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aus 'Gebet und Hingabe' - Johannes vom Kreuz

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Published by Schear Jaschub
Belehrung der Seele über die dunkle Nacht, die Unvollkommenheiten der Anfänger, die Nacht des Geistes... aus "Gebet und Hingabe" von Wilhelm Schamoni
Belehrung der Seele über die dunkle Nacht, die Unvollkommenheiten der Anfänger, die Nacht des Geistes... aus "Gebet und Hingabe" von Wilhelm Schamoni

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06/10/2011

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1
Johannes vom Kreuz
Biographisches
Johannes vom Kreuz, mit der heiligen Theresia Begründer des Ordens der Unbeschuhten Karmeliten,Kirchenlehrer, Mystiker, Klassiker der spanischen Literatur, ist als Sohn des armen, wegen seinernicht standesgemäßen Heirat enterbten Edelmanns Gonzalo de Yepes zu Fontiveros [Kastilien] am24. Juni 1542 geboren. Im Jahre 1563 trat Johannes bei den Karmeliten ein, studierte in Salamancathomistische Philosophie und Theologie und wurde 1567 zum Priester geweiht. Er war entschlossen,zu den Kartäusern überzutreten, als er die heilige Theresia kennenlernte. Theresia zeigte ihm, dass ernur die ursprüngliche Karmeliterregel in ihrer Strenge zu beobachten brauche, um das zu finden, waser suche. Er blieb und wurde der Begründer der Reform. Sein Name war ihm Leitmotiv: Liebe zumKreuz, zu Dem, der sich selbst erniedrigt hat bis zum Tode am Kreuze. Das Kreuz kam von außen indem Kampf um die Reform. Sie brachte ihm neun Monate Haft in einem dunklen Kerker und andereVerfolgungen. Es kam von innen in dem Mitleiden mit den Seelen, die er führte, in den schwersten
seelischen Läuterungsleiden, in dem Leid, dass „die Liebe nicht geliebt wird“. Johannes vom Kreuz
wurde durch seine Erfahrungen der Lehrer des Kreuzweges, auf welchem Gott die ihm großherzigliebende Seele an sich zieht und sie durch alle Nächte der Sinne und des Geistes sicher im reinen, vonallem nur Natürlich-Menschlichen entblößten Glauben zur Vereinigung mit sich führt. Es gibtniemand, der diesen schmalen, steilen Weg und seine Engpässe besser erklärt hätte. Deshalb nenntdas B
reve seiner Erhebung zum Kirchenlehrer ihn „Lehrer der Heiligkeit und Frömmigkeit“ und seineSchriften ein „Gesetzbuch und eine Schule der gläubigen Seele“. Seine Lehre über das Gebet und die
Krisen des
geistlichen Lebens wird man am klarsten in seinem Werke „Die dunkle Nacht“
dargelegtfinden. Als Oberer wurde Johannes in die Auseinandersetzungen über die künftige Richtung des vonihm erneuerten Ordens verwickelt und abgesetzt. Er bekam Befehl, mit zwölf Gefährten nach Mexikoin die Mission zu gehen. Der Heilige rüstete sich zu der Wanderung, aber Geschwüre am rechten Fußund Fieber zwangen ihn, ein Kloster aufzusuchen. Er wählte Ubeda, weil dessen Prior ihm sehrfeindlich gesinnt war. Bei unwürdiger und hartherziger Behandlung litt er hier zweieinhalb Monatedie größten Schmerzen in heroischer Geduld und starb am 14. Dezember 1951, Gott dankend, dass
 
