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Vertragsgestaltung in Thailand - von Rechtsanwalt und Steuerberater in Bangkok, Thailand

Vertragsgestaltung in Thailand - von Rechtsanwalt und Steuerberater in Bangkok, Thailand

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RECHT
29
Thai-FOKUS
I
n Thailand gilt der Grundsatzder Vertragsfreiheit. Nur inAusnahmefällen sind staatli-che Genehmigungen erforder-lich. Das thailändische Zivilge-setzbuch („Civil and CommercialCode“ oder abgekürzt CCC) ist imWesentlichen eine Zusammen-stellung der Regelungen des deut-schen bürgerlichen GesetzbuchesBGB und des Handelsgesetzbu-ches. Einzelparagraphen wurdenhäufig wörtlich übernommen.Verträge können in thailändisch,aber auch in deutsch, englischoder jeder anderen Sprachen ab-gefasst werden. Section 14 CCCbeinhaltet jedoch einen grund-sätzlichen Vorrang der thailändi-schen Fassung, falls es mehrereSprachversionen derselben Ver-einbarung gibt. Die Schriftformkann gemäß Section 9 CCC be-reits durch einen Fingerabdruck,ein Kreuz, ein Siegel oder eineähnliche Markierung eingehaltenwerden. Die Wirksamkeit undBindungswirkung thailändischerVereinbarungen sind für einenausländischen Vertragspartnervon großer Bedeutung. Verträgewerden für den Fall geschlossen,dass man sich nicht verträgt. DerBeitrag zeigt die in der Praxismaßgeblichen Aspekte auf.Verträge müssen eingehaltenwerden, auch wenn sie sich füreine Vertragspartei später alsnachteilig herausstellen. DieserRechtsgrundsatz gilt auch in Thai-
 Wie sicher sind
Thailands Verträge?
land und setzt voraus, dass sich diebenachteiligte Partie nicht auf eineUnwirksamkeit der vertraglichenVerpflichtungen berufen kann.Ein Rechtsgeschäft ist nach thai-ländischem Recht dann null undnichtig, wenn es gegen ein Ver-botsgesetz oder Formvorschriftenverstößt, auf eine unmöglicheLeistung gerichtet ist oder ein Ver-stoß gegen die guten Sitten vor-liegt (Sections 150 bis 152 CCC).Die Nichtigkeit eines Rechtsge-schäfts kann von jedem und je-derzeit geltend gemacht werden(Section 172 CCC). Section 173stellt die Vermutung auf, dass be-reits eine einzige unwirksame Ver-tragsklausel zur Unwirksamkeitdes gesamten Vertrages führt, fallssich nicht aus den Umständen desEinzelfalls etwas anderes ergibt.Das Problem der verdecktenNichtigkeit stellt sich im interna-tionalen Geschäftsbereich ins-besondere bei großvolumigenVerträgen mit inländischen Groß-unternehmen oder Regierungs-stellen. Hier befürchtet der aus-ländische Vertragspartner häufig,dass die lokalen Gerichte nichtganz unbeeinflusst entscheidenund die Argumente nicht mit glei-chem Gewicht gemessen werden. Je höher die Anfangsinvestitionist und um so langfristiger Erträ-ge erwartet werden, um so grö-ßer ist dieses politische Risiko.Für deutsche Investoren bedeut-same Risikofelder sind aber auchder Erwerb von Grundeigentum,die Gründung bzw. der Erwerbeines Unternehmens und die Be-teiligung an einem Joint-Venturemit einem thailändischen Partner.Die Unwirksamkeit einer Gestal-tung verjährt nicht, d.h. sie kannnoch nach vielen Jahren geltendgemacht werden, auch innerhalbder dreissigjährigen Laufzeit einesLeasingvertrages.In Thailand hat der deutschspra-chigen Vertragspartner allerdingsden besonderen Vorteil einer ge-setzlichen Regelung, die in Formund Inhalt weitgehend ihremdeutschen Vorbild angenähert ist.Es gelten somit die bewährtenGrundsätze eines kontinentaleu-ropäischen Rechtssystems. Dasangloamerikanische Fallrecht fin-det keine Anwendung. Im Ergeb-nis ist es somit wichtig und rich-tig, bei bedeutsamen Verträgeneine individuelle Risikoeinschät-zung vorzunehmen. Was sind dieAnsatzpunkte für eine möglicheNichtigkeit? Welche Vertrags-klauseln sind als Sollbruchstellenausgestaltet? Welche Unwirksam-keitsrisiken können vermindert,verlagert oder versichert werden?Für großvolumige und langlau-fende Verträge kann ein eigen-ständiges Vertragscontrolling ein-gerichtet werden, welches zumRisikomanagement genutzt wird.Hierzu gehört auch die Kenntnisvon vergleichbaren Fällen und dieBeobachtung der laufenden Ent-wicklung von Rechtsprechung undGesetzgebung. Der kluge Mannlernt aus den Fehlern anderer.
Von Dr. Ulrich Eder
FOKUS - Recht
www.thai-fokus.com Mai/Juni 2008
Wie vertragliche Schlupflöcher vermieden werden können
Warum die Wirksamkeit der Verträge keine Glücksache ist 

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