Meinung, daß sich viele aus der katholischen Weltder Laien und – noch viel schlimmer – sogar aus den Reihen desKlerus, die sich unter dem Deckmantel der Liebe zur Kircheverstecken, ohne Grundlage einer soliden Philosophie undTheologie, vergiftet durch falsche Lehren, die sie aus demMunde der Feinde zu hören bekamen, und jede Bescheidenheit beiseite rückend als Reformatoren der Kirche aufspielen. Kühnversammeln sie sich in ihren Reihen, greifen das Heiligste desWerkes Christi an und verschonen dabei nicht einmal diegöttliche Person des Erlösers selbst, den sie mit blasphemischerFrechheit zu einem armseligen Menschen herabwürdigen.3. Diese Leute mögen sich wundern, wenn Wir sie zu denFeinden der Kirche zählen. Über das Innerste ihres Herzenswird nur Gott alleine richten. Wem jedoch ihre Lehren, ihreRedewendungen und ihre Handlungsweisen bekannt sind, derkann sich darüber nicht wundern. Es entspricht absolut derWahrheit, daß sie schlimmer sind als alle anderen Feinde derKirche. Wie bereits erwähnt, schmieden sie ihre Pläne, dieKirche ins Verderben zu stürzen, nicht nur außerhalb, sondernauch im Inneren der Kirche. Im Blute der Kirche, in ihremtiefsten Inneren, hat sich diese Gefahr festgesetzt. Deshalb wirdein Schaden für die Kirche um so sicherer, je genauer sie dieKirche kennen. Dazu kommt noch, daß sie nicht nur an dieÄste und Zweige, sondern tief an die Wurzel ihre Hand legen:an den Glauben und an die tiefsten Fasern des Glaubens. Istaber diese Wurzel des Lebens einmal getroffen, dann werden sie
das Gift in dem ganzen Baum verbreiten. An der katholischenWahrheit werden sie kein Stück unberührt oder unverdrehtlassen. Sie kennen viele tausend Arten, um Schadenanzurichten.Dabei verhalten sie sich äußerst gewandt und schlau.Abwechselnd spielen sie die Rolle des Rationalisten und desKatholiken in einer derart gewandten Weise, daß sie jedenharmlos Denkenden mit Leichtigkeit zu ihrem Irrtum bekehrenkönnen. Auch läßt ihre Verwegenheit sie vor keinenKonsequenzen zurückschrecken. Mit frecher Stirn und kaltemBlut drängen sie sogar dazu. Dazu kommt noch ihr äußersttätiges Leben, ihre ständige, eifrige Beschäftigung mit gelehrtenArbeiten aller Art und oft eine zur Schau getrageneSittenstrenge. Dies alles trägt um so leichter dazu bei, sich inihnen zu täuschen. Mit ihren Fachstudien sind sie schließlich aneinem Punkt angekommen, an dem sie keine Autorität mehranerkennen und sich keine Beschäftigungen mehr gefallenlassen wollen. Auf diese Weise haben sie ihr eigenes Gewissengetäuscht und möchten das Wahrheitsdrang nennen. InWirklichkeit handelt es sich dabei nur um Stolz undHartnäckigkeit. Man sollte dabei fast an jedem Heilmittel
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zweifeln.Wir hatten gehofft, daß Wir diese Männer doch noch zurBesinnung bringen könnten. So haben Wir sie zuerst mitterlicher Milde behandelt, dann mit Strenge; schließlich sahenWir Uns gezwungen, öffentlich gegen sie einzuschreiten. Euchist bekannt, ehrwürdige Brüder, daß alle Mühen vergeblichwaren. Kaum hatten sie für einen Augenblick den Nackengebeugt, erhoben sie ihn erneut mit noch größerer Kühnheit.Wenn es sich nur um sie handeln würde, könnte man diesvielleicht durchgehen lassen. Da jedoch der katholische Glaubeselbst gefährdet ist, wäre es eine große Sünde, wenn wir nochlänger Schweigen würden. Wir müssen reden und ihnen vorder gesamten Kirche die Maske vom Gesicht reißen, die dochihr wahres Wesen nur halb verhüllt.4. Die Modernisten – so werden sie im allgemeinen sehr richtig bezeichnet – gebrauchen den schlauen Kunstgriff, ihre Lehrennicht systematisch und einheitlich, sondern stets nur vereinzeltund ohne Zusammenhang vorzutragen. Dadurch erwecken sieden Anschein des Suchens und Tastens, während sie davon festund entschieden überzeugt sind. Deshalb ist es gut, ehrwürdigeBrüder, diese Lehren zunächst im Überblick darzustellen, umaufzuzeigen, in welchem Zusammenhang sie stehen. Erstdanach ist es angebracht, nach dem Grund des Übels zu suchenund die Mittel vorzuschreiben, durch welche das Unheilabgewendet werden kann.5. Um aber in dieser schwierigen Frage schrittweise vorzugehen,merken Wir an dieser Stelle zunächst an, daß jeder Modernistsozusagen mehrere Rollen in einer Person spielt. Er istPhilosoph, Gläubiger, Theologe, Historiker, Kritiker, Apologetund Reformator. Diese Rollen müssen gut unterschiedenwerden, wenn man das System richtig verstehen und diePrämissen und Konsequenzen ihrer Lehren durchschauen will.6. Beginnen wir zunächst mit der Philosophie. Das Fundamentder Religionsphilosophie setzen die Modernisten in jene Lehre,die man gemeinhin Agnostizismus nennt. Ihr zufolge ist dermenschliche Verstand gänzlich eingeschlossen von den
Phänomenen
 , das heißt: von den Dingen, die in Erscheinungtreten, und von derjenigen Gestalt, in welcher sie inErscheinung treten; deren Grenzen zu überschreiten, habe erweder Recht noch Macht. Darum sei er auch nicht imstande,sich zu Gott erheben, noch dessen Existenz – auf welche Weiseauch immer – aus den sichtbaren Dingen zu erkennen. Vonhieraus wird argumentiert, daß Gott in keiner Weiseunmittelbar Gegenstand der Wissenschaft sein könne; was aberdie Geschichte betreffe, so sei Gott keinesfalls als geschichtlichesSubjekt zu betrachten. – Dies vorausgesetzt, wird jedermann
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