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Über die Würde der Frau und ihre Berufung - Johannes Paul II.

Über die Würde der Frau und ihre Berufung - Johannes Paul II.

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Published by Schear Jaschub
Die Stunde kommt, die Stunde ist schon da, in der sich die Berufung der Frau voll entfaltet, die Stunde, in der die Frau in der Gesellschaft einen Einfluß, eine Ausstrahlung, eine bisher noch nie erreichte Stellung erlangt. In einer Zeit, in welcher die Menschheit einen so tiefgreifenden Wandel erfährt, können deshalb die vom Geist des Evangeliums erleuchteten Frauen der Menschheit tatkräftig dabei helfen, daß sie nicht in Verfall gerät.

Apostolisches Schreiben "Mulieris Dignitatem" von Papst Johannes Paul II.
Die Stunde kommt, die Stunde ist schon da, in der sich die Berufung der Frau voll entfaltet, die Stunde, in der die Frau in der Gesellschaft einen Einfluß, eine Ausstrahlung, eine bisher noch nie erreichte Stellung erlangt. In einer Zeit, in welcher die Menschheit einen so tiefgreifenden Wandel erfährt, können deshalb die vom Geist des Evangeliums erleuchteten Frauen der Menschheit tatkräftig dabei helfen, daß sie nicht in Verfall gerät.

Apostolisches Schreiben "Mulieris Dignitatem" von Papst Johannes Paul II.

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1
APOSTOLISCHES SCHREIBENMULIERIS DIGNITATEM VON PAPST JOHANNES PAUL II. ÜBER DIE WÜRDE UND BERUFUNGDER FRAUANLÄSSLICH DES MARIANISCHEN JAHRES
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG ........................................................................................................................................ 2Ein Zeichen der Zeit ......................................................................................................................... 2Das Marianische Jahr ....................................................................................................................... 3FRAU - GOTTESMUTTER (THEOTÓKOS) ..................................................................................... 4Verbundenheit mit Gott .................................................................................................................. 4Theotókos .......................................................................................................................................... 6»Ihm zu dienen bedeutet herrschen« ............................................................................................ 6ABBILD UND GLEICHNIS GOTTES ................................................................................................ 8Buch der Genesis .............................................................................................................................. 8Person - Gemeinschaft - Hingabe ................................................................................................... 9Anthropomorphe Sprache der Bibel ............................................................................................ 11EVA - MARIA ..................................................................................................................................... 13Der »Anfang« und die Sünde ....................................................................................................... 13»Er wird über dich herrschen« ..................................................................................................... 15Protoevangelium ............................................................................................................................ 17 JESUS CHRISTUS ............................................................................................................................... 20»Sie wunderten sich, daß er mit einer Frau sprach« ................................................................. 20Die Frauen des Evangeliums ........................................................................................................ 21Die beim Ehebruch ertappte Frau ................................................................................................ 23Hüterinnen der evangelischen Botschaft .................................................................................... 25Erste Zeugen der Auferstehung ................................................................................................... 26MUTTERSCHAFT - JUNGFRÄULICHKEIT .................................................................................. 28Zwei Dimensionen der Berufung der Frau ................................................................................. 28Mutterschaft .................................................................................................................................... 28Die Mutterschaft in Beziehung zum Bund ................................................................................. 30Die Jungfräulichkeit um des Himmelreiches willen ................................................................. 32Geistige Mutterschaft ..................................................................................................................... 35»Meine Kinder, für die ich von neuem Geburtswehen erleide« .............................................. 36DIE KIRCHE - BRAUT CHRISTI ..................................................................................................... 37
 
