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Abstract
Diese Arbeit ist als wiederholte, interdisziplinäre Begriffsbildung über den "Begriff" als Wort- undDenkeinheit angelegt. Begriffe werden als grundlegende Einheiten von Sprache und "Begreifen"aufgefasst, Neuronen als grundlegende Einheiten biologischer "Informationsverarbeitung". Tropen alsÜberbegriff einer bestimmten Gruppe rhetorischer Sprachfiguren (Metapher, Allegorie, Metonymieund die Synekdoche) verbinden Bezeichnung und (davon verschiedene) Bedeutung durch Sprung undVerschiebung. Die Schwierigkeit ist, zu beschreiben, wie Sprache, Denken und Erkennen grundlegendzusammenwirken könnten, denn es gilt entweder die Trennung von Erfahrung, Gedachtem undsprachlichen Phänomenen (wie Schrift oder Rede) zu überbrücken oder das Gemeinsame zu orten.Diese Brücke, dieses "Dazwischen", wird hier als "
tropisches Verhältnis
" postuliert. Als dasGemeinsame von Philosophie und Naturwissenschaft wird die Verwendung von
Sprache
herausgestellt, um Erfahrung und/oder Denken zu übertragen. Im Durchlaufen von KantsArgumentation der transzendentalen Deduktion in der Kritik der reinen Vernunft sowie vonphysiologischen Beschreibungen von Nervenzellaktivitäten bei Lernen und Gedächtnis wird dieseThese kohärent nachvollzogen. Tropen, Begriffe und Neuronen werden korreliert, die These lässt sichaber durch das sprachliche Regressproblem nicht beweisen. Die Rolle von Einbildungskraft,Schemabildung, Zeit, subjektiver Sinnesphysiologie, kognitiven Kategorisierungsvorgängen etc.verdichtet die Verweise auf Sprung, Verschiebung und Polysemie im Gegensatz zu einermonosemischen (naiven) Abbildungstheorie. Tropen und Neuronen werden als Perspektiven derbrauchbaren Verwendung von sprachlichen Figuren in Naturwissenschaft und Philosophie vorgestellt,um "Begriffe" in Bewegung zu halten oder zu hypostasieren.
Keywords:
Kognitive Neurowissenschaften, Philosophie, Tropen, Neuronen, Begriffe,Transzendentalphilosophie, Neurophysiologie, Zeit, Einbildungskraft, Lernen, Gedächtnis, Referenz,Kategorisierung, Sprache, Rhetorik, Dichtung