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Zahlenraetsel in der chymischen Hochzeit des Rosenkreutz

Zahlenraetsel in der chymischen Hochzeit des Rosenkreutz

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03/15/2014

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Zahlenrätsel und -spiele in der
Chymischen Hochzeit Christiani Rosencreutz 
vonJan Erik Sigdell
*
(ein altes Manuskript von 1989, 2008 neu überarbeitet, zuletzt 6.7.2009 verbessert)Einige Sonderzeichen in diesem Text erscheinen nur mit Adobe Reader richtig
Die
Chymische Hochzeit Christiani Rosencreutz Anno 1459
von Johann Valentin Andreae ist eineder Grundschriften des alten Rosenkreuzertums. Heute gibt es verschiedene Rosenkreuzer-bewegungen, welche wohl nicht mehr das gleiche wie das echte alte Rosenkreuzertum sind, aber diese legen auch viel Wert auf jenen Text. Es gibt eine ganze Reihe von Schriften, die sich um eineDeutung bemühen, aber es ist nicht mein Vorhaben, hier noch so eine Schrift zu verfassen, sondernes geht mir viel mehr um einige mathematische Rätsel und Spiele, womit sich andere Verfasser zumThema wenig befasst haben.Ich gehe hier davon aus, dass der Text dem Leser bekannt ist, und lasse deshalb Erklärungen zumGeschehen aus, welche die entsprechenden Situationen in den Zusammenhang fügen würden. DieseStudie ist nämlich für andere Leser kaum von Interesse. Die zurzeit beste aus dem Altdeutschenübersetzte und ausführlich kommentierte Ausgabe ist die von Oscar Marcel Hinze
1
.
Das Wiegen (3. Tag)
»Aber hier kann ich nicht unterlassen, dem Leser etwas von der Zahl unserer Gefangenen bekanntzu geben: Diejenigen, die ein Gewicht gewogen haben, waren 7, auf zwei Gewichte kamen 21, auf drei 35, auf vier 35, auf fünf 21 und auf sechs 7. Ein einziger kam auf sieben Gewichte, die er nur beinahe aufwiegen konnte – derjenige, den ich befreite. Sonst fielen viele ganz durch.«Diese Stelle ist in einigen Übersetzungen des altdeutschen Texts in modernes Deutsch leider falschgeraten. Scheinbar deshalb, weil der Übersetzer den mathematischen Zusammenhang nicht er-kannte, und er wusste nicht, dass im Altdeutschen z.B. »2.« (mit Punkt) entgegen heutigem Ge-brauch nicht immer »der zweite«, sondern oft einfach »zwei« bedeutet. So steht z.B. »Es warenderer vom ersten Gewicht sieben, vom zweiten waren es einundzwanzig …«
2
. Damit geht etwas imSinn der Sache verloren. Wie aus den Angaben hervorgeht, geht es hier nicht um einzelne Ge-wichte, sondern um Kombinationen davon.Wie Kienast
3
erkannte, haben nämlich diese Zahlen mit Kombinationen zu tun (auch wenn er irrtümlich über »Variationen« schreibt, was eine etwas andere Sache ist). Es handelt sich hier umsieben Gewichte, von welchen jeweils
n
Gewichte bestanden werden. Wie kann man aus 7 Gegen-ständen
n
verschiedene Auswählen? In der Kombinatorik lautet die Formel hierfür:
n
=
÷÷øöççè æ 
n7=n)!-(7n! !7,worin n! = 1·2· … ·n und also 7! = 5040. (n! wird auch
/
n geschrieben).Hiermit kommen wir zu den folgenden Möglichkeiten, von jenen sieben Gewichten
n
Gewichteauszuwählen:Anzahl Gewichte (
n
) Anzahl Auswahlmöglichkeiten (
 
n
)1 72 213 354 355 216 77 1
*
Jan Erik Sigdell, Dutovlje 105, SI-6221 DUTOVLJE, Slowenien
 
