Wilhelm Erdmann
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können dir nichts mehr tun. Ich bringe dich zu guten und lieben Schwestern, diedich lieb haben werden. Dort sollst du dein Leid und alle deine Leiden vergessen,denn dein kranker Körper bleibt auf der Erde zurück.".Ja, aber zu keinen Schwestern, lieber heim zu Papa und Mama, ich werde folgen."»Heute noch nicht, kleine Hanny, vielleicht morgen; komm, ich trage dich zu gutenSchwestern; du mußt sie recht lieb haben."»Bekomme ich da auch satt zu essen und muß ich da nicht frieren?"»Soviel du essen willst, kannst du haben, und dort ist es immer schön warm, dortfriert überhaupt niemand."»Kann mich da auch Papa besuchen?"»Kind, du bist voll Bangigkeit und voller Angst; du bist erlöst von allem Irdischenund sollst eingehen in das Reich der Seligen. Umarme mich fest, so nun halte michfest; nun ist mein Gebet erhört, ich darf dich forttragen in ein herrliches Sein."Hanny hielt die Großmutter umschlungen, in einigen Minuten sagte diese:»So, meine Hanny, wir sind da, wo du die ersten Stufen erklimmen kannst, diedich zum freien Kinde machen."Eine junge Schwester nimmt Hanny in Empfang und sagt: „Hanny heißt du, seiherzlich willkommen, schaue mich nicht so voll Angst an, ich werde dich recht liebhaben."Großmutter begleitete die beiden, die nach einem schönen Häuschen gingen, wonoch viele Mädchen in diesem Alter weilten.Die Schwester sagte: „Hier bringe ich euch ein scheues Vögelchen, habt sie allerecht lieb, denn sie mußte viel leiden.".Schwester Martha, wer ist diese herrliche Schwester, bleibt diese auch hier?"»Nein, ihr Mädels, es ist Hannys Großmutter, die ein seliger Engelsgeist ist. Siebrachte uns Hanny, die vor ein paar Stunden von ihrem Erdenleid erlöst wurde."»Vor ein paar Stunden? Warum mußten wir so lange in Ungewißheit bleiben undmußten bitten, rufen und beten?"Da sagte die Großmutter; .Kinder, ihr habt auch dieses nicht erleben brauchen, wasdiese — nun eure Schwester — erleben mußte. Euch wurde vieles gelehrt, ihr konntet euch in eurer Welt umschauen, ihr hörtet eurer Mutter Gebete, wie sie eseuch lehrte. Eure Schwester Hanny hatte nichts dergleichen. Sie war fast blind, nur die Strahlen der Sonne oder der Lampen brachten ihr etwas Licht. Krank im Kopf und krank die Nerven, das Kind war zum Leiden geboren. Kein Interesse an Gottund dem Heiland, verbrachte sie Tage, Wochen und Jahre, und das härteste Los,das einen treffen kann, das Elternhaus war für sie verloren. Darum liebt dieses euer Schwesterlein, in ihr ist ein guter Kern, sie wird euch noch viele Freude machen.Und du, Martha, du treue Hüterin der Liebe, freue dich des Dienstes, den dir dieewige Liebe anbot, es ist übergroße Gnade. Jesu Liebe sei euer Leben, eure Liebe,eure Kraft und Seligkeit."Bald wurden sie lebendig, jede wollte Hanny beglücken, diese aber wurdeängstlich. Nun wurde gegessen, Brot mit Honig, und gute Milch getrunken. Hannyhatte tüchtigen Hunger, da sagte Martha; „Hanny, hier nimmt dir niemand etwas,sie alle geben dir noch von dem ihrigen, wenn du nicht satt werden solltest. Du bist
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