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Emanuel Swedenborg - Die Enthüllte Offenbarung

Emanuel Swedenborg - Die Enthüllte Offenbarung

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Published by André Rademacher
Im ganzen Werk - wie auch in allen folgenden - betonte Swedenborg immer wieder, daß das, was er geschrieben hatte, keine bloßen Erfindungen seiner Einbildungskraft oder seines Denken seien. Vielmehr seien diese geistigen Erfahrungen real und zusammenhängend. Die Lehren aber seien ihm "nicht von irgendeinem Engel, sondern vom Herrn"23 gegeben worden. Freilich war er nicht ein bloßer medialer Schreiber, betrachtete er doch seine umfangreiche wissenschaftliche Bildung als Vorbereitung für seinen Auftrag. Aber das Wesentliche der Botschaft, die er vortrug, war ein Geschenk Gottes und nicht seine eigene Leistung.
Im ganzen Werk - wie auch in allen folgenden - betonte Swedenborg immer wieder, daß das, was er geschrieben hatte, keine bloßen Erfindungen seiner Einbildungskraft oder seines Denken seien. Vielmehr seien diese geistigen Erfahrungen real und zusammenhängend. Die Lehren aber seien ihm "nicht von irgendeinem Engel, sondern vom Herrn"23 gegeben worden. Freilich war er nicht ein bloßer medialer Schreiber, betrachtete er doch seine umfangreiche wissenschaftliche Bildung als Vorbereitung für seinen Auftrag. Aber das Wesentliche der Botschaft, die er vortrug, war ein Geschenk Gottes und nicht seine eigene Leistung.

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Published by: André Rademacher on Mar 07, 2011
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Die Enthüllte Offenbarung
VorredevonEmanuel Swedenborg
Es hat schon viele gegeben, welche sich mit der Auslegung der Offenbarung abgemühthaben; allein da der geistige Sinn des Wortes bisher unbekannt war, so konnten sie die darinverborgenen Geheimnisse nicht sehen; denn diese deckt bloß der geistige Sinn auf, daher dieAusleger verschiedene Mutmaßungen aufgestellt, und die meisten von ihnen das darin Enthalteneauf die Zustände der Weltreiche bezogen, und bloß einiges die Kirche Betreffende damit verbun-den haben. Allein die Offenbarung handelt, sowie das ganze Wort, in seinem geistigen Sinne, gar nicht von weltlichen, sondern bloß von himmlischen Dingen, also nicht von Kaisertümern undKönigreichen, sondern vom Himmel und der Kirche. Zu wissen ist, daß nach dem JüngstenGericht, welches im Jahr 1757 in der geistigen Welt gehalten wurde, und von welchem ich ineinem besonderen, zu London 1758 erschienenen Werkchen gehandelt, ein neuer Himmel aus denChristen, jedoch bloß aus solchen gebildet wurde, welche (die Wahrheit), daß der Herr, nachSeinen Worten bei Matth.28/18., der Gott des Himmels und der Erde ist, annehmen konnten undzugleich Buße wegen ihrer bösen Handlungen in der Welt getan hatten. Aus diesem Himmel steigtnun herab und wird herabsteigen die neue Kirche auf Erden, welche das neue Jerusalem ist. Daßdiese Kirche den Herrn als den Alleinigen anerkennen werde, erhellt aus Folgendem in der Offb.21/9,10: „Es kam zu mir einer von den sieben Engeln, und redete mit mir, und sprach:Komm, ich will dir die Braut des Lammes, das Weib, zeigen, und er zeigte mir die große Stadt,das heilige Jerusalem, wie sie herabstieg aus dem Himmel von Gott“. Und anderwärtsOffb.19/7,9: „Laßt uns fröhlich sein und jauchzen, denn des Lammes Hochzeit ist gekommen, undsein Weib hat sich bereitet: selig die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind“. Daß einneuer Himmel sein und aus ihm die neue Kirche auf Erden herabsteigen werde, erhellt auch ausOffb.21/1,2,5: „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, auch sah ich die Heilige StadtJerusalem von Gott aus dem Himmel herabsteigen, zubereitet wie eine geschmückte Braut ihremManne. Der auf dem Thron saß, sprach: Siehe! Ich mache alles neu; und zu mir sprach Er:Schreibe, denn diese Worte sind wahr und treu!