2
Der von Rosencreutz befreite Kaiser hatte sieben Gewichte
fast 
bestanden. Die Zahl 130 in der Randbemerkung in der Originalausgabe
4
scheint sich auf jene zu beziehen, die völlig durchgefallenwaren. Diejenige, welche bei der Probe des Wiegens alle Gewichte bestanden, waren neun (ein-schließlich des befreiten Kaisers). Das zeigt sich später beim Namenrätsel (s.u.). Diejenige, welchenur einzelne Gewichte bestanden, waren 126 (die Summe aller Auswahlmöglichkeiten oben, ohneden befreiten Kaiser). Hierauf bezieht sich möglicherweise die Zahl 125 als Randbemerkung in der Originalausgabe, auch wenn sie (aus in dem Fall noch unbekanntem Grund) um 1 differiert.Kienast
3
will diese Zahl in der folgenden Weise erklären: 1 + 2 + 5 = 8, und ohne den befreitenKaiser hatten 8 die Probe bestanden. Aber, warum dann so dargestellt?Insgesamt wurden also 265 Personen gewogen.
Das Namenrätsel (3. Tag)
Am Schluss der Erzählung vom 3. Tag lässt die Lichtjungfrau (
virgo lucifera
) durch ein Rätsel ihr Name erraten – ein Rätsel, das bereits vom berühmten Mathematiker Leibniz gelöst wurde. Eslautet: »Mein Name enthält 55 und doch nur 8 Buchstaben. Der 3. ist des 5. Drittel, und kommt er dann zum 6., entsteht eine Zahl, deren Wurzel um den 1. Buchstaben größer ist, als der 3., und dieseZahl ist die Hälfte der Zahl des 4. Der 5. und der 7. Buchstabe sind gleich. Auch der letzte und der 1. sind gleich, und diese beide machen mit dem 2. soviel, wie der 6. ist. Der 6. ist um vier größer alsdreimal der 3.«Nach diesen Angaben lassen sich die folgenden Gleichungen aufstellen, wie es schon Kienast
3
ge-tan hat. Jedoch hat der Setzer seines Artikels die von ihm verwendeten griechischen Buchstabendurcheinandergebracht. Hier verwenden wir lieber lateinische Buchstaben.Der Name hat also acht Buchstaben, die wir mit
a
,
b
,
c
,
,
e
,
,
und
h
bezeichnen. Für ihreZahlenwerte gelten dann:a + b + c + d + e + f + g + h = 55, (1)3c = e, (2)c
+
= c + a, (3)2 c
+
= d, (4)e = g, (5)a = h, (6)a + h + b = f, (7)f = 3c + 4. (8)Rosencreutz hatte es leichter als wir, denn er erfuhr den Zahlenwert von
(der der Zahl derjenigengleich ist, die das Wiegen bestanden hatten). Wir können es uns aber leichter machen als Kienast
3
,der recht umständlich eine quadratische Gleichung ableitet. Statt dessen verwenden wir eine dio-phantische Gleichung. Eins solche har zwei oder mehr Unbekannten mit der Zusatzbedingung, dasssie ganze Zahlen sein sollen.Aus den Gleichungen (2), (3), (4) und (5) oben folgt3g=
÷øöçè æ 
4d
2
1, (9)worin
durch 3 und
durch 4 teilbar sein müssen, da sonst (9) nicht ganzzahlig aufgeht. Darumkönnen wir 
mit 4
n
bezeichnen, worin
n
= 1, 2, 3, …. Somit erhalten wir die folgenden Möglich-keiten:
 