2
Verehrte Mitbrüder, geliebte Söhne und Töchter,Gruß und Apostolischen Segen!
 I.
 
EINLEITUNG
Ein Zeichen der Zeit
1. DIE WÜRDE DER FRAU und ihre Berufung - ständiges Thema menschlicher undchristlicher Reflexion - haben in den letzten Jahren eine ganz besondere Bedeutunggewonnen. Das beweisen unter anderem
die Beiträge des kirchlichen Lehramtes,
die sichin verschiedenen Dokumenten des
II. Vatikanischen Konzils
wiederfinden, das dann inseiner Schlußbotschaft sagt: »Die Stunde kommt, die Stunde ist schon da, in der sichdie Berufung der Frau voll entfaltet, die Stunde, in der die Frau in der Gesellschafteinen Einfluß, eine Ausstrahlung, eine bisher noch nie erreichte Stellung erlangt. Ineiner Zeit, in welcher die Menschheit einen so tiefgreifenden Wandel erfährt, könnendeshalb die vom Geist des Evangeliums erleuchteten Frauen der Menschheittatkräftig dabei helfen, daß sie nicht in Verfall gerät«.(1)
Die Worte dieser Botschaft
fassen zusammen, was bereits in der Lehre des Konzils, insbesondere in derPastoralkonstitution
Gaudium et Spes
(2) und im Dekret über das Laienapostolat
 Apostolicam Actuositatem
,(3) Ausdruck gefunden hatte.Ähnliche Stellungnahmen hatte es in der Zeit vor dem Konzil gegeben, zum Beispielin einer Reihe von Ansprachen Papst
Pius' XII.
(4) und in der Enzyklika
Pacem inTerris von Papst Johannes XXIII.
(5) Nach dem II. Vatikanischen Konzil hat meinVorgänger Paul VI. die Bedeutung dieses »Zeichens der Zeit« zum Ausdruckgebracht, als er die heilige Theresia von Avila und die heilige Katharina von Siena zuKirchenlehrerinnen erhob(6) und außerdem auf Ersuchen der Bischofssynode vom Jahre 1971 eine eigene
Kommission
einrichtete, deren Zweck die Untersuchung der
 
3
Probleme unserer Zeit im Zusammenhang mit der
»Förderung der Würde und der Verantwortung der Frauen«
war.(7) In einer seiner Ansprachen sagte Paul VI. unteranderem: »Im Christentum besaß die Frau mehr als in jeder anderen Religion schonvon den Anfängen an eine besondere Würdestellung, wofür uns das Neue Testamentnicht wenige und nicht geringe Beweise bietet...; es erscheint ganz offenkundig, daßdie Frau dazu bestimmt ist, an der lebendigen, tätigen Struktur des Christentums sostark teilzunehmen, daß vielleicht noch nicht alle Kräfte und Möglichkeiten dafürfreigelegt worden sind«.(8)Die Synodenväter der letzten Vollversammlung der Bischofssynode (Oktober 1987),die der »Berufung und Sendung der Laien in der Kirche und in der Welt zwanzig Jahre nach dem II. Vatikanischen Konzil« gewidmet war, haben sich erneut mit derWürde und Berufung der Frau beschäftigt. Sie haben unter anderem die Vertiefungder anthropologischen und theologischen Grundlagen verlangt, die für die Lösungder Probleme in Bezug auf die Bedeutung und Würde des Menschseins als Frau undals Mann notwendig sind. Es geht darum, den Grund und die Folgen derEntscheidung des Schöpfers zu verstehen, daß der Mensch immer nur als Frau oderals Mann existiert. Erst von diesen Grundlagen her, die ein tiefes Erfassen vonWürde und Berufung der Frau erlauben, ist es überhaupt möglich, von ihrer aktivenStellung in Kirche und Gesellschaft zu sprechen.Das alles möchte ich im vorliegenden Dokument behandeln. Das nachsynodaleApostolische Schreiben, das danach veröffentlicht werden soll, wird Vorschlägepastoralen Charakters zur Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft vorlegen, zudenen die Synodenväter, auch unter Berücksichtigung der von den Laien-Auditoren-
 Männern und Frauen
- aus den Teilkirchen aller Kontinente vorgetragenenZeugnisse, wichtige Überlegungen angestellt haben.
Das Marianische Jahr
2. Die letzte Synode wurde
während des Marianischen Jahres
abgehalten, das einenbesonderen Anstoß zur Auseinandersetzung mit diesem Thema bietet, worauf auchdie Enzyklika
Redemptoris Mater 
hinweist.(9) Diese Enzyklika entwickelt undaktualisiert die im VIII. Kapitel der Dogmatischen Konstitution über die Kirche
Lumen Gentium
enthaltene Lehre des II. Vatikanischen Konzils. Dieses Kapitel trägteinen bedeutsamen Titel:
»Die selige jungfräuliche Gottesmutter Maria im GeheimnisChristi und der Kirche«.
Maria - jene »Frau« der Bibel (vgl.
Gen
3, 15;
Joh
2, 4; 19, 26) -gehört eng zum Heilsmysterium Christi und ist daher in besondererer Weise auch imMysterium der Kirche gegenwärtig. Da »die Kirche in Christus gleichsam dasSakrament (...) für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzenMenschheit« ist,(10) denken wir bei dieser besonderen Gegenwart der Gottesmutterim Geheimnis der Kirche an
die einzigartige Beziehung zwischen dieser »Frau« und der  ganzen Menschheitsfamilie.
Es handelt sich hier um jeden einzelnen und jede einzelne,um alle Söhne und alle Töchter des Menschengeschlechts, in denen sich im Laufe derGenerationen jenes
 grundlegende Erbe
der ganzen Menschheit verwirklicht, das an dasGeheimnis des biblischen »Anfangs« gebunden ist: »Gott schuf den Menschen als

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