“. Der neue Himmel ist ein neuer Himmel aus denChristen; das neue Jerusalem ist eine neue Kirche auf Erden, welche mit jenem Himmel zu-sammenwirken wird; das Lamm ist der Herr in Ansehung Seines Göttlich-Menschlichen.Diesem soll noch einiges zur Aufhellung beigefügt werden: der Christliche Himmel befindetsich unterhalb des alten Himmels, in ihn wurden von der Zeit an, da der Herr in der Welt war,diejenigen eingelassen, welche
einen
Gott unter drei Personen verehrt und nicht zugleich die Ideevon drei Göttern gehabt hatten; und dies deswegen, weil eine Dreieinigkeit von Personen in der ganzen Christenheit angenommen war. Diejenigen aber, welche von dem Menschlichen des Herrnkeine andere Idee hatten, als von dem Menschlichen eines anderen Menschen, konnten denGlauben des neuen Jerusalems nicht annehmen, welcher ist, daß der Herr der alleinige Gott undin Ihm eine Dreieinheit sei. Diese wurden daher abgesondert und in die Winkel verwiesen. DieAbsonderungen nach dem Jüngsten Gericht sowie die Verweisungen wurden mir zu sehengegeben. Denn auf die reine Idee von Gott gründet sich der ganze Himmel und auf Erden dieganze Kirche sowie überhaupt alle Religion; durch sie entsteht nämlich eine Verbindung unddurch die Verbindung Licht, Weisheit und ewige Seligkeit.Jedermann kann einsehen, daß die Offenbarung durch niemand anderes erklärt werden kannals durch den Herrn allein, denn die einzelnen Worte derselben enthalten Geheimnisse, welcheman ohne besondere Erleuchtung und also ohne Offenbarung nie wissen würde; daher es dem
 
1
Für diese und alle folgenden Nummern in Klammern bis (109) sind die dazugehörigen Anmerkungen abSeite 12 zu finden.
2
Herrn gefallen hat, mir das Gesicht meines Geistes zu öffnen und (mich) zu lehren. Man glaubealso nicht, daß ich etwas aus mir selbst oder irgendeinem Engel genommen habe, sondern vondem alleinigen Herrn. Der Herr hat auch durch Seinen Engel zu Johannes gesagt: „Versiegle nichtdie Worte der Weissagung dieses Buchs“: Offb.22/10. Worunter verstanden wird, daß sie ge-offenbart werden soll.
Lehren der römisch-katholischen Kirche und Religion im Auszug
Da in der Offenbarung im 17. 18. 19. Kap. auch von Babylonien, das ist der römisch-katho-lischen Religion gehandelt wird, so sind gleich im Eingang ihre Lehren, und zwar in folgender Ordnung aufzudecken: Von der Taufe, von der Eucharistie oder dem heiligen Abendmahle, vonden Messen, von der Buße, von der Rechtfertigung, vom Fegefeuer, von den sieben Sakramenten,von den Heiligen und von der Kirchengewalt.
I. Von der Taufe
lehren sie folgendes: Daß nach dem Sündenfall der ganze Adam, sowohldem Leibe als der Seele nach in einen schlimmen Zustand geraten sei
1
und diese Sünde sich über das ganze menschliche Geschlecht verbreitet habe(2); daß diese Erbsünde nur durch das VerdienstChristi weggenommen, und das Verdienst Christi durch das Sakrament der Taufe mitgeteilt(3),und so die ganze Schuld der Erbsünde durch die Taufe weggenommen werde; daß in den Getauf-ten gleichwohl ein Hang zur Sünde gleich einem Zunder, nicht aber die Sünde selbst zurückbleibe;daß sie so Christum anziehen, ein neues Geschöpf werden, und vollständige und gänzlicheVergebung der Sünden erlangen (5). Die Taufe wird ein Bad der Wiedergeburt (6) und desGlaubens (7) genannt; daß die Getauften, wenn sie erwachsen sind, über die von den Taufpatengemachten Zusagen zu befragen seien, welches das Sakrament der Firmelung ist (8); daß wegendes Falles nach der Taufe das Sakrament der Buße nötig sei (9).