3
n d
1 4 02 8 93 12 244 16 45und so weiter.Die Lösung
n
= 1 scheidet aus, da
nicht 0 sein kann und die Lösungen mit
n
= 4 oder mehr des-halb, weil
nicht größer als 24 sein kann, denn das lateinische Alphabet hat nur 24 Buchstaben(bzw. 23, wenn zwischen U und V nicht unterschieden wird). Bei
n
= 3 ergibt sich allerdings
= 28,sodass auch diese Lösung ausscheidet. Übrig bleibt nur 
n
= 2. Außerdem wird nur bei
n
= 2 dieSumme aller Zahlen 55, wie Gleichung (1) erfordert.Mit den Ordnungszahlen des lateinischen Alphabets (das nicht zwischen I und J unterscheidet) alsZahlenwerte, ergibt sich nun die Lösung ALCHINIA – und damit ein neues Rätsel! Die erwarteteLösung wäre ja ALCHIMIA … Hat sich Andreae verrechnet? Das behauptet zwar Kienast
3
, aber ganz so leicht können wir es uns hier sicher nicht machen.Es scheint keine Hinweise darauf zu geben, dass man evtl. in alten Zeiten ein Alphabet verwendete, inwelchem die Positionen von N und M umgekehrt waren. Es hilft auch nicht, das griechische oder gar das hebräische Alphabet zu Hilfe zu nehmen. Das erweiterte lateinische Alphabet, das I und J als zweiunterschiedliche Buchstaben enthält, würde AKCHIMIA ergeben. Auch hilft nicht der Versuch miteinem Lateinischen Alphabet ohne K (ein Buchstabe, der im Lateinischen kaum vorkommt).Weber 
8
behauptet, dass 55 ein »wohl absichtlicher Druckfehler« sei. Dass der Zahlenwert 56 seinsollte, geht aber mit den Gleichungen oben nicht auf. Montgomery
6
behauptet, dass der drittletzteBuchstabe (N bzw. M) nach dem erweiterten lateinischen Alphabet auszuwerten wäre, aber warumdann nicht der zweite (L)? Da scheitert es an der Logik …Auf der Webseite AnthroWiki
7
wird behauptet, dass der letzte Buchstabe A nicht mitgezählt werdensolle, da er dem ersten gleich ist. Damit kommt die Summe der Buchstabenwerte auf 55, sonst 56,wenn man vom erweiterten lateinischen Alphabet ausgeht. Das muss man wohl als einen logischenPurzelbaum betrachten, da aber I zweimal gezählt wird! Sonst wäre ja die Summe nur 46 …Nun kann aber das Rätsel tatsächlich so formuliert werden, und das ganz einfach, dass die Lösungwirklich ALCHIMIA wird. Der Leser möge es selbst nachrechnen …»Mein Name enthält 54 und doch nur 8 Buchstaben. Der 3. ist des 5. Drittel, und kommt er dannzum 6
und dazu noch eins
, entsteht eine Zahl, deren Wurzel um den 1. Buchstaben größer ist, alsder 3., und diese Zahl ist die Hälfte der Zahl des 4. Der 5. und der 7. Buchstabe sind gleich. Auchder letzte und der 1. sind gleich, und diese beide machen mit dem 2. soviel, wie der 6. ist. Der 6. istum
drei
größer als dreimal der 3.«Warum, dann, steht es im Buch nicht so?Die Frage bleibt ein neues Rätsel … Aber: Wenn man sich darum bemüht, doch noch eine Lösung»Alchimia« hinzubekommen – sucht man da nicht eher am falschen Ort? Könnte es nicht sein, dassdie wahre Lösung mit Absicht tatsächlich »Alchinia« ist? Was für eine Absicht, in dem Fall?Vielleicht ist der kleine Unterschied ein Hinweis darauf, dass es hier nicht um die materielleAlchemie geht (Wandlungen von Erdenstoffen), sondern um eine
geistige Alchemie
?
*
*
Interessanterweise ergibt eine Internetsuche unter »alchinia« eine große Zahl von italienischen Webseiten, wo diesesWort vorkommt. Jedoch finde ich das Wort in keiner italienischen Enzyklopädie. Ich vermute, dass sich hier ein ein-facher Schreibfehler auf italienischen Webseiten fortgepflanzt hat …Interessant ist auch die auffallende Ähnlichkeit der Buchstaben m, n und o in der Geheimschrift am »Grab« der Venus:
m
ist ein o mit drei Punkten darüber:
 
,
n
ist ein o mit zwei Punkten:
ö
und
o
ein o mit einem Punkt: .

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