2er ihm seinen dreifachen Wunsch erfüllt hatte: nicht als Oberer zu sterben, als Unbekannter undnach vielen Leiden. Sein Fest ist am 24. November.
O Gott, du schenktest deinem heiligen Bekenner und Kirchenlehrer Johannes eine hervorragendeLiebe zur vollkommenen Selbstverleugnung und zum Kreuze; gib, dass wir uns unablässig bestreben,ihn nachzuahmen, und so die ewige Herrlichkeit erlangen. (Kirchengebet)
1. Wie wichtig es ist, die Seele über die dunkle Nacht zu belehren
(Aufstieg, Vorrede)
Was mich bewogen hat, diese Schrift abzufassen, war nicht etwa die Einbildung, dass ich mich für einso hohes und schwieriges Unternehmen eigne. Nein, ich vertraue vielmehr auf den Herrn; der wirdmir beistehen, dass ich etwas bringen kann, was der großen Bedrängnis so mancher Seelenabzuhelfen imstande ist. Denn es gibt so viele Seelen, welche den Pfad der Tugend betreten haben,die aber, sobald sie von Gott in jene dunkle Nacht eingeführt werden, durch die sie zur Vereinigungmit Gott gelangen sollen, nicht mehr weiterfinden. Die einen vollen dann nicht eingehen in jenedunkle Nacht oder sich nicht einführen lassen, die anderen finden sich nicht zurecht, oder es fehltihnen an tüchtigen und erfahrenen Führern, die sie bis zum Gipfel des Berges leiten könnten. Ist esdoch bedauerlich, so viele Seelen sehen zu müssen, denen Gott Fähigkeit und Gnade verliehen hat,um Fortschritte zu machen, die, wenn sie sich nur etwas ermannen wollten, sicher auf diese hoheStufe gelangen würden. So aber bleiben sie auf einer niedrigeren Stufe des Verkehrs mit Gottstecken, weil es ihnen entweder an der nötigen Willenskraft oder Einsicht fehlt, oder weil sieniemand haben, der sie führt und belehrt, wie sie sich von diesen ersten Anfängen losmachen sollen.Und selbst wenn unser Herr sie schließlich derart begnadigt, dass er sie ohne eigenes Wagen undohne belehrende Führung in diese Nacht eingehen lässt, so gelangen sie erst sehr spät und mitgrößerem Kraftaufwand und mit weniger Verdienst ans Ziel, weil sie sich nicht Gott überlassen habenund sich nicht willig auf den reinen sicheren Weg der Vereinigung führen ließen. Es ist wohl richtig:Gott, der die Seelen führt, kann sie auch ohne ihr Zutun führen. Aber sie kommen weniger voran, dasie sich nicht führen lassen, sondern ihrem Führer widerstehen. Und darum haben sie auch nicht soviel Verdienste, da sie ihren Willen nicht beugen, und sie müssen eben darum auch mehr ausstehen.Ja, es gibt Seelen, die anstatt sich Gott zu überlassen und sich von ihm helfen zu lassen, vielmehr ihmdurch ihre unbesonnene Handlungsweise und ihr Widerstreben direkt entgegenarbeiten. Sie sind wiekleine Kinder, die strampeln und heulen, sobald sie die Mutter auf den Arm nehmen will, und um jeden Preis selbstständig gehen wollen, auch wenn sie noch gar nicht vorwärtskommen, oder wennauch, dann doch nur mit Kleinkinderschrittchen.Damit also die Seelen lernen, sich der Führung Gottes zu überlassen, wann es der göttlichen Majestätbeliebt sie vorwärtszubringen, so wollen wir hier mit Gottes Hilfe sowohl für Anfänger wie fürFortgeschrittene einige Ratschläge und Anweisungen erteilen. Diese mögen ihnen behilflich sein,dass sie sich selbst kennenlernen oder sich wenigstens von Gott führen lassen. Denn es gibt somanche Beichtväter und Seelenführer, die weder Wissen noch Erfahrung in diesen Wegen haben, uneben deshalb solche Seelen, denen sie Helfer und Führer hätten sein sollen, eher aufhalten undhemmen auf diesem Wege. Es geht ihnen wie einst den Bauleuten von Babylon, die anstattpassendes Material beizubringen, ganz ungeeignetes beibrachten, weil sie sich gegenseitig nichtmehr verstanden. Und eben darum kam nichts zustande. Es ist deshalb etwas gar Unangenehmes
 