II. Von der Eucharistie oder dem Heiligen Abendmahle
: daß gleich nach der Consecra-tion (oder Einweihung) durch die Kraft der Worte der wahre Leib und das wahre Blut Jesu Christiin der Gestalt des Brotes und Weines zugleich mit Seiner Seele und Gottheit wirklich und wesent-lich enthalten seien, der Leib unter der Gestalt des Brotes, und das Blut unter der Gestalt desWeines, daß aber vermöge des natürlichen Zusammenhangs und der Concomitanz (d.h. desBeisammenseins), wodurch die Teile des Herrn Christus unter sich verbunden seien, der Leibselbst auch unter der Gestalt des Weines, und das Blut unter der Gestalt des Brotes, und die Seeleunter beiden, und die Gottheit wegen ihrer wunderbaren hypostatischen (persönlichen) Ver-einigung mit dem Leib und der Seele; als sowohl unter einer als unter beiden Gestalten enthaltensei; kurz, daß Christus sich ganz und vollkommen in der Gestalt des Brotes und in jedem Teiledieser Gestalt, und daß er ebenso auch sich ganz in der Gestalt des Weines und dessen Teilenbefinde (10), daß daher beide Gestalten getrennt, und den Laien das Brot gegeben werde, der Wein aber für die Geistlichen sei (welche also beide Gestalten) (11); daß der Wein im Kelche mitWasser vermischt werden solle (12). Daß die Laien die Kommunion von den Geistlichen emp-fangen, die Geistlichen aber sich selbst kommunizieren sollen (13). Daß der wahre Leib und daswahre Blut Christi nach der Consecration in den Hostien, in den consecrirten Teilchen sei, unddaher die Hostie, wenn sie gezeigt und herumgetragen wird, angebetet werden müsse. Daß diesewunderbare und einzige Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in den Leib, und der ganzen Substanz des Weines in das Blut Transsubstantiation genannt werde (14). Daß die Austei-lung unter beiden Gestalten unter gewissen Bedingungen vom Papst gestattet werden könne(15).Das Brot heißt überwesentlich, und Brot der Engel, das diese ohne Hülle essen (16); es wirdauch eine geistige Speise genannt, dann ein Gegengift, durch welches man von Sünden frei wird(17).
 
3
III. Von den Messen
. Es ist von einem Meßopfer die Rede, weil das Opfer, durch welchessich Christus dem Vater darbrachte, in diesem unter der Gestalt des Brotes und Weines vorgestelltwird (18), daher das Opfer wirklich versöhnend, rein und nichts als Heiliges in ihm sei (19). Daßdas Volk, wenn es auch nicht sakramentalisch kommuniziere, sondern bloß der Geistliche, dochgeistig kommuniziere, weil die Geistlichen es nicht nur für sich, sondern für alle Gläubigen,welche zum Leib Christi gehören, darbringen (20). Daß die Messen, obgleich sie große Belehrungfür das gläubige Volk enthalten, nicht in der Volkssprache gehalten werden, die Geistlichen aber an den Sonntagen etwas davon erklären sollen (21). Daß der Verordnung gemäß einiges Geheim-nisvolle mit gemäßigter, einiges mit mehr erhobener Stimme ausgesprochen, und damit ein sogroßes Opfer, das Gott dargebracht werde, eine gewisse Majestät habe, Lichter, Rauchwerke,Kleider und dergleichen mehr dabei gebraucht werden sollen (22). Daß es für die Sünden, Strafen,Büßungen und jegliche Bedürfnisse der Lebenden sowie auch für die Verstorbenen darzubringensei (23). Daß die zu Ehren der Heiligen gehaltenen Messen Danksagungen für die Fürbitten seien,um die sie angerufen werden (24).
