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Bibliothekarisches Blitzlicht Nr. 2

Bibliothekarisches Blitzlicht Nr. 2

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Published by Christof Wahner
eine neue Lesart von Bücherregalen in Bibliotheken
eine neue Lesart von Bücherregalen in Bibliotheken

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Published by: Christof Wahner on Feb 19, 2011
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04/06/2011

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Bibliothekarisches Blitzlicht Nr. 2
© Christof Wahner 2010
Vorwort:
In dieser Art von Text geht es um eine neue Lesart von Bücherregalen in Bibliotheken wiez.B. der Badischen Landesbibliothek, die fortlaufend nummeriert sind, ohne räumliche Kategorisierung.Nun stellt sich bei solcher Zufälligkeit die Frage, ob sich nicht doch tiefere Gründe dahinter verbergen,wenn z.B. ein Buch mit dem Titel "Beruf Pferdewirt" direkt neben einem anderen Buch mit dem Titel"Der Sinn des Lebens" steht. Die Titel bzw. Untertitel der ausgewählten Bücher sind hervorgehoben.Memmingen, Mittwoch 17:30. Ein Kamerateam unter der Leitung von Uwe Hausstädtler befragt einen jungen, dynamischen Mann, welches Verhältnis er zum Einsatz von Virtual Reality in der Praxis hat.Dieser junge Mann fragt erstaunt: "Was für eine Praxis? Arztpraxis oder wie oder was? Also wenn siedas Kapitel Transsexualität – Transidentität meinen, dann will ich als Transmensch nicht verschweigen,dass Virtual Reality und Transidentität eigentlich das gleiche sind, zumindest vom Lebensgefühl her."Diese Worte spricht Udo R., während zur gleichen Zeit Hans-Georg Gadamer in einer Ecke seiner Heidelberger Ruhestätte kauert und über die Verborgenheit der Gesundheit vor sich hin philosophiert.Immer wieder brabbelt er vor sich hin "Patient Massenmörder", während er sich mit zunehmender Klarheit an den Fall Ernst Wagner und die biopolitischen Diskurse erinnert. Er greift zu seinem immer noch funktionstüchtigen Mobiltelefon und bittet seine langjährige Geliebte Ricarda Liver, einen seiner interessantesten Gedankengänge auf Rätoromanisch zu übersetzen. Seine gleichermaßen ethischewie erkenntnistheoretische Frage lautet, inwiefern ein an sich gesunder Massenmörder eine an sichkranke Gesellschaft heilen kann. Vor allem, wenn ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel mit im Spiel ist.Während Hans-Georg Gadamer überaus eifrig einen Tunnel durch Raum und Zeit gräbt, denkt er weiter nach und spricht zu sich selbst: "Nanu! Hm, ich meine: Hoppla! Was bedeutet genetische Information?Hat das vielleicht irgendwie mit Pflegekompetenz zu tun?" Er denkt plötzlich an seinen Großneffen UdoR., der sich seit mehreren Jahren unermüdlich dafür einsetzt, Gastroenterologie für die Praxis tauglichzu machen, und zwar für den praktischen Umgang mit Transsexualität, seit er die folgende Hypothesegefunden hatte: Wenn Liebe bzw. Sexualität durch den Magen geht, dann geht Transsexualität über den Magen-Darm-Trakt hinaus. Der beste Gegenbeweis ist aus seiner Sicht ein Gespann der griechi-schen Antike, nämlich Narziss und Echo: Optische und akustische Reflexion allein – also das eigeneSpiegelbild und der eigene Widerhall – reicht auch bei heftigster Verliebtheit einfach nicht zum Leben.Nein, nicht nur die Fernsinne wollen liebevoll und geistreich umschmeichelt werden, sondern auch dieNah- und Tiefensinne am und im Körper und vor allem im Darm. Nicht von ungefähr haben übrigensauch die berühmt-berüchtigten Deutungsmuster sozialer Ungleichheit ihren Ursprung im Darm.Udo R. hat von seinem Großonkel Hans-Georg Gadamer gelernt, dass man bei solchen praktischenAngelegenheiten des Lebens das Heidegger-Lesebuch getrost im Regal stehen lassen darf, vor allemwenn es um Schönheit als Praxis bzw. um klassen- und geschlechtsspezifische Körperlichkeit geht.Dem stimme ich als Verfasser dieses Textes in vollem Umfang zu, werde aber umgehend von Udo R.mit folgender Hasstirade beglückt: "Ey, du perverse Sau, misch dich hier bloß nicht ein! Du kennst janoch nicht einmal die Unterschiede von Transsexualität, Transvestismus, Transidentität und hast wahr-scheinlich auch nicht die leiseste Ahnung von Transparenz und Transzendenz. In
unserer 
Story hier hast du jedenfalls definitiv nix verloren. Halt endlich deine restlos unqualifizierte Schnauze und schreibeinfach das auf, was hier abgeht! Aber bitte ohne irgendwelche eigenwilligen Kommentare aus deinemverschneiten Hirn! Und wenn du noch nicht mal DAS gebacken bekommst, dann zieh gefälligst Leine!"

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