3und Peinliches, wenn sich eine Seele in solchen Fällen selbst nicht kennt noch auch jemand hat, dersie versteht. Kann es doch bisweilen vorkommen, dass Gott ein Seele auf dem erhabensten Wegdunkler Beschauung und Trockenheit führt, während die Seele meint, sie gehe verloren; oderwährend sie so von Finsternis und Verwirrung und Beängstigungen und Versuchungen gepeinigtwird, findet sie wohl gar noch jemand, der ihr wie einst die Freunde Jobs sagt: es sei das alles nurMelancholie, Trübsinn oder Naturanlage; ja es könne auch sein, dass irgendein geheimes Lasterschuld sei, warum sie Gott verlassen habe. Und sogleich sind dann solche Menschen mit ihrem Urteilfertig: diese Seele müsse doch ganz schlecht sein oder wenigstens gewesen sein, da es ihr so schlimmergehe. Wieder andere behaupten sogar, mit dieser Seele gehe es rückwärts, weil sie keinenGeschmack und keine Freude mehr habe an den göttlichen Dingen wie ehedem. So macht man esdieser armen Seele doppelt schwer. Es kann nämlich sehr wohl sein, dass die große Bitterkeit, welchedie Seele empfindet, aus der Erkenntnis ihrer eigenen Armseligkeit herkommt, indem sie in jenemLicht der Erkenntnis, das Gott ihr in der dunklen Nacht der Beschauung mitteilt (wie wir weiter untenausführen werden), sonnenklar erkennt, sie sei voller Fehler und Sünden. Wenn nun gar jemand dergleichen Ansicht ist wie sie selbst und ihr sagt, dass sie an alledem selber schuld sei, so steigert sichdie Bitterkeit und Not dieser Seele ins Ungemessene und wird sie sterbensunglücklich. Aber nochnicht genug, dass solche Beichtväter behaupten, es rühre das alles von früheren Sünden her,veranlassen sie solche Seelen, immer wieder ihr Gewissen zu erforschen, und lassen sie eineGeneralbeichte um die andere machen und kreuzigen sie so immer wieder aufs neue. Sie sehen ebennicht ein, dass jetzt weder für das eine noch für das andere der rechte Augenblick da sei, dass manvielmehr solche Seelen der Läuterung überlassen müsse, die Gott ihnen geschickt hat, und sie tröstenund ermutigen solle, sich in das zu fügen, was Gott mit ihnen vorhat. Denn solange Gott nichtWandel schafft, ist doch alles umsonst, mögen diese tun und jene sagen was sie wollen. Davon nunwollen wir, so Gott will, später reden, wie sich in solcher Lage die Seele zu verhalten und was ihrBeichtvater dabei zu tun habe. Auch davon, an welchen Merkmalen man erkennen kann, ob jenerZustand die Läuterung des sinnlichen Menschen oder des geistigen zu tun hat
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die dunkle Nacht, wiewir sie nennen wollen
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, ferner, woran man erkennen kann, ob es sich nur um Schwermut oder umeine andere sinnliche oder geistige Störung handelt. Es kommt nämlich vor, dass manche Seelen oderauch deren Beichtväter glauben, Gott führe sie auf dem Wege durch die dunkle Nacht der geistigenLäuterung, während es sich in Wirklichkeit nur um eine der genannten Störungen handelt. Anderseitskönnen manche Seelen meinen, sie könnten gar nicht beten, während sie in der Tat eine sehr hoheGebetsweise üben; und wieder andere gibt es, die auf hoher Gebetsstufe zu sein wähnen, währendihr Gebet weniger als nichts ist.Es gibt ferner manche Seelen, die sich ganz jämmerlich abmühen und quälen, und die doch nichtvorwärtskommen. Diese halten nämlich für Fortschritt, was keiner ist, sondern vielmehr einHindernis. Wieder andere hingegen schreiten in Ruhe und Sicherheit auf dem Wege derVollkommenheit weit voran. Einigen Seelen wieder gereichen gerade die Gnadengaben, die Gottihnen zur geistigen Förderung verleiht, zum Anstoß und Hindernis, so dass sie nichtvorwärtskommen. Und noch manch anderes kann denen, die diesen Weg wandern, begegnen, Freudund Leid, Hoffnung und Schmerz, was teils in Geiste der Vollkommenheit, teils in dem derUnvollkommenheit seinen Ursprung hat. Von alledem wollen wir mit Gottes Hilfe reden, damit jederLeser einigermaßen den Weg erkenne, auf dem er wandelt, aber auch den, den er zu gehen hat,sofern er auf den Gipfel dieses Berges gelangen will.

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