IV. Von der Buße
. Daß es außer der Taufe auch ein Sakrament der Buße gebe, durchwelches den nach der Taufe Gefallenen die Wohltat des Todes und Verdienstes Christi mitgeteiltwerde (25), daher man sie auch eine mühevolle Taufe nenne (26). Daß die Teile der Buße seiendie Zerknirschung, die Beichte und die Genugtuung (27). Daß die Zerknirschung eine Gabe Gottessei, und ein Antrieb des noch nicht inwohnenden, sondern bloß bewegenden heiligen Geistes, alsoeine Zubereitung (28). Daß die Beichte sich auf alle Todsünden, auch die verborgensten, sowieauf die Absichten erstrecke. Daß die Sünden, welche man vorenthalte, nicht vergeben werden,diejenigen jedoch, welche nach geschehener Selbstprüfung nicht ins Gedächtnis kommen, imBekenntnisse mit eingeschlossen seien; daß dies wenigstens einmal des Jahres geschehen müsse(29); daß die Sünden von Geistlichen erlassen werden sollen, welche die Schlüsselgewalt habenund daß sie vergeben werden, wenn diese sagen: Ich vergebe; daß die Erlassung wie eine Hand-lung des Richters sei, durch welche das Urteil ausgesprochen wird; daß die schwereren Sündenvon den Bischöfen und die noch schwereren von dem Papste erlassen werden sollen (30). Daß dieGenugtuung durch Bußwerke geschehe, welche vom Geistlichen nach Gutdünken und nachMaßgabe der Versündigung aufzulegen seien; daß (so) mit der ewigen Strafe auch die zeitliche(jedoch diese nicht ganz) vergeben werde (31). Daß die Ablassbefugnis von Christus der Kircheüberlassen worden und der Gebrauch derselben höchst heilsam sei (32).
V. Von der Rechtfertigung.
Daß der Übergang von dem Zustande, in welchem der Menschals Sohn Adams geboren wird, in den Gnadenzustand des Heilandes als zweiten Adam nicht ohnedas Bad der Wiedergeburt und des Glaubens, d.i. die Taufe geschehe (33). Daß der Anfang der Rechtfertigung von der zuvorkommenden Gnade abzuleiten sei, welche Berufung ist und mitwelcher der Mensch zusammenwirkt, indem er sich bekehrt (34). Daß die Zubereitung durch den
Glauben
geschehe, wenn der Mensch glaubt, daß das, was geoffenbart ist, wahr sei, wozu er sichvon freien Stücken bewege; hernach durch die
Hoffnung
, indem er glaubt, daß Gott um Christiwillen (ihm) gnädig sei; und durch die
Liebe
, durch welche er anfängt, den Nächsten zu liebenund die Sünde zu hassen (35). Daß die Rechtfertigung, welche dann folge, keine bloße Sündenver-gebung, sondern eine Heiligung und Erneuerung des inneren Menschen sei; daß sie dann nichtbloß für gerecht angesehen werden, sondern gerecht seien, weil sie die Gerechtigkeit in sichaufnehmen und das Verdienst des Leidens Christi empfangen; daß auf diese Weise die Recht-fertigung in sie hineinkomme durch den Glauben, die Hoffnung und die Liebe (36). Daß der Glaube der Anfang des menschlichen Heils, die Grundlage und Wurzel der Rechtfertigung sei unddaß dies heiße, durch den Glauben gerechtfertigt werden, und sofern nichts von dem, was der Rechtfertigung vorausgeht, weder der Glaube noch die Werke, die Rechtfertigungsgnade verdie-nen, so heiße es, daß wir umsonst gerechtfertigt werden; denn die Gnade sei zuvorkommend unddoch werde der Mensch durch die Werke gerechtfertigt und nicht durch den Glauben allein (37).Daß die Gerechten in leichte und erlassbare Sünden fallen und doch noch Gerechte seien; und daßdeswegen die Gerechten durch Gebete, Opfer, Almosen und Fasten es immer dahin zu bringen

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